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Aufgedeckt! Das Arbeitsmarktservice AMS und seine Opfer

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Frau W. ist verärgert. Sie ist 64 und beim Arbeitsmarktservice registriert. In Pension kann sie noch nicht gehen, weil sie ein paar Kinder großgezogen hat, das zählt nicht als Pensionszeit, weil es keine „Arbeit“ wäre. Dafür steckt das AMS sie jetzt in einen Kurs. Sie soll lernen, wie man eine Bewerbung schreibt. Als ob es einen Arbeitgeber gibt, der eine 60jährige anstellt. Die Proteste halfen Frau W. nichts – Kurs oder Abmeldung.

Herr G. berichtet über sein Erlebnis. Er ist schon über 60 und natürlich auch nicht mehr vermittelbar. Das AMS weiß das, die Lösung ist einfach. Das AMS behauptete, Herr G. würde ein anderes Einkommen beziehen, das er nicht angegeben hätte, und meldet Herrn G. ab. Herr G. hat kein anderes Einkommen und beruft gegen den Bescheid. Vergeblich, weil die Berufung gerade noch vor Jahresende eingebracht werden musste. Die zweite Instanz war deshalb wieder das AMS, das die Berufung ohne Prüfung abschmetterte.

In dieser Art erging es tausenden älteren Menschen, die beim AMS gemeldet waren, wegen ihres Altetrs keine Anstellung mehr finden können, und deshalb gnadenlos entsorgt wurden. Kein Einkommen heißt keine Versicherung, das kümmert das AMS nicht.

Aber das AMS ist kreativ. Um die Zahl der Arbeitssuchenden optisch kleiner zu halten, werden 16 Millionen Euro in neue Abstellgleise gesteckt. Möglich sind Angebote wie Selbstpräsentation, Stimmtraining oder Networking für Frauen. Hauptsache, nicht offiziell arbeitssuchend. Frauen sollen lernen, ihre Stimmlage im Gemeindebau zu modulieren, sich mit anderen Frauen in Kaffeekränzchen zu vernetzen. Gibt es etwas Schöneres? Die Ausschreibungen finden derzeit statt.

Männer sind dem AMS weniger wichtig. Viele haben zu geringe Ausbildungen; das AMS zahlt Weiterbildung aber nur in engen Grenzen. Viele haben eine Familie zu ernähren; da heißt es schon einmal: Dann gehen Sie weg vom AMS und machen etwas anderes! Wenn das so einfach wäre.

Das AMS spart auch bei sich selbst gern. Neue Mitarbeiter werden nicht angestellt, vor allem keine älteren. Die Beratungszeiten sind mittlerweile auf durchschniottlich 5 Minuten heruntergekürzt. Irgend etwas Neues? Nein? Dann unterschreiben Sie die Betreuungsvereinbarung und kommen nächste Woche wieder!

Arbeitsmarkt-Verwaltung im Sinne des Wortes.

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