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Kategorie Archive: Jugend

Minenfeld Jugendwohlfahrt – So vernichtend fällt ausländische Evaluierung der Jugendwohlfahrt Österreich aus

Sie kommen aus schwierigen Verhältnissen, so lautet zumeist der Tenor um Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen dürfen. Die Alternativen der österreichischen Jugendwohlfahrt zeigen immer noch die bevorzugte Tendenz zum Fremdplatzierungsmodell. Während Experten der ambulanten Familienhilfe durchaus Chancen einräumen, reißen Jugendämter vorschnell Kinder aus ihrer gewohnten Bezugsumgebung.

Jugendgefängnis steigert Kriminalität – Gruppenprozesse machen Verbrechen zur ansteckenden Krankheit

jugendgefängnisGefängnisstrafen erhöhen die Kriminalität von Jugendlichen, anstatt sie einzudämmen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universitäten Montreal http://umontreal.ca/english, die in der Zeitschrift Journal of Child Psychology and Psychiatry veröffentlicht wurde. 20 Jahre lang – vom Kindergarten- bis ins Erwachsenenalter – interviewten die Forscher dazu in regelmäßigen Abständen 800 Burschen. Diese entstammten aus 53 Schulen ärmerer Wohnvierteln Montreals und hatten Risikofaktoren für Kriminalität bereits in die Wiege gelegt bekommen – etwa soziale Benachteiligung, schlechte Versorgung und zweifelhafte Freundschaften. Aus den Lebensläufen der Untersuchten hofften die Forscher, Rückschlüsse für Auslöser einer kriminellen Karriere zu erhalten.

Als die Untersuchten um die 25 Jahre alt waren, besaß jeder sechste bereits einen Eintrag im Strafregister, für Verbrechen wie Mord (18 Prozent), Brandstiftung (31 Prozent), Prostitution (25 Prozent), Drogenbesitz (16 Prozent) oder Autofahren unter Beeinträchtigung (neun Prozent). Die beforschten Faktoren bestätigten sich einerseits als typische Wegbereiter der Kriminalität. Als “Überraschung” bezeichnet Studienautor Richard E. Tremblay jedoch das Ergebnis, dass Interventionen des Jugendgerichtes die kriminelle Ader der Untersuchten weiter verschlechterten statt Verbesserungen zu erwirken. “Je mehr Interventionen seitens des Gerichts kamen, desto schlimmer war deren Wirkung, obwohl das Jugendgerichtssystem in Quebec einen sehr guten Ruf genießt. Gruppendynamiken machen Kriminalität ansteckend”, so die Erklärung des kanadischen Psychologen, Pädiatrist und Psychiater.

“Diese Erkenntnis überrascht zwar, neu ist sie leider nicht”, betont der Bielefelder Sozial- und Jugendforscher Klaus Hurrelmann http://uni-bielefeld.de im pressetext-Interview. Es bestehe eine starke Diskrepanz zwischen Ansprüchen der Öffentlichkeit und der betreffenden Person. “Unser Gerechtigkeitsempfinden sagt, dass jugendliche Kriminelle scharf bestraft werden müssen, was bis zum Alter von 21 Jahren Aufgabe der Jugendgerichte ist. Das Gefängnis entfernt die Betroffenen für bestimmte Zeit aus der Öffentlichkeit, hat für sie jedoch besonders verhängnisvolle Nebenwirkungen und Langzeitfolgen.”

Grund dafür seien die besagten Gruppendynamiken in Haftanstalten. “Verurteilte Jugendliche kommen in einen Kreis von Gleichaltrigen, die ebenso das Schicksal der Ausgeschlossenheit der Gesellschaft teilen. Sie sind jedoch deshalb keine Menschen zweiter Klasse und haben auch Stolz und Perspektiven.” Die Prestigeordnung im Gefängnis orientiere sich nach der Schwere des Verbrechens, wodurch von der Gesellschaft unbeabsichtigte Lerneffekte eintreten. “Die Jugendlichen erhalten somit Tipps für künftig noch klügere Verbrechen, alternative gesellschaftliche Ordnungen gibt es nicht. Hat sich das über einen längeren Zeitraum eingeprägt, sind Jugendliche völlig überfordert, wenn sie wieder in Freiheit kommen”, erklärt Hurrelmann.

Jugendrichter sind mit diesen Mechanismen vertraut und suchen oft mühsam nach Alternativen der Bestrafung. Grundsätzlich gibt es laut Hurrelmann zwei Wege dafür. “Einerseits gibt es Anstalten, die sehr systematisch und mit ausreichend gut geschultem Personal darauf achten, dass negative Lernprozesse nicht eintreten und eine Umpolung erfolgt – durch Maßnahmen der Resozialisierung wie etwa Lehrstellen.” Wenn dies verträglich sei, könne man auch durch einen Opferausgleich die Haftstrafe mit ihren unerwünschten Nebeneffekten vermeiden. “Dabei arbeiten Jugendliche unter Aufsicht an einer Arbeitsstelle so lange, bis der Ausgleich erreicht ist. Es gibt hier jedoch nur wenig Alternativen, da uns die Phantasie für solche Maßnahmen sehr schnell ausgeht”, so der Jugendforscher.

Neben der Vermeidung von Gefängnisstrafen schlagen die kanadischen Autoren Präventionsprogramme im Kindesalter vor. Hurrelmann unterstreicht die Richtigkeit dieses Vorgehens. “Je früher man einer sich abzeichnenden kriminellen Laufbahn Einhalt bietet, desto besser. Die Prävention ist jedoch Aufgabe der Schule, nicht der Jugendgerichtsbarkeit.” Während im Grundschulalter erst Nuancen des Fehlverhaltens sichtbar werden, sei dies im Alter von elf bis zwölf Jahren durch die Distanzierung von Unterricht, Schulregeln und Mehrheitskultur deutlicher spürbar. “Drei Viertel aller jugendlichen Straftäter scheitern in der Schule, was zum Ausgangspunkt für kriminelles Verhalten werden kann. Ideal wäre es, dass einerseits Lehrer die Leistung dieser Kinder gezielt fördern, andererseits Sozialkompetenz durch Sozialarbeiter oder Psychologen trainiert wird.” Integrative Förderung in der schulischen Arbeit führe erst zur Identifikation mit der Schulkultur, so die Empfehlung des Jugend- und Sozialforschers. (pte/red)

Ein Drittel der Schüler schummelt per Handy

klasseDer Siegeszug moderner Kommunikationstechnologien bei Jugendlichen stellt die Verantwortlichen im Bildungssektor vor eine Reihe neuer Herausforderungen. Vor allem das Handy, das mittlerweile zu einem ständigen Begleiter der jüngeren Generation geworden ist, entpuppt sich dabei als zunehmendes Problem. Neben der störenden Nutzung im Unterricht wird es von den Schülern nämlich auch immer öfter dazu eingesetzt, um bei Prüfungen zu schummeln. Wie die US-Non-Profit-Organisation Common Sense Media http://www.commonsensemedia.org aktuell feststellt, missbrauchen in den Vereinigten Staaten inzwischen bereits rund 35 Prozent der Middle- und High-School-Schüler ihr Mobiltelefon für derartige Zwecke. Als besonders alarmierend wird dabei der Umstand gesehen, dass beinahe ein Viertel der Schulkinder mit diesem Vorgehen keinerlei Probleme zu haben scheint und es nicht bewusst als Betrug empfindet.

“Das Problem des Schummelns ist keinesfalls neu. Durch moderne Kommunikationstechnologien haben sich aber den Schülern in dieser Hinsicht viele neue Möglichkeiten eröffnet”, erklärt Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) http://www.lehrerverband.de, gegenüber pressetext. Die Lehrerschaft sei sich dieser Möglichkeiten aber durchaus bewusst und habe bereits entsprechende Maßnahmen ergriffen, um Mogelversuche zu verhindern. “Handys sind bei Prüfungen generell nicht erlaubt und müssen bereits zu Beginn der betreffenden Unterrichtsstunde auf dem Lehrerpult abgegeben werden. Wer dennoch versucht zu schummeln, riskiert, die schlechteste mögliche Note zu bekommen”, schildert Kraus. In Anbetracht dieser strengen Regelung sei es nicht verwunderlich, dass solche Vergehen in Deutschland bislang eher selten vorkommen würden. “Angesichts des hohen Risikos ist die Bereitschaft zu schummeln bei den Schülern in der Regel eher gering. Was die verschiedenen Mogelarten betrifft, sind zudem die alten Methoden immer noch die beliebtesten”, erläutert Kraus.

Laut der von Common Sense Media vorgelegten Untersuchung halten 41 Prozent der US-Schüler der siebenten bis zwölften Schulstufe das Speichern von bestimmten Notizen auf einem Handy, die im Fall einer Prüfung schnell eingesehen werden können, für ein “ernsthaftes Schummel-Vergehen”. Rund 23 Prozent sehen in einem entsprechenden Vorgehen aber keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. Gleichzeitig gaben 45 Prozent der Befragten an, dass sie das Verschicken von Textnachrichten mit Prüfungsantworten eindeutig als Betrug empfinden würden. An die 20 Prozent haben in dieser Hinsicht keinerlei Bedenken. “Das mangelnde Unrechtsbewusstsein ist sicher ein Problem. Hier ist es aber auch Sache der Eltern, ihre Sprösslinge beim Erwerb eines Handys darüber aufzuklären, wofür sie es verwenden dürfen und wofür nicht”, meint Kraus.

“Diese Ergebnisse sollten ein Weckruf für Lehrer und Eltern sein”, ermahnt James Steyer, CEO und Gründer von Common Sense Media. Mobiltelefone und Internet hätten die Bedingungen im Bildungssektor grundlegend über den Haufen geworfen und gewissermaßen als “unbeabsichtigte Konsequenz” auch das Schummeln wesentlich vereinfacht. “Die Forderung ist klar: Eltern und Lehrer müssen sich stärker damit auseinandersetzen, wie Kinder heute Technologien für Schummelzwecke nutzen und ihnen klipp und klar zu verstehen geben, dass sie mit ernsthaften Konsequenzen rechnen müssen, wenn sie beim Mogeln erwischt werden”, so Steyer. (pte/red)

AUFGEDECKT: Doch nicht vergewaltigt – 16 Jahre altes Mädchen verstrickt sich in Widersprüche

missbrauchDie in Oberösterreich angeblich vergewaltige Schülerin, sie befindet sich zwischenzeitlich wieder in Regensburg, dürfte ihre Geschichte wohl nur ausgedacht haben. Demnach gehen die Ermittler in Oberösterreich nicht von einem Sexualdelikt aus, nachdem die junge Frau in ihren Aussagen Widersprüche aufweist. Am Mittwoch soll die junge Deutsche in Bayern entführt und in Oberösterreich vergewaltigt worden sein. Zuerst gab die Jugendliche an, von einem Mann mit Gmundner Kennzeichen entführt worden zu sein. Später sagte sie, es sei ein Regensburger gewesen. Auf dem Weg zur Arbeit soll sie von einem etwa 25-jährigen mit dem Messer bedroht und in den Kofferaum seines PKW gezwängt worden sein.

Entgegen der österreichischen Behörden glaubt man bei der Kripo Regensburg an ein Sexualdelikt, zumal keinerlei Kriterien dagegen sprechen würden. Nun soll das Umfeld der 16-jährigen, das auch ihre Eltern umschließt, untersucht werden.

Nicht selten nehmen junge Mädchen ein Sexualdelikt zum Anlass, um von eigenen Problemen abzulenken. Unzählige Internetseiten, zu ihnen zählt auch eine Plattform des nicht unumstrittenen Rainer König-Hollerwöger, deren Betreiberin bis heute behauptet ein Ex-Kind-Opfer zu sein. Obwohl die Sozialhilfeempfängerin nie sexuell missbraucht wurde, nutzen derartige Medienberichte, um für sich zu werben. Dabei schrecken Plattformbetreiber vor geschmackloser Kollektenaquise in einschlägigen Foren nicht zurück, indem tatsächlich missbrauchte Ex-Kind-Opfer auffordern werden, an die Plattform zu spenden, insbesondere dann, wenn Opfer über sie verfasste Berichte nicht auf besagter Website wissen wollen.

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