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Kategorie Archive: Unternehmen

Krach im App Store: Apple knausert mit Vergütung

iphone_3gsExterne Programmierer des Apple App Store fühlen dem Computerriesen auf den Zahn. In den vergangenen Monaten hat sich der Konzern ihren Zorn zugezogen, indem er Forderungen aus Gewinnbeteiligungen schuldig blieb. Einer wachsenden Gruppe von Drittentwicklern zufolge knausert Apple bei der Ausschüttung. Die Zahlungen stehen den Programmierern eigentlich zu, sobald von ihnen entwickelte Software-Applikationen für das iPhone über den App Store verkauft werden. Apple wollte auf Anfrage von pressetext nicht Stellung nehmen.

Eigenen Angaben zufolge fühlen sich die externen App-Store-Programmierer „betrogen und ausgenutzt“. Schließlich hätten sie dem Hightech-Konzern erst kürzlich dazu verholfen, die Milliardengrenze an verkauften Applikationen zu knacken. In Foren und Internet-Chats häufen sich mittlerweile die Beschwerden von betroffenen Drittentwicklern, die über „extrem späte“ Zahlungen berichten. Anfragen blieben seitens des Herstellers unbeantwortet. In den USA hat Apple mittlerweile eingelenkt und angekündigt, die auf ihre Anteile wartenden Entwickler „innerhalb von 45 Tagen zu vergüten“. Seitens der Programmierer-Community wird dies jedoch als „bloßes Gerede“ abgetan. Darüber hinaus hat der Konzern Gespräche mit den Betroffenen angeboten.

Die ersten Zahlungsausfälle fanden just zu dem Zeitpunkt statt, als Apple-Boss Steve Jobs dem Betrieb krankheitsbedingt für einige Wochen fern bleiben musste. Einer der betroffenen Programmierer beschwert sich sogar über ausstehende Zahlungen von mehr als 10.000 Dollar seit Februar, berichtet die New York Post. Er wolle jedoch anonym bleiben, andernfalls befürchte er eine mögliche Sperre durch Apple. Den Drittentwicklern steht für Beschwerden offenbar nur eine E-Mail-Adresse zur Verfügung. Auf Anfragen seien sie teilweise auf kommende Zahlungsperioden vertröstet worden. Besonders Software-Verkäufe außerhalb der USA würden in den Abrechnungen jedoch häufig über mehrere Zyklen hinweg übergangen. Apple sitzt in dem Konflikt angesichts seiner Marktmacht auf dem längeren Ast. So dürften die Geschäfte mit dem App Store trotz der Zahlungsausfälle doch zu lukrativ sein. An eine Trennung von Apple denken die Programmierer nicht. (pte/red)

AUFGEDECKT: Spätfolge aus BVA-Verfahren – APA muss „Freie Mitarbeiter“ anstellen

apa_mitarbeiterIn ihren Bemühungen um einen fairen Wettbewerb in der Nachrichtenagenturbranche in Österreich kann die pressetext Nachrichtenagentur einen weiteren Erfolg verbuchen. Die Austria Presse Agentur (APA) muss jetzt bis zu 100 Mitarbeiter anstellen, die über Jahre hinweg als „freie Dienstnehmer“ beschäftigt waren. Das wurde Medienberichten zufolge von der Generalversammlung der APA – nach einem Prüfungsverfahren der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) – beschlossen.

Im Rahmen eines Vergabekontrollverfahrens vor dem Bundesvergabeamt (BVA) im Jahre 2006 http://pressetext.at/news/061204020/ hat der damalige APA-Geschäftsführer Wolfgang Vyslozil die Anzahl der „freien“ Mitarbeiter mit rund 100 beziffert. pressetext wies in der Folge auf widersprüchliche Angaben zu den Beschäftigungsverhältnissen innerhalb der APA und ihrer Tochtergesellschaften hin und kritisierte, dass die Einhaltung der Büro- und Ressortbesetzungszeiten mit freien Mitarbeitern so kaum möglich sei.

Die WGKK teilte im April 2009 mit, dass eine Beitragsprüfung bei der APA durchgeführt wird. Zuvor hatte pressetext am 2. Februar in einer Pressemitteilung http://pressetext.at/news/090202007/ die bis dato zögerliche Haltung der Sozialversicherungs- und Finanzbehörden gegenüber der APA kritisiert. Am 19. Juni meldete dann „Der Standard“ nach der APA-Generalversammlung http://derstandard.at/fs/1244461068932/, dass die Presseagentur ihre „freien“ Journalisten und weitere Neuzugänge nun nach Gewerbe-Kollektivertrag anstellen würde. Geschäftsführer Peter Kropsch wollte das aber zunächst nicht bestätigen.

Geschichte der APA „Freien“

Im Verfahren vor dem Bundesvergabeamt 2006 hatte der damalige APA-Geschäftsführer Wolfgang Vyslozil zur Entwicklung des Mitarbeiterstands des Unternehmens angegeben, dass die APA im Jahr 1994 „80 angestellte Journalisten und ca. die gleiche Anzahl von ständigen freien Mitarbeitern“ beschäftigt hat. „Im Jahr 2000 dürften es jeweils knapp um die 100 gewesen sein, 2001 und 2005 ca. jeweils 103 […].“ Die ehemalige APA OTS-Geschäftsführerin Cäcilia Seidl hingegen gab im selben Verfahren zu Protokoll, sie habe „keine genauen Zahlen und schätze ca. 180 journalistische Mitarbeiter, die fix angestellt sind“.

„Auch wenn nun von der Journalistengewerkschaft Kritik daran geübt wird, dass bisher freie APA-Journalisten nicht nach Journalisten-Kollektivvertrag mit besserem Kündigungsschutz, sondern nach Gewerbe-Kollektivvertrag angestellt werden sollen, so stimmt das Ergebnis dennoch zuversichtlich, da nun auch für die APA die selben sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Konditionen zur Anwendung kommen wie für pressetext“, erläutert pressetext-Geschäftsführer Franz Temmel. (pte/red)

AUFGEDECKT: Textil Diskonter KIK spitzelte Schulden seiner Mitarbeiter aus

kikDer Textil-Discounter KiK http://www.kik-textilien.com soll viermal im Jahr die Kreditwürdigkeit der Belegschaft bei der Wirtschaftsauskunftei Creditreform abgefragt haben. Wie die Ostfriesen-Zeitung und der Rhauderfehner General-Anzeiger unter Berufung auf ein internes Schreiben des Unternehmens berichtet, wurden die Informationen dazu verwendet, dass jene Mitarbeiter, die Schulden haben, nicht an der Kasse eingesetzt werden. Obwohl vor allem Arbeitsrechtler und Gewerkschaften die Praxis heftig kritisieren, scheint das Prinzip systematisch vom KiK-Management gegenüber der gesamten Belegschaft unter Generalverdacht betrieben worden.

„KiK ist ein Vorwurf zu machen. Schließlich wurden vor dem Check mit den Mitarbeitern keine Gespräche geführt. Zwar ist nichts dagegen zu sagen, dass KiK immer dort überprüfen will, wo mit Geld gearbeitet wird. Dass man die Angestellten aber nicht aufgefordert hat, die Kreditwürdigkeit selbst offen zu legen, verstößt gegen das Persönlichkeitsrecht“, sagt Martin W. Huff, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Rechtsanwaltskammer Köln http://www.rak-koeln.de, gegenüber pressetext. Die KiK-Personalabteilung fragte im März, Juni, September und Dezember Daten über die Kreditwürdigkeit bei der Creditreform ab. Huffs Verdacht eines Systems bestätigt sich, weil die KiK-Verkaufs- und Bezirksleiter automatisch im Folgemonat eine Auswertung über alle Mitarbeiter erhalten haben, für die ein negativer Eintrag vorlag.

KiK hingegen rechtfertigt die Überprüfungen seiner Angestellten damit, dass die Abfrage von der Tätigkeit der Mitarbeiter abhängt. „Damit wollen wir sicherstellen, dass Arbeitnehmer mit negativen Einträgen nicht in sensiblen Arbeitsbereichen wie für Kassiertätigkeiten eingesetzt werden“, heißt es. Gegen regelmäßigen Anfragen bei der Auskunftei verwehre man sich aber. Diese seien schon längst nicht mehr erfolgt, erklärte eine KiK-Sprecherin. Dies soll aber nicht heißen, dass man keine Informationen mehr über die Mitarbeiter einholt. KiK gelobt insofern Besserung, als dass sich die Anfragen „nicht pauschal über den gesamten Mitarbeiterstamm“, als inzwischen „am berechtigten Interesse und der Tätigkeit des Mitarbeiters orientieren“. Das Vorgehen wird aber trotzdem vom nordrhein-westfälischen Datenschutzbeauftragten geprüft. (pte/red)

ÜBERFLIEGER AUFGEDECKT: Ryanair will für Notdurft künftig Bares haben!

ryanairDie irische Billigfluglinie Ryanair http://www.ryanair.com überlegt ernstlich, die Benutzung von Bordtoiletten kostenpflichtig zu machen. In einem BBC-Interview meint Ryanair CEO Michael O’Leary, dass es vorstellbar wäre, die Toilettentüren in den Flugzeugen mit Münzeinwurfschlitzen zu versehen. Die Konsumentenschutzorganisation Which? http://www.which.co.uk kritisierte den Vorschlag als eine Profit- statt Passagierpolitik.

Ryanair war erst in der Vorwoche heftiger Kritik ausgesetzt, als man angekündigt hatte, sämtliche Check-In-Desks bis Ende des Jahres zu schließen, um die Kosten noch weiter zu senken. Die von Ryanair verkauften Flugtickets beschränken sich einzig und allein auf den Transportkosten. Die Politik, dass aufgegebenes Gepäck nur gegen separate Aufgabegebühren mitgenommen wird, gibt es bereits bei anderen Billig-Fluggesellschaften auch. So verrechnet auch SkyEurope und AirLingus Gepäck separat. Wer beim Online-Buchen vergisst, ein gechecktes Gepäcksstück anzukreuzen, muss beim späteren Check-in tiefer in die Tasche greifen.

„Wir machen alles, damit der Flugpreis möglichst niedrig bleibt“, verteidigt sich O’Leary. Er glaube nicht, dass jemand in ein Ryanair-Flugzeug steige und gar kein Geld bei sich trage. „Wenn Sie am Bahnhof eine Toilette aufsuchen, müssen Sie auch Geld haben, um dafür zu bezahlen“, fügte der Airline-Chef hinzu. Rochelle Turner, Head of Research bei Which? Holiday meinte, dass die Fluglinie offensichtlich keinen Pardon kenne, wenn es darum geht, noch irgendwo schnelles Geld zu machen. Offensichtlich spiele das Profitdenken eine größere Rolle als der Komfort der Fluggäste. „Wer für die Toilette bezahlen muss, wird sich auch gut überlegen, die ohnehin überteuerten Getränke an Bord eines Ryanair-Flugzeugs zu konsumieren.“

In einem heute, Freitag, von der Stiftung Warentest http://www.test.de veröffentlichten Test von zehn Billigfliegern hinsichtlich Preisniveau, Preisverfügbarkeit, Information, Buchung und kundenunfreundliche Passagen kam heraus, dass keine Airline in allen Punkten überzeugen konnte. Die billigsten Flüge wurden bei Ryanair und Easyjet gefunden, die besten Informationen lieferten dagegen Air Berlin, British Airways und Lufthansa. In den AGB aller getesteten Fluggesellschaften wurden Klauseln entdeckt, die den Fluggast etwa bei einer Umbuchung oder Stornierung des Fluges benachteiligen. Zitiert wird etwa ein Beispiel mit Ryanair: Aus 15,19 Euro für den einfachen Flug nach Mallorca werden im Handumdrehen 280,03 Euro für den Hin- und Rückflug. Aufschläge für Abfertigung, Versicherung, Gepäck und die Zahlung per Lastschrift treiben das Billigangebot auf normale Flughöhe. Die Ersparnis geht unweigerlich verloren.

Kritisiert wird zum Beispiel auch, dass Ryanair und Easyjet als negative Beispiele mit vielen Zuschlägen hantieren: Das Gepäck kostet extra. Bei Ryanair müssen die Passagiere auch die Abfertigung am Flughafen extra bezahlen. „Viele Extras waren bei der Onlinebuchung im Test schon ausgewählt. Bei Easyjet die Gepäckkosten und eine Versicherung, bei Ryanair die Gebühr für bevorzugtes Einsteigen und eine Versicherung. Wer sparen will, muss die Zusatzangebote eigens deaktivieren“, so die Stiftung Warntest. Eine solche Voreinstellung sei laut EU-Verordnung nicht mehr erlaubt. (pte/red)

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