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AUFGEDECKT: Die Kinderverarbeitungs-Industrie Teil 2 – Die Knospen des politisch legalen Kinderhandel

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kinderverarbeitungIm Burgenland wurden kürzlich 56 Welpen aufgegriffen, im Ausland gezüchtet, angeblich für Konsumenten in Spanien bestimmt. Ein Sturm der Entrüstung fegt durch die Medien, eine Verschärfung des Tierschutzgesetzes wird gefordert. Österreich ist gnädig. Die großteils schwer kranken Tiere werden mit Steuermitteln hochgepäppelt und dann an liebevolle Abnehmer im eigenen Land abgegeben.

In Österreich halten sich viele tausende illegale Ausländer auf. Meist werden sie von nun steuerbefreiten Schlepperorganisationen jahrelang versteckt, von gewissenlosen Politikern gutmütig übersehen, dann als integriert präsentiert. Österreich ist gnädig. Für die armen Illegalen hebt sich der Rechtsstaat selbst auf, sie erhalten ein Bleiberecht außerhalb der Gesetze, die Steuerzahler kommen tränengerührt für sie auf.

Als unkontrollierter Staat im Staate etablierte sich in Österreich die sogenannte Jugendwohlfahrt, mit eigenen Gesetzen und eigener Finanzgebarung. Man sollte nicht alle Mitarbeiter in einen Topf werfen. Doch das Schema ist über das ganze Land verbreitet: Jemand sucht ein Kind zur Unterbringung, um daran zu verdienen, und schon hilft die Jugendwohlfahrt aus. Nimmt Eltern Kinder ab, um sie diesen Suchenden zwecks Einkommens zur Verfügung zu stellen. Besonders lukrativ wird es dann, wenn Ausländer Kinder suchen. Diese verdienen daran meist noch besser als einheimische Stellen. Österreich ist gnadenlos. Den Eltern abgenommene Kinder, abgenommen oft nur unter einem Vorwand, haben kaum Chancen, wieder heimzukehren. Noch weniger, wenn sie in andere Staaten verkauft worden sind.

Klarer Fall. Rechte gibt man gerne und freizügig – Tieren und illegalen Ausländern. Aber doch nicht österreichischen Kindern, diesen unnützen Bälgen.

Im Nachtrag zum ersten Teil unseres Berichts erreichte uns nun ein Brief des oberösterreichischen Landesrates Josef Ackerl. Erstaunlich und begrüßenswert, daß Landesrat Ackerl sich als einziger zuständiger Politiker die Mühe nahm, eine Anfrage zu beantworten.

Der Inhalt ist fraglos heftig. Per Ende 2007 waren 630 oberösterreichische Kinder fremd untergebracht. 630 Kinder ohne die eigene Familie, bei manchen davon sicherlich berechtigt. Der Hammer folgt auf dem Fuße. Zwei Kinder sind in Deutschland untergebracht, sagt Ackerl, eines außerhalb der EU. Dankenswerterweise das erste Eingeständnis einer offiziellen Stelle, daß österreichische Kinder illegal im Ausland untergebracht sind, sogar außerhalb der EU. Denn Rechtsgrundlage für solche Unterbringungen gibt es keine, dazu äußert sich Ackerl wohlweislich auch nicht. Ist das zugegebene Kind vielleicht Teil jener Kindergruppe, die von Kärntens Gaschler-Andreasch als Löwenfutter nach Namibia deportiert wurde? Oder ist es in jener Gruppe deutscher Kinder, die man nach Sibirien verfrachtete?

Vertrauliche Angaben aus seinem Ressort, tatsächlich seien 50 – 100 oberösterreichische Kinder im Ausland untergebracht, werden erwartungsgemäß bestritten. Landesrat Ackerl ist dennoch informativ. Er meint, es sei beschlossen worden, bereits bestehende Betreuungsmaßnahmen außerhalb des EU-Raumes bis zum geplanten Betreuungsende fortzusetzen. Das bedeutet im Klartext, oberösterreichische Behörden weigern sich nach beiden Seiten, Gesetze zu befolgen. Indem sie einerseits rechtskräftige Abschiebebescheide gegen illegale Ausländer nicht vollziehen, andererseits illegal außerhalb Europas verkaufte Kinder nicht ohne Verzug zurückholen.

Wenn man dazu die Funktion Josef Ackerls als Bundesvorsitzender der „Kinderfreunde“ betrachtet, erstarrt sogar ein Kopfschütteln im Keime.

Tirol – Spitzenreiter der Kinderverarbeitung

Wie schon im ersten Teil des Berichts angekündigt, ist Tirol einsamer Spitzenreiter im behördlichen Kinderhandel. Selbstverständlich spricht man nicht darüber. Landeshauptmann van Staa reagierte empört, daß man seine Behörden zu kritisieren wagte, sein Nachfolger Günther Platter schweigt. Die zuständigen Landesräte desgleichen. Hofrat Manfred Weber und seine Nachfolgerin, die berüchtigte Silvia Rass-Schell, verweigern wütend Stellungnahmen, ist doch der einträgliche Handel ihrer Jugendwohlfahrtsstellen keiner Aufsicht und schon gar keiner Aufmüpfigkeit zugänglich.

Die Staatsanwaltschaft meint kleinlaut, dieser Kinderhandel über die Grenzen hinaus sei zu heiß, man wolle sich damit nicht befassen. Vielleicht könnte auch die eigene Karriere darunter leiden? Hatten wir das nicht schon? – Wann ist eine Straftat eine Straftat? Das Wort Offizialdelikt scheint sehr flexibel; immer dann, wenn Kinder als Opfer involviert sind, sieht man gern weg. Deshalb hat man im Falle des toten Luca auch so viel Mühe, eine Anklage zu finden. Eine kleine Sozialarbeiterin aus Schwaz ist das meiste, wofür man unter günstigsten Umständen Genehmigung erhielte. Nur ja nicht an die Verantwortlichen für solche Kindermorde, solchen Kinderhandel anstreifen, haben sie doch Macht und Einfluß

Zahlen über den Kinderhandel sind schwer zu bekommen. Doch die Bestätigung der Martina Staffe aus dem Ministerium – absolut zufällig auch bei den Kinderfreunden engagiert – ALLE fremduntergebrachten Tiroler Kinder würden im Ausland untergebracht, spricht Bände. Nach streng vertraulichen Angaben (aus Angst vor Repressalien wagt niemand, offen darüber zu sprechen) liegt die Zahl der fremd untergebrachten Kinder etwa im gleichen Bereich wie bei Oberösterreich. Wenn man Martina Staffe als glaubhaft heranzieht – sie bestätigte es persönlich dem Verfasser – sind also mehr als 600 Tiroler Kinder im Ausland gelagert.

Nimmt man die durchschnittlichen Kosten eines solchen Aufbewahrungsplatzes, rund 4.000,- Euro monatlich, dann kommt man schnell auf einen monatlichen Umsatz von rund 2,5 Millionen Euro. Ja, für diesen Umsatz lohnt es sich, zu schweigen, zu vertuschen, sich einzubunkern, zu lügen und zu drohen. Interessant wird die Frage, woher das Geld kommt. Unterbringungskosten trägt an sich das Land. Der Tiroler Gemeindeverband wurde hellhörig, muß er doch ein Drittel davon aufbringen. Doch die Landesregierung beruhigt. Das Land würde kein Geld für Auslandsunterbringungen beitragen, seien diese doch gesetzlich nicht zulässig. Die Person aus der Landesregierung kennen wir. Warum sollte ein Landesrat etwas falsches sagen? Ein Budgetposten scheint daher auch nicht auf. Wer zahlt also wirklich dafür? Und für welche Gegenleistung? Die Tiroler Camorra schweigt. Und dealt weiter, mit Kindern.

Fälle sind nur wenige bekannt, viele Eltern wissen nicht einmal, daß sich ihre Kinder nicht mehr in Österreich befinden. Die Eltern des kleinen Marcus *) fanden heraus, wo in Deutschland das Kind festgehalten wurde. Flugs wurde der Bub nach Italien weiterverkauft. Nina *) ist seit über fünf Jahren im Allgäu. Der Kinderhändler, der sie kaufte und umsorgt, stellte sie mehrmals für sexuellen Mißbrauch zur Verfügung; die Kleine mußte als Kellnerin arbeiten, obwohl sie noch zu jung dafür war. Auf Schulbesuch wird wenig wert gelegt, wozu auch. Ein weiteres Kind wurde zuletzt in Frankreich gesichtet, seither ist es verschollen. Manche dieser Kinder landen im Sumpf von Drogen und Prostitution (Beispiele sind bekannt), alle von ihnen sind schwer geschädigt für ihr ganzes Leben; wen kümmerts.

Die ausländischen Kinderhändler haben meist mehrere Kinder aus Österreich bei sich untergebracht, das ist einträglicher. Manche österreichischen Behörden geben so ganz leise, unter der Hand zu, daß natürlich umgekehrt auch Provisionen gezahlt würden. Man könne den Aufwand doch nicht umsonst machen.

Wichtigste Voraussetzung jeder mafiosen Organisation ist Omertà, das Gesetz des Schweigens. Österreichische Vertretungsbehörden im Ausland werden über diese deportierten Kinder nicht informiert. Sonst könnten, müßten sie eingreifen und das Geschäft stören. Ausländische Behörden erfahren meist ebenfalls nichts davon. Sonst würde rasch auffliegen, daß viele dieser Kinderhändler keine Genehmigung und Befähigung haben, Kinder unterzubringen. Was natürlich der Hauptgrund der Auslandsunterbringungen ist: man umgeht auf diese Art elegant die strengen österreichischen Gesetze und die behördliche Aufsichtspflicht.

Unverzichtbarer Bestandteil dieses Kinderhandels ist die Tiroler Kinder- und Jugendanwaltschaft. Würde Kinderanwältin Elisabeth Harasser nicht mitspielen, hätten es Silvia Rass-Schell und Komplizen nicht so einfach. Doch Elisabeth Harasser mauert und blockt alle Versuche ab, sie zu einem Eintreten für die Kinder zu bewegen. In ihrem Gästebuch findet sich Interessantes:
„Hi, i muass jetzt scho seit 4 Jahr in am Bayrischen Kinderheim wohnen. Will aber zrugg zu meine Eltern. De lassn mi net telefoniern. Mail kann i a koans schickn. Was kann i da tuan. Bin grad abkaut und in am Internet Cafe.“
schreibt offenbar eines der Opfer. Ging sofort eine Meldung an die betreffende Bezirkshauptmannschaft, das Kind besser zu verwahren? Zu einem weiteren Hilferuf war das Kind anscheinend nicht mehr in der Lage. Harasser behauptet, solcherart entführte Kinder würden sie von selbst anrufen. Der Kinderanwältin Märchenstunde. Glücklicherweise agieren Kinderanwälte anderswo professioneller.

Man könnte diese Kinderverarbeitungs-Industrie natürlich auch aus einem anderen Blickwinkel sehen. Da im Westen hört mans im Brustton der Überzeugung, es sei doch egal, ob Kinder hüben oder drüben untergebracht sind, Deutschland und Österreich sei doch das gleiche Land, mit gleicher Sprache, gleichen Gesetzen, usw. Nicht von ungefähr ließ sich auch der OGH zu solcher Sichtweise einer andersartigen Ideologie herab.

Halt! War da nicht eine Zeit, in der man es tatsächlich so sah? In der tatsächlich so Lächerlichkeiten wie Staatsgrenzen hinweggefegt waren? In der man Österreicher – ja, auch Tiroler; ja, auch Südtiroler – nach Deutschland aussiedelte, um sie einzudeutschen? Um sie dem höherwertigen Volke anzunähern? Da paßt es fatal, wenn die Kinderhändlerin Elfriede Huber aus Reutte verkündet, die von ihr nach Deutschland verkauften Kinder würden bis zur Volljährigkeit draußen bleiben, um dann eingebürgert zu werden. Sprich: um aus ihnen echte Deutsche zu machen.

So eigenartigerweise findet sich dann im Internet die Bestätigung. Der kleine Hubert *) aus Tirol wird jetzt als deutscher Staatsbürger geführt. Sogar lange vor seiner Volljährigkeit. Man hört, nach Deutschland deportierte Kinder hätten Ausweise, nach denen sie Deutsche seien. Ausgestellt von wem? Wir werden diese Auslands-Verbindung gespannt weiter verfolgen, sie animiert uns zu einem 3. Teil unseres Berichts über die Kinderverarbeitungs-Industrie.

Die Aussiedelung von Tiroler Kindern nach Deutschland, um dort aus ihnen stramme Deutsche zu machen, scheint damit nicht nur einen kriminellen Hintergrund zu haben, sondern offenbar auch einen ideologischen. Wobei die Grenze dazwischen nicht weniger verschwimmt, als die Staatsgrenze. Silvia Rass-Schell zeigte künstliche Empörung, als sie auf die Ähnlichkeit dieser Deportationen von Kindern mit dem Vorgehen der Nazis angesprochen wurde. Ihre Eltern seien doch im Widerstand gewesen, meinte sie. Dem muß man nüchtern entgegenhalten – umso bedauerlicher, wenn die Tochter dann nazi-ähnliche „Umvolkungs“-Methoden unterstützt.

Frau Rass-Schells Abteilung sollte für die Dienstaufsicht in der Jugendwohlfahrt sorgen. Die Auslegung dieses gesetzlichen Auftrages wird von Silvia Rass-Schell sehr freizügig gehandhabt. Mitarbeiter der Jugendwohlfahrt besuchen Kinderhändler im Ausland, besprechen dort Einzelheiten der illegalen Unterbringung, vereinbaren Einzelheiten, wie man die betroffenen Kinder am besten an Kontakten mit den Eltern hindert, stimmen der Weitergabe eines Kindes für sexuellen Mißbrauch zu (im Falle Ninas *), regeln verschwiegene gynäkologische Behandlung, belügen ausländische Stellen durch falsche Amtsbestätigungen. Tiroler Landesbedienstete dienstlich im Ausland? Erklären mag das niemand.

Rass-Schells Adlata Gertrude Steixner und ihr Kollege Friedemann Tilg sind wichtige Rädchen im Vertuschungsgetriebe. Steixner bestreitet selbst dann noch alles, wenn die Fakten krimineller Handlungen eines Bezirksjugendamtes schwarz auf weiß auf dem Tisch liegen. Tilg wird unter Druck gesetzt, bei der Stange zu bleiben, und besucht selbst einen Kinderhändler in Deutschland. Sein ehemals positives Verhalten ist bei der Tiroler Camorra nicht gefragt. Bezirkshauptmann Dietmar Schennach bestätigt, mit ausländischen Kinderhändlern einträgliche Privatverträge abgeschlossen zu haben, zu deren Erfüllung offenbar unter der Hand Landesmittel abgezweigt werden. In Erkennung seiner eigenen Bloßstellung wirft er panikartig mit Verleumdungen gegen Aufdecker um sich.

Silvia Rass-Schell erntet die Früchte ihrer industriellen Tätigkeit. Sie wird mit dem Hofratstitel belehnt, obwohl sie hinter Gittern besser aufgehoben wäre. Die Staatsanwaltschaft vergräbt sich schweigend im Büro; nichts sehen, nichts hören, nichts sagen ist angebracht.

Wie sieht es rechtlich aus?

Die Fremdunterbringung von Kindern ist ein heißes Kapitel. Wenn sie von der Jugendwohlfahrt vorgenommen oder beantragt wird, wagt es kaum ein Richter, dagegen zu entscheiden. Auf amtswegige Prüfung der Gründe wird meist verzichtet, Gesetze sind dehnbar. Zu groß ist die Macht dieser unheiligen Behörde. Man behilft sich dann meist mit einem Gutachten, das oft erst nach langer Abwesenheit eines Kindes von der eigenen Familie erstellt wird und bestenfalls den status quo erheben kann, nicht mehr aber die Hintergründe des Eingreifens und nie den am Kind angerichteten Schaden.

Jugendwohlfahrt ist Landessache; mit wenigen Ausnahmen decken die zuständigen Landesabteilungen den lukrativen Kinderhandel, in dem Wissen, selbst keiner Kontrolle zugänglich zu sein. Martina Staffe und ihre Abteilung im Ministerium gibt sich unbeleckt unzuständig. Die Volksanwaltschaft scheut vor diesem Gebiet ebenfalls zurück. Hier kommt das Kuriosum ins Spiel, daß Tirol eine eigene Volksanwaltschaft besitzt, die aber verständlicherweise Angst hat, gegen die eigenen Landesbehörden vorzugehen. Diese unverständliche Sonderregelung kommt den beamteten Kinderhändlern natürlich voll zugute.

Unterbringungen im Ausland sind im Gesetz nicht vorgesehen, weil ausländische Stellen die strengen Voraussetzungen österrreichischer Einrichtungen nicht erbringen und nicht beaufsichtigt werden könnten. Fragt sich daher, wie man auf die Idee kommt, mehr als tausend österreichische Kinder in andere Länder abzuschieben?

Eine Antwort könnte die EU-Verordnung 2201/2003 geben, in Österreich mit März 2005 in Kraft getreten. Deren Artikel 56 ist allerdings wenig mißverständlich.

Artikel 56 – Unterbringung des Kindes in einem anderen Mitgliedstaat

(1) Erwägt das nach den Artikeln 8 bis 15 zuständige Gericht die Unterbringung des Kindes in einem Heim oder in einer Pflegefamilie und soll das Kind in einem anderen Mitgliedstaat untergebracht werden, so zieht das Gericht vorher die Zentrale Behörde oder eine andere zuständige Behörde dieses Mitgliedstaats zurate, sofern in diesem Mitgliedstaat für die innerstaatlichen Fälle der Unterbringung von Kindern die Einschaltung einer Behörde vorgesehen ist.
(2) Die Entscheidung über die Unterbringung nach Absatz 1 kann im ersuchenden Mitgliedstaat nur getroffen werden, wenn die zuständige Behörde des ersuchten Staates dieser Unterbringung zugestimmt hat.
(3) Für die Einzelheiten der Konsultation bzw. der Zustimmung nach den Absätzen 1 und 2 gelten das nationale Recht des ersuchten Staates.
(4) Beschließt das nach den Artikeln 8 bis 15 zuständige Gericht die Unterbringung des Kindes in einer Pflegefamilie und soll das Kind in einem anderen Mitgliedstaat untergebracht werden und ist in diesem Mitgliedstaat für die innerstaatlichen Fälle der Unterbringung von Kindern die Einschaltung einer Behörde nicht vorgesehen, so setzt das Gericht die Zentrale Behörde oder eine zuständige Behörde dieses Mitgliedstaats davon in Kenntnis.

Ein österreichisches Gericht müßte daher erst einmal die Notwendigkeit sehen, ein Kind im Ausland unterzubringen. Eine solche Notwendigkeit ist schon an sich unlogisch, weil es in Österreich genügend zugelassene Stellen gäbe, allein in Tirol Dutzende, und jedes Kind das Recht hätte, in seinem Heimatland aufzuwachsen. Dann müßte das Gericht die Zustimmung der ausländischen Zentralstelle einholen – worunter man jedenfalls ein Ministerium versteht. Im Fall Deutschlands erteilte weder das zuständige Bayerische noch Bundesministerium jemals eine solche Zustimmung. Im Fall Rumäniens, wo österreichische Kinder untergebracht sind, ist gleichfalls dem Ministerium nichts bekannt. Namibia, Sibirien und der Mars liegen ohnehin außerhalb der EU.

Tatsache ist, in keinem einzigen bekannten Fall ordnete ein Gericht eine dauerhafte Auslandsunterbringung eines österreichischen Kindes an und wäre davor eine ministerielle Zustimmung im Ausland eingeholt worden. Einmal abgesehen davon, daß etliche Kinder schon länger als seit März 2005 im Ausland gehalten werden, diese Verordnung sie daher nicht betreffen kann. Außerdem würde es keinem Richter einfallen, der noch halbwegs bei Verstand ist, die dauernde Unterbringung eines österreichischen Kindes im Ausland anzuordnen. Damit bleibt das drückende Unbehagen modernen Sklavenhandels übrig.

Tirol als ausufernder Paradefall der Kinderverarbeitungs-Industrie, mit ihrer straff organisierten, Mafia-ähnlichen Struktur, paßt so gar nicht zum heilen Image dieses Bundeslandes. Wir müssen laut fragen: Sind sich Tiroler Politiker dieser Zustände bewußt? Wissen sie über diesen lukrativen Umvolkungs-Handel Bescheid? Ist ihnen bekannt, woher Gelder dafür stammen und wohin sie fließen? Kennen sie die Tiroler und Bundesgesetze? Antworten werden immer lauter von ihnen gefordert. Die selbstherrlichen Eigenmächtigkeiten von Silvia Rass-Schell und ihrer Camorra können nicht der Weisheit letzter Schluß sein.

An der Front der Jugendwohlfahrt-Gesetzgebung herrscht nicht weniger Schweigen. Der letzte, völlig mißglückte Änderungsentwurf des JWG wird immer noch hinter verschlossenen Türen betuschelt. Noch immer traut sich niemand über die logische Lösung, nämlich die Jugendwohlfahrt ausschließlich für den hoheitlichen Bereich in die Bundeszuständigkeit zu übertragen und die eigentliche Fürsorgetätigkeit in das Netzwerk der zahlreichen privaten Angebote und Organisationen zu integrieren. Auch die beliebte Ausrede der Jugendwohlfahrt, sie sei ja nur privatwirtschaftlich tätig, ist ein bitterer Anachronismus; Behörden haben im Privatleben nichts verloren. Eine Behörde sollte und dürfte nur hoheitlich tätig werden, das genügt auch hier. Unkontrolliert freilaufende, oft genug unzureichend ausgebildete Sozialarbeiterinnen auf Bezirksebene, die sich willkürlich in Familien einmischen, sind untauglich für alle nur denkbaren Hilfestellungen, wie nicht nur das Beispiel Tirol überdeutlich zeigt.

Die Öffentlichkeit muß lückenlose Aufklärung erhalten, welche österreichischen Kinder von wem aus welchen Gründen und mit welcher rechtlichen Grundlage außerhalb des Staatsgebietes untergebracht sind und wann sie heimgeholt werden. Die Auskunft von Landesrat Ackerl ist zuwenig dafür. Behörden, die systematisch Gesetze brechen, sind für den demokratischen Rechtsstaat untragbar. Ebenso müssen die Betroffenen den Mut finden, selbst hervorzutreten und diese Fälle aufzuzeigen. Gerne kann sich jeder bei der Redaktion melden, dessen Kind vielleicht oder tatsächlich in ein anderes Land verschleppt wurde.

*) Name von der Redaktion geändert.

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Siehe auch: Die Kinderverarbeitungs-Industrie – Teil 1

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18 Responses to AUFGEDECKT: Die Kinderverarbeitungs-Industrie Teil 2 – Die Knospen des politisch legalen Kinderhandel

  1. Reporter sagt:

    Interessant war die Behauptung im Fritzl-Prozeß, der § 104 StGB – Sklavenhandel – sei totes Recht und noch nie angewendet worden.
    Was denn ist dieser Kinderhandel? Etwa nicht Sklavenhandel?

  2. Sandra sagt:

    Wie kann es eigentlich sein, dass die Rechtsstaatlichkeit vom Staat selbst einfach umgangen werden kann? Mir fällt auch, dass die Behörden, egal ob Österreich oder Deutschland, die Gesetze für sich biegen wie sie wollen.

    Eine nachdenkliche Sandra …

  3. Pazzy sagt:

    Die Kleine schaut aber bös drein. Ist sie etwa Opfer von behördlich organisierten Kinderklau?

  4. Reporter sagt:

    Umgekehrt. Allein so ein “Gschau” kann schon reichen als Vorwand für eine Zwangsunterbringung.

  5. MAMA sagt:

    Zweifel hab ich keine, dass dies alles stimmt,- hab da selber zuviel Einblick in die Machenschaften der sogenannten Jugendwohlfahrt erhalten (bin selber aber nicht direkt betroffen). Ein paar Namen kommen mir dabei sicher nur zufällig bekannt vor ;-)
    Ich hätte eine vielleicht naive Frage an den Autor: Könnte in solchen Fällen der Europäische Gerichtshof nicht eher eine Hilfe sein als unsere “unabhängigen” Gerichte?

    Fassen wir zusammen:
    Es gibt staatlich organisierte Kreaturen in diesem Land die Kinderseelen töten und Kinderherzen brechen, dabei namentlich breit bekannt sind – also keine Einzeltäter. Diese sind genauso ungeschützt wie die von ihnen entführten Kinder.
    Ebenso ist klar, dass das mit der Entwicklung eines Rechtsstaats bei uns in die Hose gegangen ist.
    Offensichtlich wird dies von mächtigen Politikern gedeckt, die ebenso teilweise namentlich bekannt sind.
    Das folgende gilt selbstverständlich nur für Eltern die “gut” zu ihrem Kind waren.

    Die Frage die sich jemanden der ein Kind durch diese Leute verloren hat möglicherweise stellt: wie könnte ich dafür sorgen dass diese Personen auch in Österreich für diese Delikte bezahlen?
    Für Opfer ist es Vorteilhaft wenn die Täter einer gerechten Strafe zugeführt werden, weil es einen wichtigen Bestandteil darstellt um das Erlebte besser verarbeiten zu können,- und obendrein ein sehr natürliches Bedürfnis.

    Nochmal: Es geht um Kinder und Eltern die des Geldes oder auch Verantwortungslosigkeit wegen innerlich sterben müssen. Manche beenden deswegen auch darüberhinaus ihr irdisches Dasein. Es geht also auch um Tötung.
    Sollte man sich diesem Krieg den diese Personen begonnen haben stellen?
    Um einen Wiederholungstäter zu stoppen genügt es jedenfalls nicht ihn ungeschoren davon kommen zu lassen! Er wird immer weitermachen.

    Hätte man früher aus einer Familie ein Kind gestohlen, hätte man anzunehmender weiße damit rechnen müssen, dass der Herr Papa mit der Keule vorbei schaut um sich sein Kind zurück zu holen,- um bei dieser Gelegenheit dem diebischen Dreckschwein auch gleich den Schädel einzuschlagen. Wie ich finde eine saubere Lösung des Problems,- trägt so eine Vorgehensweise doch nicht unerheblich zu einer Hemmung bei Nachahmern bei. Eine wesentliche Hygienemassnahme also die in unserer Kultur verloren gegangen ist und Verbrechern Tür und Tor öffnet.

    Heute sind Mama, Papa + Kind ein Leben lang traumatisierte Krüppel und die Entführer zählen derweil ihr Blutgeld. Was hat diese Sozialisation nur mit uns gemacht. Da wird ein Angreifer der Körper und Geist bedroht nicht mehr mit aller Macht bekämpft. Nein es wird als unabwendbares Schicksal anerkannt und erst zu Gericht und dann zum Psychiater gegangen.

    Freilich nützts der Sache nicht viel wenn der Einzelne Eine(n) für den seelischen Tod seines Kindes Verantwortlichen hinrichten läßt. Im Fernsehen erfuhr ich: Manche Polen machens für Euro5000,-pro Nase. Das müsste wenn schon ein intelligentes Netzwerk betuchter Mütter und Väter großflächig lösen(wahrscheinlich werden sich die Ämter aber eher bei sozial schwachen trauen?). Und weil der Mensch nur langsam lernt müßte dieser lösungsorientierte Ansatz längerfristig wirksam bleiben um eine Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Damit will ich freilich niemanden zu einer ungesetzlichen Handlung aufrufen. Für die Kinder freuen würds mich aber schon. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass meiner Meinung nach die verbotene Selbstjustiz manchmal viel gerechter ist als ein Rechtsstaat wie unserer. Und oftmals die einzige Möglichkeit um Gerechtigkeit herzustellen. Nur sehen wirs halt nicht mehr, weil er uns seit Kindheitstagen immer als so großer Fortschritt verkauft wurde (was ja in Teilbereichen auch stimmt). Und ich muß zugeben,- vor ein paar Jahren hätte ich auch noch nicht geglaubt welche Verbrechen in unserem schönen Land aktiv von der “unabhängigen” Gerichtsbarkeit gedeckt werden. Und wie sehr man versucht Aufdecker mundtod zu machen. Ich würde dies alles nicht schreiben, wäre ich nicht hautnah an einem ähnlich gelagerten Verbrechen Zeuge.

    Löwenbaby wird von Hyäne angegriffen,- Löwenmami frisst Hyäne. Man sollte erkennen wann ein System gescheitert ist,- und die ineffiziente und korrumpierte,- von Menschenhand konstruierte Regelung, vorübergehend durch diese einfache, effektive und vor allem altbewährte Regelung ersetzen.
    Bei anderen Delikten würde ich kaum Selbstjustiz gutheissen. Wenns um Kinder geht aber ohne zu zögern. Aber auch wiederum kaum für kranke Triebtäter, jedoch unbedingt für organisierte Verbrecher.

  6. Reporter sagt:

    Dieser Kommentar war schon hart am Rande der Legalität angesiedelt.
    Da sich aber österreichweit rund 12.000 Kinder in den Fängen dieser Kinderhandels-Organisation winden, kann man den Unmut der Betroffenen gut verstehen.
    Nicht von ungefähr klammen sich die heimischen Parteien so verzweifelt an das Verhältniswahlrecht, bei dem zu wählende Funktionäre von der Partei bestellt werden und meist keinen Kontakt zum Stimmvieh haben. Trotzdem sollte man hier ansetzen und allen Landes- und Bundespolitikern mit dem Thema Kinderhandels-Mafia die Tür einrennen.
    Die Abschaffung der Bezirksjugendämter ist unumgänglich, um unsere Kinder vor beamteten Kinderschändern zu schützen. Wie gesagt, nicht alle sind so, aber zu viele.

    Ein kleiner Nachsatz…
    Bei allen dieser Kinder handelt es sich um österreichische Staatsbürger.
    Die sogenannte Jugendwohlfahrt greift nie in Belange von Ausländern (Immigranten, Migranten) ein. Selbst wenn ein Kleinkind nächtlicherweise im Regen zum Betteln gezwungen wird. Oder wenn Mädchen offen zur Prostitution angeboten werden, wie z.B. in Graz.

  7. Reporter sagt:

    Interessantes aus Tirol hört man:

    Die Menschen sind sicherlich sensibler geworden, erklärt die Leiterin der Jugendwohlfahrt des Landes, Silvia Rass-Schell. Die Spitzenbeamtin verlangt, dass „die Leute noch mutiger werden müssen”. Rass-Schells Erklärung: „Man kommt den Tätern einfach schwerer auf die Spur, weil sie systematischer und kontrollierter vorgehen als bei anderen Gewalttaten.” Wie viele andere Experten geht sie von einer viel höheren Dunkelziffer aus.

    Sicher, liebe Frau Rass-Schell. Die Menschen werden immer mutiger und sensibler. Es nützt den Jugendwohlfahrtsbehörden nichts, wenn sie systematischer und kontrollierter vorgehen, als Private. Schön langsam kommt man ihnen auf die Spur. Besonders dort, wo sie mit Kindern handeln und sexuellen Mißbrauch unterstützen.

  8. JA Delinquent sagt:

    Super Sache! Mein Lob an dieses Magazin, die sich nicht von Politikern vorschreiben lassen, was sie schreiben dürfen und was nicht. Organisationen wie EUR-EDU hat man so schon in Wien aus der Stadt gejagt. Dafür bevorzugte Frau Laska, die ja nun zurücktreten musste, die einschlägig bekannte Organisation SOS Kinderdorf und samt ihren urbanen Wahnwitzigkeiten. Brauchen wir wirklich den parteipolitisch genehmigten Kinderklau?

  9. BUNDESPOPEL sagt:

    OFF TOPIC

    Papst Benedikt XVI. ist zu seinem lange erwarteten Besuch in Nahost eingetroffen.

    Radio Vatikan berichtet lückenlos über alle Ereignisse und Begegnungen, live und “aus der Dose” (on demand), in Wort und Bild.

    http://www.radiovaticana.org/tedesco/newsted.htm

    http://www.youtube.com/watch?v=3zuA7xaGZTU

  10. C.H.Thompson sagt:

    Es ist eine Schande, was die Machtvollen, Hilflosen Kindern und deren Familien,antun. Leider ist es in der BRD nicht anders. Der Unterschied ist, die Jugendaemter klauen nicht nur deutsche Kinder, sondern auch auslaendische. Soviel ich weiss, lassen sie aber die Tuerken in Ruhe. Wie ich schon einmal schrieb, ich selbst bin ein geklautes Kind. Mich liessen sie in Deutschland, weil ich wohl von Osteuropaeischen Sintis abstamme. Kids, wie ich es war, muessten unbedingt verdeutscht werden.
    Ich erfuhr von meiner Herkunft, vor 2 Jahren. Haette ich nicht Jahrzehntelang, nach meiner Herkunftfamilie gesucht, haette ich es nie erfahren. Wir Kinder sind nicht nur brutal aus unserer Familien gerissen worden, nein uns wird unsere ganze Kindheit/Jugend genommen, die Herkunft verschwiegen, unsere Biography gestolen und auch jegliche Zukunft bewusst verbaut. Die Meisten von diesen geklauten Kindern bringen sich um oder landen auf den Strich/Strasse. Heimatlos, ohne Hilfe ohne Hoffnung. Naemlich sobald diese Opfer 18 werden, braucht man sie nicht mehr. An ihnen kann nicht mehr verdient werden.
    Vieleicht als Babymacher? Und all das, im Namen des “Kindeswohl”. Wie man so schoen hier in Amerika sagen wuerde: “What a crock of shit”! Ich bin nach Amerika ausgewandert, weil ich nicht meine Kinder den deutschen Kindeswohl, aussetzen wollte.
    Kinderhandel Galore, wo ist man sicher von dieser Kinderhandelmafia?

  11. Reporter sagt:

    Bei uns in Österreich geht es anders. Die Jugendwohlfahrt traut sich nirgends über Ausländer. Egal, ob am Grazer Hauptplatz süße kleine Asylantinnen feilgeboten werden, oder ob in Wien rund um die Nacht kleine Türkenkinderchen allein im Park spielen, oder ob in Linz zarter Migrantionshintergrund im Drogenhandel mitmischt, oder ob Babies tagelang als Köder für Bettlerinnen dienen -
    die Jugendwohlfahrt sieht weg.
    Zu riskant wäre es, vielleicht zu einer noch nicht ganz integrierten Familie gehen zu müssen und plötzlich ein Messer in der neugierigen Nase stecken zu haben.

    Was interessiert es die Jugendwohlfahrt, ob Heimkinder später auf dem Strich, in der Gosse oder im Entzug landen? Bis es soweit ist, haben die Erziehungsheime und Pflegeelterchen schon kräftig kassiert.
    Sicher ist man vor dieser Kinderhandelsmafia genau dort, wo es jene waren, die vor diesen Nazis flohen. Am ehesten in Übersee.

    In einem aber versagt die Kinderhandelsmafia: Jene Kinder, die in die Baby-Abfallcontainer geworfen werden, die da ganz human in manchen Spitälern aufgestellt sind, werden nicht verkauft. Da kann man keine Eltern schikanieren, diese Kinder (wenn sie es überleben) werden meist Familien angeboten.

  12. Gregor sagt:

    Aktueller Bericht über Jugendwohlfahrt:

    Im Berichtsjahr 2008 erhielten 25.969 Kinder und Jugendliche Unterstützung der Erziehung. Weiters wurden 12.979 Minderjährige im Rahmen der vollen Erziehung bei Pflegeeltern, in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften, Kinder- und Jugendheimen, Kinderdörfern und sonstigen Einrichtungen betreut.
    Damit ist die Zahl der Betreuten im Vergleich zum Jahr 2007 um 12,7 %, und die Anzahl der Unterstützungen der Erziehung sind ebenfalls um 8 % gestiegen. Bei der vollen Erziehung war eine Erhöhung um 21,1 % zu verzeichnen. 772 Mal wurden Hilfen zur Erziehung über die Volljährigkeit hinaus verlängert.
    Bei der Dauer Fremdunterbringung ist ein deutlicher Unterschied zwischen der Betreuung durch Pflegeeltern und der Unterbringung in sozialpädagogischen Einrichtungen zu beobachten. Während die Pflegeelternunterbringung in 30,3 % der Fälle länger als 5 Jahre dauerte, waren es bei institutioneller Betreuung nur 12,6 %. Hingegen wurden 44,5 % der institutionellen Betreuung nach weniger als 12 Monaten beendet.

    Bei dieser Steigerungsrate werden es Ende 2009 an die 16.000 Kinder sein, die da von der Jugendwohlfahrt um Steuergelder weiterverkauft werden. 16.000 dadurch nachhaltig geschädigte Menschenleben.

  13. GEORG RAMMER sagt:

    Debatte Kinderarmut

    Zurück in die fünfziger Jahre

    Unterschichtseltern? Versager! Dem materiellen Elend begegnet die Kinder- und Jugendhilfe nicht mit Protest und Hilfen sondern immer öfter mit Zwangsmaßnahmen. VON GEORG RAMMER

    Körperliche Züchtigung und Misshandlung, sexuelle Übergriffe und Zwangsarbeit: Der Bundestag hat einen runden Tisch einberufen, um Unrecht und Leid aufzuarbeiten, das Heimkindern vor 40 bis 50 Jahren angetan wurde. Diese Taten wurden möglich, weil die Jugendämter gerade gegenüber “Unterschichtsfamilien” auf eine strafende und disziplinierende Praxis setzten.

    Seither hat sich die soziale Arbeit zwar grundlegend verbessert, dennoch versagt die Kinder- und Jugendhilfe auch heute, weil sie wie vor 50 Jahren in dem Denkfehler verharrt, für die Entwicklungsschäden von Kindern seien allein deren Eltern verantwortlich. Politische Entscheidungen, welche die Probleme in den Familien erst verursachen, werden ignoriert.

    Die Kinder- und Jugendhilfe macht sich damit zur Bad Bank der menschlichen Kosten, die auf eine Spaltung in Arm und Reich zurückzuführen sind. In ihrem mühsamen Kampf gegen Kindeswohlgefährdung vernachlässigt sie ausgerechnet jenen Faktor, der das Kindeswohl derzeit am meisten gefährdet: die Kinderarmut.

    2,5 Millionen arme Kinder

    Inzwischen leben 2,5 Millionen Kinder an der Armutsschwelle. Rund 2 Millionen Minderjährige sind auf Hartz IV angewiesen, wie der aktuelle Monatsbericht für Juli ausweisen wird, den die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag veröffentlicht. Natürlich sind die allermeisten Kinder nicht von Misshandlung oder Vernachlässigung seitens ihrer Eltern bedroht.

    Aber die schlechte soziale Lage, der alltägliche Stress und der erlebte Ausschluss führen dazu, dass die Kinder in ihrer Entwicklung massiv benachteiligt sind. Seelische und körperliche Krankheitssymptome treten bei ihnen um ein Vielfaches häufiger auf; sie haben eine um etwa zehn Jahre geringere Lebenserwartung als Kinder, die in Wohlstand und sicheren sozialen Verhältnissen leben. Bei der Bildung herrscht ebenfalls krasse Ungerechtigkeit.

    Diese eindeutige Benachteiligung der Unterschichten hebelt Grundrechte aus und verletzt die UN-Kinderrechtskonvention. Und die Antwort der Kinder- und Jugendhilfe? Sie verstärkt allein die pädagogischen Hilfen und Kontrollen, obwohl sie nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz verpflichtet wäre, zum Abbau von Benachteiligung und zur Schaffung positiver Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien beizutragen.

    So ist nachgewiesen, dass in Heimen ganz überwiegend Kinder und Jugendliche aus Armutsfamilien leben. Bekannt ist auch, dass die Hälfte der Kinder von allein erziehenden Müttern zu wenig zum Leben hat und auf staatliche Unterstützung angewiesen ist. Doch die Kinder- und Jugendhilfe beschränkt sich auf den Versuch von Reparatur und Linderung. Sozialpädagogik ersetzt den Protest bei Politik und Verfassungsgericht.

    Nach der UN-Kinderrechtskonvention muss das Kindeswohl bei allen Maßnahmen oder Gesetzen vorrangig berücksichtigt werden, die Kinder betreffen. Doch Einwände von Jugendämtern gegen Hartz IV sind nicht bekannt, obwohl diese Reform die Kinderarmut etwa verdoppelt hat.

    Auch gegen die Höhe der Regelsätze wurde nicht protestiert, obwohl sie nicht ausreichen, um ein Kind gesund zu ernähren. Im Übrigen hat die Bundesregierung bislang versäumt, den fälligen Bericht über den Stand der Umsetzung von Kinderrechten an den zuständigen UN-Ausschuss zu schicken.

    Der Sozialwissenschaftler Hurrelmann hat nachgewiesen, dass nicht nur Armut, sondern auch die soziale Kluft Kinder krank macht. Er warnte: “Kinder können offensichtlich ein weiteres Auseinanderklaffen der Gesellschaft nicht verkraften.” Er schrieb das 1995, lange bevor die Aufspaltung in Arm und Reich durch Agenda 2010 und Hartz IV eine Zuspitzung erfahren hat.

    Vergeblich haben die Sachverständigen des Kinder- und Jugendberichts schon 2002 darauf hingewiesen, dass der Staat verpflichtet ist, erst mal die Grundbedingungen zur Förderung des Kindeswohls zu schaffen. Doch als verantwortlich für die Probleme der Kinder gelten stattdessen allein die Eltern: Die Zahl der Sorgerechtsentzüge stieg von 2005 bis 2007 um 23 Prozent; die Unterbringung in Heimen nahm allein 2007 um 17 Prozent zu.

    Kinder werden viel häufiger als noch vor wenigen Jahren gegen den Willen ihrer Eltern aus der Familie genommen. So bekommen Jugendämter wieder den Charakter von Eingriffsbehörden, die statt Hilfe Kontrolle und Strafe zu bieten haben.

    Dieser Trend wird durch das Kinderschutzgesetz verstärkt, das vom Bundesfamilienministerium ausgearbeitet wurde. Danach muss das Jugendamt bei jedem Verdachtsfall die Familie aufsuchen und das Kind in Augenschein nehmen – unabhängig von allen fachlichen Erwägungen.

    Zu Recht kritisieren Fachorganisationen den vorgelegten Entwurf: Die toten Kinder Kevin und Lea-Sophie würden für den Wahlkampf instrumentalisiert, um ordnungspolitische Vorstellungen durchzusetzen. Der Gesetzentwurf belebt tatsächlich den Geist der 1950er-Jahre wieder, der “Unterschichtseltern” zu Versagern stempelt und dem persönlichen Elend mit staatlicher Überwachung und Strafe begegnet.

    Die Politik rüstet sich für die absehbaren Folgen der Wirtschaftskrise und gegen die Opfer der wachsenden Ungerechtigkeit. Schon fordert der hessische Innenminister (wie auch der Berliner Innensenator) geschlossene Heime für “kriminelle Kinder” – im Extremfall sollen schon siebenjährige eingewiesen werden.

    Wenn die Kinder- und Jugendhilfe hier nicht protestiert, wird sie zum Reparaturbetrieb einer ungerechten, gespaltenen Gesellschaft und stellt sich in den Dienst der aktuellen Politik, nicht aber der Rechte von Kindern.

    In ihrer Organisation hat sich die Kinder- und Jugendhilfe ohnehin schon an die vorherrschende neoliberale Ideologie angepasst: Sie wurde Teil des Marktes für Dienstleistungen, sie erstellt “Produkte” für “Kunden” und begreift sich als Konzern, in dem der wichtigste Maßstab die Kosten-Nutzen-Rechnung nach rein betriebswirtschaftlichen Kriterien ist. Auf der Strecke bleibt die gesetzliche Verpflichtung, gegen die systematische Benachteiligung und für positive Lebensbedingungen Stellung zu beziehen.

    Info zum Autor:
    Georg Rammer war als Diplompsychologe lange Zeit in der Kinder- und Jugendhilfe aktiv, etwa beim Psychosozialen Dienst der Stadt Karlsruhe. Er engagiert sich unter anderem bei Attac für den Kampf gegen Kinderarmut und für Verteilungsgerechtigkeit.

  14. Albert sagt:

    Meinen Sohn ( 8 Jahre )haben sie auch geholt weil er in der schule Probleme hat.Sie haben ihn nach Linz in die Landesfrauen- und Kinderklinik gebracht wo er 1 Monat in der geschlossenen Abteilung für Geisteskranke untergebracht wurde.Jetzt ist er in SOS Kinderdorf Altmünster.Wo ich sagen muss das es die schlimmste Einrichtung ist die ich je gesehen habe.

  15. strofipalker sagt:

    hihihi hihiherl :-)

  16. Gregor sagt:

    Kind in die Psychiatrie? Wieso denn das? Welche Probleme hat ein Achtjähriger in der Schule?
    Was sagt das Gericht?

  17. Benjamin Stöckl sagt:

    Ich finde als selbst Betroffener finde es gut, dass hier offen über die Mißstände in der Jugendwohlfahrt gesprochen wird. Im Alter Von 12 Jahren von 1997 bis 1999 war ich im deutschen Heilpädagogischen Erziehungsheim “Haus Partenkirchen” in Garmisch untergebracht. Da ich eine Gehbehinderung habe, war ich für die anderen Jugendlichen ein gefundenes Fressen! Diese Jugendlichen ließen ihren Aggressionen freien Lauf und Mißhandelten mich schwerst! Die Betreuer sahen weg und auch die zuständige Jugendwohlfahrt in Innsbruck interessierte sich nicht für meine Meldungen!! Ich weiß nicht ob und unter welchen Voraussetzungen diese Unterbringung gerechtfertigt ist. In Garmisch wussten die Behörden jedenfalls nichts von mir! Im Pflegschaftsakt ist nichts ersichtlich!!

  18. Gertrude sagt:

    irgentwie muss ja der stadt sein geld bekommen
    so das die beamten ihr geld bekommen und sie ein super leben führen können aber wie es den eltern und kindern ergeht ist ihnen egal hauptsache sie verdienen gut

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