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Kategorie Archive: Jugend

Kärntner Sorgenkind: Weitere 8 Monate Haft für Rene

Rene ist 15 Jahre alt und er ist lieber im Gefängnis als im Heim. Das Jugendamt hat sich bereits jeden Zahn an diesem Fall ausgebissen. Nicht einmal eine erlebnispädagogische Maßnahme in Italien und Deutschland haben gefruchtet. Die verantwortliche SPÖ Amtsmandatarin Christine Gaschler-Andreasch ist mit ihrem Latein am Ende, denn die unzähligen Investitionen an Steuergeldern blieben erfolglos. Sogar in der geschlossenen Kinderpsychiatrie von Klagenfurt hielt es Rene keine Woche aus und türmte.

Jetzt stand der jugendliche Kriminelle erneut vor Gericht. Bereits vier Vorstrafen zählt der Sonderschüler und auf Antrag des Verteidigers fand die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Lediglich die Urteilsverkündigung wurde öffentlich gesprochen und wie der Richter verkündigt »Ist jetzt Schluss mit lustig«

Schon unzählige Male macht der Bursche von sich reden, wird in ein Heim nach Italien verfrachtet. Dort bedroht er die Betreuer und fliegt raus. Als nächstes versucht sich die Kärntner Jugendwohlfahrt in einem deutschen Erziehungslager, aber auch da wehrt die Ruhe nicht lange und flugs ist Rene wieder in Klagenfurt bei seinem Vater.

Mit der Erziehung seines Sohnes überfordert, kann auch der Vater keine Wunder vollbringen. So landet Rene erneut auf der Straße, plündert den Opferstock in einer Kirche und räumt seelenruhig Wohnungen aus, nachdem er Mitte Dezember aus der Haft entlassen wird.

Für den Kinder- und Jugendpsychologen sind ausländische Erziehungsmaßnahmen keine Lösung des Problems. Der gebürtige Tiroler betreut zwar in Schweden selbst schwererziehbare Kinder und Jugendliche aus dem EU Ausland, im Gegensatz zu Heimen und Erziehungslagern, allerdings auf Basis einer klinischen Betreuung »Im Zentrum unserer Arbeit steht das Kind und seine Eltern. Grundsätzlich bemühen wir uns für ein intensives Eltern-Kind Therapieprogramm. Nur so können die Ursachen beseitigt und die gegenwärtigen Probleme bewältigt werden« spricht der Experte aus der Praxis und legt noch nach »Das Kind alleine irgendwohin ins Ausland zu schicken bringt überhaupt nix. Abgesehen von den exorbitanten Kosten sind die Expertisen klar – so etwas ist zum Scheitern verurteilt«

Diese Meinung teilt auch das Jugendamt der Stadt Wien »Wir halten nichts von diesen pädagogischen Maßnahmen im Ausland. Aus Angst unterwerfen sich die Jugendlichen für die Zeit der Maßnahme und zu Hause angekommen, pflegen sie ihre alten Verhaltensmuster«

Rene ist kein Einzeltäter und die Familie durchaus vorbelastet, denn auch sein vorbestrafter Bruder (16) mischt gerne mit. Unter anderem montierten die Kids ein gestohlenes Kennzeichen auf ein Auto und fuhren gemeinsam mit einem bisher unbescholtenen 14 jährigen herum.

Nun muss das Brüderpaar hinter Gitter – 8 Monate – wobei bisher zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafen angerechnet wurden. Der dritte Jugendliche bekam zwei Monate bedingt. Alle drei Angeklagten nahmen die Urteile an, diese sind noch nicht rechtskräftig.

Weder Kärntens Soziallandesrätin Gaby Schaunig (SPÖ) noch die Leiterin der Kärntner Jugendwohlfahrt Christine Gaschler-Andreasch (SPÖ) waren für eine Stellungnahme telefonisch erreichbar.

Unterdessen will Wegensheit sein Angebot auch auf Österreich ausweiten »Gemeinsam mit einem österreichischen Versicherer wollen wir Eltern die Möglichkeit bieten, dass ihre verhaltensauffälligen Kinder professionelle Hilfe bekommen. Derzeit prüfen wir neben der Schweiz einen weiteren Standort in Österreich«

Jugendamt Klagenfurt bezahlt für Seelenreinigung & Co.

Ein Debakel für die Jugendwohlfahrt mustert die Geschichte der heute 17 jährigen Silvia G. aus Klagenfurt. Mehr als ein Jahr verbringt Silvia G. (15) auf der Ferieninsel Teneriffa, tausende Kilomenter von ihrer Familie entfernt. Eine erlebnispädagogische Maßnahme wie es in Fachkreisen heißt, die nicht unumstritten scheint, wie der Kinder- und Jugendpsychologe Dr. Rolph Wegensheit zu wissen scheint »Die Kinder werden bewusst Barrieren ausgesetzt, müssen sich neuen sozialen Mustern unterwerfen und sind von ihrem bisherigen Leben abgetrennt. Aus Angst heraus fügen sich die meisten Jugendlichen den zeitlich begrenzten Maßnahmen. Sind sie erst einmal wieder zu Hause, kommen sie nur selten mit den neu gewonnenen Freiheiten zurecht«

Das Jugendamt der Stadt Klagenfurt in Kärnten kann allerdings mit weiteren Besonderheiten aufwarten. Während üblicher weise verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche mit geschulten Betreuern ins Ausland geschickt werden, soll die 15 jährige Kärntnerin alleine zur Seelenreinigung nach Teneriffa. Die Landesregierung von Kärnten lässt sich diese Odyssee auch einiges kosten – nämlich rund 100.000,- Euro! Verantwortlich für den Reinkarnationstrip zeichnet der deutsche Jugendhilfe Verein »Weg-EV.de« – Das Nachrichtenmagazin hat bereits ausführlich berichtet!

In einem Schreiben vom 30. Oktober 2006 erläutert der verantwortliche Sozialarbeiter DSA Erich Dreves-Pobaschnig die Vorzüge dieser Maßnahme »Silvia verbrachte erst die Zeit vom 21.09.2006 bis 26.09.2006 in der Clearingstelle der Einrichtung in Porziano/Italien und wurde mit 27.09.2006 in der Betreuungsstelle in Teneriffa/Spanien, bei Fam. Uwe und Claudia Radtke […] aufgenommen. Die individualpädagogische Maßnahme war nötig, da die Minderjährige seit Ende der letzten Jugendwohlfahrtsmaßnahme in der Wohngemeinschaft Heidlmair in Oberösterreich, mit 9.11.2005, alle Betreuungsversuche im Rahmen von Jugendwohlfahrtseinrichtungen in Österreich verweigerte. Die Minderjährige hielt sich in einem sehr negativen Umfeld auf, in welchen es immer wieder zu Straftaten, und vermutlichen Kontakt mit Drogen, Gewalttätigkeiten bis hin zu Prostitution und sexuellen Missbrauch kam«

Als Silvia G. Anfang Juli vor der Wohnung ihres Bruders Andrea K. steht, ist sie vollgepumpt mit Drogen und hatte sich sogar Bier in die Vene gespritzt – dem Nachrichtenmagazin Xlarge liegt der Befundbericht vom Landeskrankenhaus Klagenfurt exklusiv vor. In einem eigenen Schreiben vom 6. August 2006 schreibt das Mädchen an den Pflegschaftsrichter »Jetzt will ich mein Leben aber ändern, weil es so nicht weitergehen kann. Ich wohne jetzt bei meinem Bruder und fühle mich da auch sehr wohl und will für immer da bleiben«

Wie sich später herausstellen wird, soll diese Aussage ein Hinkelstein für den eifrigen Sozialarbeiter sein, der in seinem Schreiben vom 30. Oktober 2006 an das Bezirksgericht Klagenfurt weiter ausführt »Ende Juli 2006 bekam die Minderjährige schließlich über ihren Halbbruder […] Kontakt zu einem Verein namens INHR – Int. Network of Human Rights […] Silvia wurde über die Mitglieder dieses Vereins vermittelt, dass die mit ihr erarbeitete Jugendwohlfahrtsmaßnahme in Teneriffa für sie absolut negativ und sie dort eingesperrt und geschlagen werde«

Schließlich lässt sich Silvia G. dennoch animieren die Zelte beim Halbbruder abzubrechen und nach Teneriffa zu gehen. Im Gegenzug sollte die Jugendliche in Österreich kein Strafverfahren erfahren, weshalb die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bis heute jedes Verfahren gegen das Mädchen unterbrochen hat.

Für den Jugendwohlfahrtsträger die letzte Rettung, denn bevor sich die 15 jährige auf die Reise begibt, war das Jugendamt seitens ihrer Klientin aufgefordert Auskunft über den Verbleib von Familienbeihilfe und Unterhalt zu geben. Ein finanzielles Nirwana, das bis heute unaufgeklärt bleibt.

Nachdem die 15 jährige in Teneriffa aufgenommen wurde, schreibt sie am 5. Oktober 2006 einen erschütternden Hilferuf über die Online Community »Szene 1« an die Ex-Frau ihres Halbbruders »Hilfe holts mi ausa de habn des telefonkabel ausa gezogen das de nix hern wenn wer anruft i darf net ins Internet bin grad heimlich drinnen weil da pc steht in mein zimma da dreves lasst net nach drei monat erst i will aber nerma do bleibn den reisepass haben a wieda de i kumm net nach klagenfurt ma helfts ma bitte i will nerma do bleibn kizz silvia«

Recherchen vom Nachrichtenmagazin Xlarg ergeben, dass sich hinter dem Nickname „X-Tina14“ Silvia G. verbirgt und die Nachricht tatsächlich aus Spanien stammt. Im Widerspruch gibt der Sozialarbeiter in seinem Schreiben vom 30. Oktober 2006 gegenüber dem Gericht an »Mit Silvia selbst wurde auch am 6.10.2006 von der Erziehungsleitung in Teneriffa ein Gespräch geführt in dem sie erklärte sich dort wohl zu fühlen und nicht weg zu wollen«

Seit August 2007 ist Silvia G. wieder zurück in Österreich, ohne Schulabschluss und ohne Ausbildungsstelle. Erneut hat sie Ende Oktober 2007 beim Int. Network of Human Rights um Rat gefragt, wie Roland Reichmann erläutert »Ja das ist richtig, denn Silvia hat mich angerufen und von den Eskapaden berichtet. Bevor das Nachrichtenmagazin Xlarge nach Teneriffa aufbrach, sei sie von der Familie Radtke rausgeworfen und nach Klagenfurt zurück geschickt worden«

Anstatt der Besorgnis des damaligen Verein Int. Network of Human Rights nachzugehen, beschließt das Amt der Kärntner Landesregierung um SPÖ Amtsmandatarin Christine-Gaschler Andreasch eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt zu übermitteln. Demzufolge wäre die Entführung von Silvia G. geplant gewesen und hätte man Mitarbeiter bedroht.

Roland Reichmann hingegen sieht sich keiner Schuld bewusst »Das Mädchen wollte ihren Hauptschulabschluss nachmachen und eine Lehrausbildung beginnen, beides sollte in den Augen des Sozialarbeiters Pobaschnig niemals Realität werden. Zumindest nicht unter der Obhut ihres Bruders, der nicht einmal einen einzigen Cent für seine Schwester vom Jugendamt bekam, obwohl sie fast drei Monate bei ihm unterkommen konnte. In dieser Zeit nahm das Mädchen weder Drogen noch Alkohol zu sich, distanzierte sich vom bisher negativen Freundeskreis und bemühte sich aktiv um die eigene Zukunft. Eine Pädagogin von INHR kümmerte sich in dieser Zeit aufopfernd um das Mädchen und ihre Perspektive. Bei Gericht wurden wir aber nie gehört«

Während die Voruntersuchungen gegen das Int. Network of Human Rights beim Landesgericht Klagenfurt brach liegen, bereits die Volksanwaltschaft wegen Verfahrensverschleppung ermittelt und der Verein Weg-EV ein Fall für die Staatsanwaltschaft München ist, praktiziert Claudia Radtke sowohl in Deutschland als auch auf Teneriffa munter weiter.

Nachdem das Jugendamt Klagenfurt mit ihrem Latein am Ende schien, waren nun die heilenden Kräfte der Deutschen gefragt. Ob Hypnose, Seelenreinigung, Rückführung in ein früheres Leben, Familienaufstellung oder andere Praktiken, beim Jugendamt der Stadt Klagenfurt ließ man sich die Behandlung von Silvia G. immerhin über 100.000,- Euro kosten.

Mit den Fakten konfrontiert, zeigt sich SPÖ Amtsmandatarin Christine Gaschler-Andreasch wenig betroffen und schweigt. Bis heute bleibt jede Presseanfrage zu diesem Fall seitens des Amtes der Kärntner Landesregierung und Soziallandesrätin Gaby Schaunig (SPÖ) unbeantwortet. Indes ermittelt das Bundesministerium für Familie und Jugendschutz von Andrea Kdolsky (ÖVP) aufgrund der Berichterstattung vom Nachrichtenmagazin Xlarge und dessen exklusive Enthüllungen.

Für die heue 17 jährige Silvia G. wenig Trost, die sich erneut mit einem weiteren verlorenen Jahr konfrontiert sehen muss. Das Mädchen bietet sich seit vergangenem August im Internet wieder zum Sex an, während ihre Mutter Petra G. auf Anfragen vom Nachrichtenmagazin Xlarge nicht weiß wo sich ihre Tochter derzeit aufhält.

Im Telefon Interview mit Xlarge Herausgeber Simon Polterer gibt Claudia Radtke zu, dass sie für Kinder die ihr vom Jugendamt geschickt wurden, Rituale wie Seelenreinigung angewandt habe. Jetzt hätte sie aber gekündigt und nichts mehr mit den Jugendämtern zutun. Abgesehen davon müsse man die Chronologie sehen. Konfrontiert damit, dass sie bereits seit 12 Jahren auf Teneriffa Reinkarnationstherapien anbiete, führte schließlich zum abrupten Ende des Telefonats.

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Fall Silvia G. – Die verlorenen Amtskinder von Klagenfurt

ÖVP Geheimpapier – Hier kommen die Erziehungscamps

Ihre Namen und Logos sind markenrechtlich geschützt, die helfende Hand den Kindern gegenüber gepflastert von medialer Berichterstattung. Einer ihrer Fürsprecher heißt Roland Koch, jener hessische CDU Ministerpräsident, der vergangenen Sonntag mit 12 Prozentpunkten dennoch eine Wahlschlappe bei den Landtagswahlen in Hessen auf sich nehmen musste. Von sich reden machte Koch mit Erziehungscamps, eines davon heißt »Durchboxen im Leben« und wird vom einschlägig vorbestraften Ex-Boxer Lothar Kannenberg geführt.

Die Methoden dort sind suspekt und erniedrigend zugleich, weshalb der Heimkinderverband Deutschland jetzt sogar Strafanzeige gegen den Campbetreiber Lothar Kannenberg wegen Körperverletzung, Misshandlung von Schutzbefohlenen und Nötigung erstattet hat.

Schon einmal haben sich ehemalige Partner und Mitarbeiter von Lothar Kannenberg zu Wort gemeldet. Demzufolge müssten die Schützlinge ihre Liegestütze in Schlammpfützen absolvieren oder würden samt Kleidung in einen kalten Fluss gestoßen. Besonderes Aufsehen erregte die Jugendhilfe an ihrem alten Standort. Als unbewohnbar beschrieben die Vermieter das Areal »Gut Kragenhof« nach dem Auszug der Kids. Zerbeultes Mauerwerk, kaputte Duschen und eingetretene Türen, das sind nur einige Punkte der Mängelliste.

Während bei Kannenberg ausschließlich Jungs zwischen 13 und 18 Jahren schwitzen, müssen sich weibliche Teenager im Caritas Mädchenheim Gauting (Bayern) gerade der psychischen Gewalt durch Mitinsassen, Erzieherinnen und Pflegern stellen. Eine ehemalige Bewohnerin packt im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Xlarge über die untragbare Situation aus »Besonders hart ist die ITG5, dort kann es schon vorkommen, dass ein Mädchen gegen ihren Willen mittels Implanon zwangsverhütet wird. Deine eigene Meinung ist überhaupt nicht gefragt und es gibt sogar eine Zelle. Dort werden Mädchen bis zu 8 Stunden, gerade einmal ausgestattet mit einer Matratze, eingesperrt, wenn sie ihre Meinung sagen. Vergangenen November hat es sogar eine Revolte gegeben, nachdem sich einige Mädchen den Machtmissbrauch nicht mehr gefallen lassen wollten. Die Polizei ist dann mit 15 Mann und Tränengas angerückt«

Zwischenzeitlich ermittelt gegen das geschlossene Erziehungsheim in Gauting (Bayern) ein Untersuchungsausschuss, und wie Prof. Dr. Michael Lindenberg vom Aktionsbündnis Geschlossene Unterbringung gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge bestätigt, sind derartige Unterbringungsformen äußerst umstritten »Eine repräsentative Studie über den Erziehungserfolg der betroffenen Kinder gibt es laut Lindenberg nämlich nicht«

ÖVP Generalsekretär Hannes Missethon sieht trotz zahlreicher Befürchtungen aus der Fachwelt und dem Koalitionspartner keinen Grund zur Absage, und wird deshalb im Februar ins Drillcamp von Lothar Kannenberg reisen.

Wie aus einem internen ÖVP Papier, es liegt der Redaktion vom Nachrichtenmagazin Xlarge exklusiv vor, nun hervorgeht, könnten bereits 2009 erste Erziehungscamps und geschlossene Heime in Österreich errichtet werden. Das soll durch eine Novelle des seit über zwei Jahrzehnten bestehenden Jugendwohlfahrtsgesetzes ermöglicht werden. Mögliche Standorte sind bereits in Wien, Kärnten und Tirol gefunden worden.

Unterdessen will die SPÖ mit einer Bildungsoffensive, der Schaffung neuer Lehrplätze und Gewalt Prävention an Schulen punkten. Am Adolf Pichler Platz Gymnasium in Innsbruck gibt es bereits ein solches Präventionsprogramm, wie Direktorin Brigitte Wartburg erläutert »Seit mehreren Jahren verfügen wir an unserer Schule über eine Schulmediation. In diesem Zusammenhang agieren rund 20 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe als Streitschlichter gegenüber ihrer Mitschüler. Dazu haben die betroffenen SchülerInnen eine Ausbildung als SchulmediatorIn absolviert«

Wartburg zeigt sich erfreut über den Erfolg der Schulmediation, die am Adolf Pichler Platz Gymnasium nicht zuletzt für das gute Schulklima verantwortlich ist.

Immer mehr unter Kritik stehen aber auch die Jugendämter, die nicht nur nach Ansicht vieler Betroffener und Fachleuten zu langsam, einseitig und nicht zuletzt willkürlich auftreten. Deshalb engagiert sich die Präsidentin der Konferenz der Nicht Regierungsorganisationen (NGOs) des Europarates, Annelise Oeschger, für Kinder und Eltern, die zum Opfer wurden, wenn das Jugendamt eingeschritten ist. So konnte in Zusammenhang mit dem deutschen Jugendamt Skandalfall »Aeneas Heller« die Bamberger Erklärung, ein Forderungskatalog an die Jugendwohlfahrt, verabschiedet werden.

Die »Bamberger Erklärung« stellte als Ergebnis des Symposiums »Deutsche Jugendämter und die europäische Menschenrechtskonvention«, das im Oktober diesen Jahres in Bamberg stattgefunden hatte, fes: »Im Rahmen des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland, namentlich von Seiten der Jugendämter, kommt es zu Verletzungen der Menschenrechte, insbesondere der Artikel 3, 5, 6, 8, 13 und 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention«

Betroffene Eltern und Spezialisten hatten alarmierende Berichte abgegeben, die die politisch Verantwortlichen zum Handeln aufrufen. So berichtete ein polnischer Vater, sein Sohn, der nach der Scheidung bei seiner deutschen Mutter lebt, dürfe auf Weisung der Behörden nicht mehr Polnisch sprechen. Der Junge, so der Vater, würde sogar geschlagen und kalt abgeduscht, wenn er gegen dieses Verbot verstieße. Aus dem Jungen solle ein »hundertprozentiger Deutscher gemacht« werden.

Für den Kinder- und Jugendpsychologen Dr. Rolph Wegensheit unhaltbare Zustände »Ich freue mich, wenn auch die EU Kommission einsieht, dass unser europäisch und staatlich geführtes Fürsorgewesen der Jugendwohlfahrt absolut veraltet scheint. Abgesehen davon kann man Problemkinder nicht mit kategorischen Zwängen geradebiegen. Ich selbst erfahre in meiner bedeutsamen Arbeit immer wieder, dass ohne Bindungsverhältnis, geprägt durch Vertrauen, rein gar nichts läuft. In den Anstalten mögen sich die Kinder den Regeln unterwerfen, meist aus Angst. Kaum sind sie wieder draußen, kommen die Kinder mit dem gewonnenen Freiraum nicht mehr klar. Deshalb muss an einer Erziehung in Freiheit, gebunden mit Liebe, Zuwendung und Geborgenheit gerade hier und heute gearbeitet werden«

Reflexionen über die Jugendwohlfahrt im Tirol Beispiel

Bei Fällen, in denen die Jugendwohlfahrt eingegriffen hat, oder eingreifen hätte sollen, kommt es häufig zu heftigen Reaktionen von allen Seiten. Diese Reaktionen erhalten regelmäßig eine Eigendynamik, wenn sich etwa in kleineren Orten Parteien bilden, die ohne wirkliche Kenntnis der Sache die eine oder die andere Seite aus persönlichen Gründen unterstützen. Im Folgenden wird anhand eines hier publizierten Falles mit ähnlichen Reaktionen die behördliche Tätigkeit beleuchtet, in Gegenüberstellung zu den gesetzlichen Vorschriften. Die Nennung von Namen erscheint nicht erforderlich, dem Verfasser liegen allerdings die Akten vor, so daß die fallbezogenen Angaben jederzeit belegbar sind.

Steigen wir in den aktuellen Zeitabschnitt ein. Was ist passiert?

Ausgangspunkt ist, wie meistens, ein geschiedenes Elternpaar, mit zwei gemeinsamen Kindern, die Mutter behält nach der Scheidung die alleinige Obsorge. Von der Mutter und von Dritten wird wegen des Verhaltens des Kindes mehrfach sexueller Mißbrauch des Vaters an der Tochter vermutet und dem Jugendamt angezeigt. Das Jugendamt prüft die Sache, spricht sich deutlich gegen den Aufenthalt vor allem der Tochter beim Vater und gegen die Übernahme der Obsorge durch den Vater aus und ordnet im Frühjahr 2003 eine psychologische Therapie der Tochter und eine Unterstützung der obsorgeberechtigten Mutter an. Soweit scheint alles in Ordnung zu laufen.

Nun beginnen die Unregelmäßigkeiten. Im Sommer 2003 stellt die Therapeutin fest, als das Kind endlich mehr aus sich herausgeht, es habe tatsächlich sexueller Mißbrauch durch den Vater an dem Kind stattgefunden, und zeigt das dem Jugendamt an. Dieses reagiert sonderbar. Mit Gewalt wird das Mädchen von seiner Mutter weggeholt und muß zwei Wochen allein beim Vater verbringen, der das Kind schon davor mehrmals unerlaubt mit sich nahm. Bis heute schweigen sich die Behörden zu diesem Vorfall aus. Erst nach dieser Zeit wird beim Gericht beantragt – ja, nicht etwa, bis zur rechtlichen Prüfung des sexuellen Mißbrauchs dem Vater den Umgang zu untersagen, wie es in solchen Fällen Standard ist, ob berechtigt oder nicht. Nein, vielmehr wird beantragt und verfügt, das Mädchen und seinen Bruder der Mutter abzunehmen und in einer Einrichtung der Jugendwohlfahrt unterzubringen. Die anderen Kinder verbleiben der Mutter, da diese durchaus imstande ist, ihren elterlichen Pflichten nachzukommen. Die gerichtliche Verfügung wird wenig später auf vorläufig eingeschränkt; mit der Verfügung wurde dem Jugendamt kein Recht eingeräumt oder aufgetragen.

Das Gericht gestattet beiden Eltern, ihre Tochter nur unter Aufsicht zu sehen. Der Mutter wird noch mehrere Monate später per Beschluß bestätigt, sie habe weiterhin die alleinige Obsorge.

Die Eigenartigkeiten setzen jetzt so richtig ein. Die Mutter will ihre Kinder zurück, der Vater will seine Tochter allein für sich haben. Das Jugendamt weiß eine wahrhaft salomonische Lösung: Beide Kinder werden aus der Einrichtung der Jugendwohlfahrt herausgenommen und privat bei einem Freund des Vaters im Ausland untergebracht. Seit dieser Unterbringung vor über vier Jahren kann der Vater beide Kinder jederzeit nach Belieben holen, ohne dazu einer Genehmigung oder Aufsicht zu bedürfen. Das Gericht gibt diese eigenartige Praxis zu, es gäbe dafür auch keine Beschlüsse; das Jugendamt hüllt sich seither in Schweigen und kontrolliert nicht mehr, wie es den Kindern wo ergeht. Die obsorgeberechtigte Mutter wird seither an nahezu allen Kontakten mit ihren Kindern gehindert, ohne Begründung dafür.

Der Unglaublichkeiten ist noch kein Ende. Die Bezirkshauptmannschaft stellt dem ausländischen Unterkunftgeber eine Blanko-Bestätigung aus, mit der ihm aufgrund eines Vertrages alle Rechte an den Kindern übertragen würden, obwohl die Kinder ausdrücklich keine Pflegekinder sind; die Behörde vertritt sogar als Anwalt den ausländischen Unterkunftsgeber in Gerichtsverfahren im Ausland; ob gegen Bezahlung, wird verschwiegen. Für die Unterbringung der Kinder werden hohe Beträge bezahlt und umgekehrt von der Behörde Provision kassiert. Die Jugendamtsleiterin verkündet unerschrocken, die Kinder würden bis zur Volljährigkeit im Ausland bleiben, dann komme eine Einbürgerung in Frage. Die Kinder werden nicht mehr als österreichische Staatsbürger geführt, sondern als EU-Ausländer.

Im Zuge dieser Sache stellt sich heraus, daß allein von Tiroler Jugendämtern hunderte Kinder privat im Ausland untergebracht sind. Die zuständigen Landesbehörden schweigen eisern, um ihre Dienststellen zu decken und vor allem die Geldflüsse zu vertuschen.

Wenn all dem das Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG) und dessen Tiroler Durchführungsgesetz (TJWG) gegenübergestellt wird, kommt erst so richtig die Ungeheuerlichkeit dieser Vorgangsweise auf. Die Anführung einzelner Paragraphen wird zwecks Übersichtlichkeit vermieden, diese können aber in den Gesetzen nachgelesen werden.

Das Jugendamt hätte laut JWG Meldungen sexuellen Mißbrauchs unverzüglich zu überprüfen. Statt dessen wird nach festgestelltem Mißbrauch das Opfer dem Täter zugeführt, die Anzeigen der letzten Jahre, über Vorfälle, die von dem Mädchen angegeben wurden, bleiben völlig unbeachtet. Das Mädchen muß einen ausländischen Arzt aufsuchen, damit die Mutter nichts davon erfahre, eine psychologische Betreuung des psychisch schwer geschädigten Kindes wird vom Tiroler Jugendamt trotz gesetzlichem Auftrag als nicht notwendig erachtet. Die Polizei wird mehrmals mit unrichtigen Auskünften von einem Einschreiten abgehalten.

Eine örtliche Zuständigkeit des betreffenden Jugendamtes ist laut Gesetz und Verfassung nicht gegeben, da die Kinder dort nicht ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und der erziehungsberechtigte Elternteil in einem anderen Bundesland wohnt. Heißt es doch eindeutig im Gesetz: Hilfen der öffentlichen Jugendwohlfahrt sind allen Personen zu gewähren, die ihren Aufenthalt in Tirol haben. Selbst die Vermittlung der Annahme an Kindes Statt in das Ausland ist im Gesetz von der Tätigkeit der Jugendämter ausgenommen. Diese Bestimmungen des TJWG werden genauso ignoriert wie der Umstand, daß eine Bezirkshauptmannschaft keinesfalls eine Privatperson im Ausland vor Gericht vertreten kann.

Hinsichtlich der Zulassung von Einrichtungen der Jugendwohlfahrt, in denen Kinder untergebracht werden dürfen, sind die Gesetze sehr deutlich. Solche Einrichtungen dürfen ohne einen schriftlichen Bewilligungsbescheid des Landes nicht betrieben werden und sind vom Land regelmäßig zu kontrollieren. Für ausländische Stellen scheiden Bewilligung und Kontrolle aus, da eine österreichische Landesbehörde dafür nicht zuständig ist. In der Tat weist die fragliche Unterbringungsstelle keine Bewilligung und keine fachliche Qualifikation auf und wird nicht kontrolliert. Hier wird die Sache schon pfeffriger. Denn der nicht genehmigte Betrieb einer solchen Einrichtung im Inland ist strafbar. Dem beugen die Jugendämter vor, indem sie ausländische Stellen verwenden, die nicht nach österreichischen Gesetzen bestraft werden können.

Vollends haarig wird die Sache, wenn man die Kosten betrachtet. Selbst bei nur 200 Kindern und der Annahme von durchschnittlich nur 4.000 Euro pro Kind und Monat fallen monatlich 800.000 Euro für das Land an (tatsächlich liegt die Anzahl der Kinder um einiges höher). Diese Kosten sind laut TJWG zu 35% von den Gemeinden zu ersetzen. Dieser doch beträchtliche finanzielle Aufwand scheint niemandem aufzufallen, da auch die betreffenden Ausgaben nicht aufscheinen. Für die Unterbringung österreichischer Kinder im Ausland gibt es – von Ausnahmefällen abgesehen – nicht die geringste gesetzliche Grundlage. Umso interessanter wäre es, unter welchem Titel hier monatlich Beträge weit jenseits der Millionengrenze verschoben werden, und wer tatsächlich daran verdient. Dazu kommt noch die Frage, wohin die Familienbeihilfen versickern, die doch auch nur im Inland bezahlt werden dürften.

Wesentlichste gesetzliche Tätigkeit der Jugendwohlfahrtsbehörden ist es, Familien bei der Pflege und Erziehung zu unterstützen. Dabei darf die Jugendwohlfahrt in familiäre Bereiche und Beziehungen nur insoweit eingreifen, als das zum Wohl des Kindes notwendig ist. Kinder jahrelang, hier offenbar beabsichtigt bis zur Volljährigkeit, in einem anderen Land unterzubringen und ihnen jeden Kontakt mit ihrer eigenen Familie und ihren Geschwistern zu verwehren – es ist aus normaler Sicht nicht möglich, dieses Vorgehen auch nur andeutungsweise in die Nähe des Gesetzes zu rücken. Der gesetzliche Auftrag, etwa im TJWG, die grundlegende Bedeutung der Familie für die Entfaltung des Minderjährigen zu beachten, wird genauso wenig berücksichtigt wie der Auftrag, die Zusammenarbeit mit dem Erziehungsberechtigten anzustreben, besonders da in vielen dieser Fälle eben die Kontakte zwischen Kindern und Eltern gewaltsam abgebrochen werden, wie in diesem Falle zur Mutter. Die Frage drängt sich auf, wozu Gesetze geschrieben werden, wenn sie in derart eklatanter Art mißachtet werden können.

Zur Klarstellung muß hier erwähnt werden, daß die Fremdunterbringung von Kindern eigentlich die letzte Möglichkeit und Ausnahme sein sollte, und auch das nur unter gänzlich anderen Voraussetzungen als in diesem Fall. Gerade in Tirol, aber auch anderswo, sind schwerwiegende Fälle bekannt, bei denen Kinder unter teils unmenschlichen Bedingungen bei einem unzureichenden Elternteil belassen wurden, in Extremfällen bis zum Ableben der Kinder. Die völlig unterschiedliche Handhabung einzelner Fälle und das weitgehende Fehlen jeglicher Dienstaufsicht sind ein auffallender Mangel der Jugendwohlfahrt. Tierschutz soll österreichweit vereinheitlicht und streng kontrolliert werden, doch bei Kindern will man wegsehen?

Unter dem Strich bildet sich der Eindruck, daß vielen Familien besser und weitaus kostengünstiger geholfen werden könnte, würden fachlich kompetente und gut ausgebildete Beratungsstellen eingeschaltet, hingegen die kostspielige Kinderverarbeitungsindustrie der Jugendwohlfahrtsbehörden abgeschafft.

Abschließend kann man ergänzen: Die hier betroffene Mutter hat gutes Einvernehmen mit dem Jugendamt ihres Wohnortes und erscheint voll in der Lage, ihre elterlichen Pflichten ihrer jüngsten Tochter gegenüber wahrzunehmen, die ihr verblieben ist. Also kann man es umso weniger verstehen, daß ihre beiden anderen Kinder jahrelang von ihr abgeschottet werden. Es mag sich der Verdacht aufdrängen, daß das betreffende Tiroler Jugendamt seine sture Haltung nur aus der Angst setzt, das eigene Fehlverhalten bei dem vorgefallenen sexuellen Mißbrauch würde auffliegen.

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