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Kategorie Archive: Finanz&Börse

100-Dollar-Laptop OLPC: Krise zwingt Entwickler zu Sparprogram

sugar_olpcDas IT-Entwicklungshilfeprojekt One Laptop per Child (OLPC) http://www.laptop.org sieht sich mit den Auswirkungen der Finanzkrise konfrontiert und muss daher sparen. Wie OLPC-Gründer Nicolas Negroponte bekannt gegeben hat, wird mit reduziertem Team weiterhin an der zweiten Generation des 100-Dollar-Laptops gearbeitet. Endgültig an die Community abgegeben wird allerdings die Entwicklung der quelloffenen Nutzeroberfläche “Sugar”. Die Zukunft der Lernoberfläche für Kinder scheint dennoch gesichert. “Sugar läuft auf diversen Linux-Netbooks”, betont Aaron Kaplan, Obmann von OLPC Austria http://olpc.at, im Gespräch mit pressetext. Er glaubt an den weiteren Erfolg der Oberfläche, die bereits seit letztem Jahr unter der Schirmherrschaft von Sugar Labs http://sugarlabs.org steht.

Das OLPC-Team wurde laut Negroponte auf 32 Personen halbiert, die ebenfalls Gehaltseinbußen hinnehmen müssen. “Wir bedauern diese Entwicklung, doch wir halten an unserer Mission fest, Laptops zu Kindern in Entwicklungsländern zu bringen”, sagt Negroponte. Dabei wird ihm zufolge die Entwicklung der im Mai 2008 angekündigten zweiten Geräte-Generation mit Touchscreen-Bedienung (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080521022) ein wichtiger Fokus sein, ebenso wie Programme zur Sicherstellung einer kostenlosen Internet-Anbindung. Und mit “0-Dollar-Laptops” stellt Negroponte trotz anstehender Reorganisation sogar kostenlose Geräte für Kinder in den ärmsten Entwicklungsländern in Aussicht.

Zu Ende ist hingegen die OLPC-Beteiligung an der Entwicklung von Sugar, jener kinderfreundlichen grafischen Oberfläche, die von Verfechtern bisweilen als essenziell für den Bildungsauftrag von OLPC dargestellt wurde. Der OLPC-Ausstieg sollte für Sugar aber keineswegs das Ende bedeuten. Denn schon im Mai 2008 wurden vom ehemaligen OLPC-Mitarbeiter Walter Bender die Sugar Labs zur Weiterentwicklung der Oberfläche gegründet. “Dabei gab es genau die Überlegung, dass Sugar als Lernbetriebssystem-Oberfläche auch unabhängig von OLPC bestehen kann”, betont Kaplan, der als Mitglied der Sugar-Community am Start der Sugar Labs beteiligt war. Er sieht weiterhin große Chancen für Sugar als Lernwerkzeug. Zum einen sind relativ günstige PCs inzwischen recht weit verbreitet. “Es gibt schließlich einen großen Netbook-Boom”, erklärt Kaplan. Zum anderen wurde Sugar schon für verschiedene Linux-Distributionen umgesetzt. Erfolgreiche Tests mit Sugar hat es Kaplan zufolge bereits bei Intels Classmate PC und dem Asus EeePC gegeben. (pte/red)

Anstieg von Gewalttaten in heimischen Büros durch Finanzkrise

gewaltIm Zuge von Massenentlassungen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise nimmt die Zahl von Gewalttaten am Arbeitsplatz bis hin zu Amokläufen zu. Da immer mehr Jobs wackeln und die Stresssituation der Betroffenen ansteigt, erhöht sich das Potenzial zu möglichen Gewalttaten. Dass sich extreme Amokläufe wie in den USA zukünftig auch hierzulande ereignen könnten, halten Arbeitspsychologen angesichts statistischer Daten zum Thema Gewalt am Arbeitsplatz und Mobbing als nicht unwahrscheinlich. Obwohl extreme Gewalttaten wie Amokläufe noch Ausnahmefälle sind, verweisen Arbeitspsychologen seit der Intensivierung der Finanzkrise samt Folgen für die Realwirtschaft auf zeitnah liegende Fallsteigerungen.

“Wir sind ab 2001 am Markt tätig und stehen unseren Kunden beratend zur Seite. Allein im Dezember dieses Jahres haben die Fälle so stark zugenommen, wie in den vergangenen sieben Jahren nicht”, unterstreicht Jens Hoffmann vom Institut Psychologie & Sicherheit http://www.institut-psychologie-sicherheit.de im Gespräch mit pressetext. Laut dem Unternehmensberater sind die Bedrohungen im Zuge immenser wirtschaftlicher Unsicherheiten sprunghaft angestiegen. Die häufigsten Fälle in den Unternehmen beziehen sich entweder auf physische Gewalt oder deren Androhung durch Kunden oder Kollegen. Obwohl die gestiegene Gewaltbereitschaft nicht vorschnell und undifferenziert als bloßes Phänomen der Finanzkrise interpretiert werden darf, wird das Problem immer virulenter.

“Amokläufe wie in den USA, wo entlassene Mitarbeiter ihre Kollegen oder die gesamte Chef-Etage erschießen, halte ich auch in der Bundesrepublik oder in anderen EU-Staaten jederzeit für denkbar”, verdeutlicht Hoffmann im pressetext-Interview. Dem Fachmann nach gehen die gewaltbereiten Mitarbeiter oft auf Kollegen höherer Hierarchieebenen los. “Da die Gesetze für den Besitz von Schusswaffen hierzulande restriktiver als in den USA sind, habe ich es in meiner Beratung bereits mit Messern oder Samuraischwertern zu tun gehabt”, sagt Hoffmann. Doch nicht nur die Angst vor Arbeitsplatzverlust treibt Mitarbeiter zu Verzweiflungstaten. Auch die Ressourcenknappheit im Arbeitsumfeld sowie persönliche Krisen wiegen schwer.

Laut Hoffmann fehlt es in vielen Unternehmen an einem Bedrohungs-Management-Team, an das sich Mitarbeiter bei Problemen wenden können. Dass private Krisen, Stress sowie die Angst vor dem Verlust der Stelle Gewalt am Arbeitsplatz bewirken können, zeigt die Statistik. Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge stiegen die Fälle in Deutschland zwischen 2006 (6.556 Fälle) und 2007 (7.246 Fälle) im gewerblichen Bereich um etwa zehn Prozent. Experten verweisen hierbei auf eine große Dunkelziffer. Die zunehmende Zahl an befristeten Stellen oder Leiharbeitsverträge erhöhe das Aggressionspotenzial, so Experten.

Angestellte sollten etwaige Auffälligkeiten sofort melden. “Zum Glück gibt es Warnsignale, die es zu beachten gilt, um eine Eskalation zu vermeiden”, rät Hoffmann. Laut einer Studie der Technischen Universität Darmstadt http://www.tu-darmstadt.de gibt es Kennzeichen, die mögliche Täter im Vorfeld schwerer Gewalt am Arbeitsplatz häufig aufweisen. Dazu zählen unter anderem die Entscheidungsbefugnis des Opfers über den Täter, paranoide oder querulantorische Persönlichkeitszüge, psychische Labilität oder Gewaltandrohungen bzw. Tatankündigungen. Aber auch Vorbereitungshandlungen wie beispielsweise Abschiedbriefe oder das finale Beschaffen einer Waffe zur Tatausübung sind Warnhinweise. (pte/red)

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