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Mit Steuergeldern – Diese Wahrsagerin wirkte im Auftrag der SPÖ Jugendwohlfahrt

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Die Geschichten der Kinder vom Heiligengeistplatz in Klagenfurt schreibt das Leben. Viele von ihnen betreut das Jugendamt. Die Mitarbeiter der Jugendwohlfahrt verfügen über eine mehrjährige Ausbildung und stehen im Kontakt mit der Gerichtsbarkeit. Einige der Mitarbeiter verfolgen abseits ihres Berufsalltags parteipolitische Aufgaben als Funktionärinnen der SPÖ. Verantwortung für soziale Kompetenz trug 2006 auch Soziallandesrätin Gaby Schaunig (SPÖ), die nicht nur als Landesvize ein Konträr zum verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider bildete. Mitten drin die 15-jährige Lena (Name von der Redaktion geändert) zwischen Kriminalität, Drogen, jugendlichen Leichtsinn und dem stillen Wimmern nach familiärer Geborgenheit.

Lena (15) im Martyrium der SPÖ Jugendwohlfahrt

Lena (15) im Martyrium der SPÖ Jugendwohlfahrt

Ist es bloß Zufall oder pure Absicht, wenn gleich mehrere Sozialarbeiterinnen der Kinder- und Jugendhilfe als Parteifunktionärinnen der Sozialdemokratie hervorgehen? Für die 15-jährige Schülerin einer Sporthauptschule spielt das keine Rolle. Lena darf nicht bei ihrer Mutter wohnen, das verbietet der Lebensgefährte ihrer Mutter. Auch ihre anderen Geschwister sind in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht. Den Kick sucht Lena stattdessen am Wörthersee. Dort tobt gerade ihr Kumpel Marcel (Name von der Redaktion geändert), der kurz zuvor am Landesgericht Klagenfurt wegen mehrerer Delikte eine Bewährungsstrafe ausfasste. Eine Yacht soll den Jugendlichen als Objekt der Begierde dienen. Schnell brennt sie, nachdem Marcel ein paar Liter Benzin vergießt und die anwesenden Mädchen im Chor jubeln. Den Besitzer freut die Feuersbrunst wenig und schließlich versinkt sein ein und alles um 100.000,- Euro in der Tiefe des Wahrzeichens.

Da wiegen die anderen Kleinigkeiten der Jugendlichen als reine Bagatelle. Dort 30,- Euro aus einem Spind, da ein paar Schlägereien und mitten drin diverse Dankesbriefe der Kids an ihre Geld-Paten, die den Jugendlichen wenigstens neue Kleidung ermöglichen.

Lenas Freundin Julia (Name von der Redaktion geändert) ist gerade einmal 13. Ihre Mutter mit dem Kind längst überfordert, sperrt um 20 Uhr die Wohnungstür zu. Einen Schlüssel hat Julia nicht. Stattdessen nächtigen die Mädchen bei älteren Burschen oder dem 45-jährigen Manfred (Name von der Redaktion geändert). Er liebt jugendliche Reize und weiß, das was er tut wäre eigentlich sexueller Missbrauch und damit strafbar. Manfred ist das egal und die Mädchen Lena und Julia sind es gewohnt ihre Beine breit zu machen.

Die eigenen Kinder von Manfred verbrachte das Jugendamt längst zu Pflegeeltern oder in Wohngemeinschaften. Seine älteste Tochter Michaela (Name von der Redaktion geändert) ist auch eine Freundin der Clique um Lena und Julia, die Mädchen vom Heiligengeistplatz in Klagenfurt.

Das Jugendamt von Klagenfurt fasst gegenüber dem Gericht den Lebenswandel der 15-jährigen Schülerin Lena in wenigen Sätzen zusammen  icon-angle-double-right Die Minderjährige hielt sich in einem sehr negativen sozialen Umfeld auf, in welchen es immer wieder zu Straftaten, und vermutlichen Kontakt mit Drogen, Gewalttätigkeiten bis hin zu Prostitution und sexuellen Missbrauch kam icon-angle-double-left

Später erzählt Lena einem Journalisten sie war schon einmal schwanger. Der Vater des Kindes – ein älterer Bursche aus dem Milieu – hätte ihr das Ungeborene aus dem Leib geprügelt. Lena kann schon lange nicht mehr weinen, verspürt sie psychische oder physische Schmerzen, drückt sie ihr Leiden mit Lachkrämpfen aus.

Der deutsche Jugendhilfeverein weg-ev.de aus Memmingen will spezialisiert sein für Jugendliche, die in ihrer Herkunftsumgebung am Ende sind. Das probate Mittel heißt “einzelpädagogische Maßnahme”,  ein Modewort der Jugendwohlfahrt für Kinder, die irgendwo im Ausland in privaten Familien wieder Halt finden sollen.

Halt findet Lena unterdessen in der Familie ihres Halbbruders Robert (Name von der Redaktion geändert). Er nimmt die Schülerin nach einer Überdosis im Kreis der Familie auf. Das Jugendamt Klagenfurt ortet prompt massive Verschlechterungen für Lena, obwohl das Mädchen nun den Hauptschulabschluss nachholen will und 14-tägig zum Drogentest das Landeskrankenhaus in Klagenfurt aufsucht.

Dem Diplomsozialarbeiter D. gelingt schließlich mit persönlicher Überzeugungskraft die Unterbring seines Schützlings  in Teneriffa. Spät in der Nacht treffen sich Diplomsozialarbeiter und die Minderjährige in einem Nachtclub. Anschließend beginnt eine Odyssee über Italien. Gegenüber dem Bezirksgericht Klagenfurt schreibt D. am 30.10.2006  icon-angle-double-right Die Minderjährige fühlt sich inzwischen in der Betreuungsstelle auf Teneriffa sehr wohl und stabilisiert sich zusehends icon-angle-double-leftTatsächlich widerfährt Lena ein Martyrium zwischen Psychopharmaka und sexuellen Missbrauch – wieder einmal. Per Email schildert Lena am 25.11.2006 ihren Frust  icon-angle-double-rightIch schick dir jetzt a paar Urlaubsfotos vu meine Rasta. Und i glaub dir nerma. Also vergiss des ganze und i werd dem Herrn Richter schon sagen was i wirklich will. Die N. und i kannst net trennen weil du bist a Kinderficka und a Crack Wixxxa. Den Giwanni werd i anzagn der hat mitn figgn droht. Der Radtke Wixxxxxa hat mi gschlagn und des werd i alles sagen bei der Gerichtsverhandlung. I was net was vüst aber i brauch di net du Crack Bitch! kizzzz icon-angle-double-left

Betreuungsstelle "Casa Claudia" Teneriffa: Seelenreinigung & Co - All Inclusive im Auftrag der SPÖ Jugendwohlfahrt

Betreuungsstelle “Casa Claudia” Teneriffa: Seelenreinigung & Co – All Inclusive im Auftrag der SPÖ Jugendwohlfahrt

Die sogenannte Betreuungsstelle im “Casa Claudia” enttarnen XlargE-Reporter kurzum als Hochburg für Seelenreinigung & Co. So verspricht Pflegemutter Claudia Radtke um 60,- Euro Stundenlohn einen Abstecher ins Jenseits oder die Verbesserung schulischer Leistungen – Reinkarnation inklusive. In Summe habe das Land Kärnten an den Jugendhilfeverein weg-ev.de für die einjährige Seelenreinigung rund 100.000,- Euro aus öffentlichen Steuermitteln überwiesen, wie aus Unterlagen die XlargE exklusiv vorliegen, hervorgeht. Davon sah Lena monatlich gerade einmal 12,- Euro Taschengeld.

Für die ganzjährige Reiki-Veranstaltung federführend verantwortlich zeichnet Christine Gaschler-Andreasch, ihres Zeichens Diplomsozialarbeiterin und enge Vertraute von Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ Kärnten). Hinter vorgehaltener Hand sagen Insider gegenüber XlargE icon-angle-double-right Den Job verdankt die Christine ihrem als SPÖ Veteran bekannten Vater icon-angle-double-left

Christine Gaschler-Andreasch leitet die nötigen Maßnahmen, um Lena eiligst nach Teneriffa zu verbringen, höchst persönlich ein. Im Jugendamt Klagenfurt stellt Christine Gaschler-Andreasch am 6.10.2006 sämtliche Weichen und überredet Lenas Mutter das Vorhaben auf Teneriffa voll zu unterstützen. Die europäische Gesetzgebung fordert im Fall der Unterbringung Minderjähriger für jugendwohlfahrtsrechtliche Maßnahmen im Ausland einen richterlichen Beschluss. Doch Gaschler-Andreasch bedient sich eines Tricks: Lenas Mutter ist nach wie vor obsorgeberechtigt und so genügt die Unterschrift der intellektuell minderbemittelten Mutter.

Christine Gaschler-Andreasch (SPÖ) stellt sämtliche Weichen für Seelenreinigung & Co.

Christine Gaschler-Andreasch (SPÖ) stellt sämtliche Weichen für Seelenreinigung & Co.

Die im Magistrat Klagenfurt am 6.10.2006 aufgenommene und XlargE vorliegende Niederschrift belegt den Clou um die 15-jährige Schülerin Lena, die auf Teneriffa ihre Seele reinigen und vielleicht auch einen Abstecher ins Jenseits unternehmen soll. Das vielversprechende Geschäft mit weg-ev.de ist perfekt.

Das von langer Hand geplante und von den SPÖ Funktionärinnen Gaby Schaunig als Soziallandesrätin und Christine Gaschler-Andreasch als Unteramtsleiterin der Jugendwohlfahrt genehmigte “Projekt” fußt am Ende im Desaster. Zivile Polizeibeamte stürmen nach einer Anzeigenflut gegen Claudia Radtke das Areal der “Casa Claudia”, begleitet von XlargE Reportern. Lena fristet heute ihr Dasein mit Hilfsarbeiten ohne Schulabschluss. Dem Land Kärnten kostete das Vorhaben satte 100.000,- Euro Steuergeld. Bedient haben sollen sich nebst der mutmaßlichen Pflegefamilie Diplomsozialarbeiter D., SPÖ Funktionäre und die Vorstände von weg-ev.de – wie XlargE recherchieren konnte.

Die Bilanz zwischen Reiki, Seelentrost und vergebens gesuchter familiären Wärme eines Teenagers nimmt nach nur einem Jahr ein bitteres Ende. Der Leumund von Lena ist mit Vorstrafen verkorkst. Das Land Kärnten unter Pleite Kaiser Peter heute desaströs verschuldet. In einer Stellungnahme zieht sich die SPÖ Kärnten in Sachen “Wahrsagerin” aus der Affäre und meint SPÖ Kärnten Sprecher Günter Pinter gegenüber XlargE lapidar  icon-angle-double-right Was hat die SPÖ Kärnten mit “einzelpädagogischen Maßnahmen” zu tun? icon-angle-double-left – schlicht parteipolitisch unzuständig.

Die ganze Top-Story im aktuellen XlargE Magazin!

+ Bildbericht der XlargE Reporter von Teneriffa!

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