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Kategorie Archive: Vermischtes

PERSONAL ROCHADE: Bezirkshauptmannschaft Landeck besetzt fragliche Mitarbeiter nach Behörden Skandal um

In unzähligen Verhandlungen musste sich sogar das Landesgericht Klagenfurt mit fragwürdigen Vorgängen an der Bezirkshauptmannschaft Landeck auseinandersetzen. Nun zog Behördenleiter Markus Maaß die Konsequenzen und wies mehrere Mitarbeiter neuen Aufgaben zu.

Während ein Referatsmitarbeiter per sofort Dienst im Service Center versieht, musste sein Kollege als Sachbearbeiter ins Umweltreferat wechseln.

Unterdessen prüft das Land Tirol Amtshaftungsansprüche mehrerer Opfer aus dem In- und Ausland, die einer Vielzahl von Querelen durch Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Landeck ausgesetzt waren.

Naturgemäß wollte Bezirkshauptmann Markus Maaß seine Personalentscheidung gegenüber XlargE nicht kommentieren. Während Siegmund Geiger in seiner Polit-Rolle als ÖVP Bürgermeister der Dorfgemeinde Zams mit seinem Vorhaben, eine 2. Tunnelröhre im Perjentunnel zu realisieren, auf Bundesebene kläglich scheiterte, reißt auch die Kritik im eigenen Dorf nicht ab.

Wie XlargE-Reporter aufdecken, nutzt Geiger für seine politischen Zwecke sogar das vom Steuerzahler finanzierte Diensthandy. Vor Gericht bestritt Geiger hingegen politische Tätigkeiten vom Amt aus zu erledigen.

Während seine Untergebenen aus dem Referat “Verkehr & Sicherheit” einer internen Lösung zum Opfer fielen, operiert Siegmund Geiger nach wie vor in Doppelfunktion – als Bürgermeister und Landesbediensteter. Was vom Gesetzgeber als unbedenklich eingestuft wird, wirft moralische Bedenken auf. Bis Redaktionsschluss waren die Verantwortlichen außerstande die Bedenken zu entkräften.

Sony startet Akkus mit 30 Minuten Ladezeit und hoher Lebensdauer

sony akkusSony hat einen neuen Typ Lithium-basierter Akkus entwickelt, der hohe Leistungsfähigkeit bei langer Lebensdauer in Aussicht stellt. Dazu nutzen die Batterien, die laut Unternehmen in nur 30 Minuten praktisch komplett aufgeladen werden können, kristallines Lithium-Eisenphosphat als Kathodenmaterial. Zunächst sollen Sonys Lithium-Eisenphosphat-Akkus in Elektrowerkzeugen zum Einsatz kommen, um in weiterer Folge diverse mobile Elektronikgeräte zu erobern. Die Auslieferung der neuen Batterie hat dem Unternehmen zufolge bereits im Juni dieses Jahres begonnen.

Die genutzte Form des Lithium-Eisenphosphats ist Sony zufolge besonders als Kathodenmaterial geeignet, da es eine beständige kristalline Struktur hat und auch bei hohen Temperaturen eine stabile Performance bietet. Ein wichtiger Vorteil der Technologie gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus ist, dass es nicht zu brandgefährlichen Überhitzungsvorgängen kommen kann – ein Risiko, das schon zu zahlreichen Rückholaktionen bei großen Computer- und Elektronikherstellern geführt hat. Unter anderem betraf es Sony im Jahr 2006 und im Mai dieses Jahres HP (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090515021/).

Der neue Sony-Akku kann dem Konzern zufolge in nur 30 Minuten auf 99 Prozent seiner Kapazität geladen werden. Damit dauere das Laden halb so lange wie bei Sonys bisherigen Akkus mit Kobaltoxid-Kathoden. Die zylindrische Zelle von Typ 18650 mit 18 Millimetern Durchmesser und 65 Millimetern Höhe erreicht laut Konzern eine Kapazität von 1,1 Amperestunden. Die Lebensdauer, ehe die Kapazität auf 80 Prozent des Ursprungswerts sinkt, wird mit etwa 2.000 Ladezyklen angegeben. Das Akku-Design erreicht dem Konzern zufolge eine Energiedichte von 95 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg) und eine Leistungsdichte von 1.800 Watt pro Kilogramm. Die Nennspannung liegt bei 3,2 Volt, der maximale kontinuierliche Entladestrom bei 20 Ampere.

“Es ist bemerkenswert, dass die Leistungsdaten mit einer relativ kleinen Zelle erreicht werden”, meint dazu Detlev Repenning, Geschäftsführer bei der Lübecker Oberflächen- und Materialtechnologie (o.m.t) http://omt.de, auf Nachfrage von pressetext. Abgesehen davon entsprächen die Daten des Sony-Akkus allerdings heute zu erwartenden Standards für die Lithium-Eisenphosphattechnologie. Bei o.m.t wird mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt http://www.dbu.de derzeit an leistungsfähigen Akkus mit eben dieser Technologie gearbeitet, die auch für die Automobil- und Kraftwerksindustrie interessant sind. “Kleine Zellen sind für mobile Anwendungen aber nicht geeignet, weil hierzu die Energiedichten zu gering sind oder viel zu viele Zellen verschaltet werden müssten”, betont Repenning. Er erwartet, dass für größere Zellen deutlich über 4.000 Ladezyklen, Energiedichten über 140 Wh/kg und ein Aufladen in unter 15 Minuten möglich sein werden.

Selbst damit wird das Potenzial der Lithium-Eisenphosphat-Technologie noch nicht unbedingt ausgeschöpft sein. Forscher am Massachusetts Institute of Technology haben im Frühjahr einen Materialverarbeitungsansatz vorgestellt, durch den Ladevorgänge bei Akkus mit diesem Kathodematerial nochmals deutlich beschleunigt werden könnten – für Kompaktzellen, die derzeit sechs Minuten brauchen, auf zehn bis 20 Sekunden. In zwei bis drei Jahren könnten wirklich superschnell ladende Akkus Realität werden, so damals die Einschätzung der US-Forscher. (pte/red)

Über Risken & Nebenwirkungen: Beibackzettel verursachen Panik-Ängste bei Patienten

medikamentAnstatt alle Unsicherheiten zu beseitigen, lösen Beipackzettel von Medikamenten bei Patienten Angst, Zweifel und Unzufriedenheit aus. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Witten/Herdecke http://uni-wh.de aus einer Untersuchung von 35 Patienten, die mindestens ein Medikament regelmäßig einnehmen. Sichtbar wurde dabei, wie diese gesetzlich geforderten Begleitinformationen wahrgenommen werden und welche Ansprüche Patienten an diese Informationen stellen.

“Das Image von Beipackzetteln ist bei Patienten sehr schlecht, was sowohl Optik und Aufmachung als auch die Verständlichkeit betrifft”, so Petra A. Thürmann, Studienleiterin und Pharmakologin am Klinikum Wuppertal, gegenüber pressetext. Beipackzettel seien zu lange und zu umfangreich, Gesuchtes werde nicht gefunden und Gefundenes nicht gelesen. Das habe zur Folge, dass Medikamente oft unangetastet bleiben oder im Müll landen. “Viele Patienten werden bei Unsicherheiten jedoch auch kreativ, suchen im Internet oder in Ratgeberbüchern oder fragen Bekannte, denen Sie Kompetenz zugestehen.” Der Gang zum Hausarzt, der das Mittel verschrieben hat, werde aus Zeitgründen kaum gemacht.

Thürmann schätzt, dass die Hälfte der Packungsbeilagen gar nicht studiert werden. “Besonders wer über lange Zeit Medikamente einnimmt, liest die Angaben nicht immer.” Die aktivsten Beipackzettelleser seien Mütter, die für ihr Kind ein neues Medikament verordnet bekommen. Auch bei älteren Ehepaaren sei es oft die Frau, die sich über Medikamente des Mannes genauer informiert und diesem die Tabletten auch zur Einnahme vorbereitet. “Männer lesen die Texte weniger und haben allgemein weniger Bedenken gegenüber den Medikamenten. Fraglich ist jedoch, ob sie deshalb häufiger Tabletten nehmen”, so Thürmann.

Als Wünsche der Patienten zeigten sich vor allem Verbesserungen der Grafik und Textstruktur. “Erst durch die Schaffung deutlicher Absätze können nicht relevante Informationen, die etwa nur Kinder oder Schwangere betreffen, übersprungen werden”, so Thürmann. Auf wenig Interesse stoße die lange Liste der Nebenwirkungen, prägnantere Formulierungen oder eine Verdeutlichung durch Bilder oder Skizzen sei eine bessere Alternative. “Gewünscht wird besonders eine Reihenfolge, die der Relevanz für das Leben auch entspricht. Statt Nebenwirkungen sollte an erster Stelle Informationen stehen, die man beim Arzt gehört und dann vergessen hat – ob ein Medikament etwa vor oder nach dem Frühstück einzunehmen ist.” Die Ergebnisse fließen nun in Beipackzettel-Muster ein, die gemeinsam mit einem Grafikbüro erstellt und wieder an Patienten getestet werden sollen.

Packungsbeilagen waren über lange Zeit in erster Linie an Ärzte gerichtet und stellen juristische Absicherungen der Hersteller dar gegen Klagen wegen fehlender Information. “Diese Praxis wurde lange Zeit kaum hinterfragt und der Gedanke, dass Medikamenteninformationen für Patienten sind, ist noch sehr jung”, so Thürmann. 2004 erstellte die Europäische Union eine Direktive, wonach Beipackzettel vor der Veröffentlichung eines Medikaments an Patienten nach Verständlichkeit getestet werden müssen. Das werde bisher jedoch sehr variabel gehandhabt und gelte darüber hinaus nur für neue Medikamente, gibt die Forscherin zu bedenken. (pte/red)

AUFGEDECKT: Aggressive Männer schrecken indigene Frauen ab

waoraniAggressives Verhalten von Männern führt bei indigenen Völkern nicht immer zu höherem Erfolg in Sachen Partnerwahl und Nachkommenschaft. Das berichten US-amerikanische Ethnologen in der Online-Fachzeitschrift Proceedings. Sie hatten versucht, Ursachen und Folgen zur Gewaltentstehung beim Eingeborenenstamm der Waorani im Regenwald Ecuadors nachzuweisen. Diese kleine Gruppe war in der Vergangenheit bekannt für besonders blutige Fehdekriege gegen Menschen des eigenen Volks sowie durch meist tödlich endende Aggressionen gegen Eindringlinge.

“Der Schutz der Ressourcen allein ist keine Erklärung für die hohe Aggressionsbereitschaft der Waorani, da ihr Gebiet sehr reich an Naturschätzen ist”, so der Forschungsleiter Stephen Beckermann von der Penn State University http://www.psu.edu. Um die Auswirkungen der Kriegshandlungen auf die Waorani-Familien zu erheben, befragten die Forscher alte Waorani-Männer aus 23 Dörfern und rekonstruierten daraus die Kriegs- und Lebensgeschichten sowie die Stammbäume von 551 Waorani aus fünf Generationen. Die Zahl der Beteiligungen an Angriffen werteten die Forscher als Maß für die Aggression der einzelnen Männer, wobei jedoch auch deren Alter berücksichtigt wurde.

Die blutigsten der Waorani-Krieger fanden weit schwerer Frauen, so das Ergebnis der Foschung. Die Ethnologen führen das darauf zurück, dass Aggressionen Gefahr der Rache für die ganze Familie bedeutete, weswegen Frauen sanftmütige Männer bevorzugten. Das Verhalten der Waorani unterscheidet sich somit deutlich von dem ähnlicher kriegerischer Völker. “Beobachtungen etwa der Yanomamo in Venezuela haben darauf hingewiesen, dass aggressive Krieger deutlich mehr Frauen und Kinder haben”, berichtet Beckermann. Der Unterschied zwischen den beiden Völkern sieht der US-Anthropologe jedoch kulturell bedingt. Die Yanomami legten zwischen ihren Rachefeldzügen Friedenspausen ein, die unter anderem die Reproduktion sicherstellen sollten. Ziel der Waorani war hingegen die völlige Vernichtung des Gegners, wofür sie selbst Fehdeanlässe verwendeten, die Generationen zurücklagen.

Als “extrem vereinfachend” kritisiert Elke Mader vom Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien http://www.univie.ac.at/ksa im pressetext-Interview die Forschung ihrer US-Kollegen. “Die hier aufscheinende Soziobiologie will feststellen, ob Verhaltensweisen und Einstellungen im Sinne Darwins förderlich sind oder nicht”, so die Südamerika-Spezialistin. Gewalt habe jedoch allgemein wie auch bei den Waorani viele Faktoren der Entstehung und Wirkung, unter anderem geschichtliche. “Waorani wurden lange Zeit von Kautschuksammlern bedroht, die ihre Umsiedlung erzwingen wollten. Aufgrund ihrer starken Aggressivität versuchte man, andere indigene Gruppen gegen sie anzusetzen”, so Mader. Die hohe Bewertung von männlicher Tapferkeit und Kampfgeist finde man hingegen in vielen Kulturen, wie etwa im mittelalterlichen Rittertum oder auch im heutigen Militär.

Wenngleich die Blutrache auch bei heutigen Waorani noch existiere, habe seit den 60er-Jahren ein langer Prozess des Verhaltenswandels stattgefunden. “Massive Gewalt ist heute viel weniger verbreitet, was unter anderem auf die politische Anerkennung des Volkes zurückgeht. Eine Verfassungsänderung Ecuadors in den 90ern hat indigene Gemeinschaften stärker integriert, eine Zentralvertretung indigener Gruppierungen im Parlament geschaffen und den Waorani ein Territorium zugesprochen”, berichtet die Wiener Anthropologin. (pte/red)

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