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Justiz Groteske Egon Bachler – Die Nächste

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Der Gerichtsgutachter Egon Bachler war vorwiegend von Salzburger Gerichten serienweise bestellt worden, um Gutachten in Sorgerechtsfällen abzugeben. Im Lauf der Jahre hatte Bachler hunderte falsche Gutachten bei Gericht abgeliefert und hatte in vielen Fällen vor Gericht falsch ausgesagt. Herr K. (als Beispiel) schilderte, Bachler habe ihn und seine Kinder kurz angehört, völlig Gegenteiliges in sein Gutachten geschrieben und die Unwahrheiten auch vor Gericht so ausgesagt.

Sind das Straftaten? Nach dem Gesetz schon. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft nicht, fast alle gegen Bachler erstatteten Anzeigen wurden ungeprüft eingestellt. Aus einem verständlichen Grund. Sonst wären nämlich auch die Richter zur Veranwortung zu ziehen gewesen, die Bachler immer wieder als Gutachter beauftragt hatten, obwohl sie wussten, dass dieser reihenweise falsche Gutachten ablieferte. Bisher kam es zu keiner Anklage gegen Richter, die Korruptions-Staatsanwaltschaft wollte nicht.

Die Staatsanwaltschaft Linz musste ermitteln, weil die Justiz in Salzburg sich des Falles offenbar nicht angenommen hat. Aus den hunderten Fällen wurde schließlich, nach großem Druck der Öffentlichkeit und der Medien, gegen Egon Bachler in 13 Fällen Anklage erhoben. Die hunderten anderen Fälle wurden unter den Tisch gekehrt – Pech für die zahlreichen Betroffenen.

Obwohl das Landesgericht Salzburg Hauptbeteiligter an diesem Gutachter-Skandal gewesen war, bestand das Oberlandesgericht Linz darauf, das Strafverfahren gegen Egon Bachler in Salzburg zu führen. Woanders hätte sonst sicherlich die Gefahr bestanden, ein objektiveres Verfahren zu erhalten.

Das Verfahren gegen Egon Bachler wurde jetzt neuerlich vertagt. Die Privatbeteiligten, das heißt die Geschädigten, sind weiter nicht damit einverstanden, dass Salzburger Richter das Verfahren führen. Schon logischerweise kann kein Salzburger Richter in Sachen Bachler ganz unvoreingenommen sein.

Ein Grund für die Voreingenommenheit der Salzburger Richter geht noch tiefer. Egon Bachler gründete die Therapeutisch Ambulante Familienbetreuung, kurz TAF genannt. Bachler und seine Frau sind dort noch immer aktiv tätig, das Salzburger Büro von TAF befindet sich an derselben Adresse wie Bachlers Praxis. Dort ist auch Bachlers Institut für Psychoanalyse und Familientherapie angesiedelt, sicherheitshalber als Verein geführt (ZVR 584805750).

Die TAF arbeitet, gegen hohe Honorare, für Salzburger Jugendämter. Kinder werden in deren Auftrag betreut, regelmäßig empfiehlt TAF dann, die Kinder den Eltern abzunehmen und fremd unterzubringen; ein wichtiger Wirtschaftszweig der Jugendwohlfahrt. Die Empfehlungen der TAF werden von Salzburger Richtern fast immer genehmigt und vom Landesgericht Salzburg, als zweite Instanz, fast immer bestätigt. Als Gutachter werden meistens Mitarbeiter der TAF beauftragt. Ein internes Weiterbildungsprogramm sorgt dafür, dass die Mitarbeiter der einträglichen Linie folgen.

Wahrscheinlich wird man wieder Jahre warten müssen, um gegen diese kriminellen Machenschaften der TAF und der Jugendwohlfahrt vorgehen zu können. Wahrscheinlich wird dann wieder dem Landesgericht Salzburg die Zuständigkeit auferlegt, um nicht alles zu offensichtlich werden zu lassen.

Dazu passt, dass das Strafverfahren gegen Egon Bachler sehr wenig öffentlich geführt wird. Medien erhalten kaum Auskünfte, der Umfang seiner willkürlichen Begutachtungen wird weiter vertuscht. Auch die Politik reagierte bisher nicht auf das schon Jahrzehnte währende Gutachter-Unwesen; auf die Bestellung immer wieder derselben Gutachter, die – in vielen Fällen mit höchst fragwürdigen Methoden – Gefälligkeitsgutachten abliefern. Gutachten, die dann ein nicht sachkundiger Richter nicht überprüfen kann, sondern einfach nur glauben muss.

Leuten wie Egon Bachler und dessen Firmen und Vereinen nachhaltig das Handwerk zu legen, darauf war eigentlich gehofft worden. Ob zuletzt erfolgreich, darauf scheint die Antwort noch länger auszustehen.

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