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Polizeiskandal in Tirol fordert neues Opfer!

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Jener Polizeichef, der im Osttiroler Lienz seinen Dienst betrunken antrat, darf nach einem Entscheid des Innenministeriums wieder exekutieren. Nach Ansicht der Ober-Disziplinarkommission wären zu keinem Zeitpunkt Menschenleben gefährdet gewesen.

Unterdessen kam es im Tiroler Oberland erneut zu einem Übergriff durch zwei Polizeibeamte. Im Rahmen einer Festnahme erlitt der Verdächtige Verletzungen, die einen stationären Krankenhaus Aufenthalt zur Folge hatte.

Weil sich Robert T. einer Lenkerkontrolle widersetzt und mit einem Traktor flüchten wollte, musste der Landwirt mit einer Platzwunde und starkten Rückenschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Gegenüber Xlarge Reporter Siegfried Gasser erzählt der 62-jährige warum die Situation eskalieren musste »Seitdem junge Beamte Dienst versehen, ist alles anders. Man kann nicht einmal von einer Wiese zur nächsten wandern ohne von Polizisten verfolgt zu werden«

Als T. mit seinem Bekannten gegen 22 Uhr das Gasthaus verlässt um nach Hause zu fahren, fällt dem Pfundser auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein weißer Bus auf. »Zuerst habe ich mir nichts gedacht, wir sind in mein Auto gestiegen und losgefahren. Keine 10m als plötzlich dicht aufgedrängt der weiße Bus hinter uns auffuhr. Nachdem ich meinen Bekannten nach Hause gebracht habe, waren es etwa noch 300m zu meinem Grund. Dort kam es schließlich zur Konfrontation mit der Exekutive«

Der Beamte fordert vom Rentner Führerschein und Zulassung, während der zweite ihn am Oberarm festhält. Robert T. will den Grund der Anhaltung wissen, versucht zu entkommen und tituliert seine Kontrahenten als “Lausbuben”. Plötzlich spielen sich auf dem Grundstück des Biobauern dramatische Szenen ab »Ich habe schließlich die Spielchen der beiden „Lausbuben“ nicht mehr mitmachen wollen und riss mich los, um meinen Traktor aus dem Stall zu holen. Das gelang mir auch, bis plötzlich einer neben mir stand und der andere vor mir Position bezog. Ich hatte den Eindruck der hält eine Waffe in der Hand«

Das war offensichtlich genug und T. wurde vom Traktor geholt, an eine Mauer gedrückt und die Arme nach hinten gebogen. »Ich bekam keine Luft mehr, meine Arme wurden auf den Rücken gedrückt. Ein Schmerz schoss durch meine Schultern, mir war schwarz vor Augen. Dann drückten mich beide
mit derartiger Wucht auf den Boden, dass mein Kopf am Asphalt aufschlug. Als ich zu mir kam war ein weiterer Streifenwagen zu sehen und vor mir stand Gerhard K., ein alter Hase von der Polizei«

Schließlich bringen die Beamten den verletzten Robert T. auf die Polizeiinsepktion. Ein herbeigerufener Arzt versorgte schließlich die Platzwunde und forderte einen Krankenwagen an. Trotz seiner Erschöpfung sollte T. allerdings ins Röhren blasen, das wiederum zahlreiche Versuche zur Folge hatte. Nach Luft ringend kommt T. der Bitte des Arztes nach – Ergebnis 0,07 Promille.

»Im Krankenhaus angekommen, bekam ich ein Zimmer, konnte wegen der Schmerzen allerdings nicht schlafen. Wieder spielt sich alles wie ein Bilderbuch vor meinen Augen ab« Robert Thöni kommen wieder die Tränen.

Kürzlich trafen sich alle Beteiligten schließlich erneut bei der Polizei. Vor dem Beamten Gerhard K. schildert Robert T. in Anwesenheit seiner Tochter die Geschehnisse. Der Biobauer kennt weitere 4 Geschädigte, die sich von Landecker Polizeibeamten schikaniert und gesetzwidrig behandelt fühlen.

Im Fall von Robert T. selbst ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Innsbruck. Auf Xlarge Anfrage wollte Staatsanwalt Wilfried Siegele noch keine Details preisgeben. Aus gut informierten Polizeikreisen heißt es aber »Jetzt ist zumindest die Spitze des Eisberg erreicht«

Für den Bezirkspolizeireferent Norbert Ladner, der sich während des Einsatzes seiner Kollegen bei einer Brettljause im Polizeikreise befand (siehe Foto links), ein klarer Fall »Bei einer Verhaftung können Verletzungen passieren«

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