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FREISPRUCH FÜR XLARGE IKONE: Stephan Pfeifhofer darf “Behörden-Gauner” und anderes sagen

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Seine Gegner glaubten ihn bereits für Jahre Hinter Gitter. Jetzt ist es aber fix, dass Stephan Pfeifhofer – XlargE Ikone anno 2007 – der Medienwelt erhalten bleibt. Am 6. Oktober sprach das Landesgericht Klagenfurt einen wahren Freispruch-Reigen aus. Immerhin musste Manfred Herrnhofer, seines Zeichens Vizepräsident der Sozialistischen Richtervereinigung, über ein Dutzend Anklagepunkte entscheiden.

So heißt es pikanter weise im Strafantrag der Staatsanwaltschaft, Stephan Pfeifhofer habe den Ortschef von Zams, ÖVP-Bürgermeister Siegmund Geiger, als “Behörden-Gauner” tituliert – im Sinne der Anklage ein Verleumderverbrechen. So auch die Presseanfrage an ein Kinderheim, oder Medienberichte, die nicht einmal der Verantwortung von Stephan Pfeifhofer zuordenbar waren.

An Beweismangel verarmte die Staatsanwaltschaft Klagenfurt in Vertretung von Sandra Agnoli am Ende zur Frage, ob Stephan Pfeifhofer als Michael Kovalsky, Jan Sostaric oder DDDr. Tiefenbacher auftrat. Jahrelang von Polizeibeamten und Behördenorganen behauptet, blieb die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bis zum Schluss jeden Beweis schuldig.

Erwartungsgemäß gab Staatsanwältin Agnoli nach Urteilsverkündigung keine Erklärung ab – nicht rechtskräftig. Für Stephan Pfeifhofer jedenfalls Grund zum Weitermachen, wie er in einer ersten Stellungnahme gegenüber XlargE exklusiv erklärt “Ich war bestimmt leichtsinnig, habe Fehler gemacht, aber eines wurde mir bestätigt – Enthüllungsjournalismus ist unumgänglich. Jetzt sind wir aus den Kinderschuhen herausgewachsen, von den Fehlern haben wir gelernt, und tollpatschig sind wir längst nicht mehr. Deshalb mache ich weiter, natürlich mit hohen Qualitätsstandards und keinesfalls zu Gunsten derer, die es wert sind, dass man über sie enthüllend berichtet”.

Sascha Berndorfer der Österreichischen Presseloge freut sich, und sieht auch eine erste Bestätigung der Wichtigkeit von Pressefreiheit und deren Würdigung “Wir haben Herrn Pfeifhofer neben seinem Verteidiger Philipp Tschernitz juristisch in medienrechtlichen Fragen zum Verfahren beraten. Natürlich warten wir jetzt erst einmal die Urteilsausfertigung ab, um weitere und genaue Schlüsse ziehen zu können. Das aber jetzt ein Umdenken in der Justiz einsetzt, begrüßen wir als Interessensvertreter investigativer Journalisten. Natürlich wird die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen. Die Pressefreiheit muss Teil der Verfassung werden.”

Das Landesgericht Klagenfurt  wollte bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme abgeben.

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