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Kategorie Archive: Musik

SOS-MUSIKLAND vs. ORF: Österreich Schlusslicht bei heimischer Musik im Radio

sosmusiklandHeimische Musik ist in Österreich im Radio seit Jahren stark unterrepräsentiert. Der Anteil inländischer Musik in den Radioprogrammen des ORF liegt derzeit bei nur 15,2 Prozent. Obwohl sich die heimischen Musikschaffenden seit nunmehr rund zehn Jahren darum bemühen, das insbesondere im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Quote für inländische Kompositionen deutlich angehoben wird, hat sich die Situation im Laufe der Zeit eher verschlechtert als verbessert. Daher fordert die Vereinigung der Musikschaffenden- und Musikproduzentenverbände SOS-Musikland.at http://www.sos-musikland.at nun ein rasches und deutliches Handeln und geht mit dem ORF hart ins Gericht. „In den vergangenen Monaten standen wir in Verhandlungen mit dem ORF, diese wurden dann jedoch plötzlich und ohne ersichtlichen Grund unterbrochen“, kritisiert Hannes Eder, Präsident IFPI Österreich, im Zuge einer Pressekonferenz heute, Mittwoch, in Wien.

SOS-Musikland und der ORF verhandelten seit einer parlamentarischen Enquete im vergangenen Juni zur Lage der Musikschaffenden in Österreich über eine freiwillige Vereinbarung zur Anhebung des heimischen Musikanteils im Radio. Orientiert an einer Charta aus der Schweiz stellte SOS-Musikland ein Papier zusammen, in dem Punkt für Punkt festgehalten wird, wie eine Erhöhung des heimischen Musikanteils zu erreichen ist. Eine Einigung zwischen ORF und den Musikvertretern kam jedoch nicht zustande. „Österreich ist Schlusslicht in Europa. Normalerweise ist der Anteil inländischer Musik in den öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen deutlich höher“, so Peter Paul Skrepek von der Musikergilde im Zuge der Pressekonferenz. Der europäische Durchschnitt liege bei 40 Prozent, die BBC vermelde gar Quoten von rund 50 Prozent.

Vor wenigen Tagen sendete der ORF seinerseits eine Mitteilung aus, in der er einen Maßnahmenkatalog präsentierte, in dem unter anderem von Selbstregulierungsangeboten die Rede ist. Laut SOS-Musikland in erster Linie ein Zeichen für ein „gestiegenes Problembewusstsein“. Doch eine nachhaltige Lösung werde durch einen einseitigen Maßnahmenkatalog des ORF nicht erreicht. Der freiwilligen Vereinbarung nach dem Muster der Schweizer Charta sei man bisher keinen Schritt näher gekommen. „Wir verlangen eine Wiederaufnahme der Verhandlungen, dass eine fixe Quote für heimische Musik definiert wird und diese in drei bis vier Jahren umzusetzen ist. Die Quote muss sich im europäischen Schnitt bewegen“, erklärt Eder.

Die vom ORF angepeilte Steigerung von fünf Prozent entspreche nur einer Anhebung auf 24,1 Prozent beim Interpretenanteil, ein Plus von nur 1,15 Prozentpunkten. „Damit verkauft die ORF-Geschäftsführung geschickt, dass sie im Grunde nichts tut“, so Skrepek. Vom Ziel eines nationalen Musikanteils von einem Drittel der Interpreten, wie von den Interessensverbänden als Etappenziel für 2011 anvisiert, sei man weit entfernt. „Der österreichische Musikmarkt hat sich insgesamt in den vergangenen Jahren um etwa ein Viertel reduziert“, klagt Stephan Dorfmeister vom verband der unabhängigen Tonträgerproduzenten Österreichs (VTMÖ). Es sei fünf vor Zwölf, Vernunft anzunehmen, Mut zu zeigen und gemeinsam substanzielle Schritte zu setzen. Während in Europa der Anteil inländischer Musik im Radio stetig zunimmt, fällt er in Österreich seit Jahren. „Vor einigen Jahren lag der Anteil heimischer Musik in den ORF-Radios immerhin noch bei 30 Prozent“, so Dorfmeister. Gerade angesichts der ständig rückläufigen Tonträgerverkäufe und dem Paradigmenwechsel in der Musikbranche (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080220026/) sei die Förderung heimischer Künstler von Bedeutung. „In Ländern, wo die heimische Musikszene stärker präsent ist, profitiert der gesamte Musikmarkt davon – darunter auch die ausländischen Künstler“, meint Eder.

Letztlich sollen laut SOS-Musikland auch die Privatradios in die Debatte miteinbezogen werden. Dies könne jedoch keine zwingende Voraussetzung sein, da Private bis dato keinerlei Finanzierung ihrer Tätigkeiten aus öffentlichen Mitteln generieren. Reagiere der ORF nicht auf die neuerlichen Forderungen, so sei letztlich die Politik in der Pflicht, eine Quotenregelung per Gesetz festzuschreiben. „Es stellt sich die Frage, inwieweit Formatradio und öffentlich-rechtlicher Rundfunk vereinbar sind. Diese Frage muss im kommenden ORF-Gesetz klar beantwortet werden“, betont Skrepek. (pte/red)

ORF-Radios diskriminieren Musik aus Österreich

Musik aus Österreich ist in den verschiedenen ORF-Rundfunkprogrammen mit einem Durchschnittswert von 16,4 Prozent vollkommen unterrepräsentiert. Zu diesem Schluss kommt Peter Paul Skrepek, Präsident der Musikergilde http://www.musikergilde.at, der Interessenvertretung für freiberuflich Musikschaffende in Österreich. Nicht nur auf Ö3, dem Sender mit der stärksten Reichweite, stamme nur jeder 18. gespielte Tonträger (5,5 Prozent) aus dem eigenen Land. Auch Radio Wien und der Kultursender Ö1 würden mit 5,8 bzw. 7,5 Prozent nur geringfügig mehr Material österreichischen Ursprungs senden. „Bei einem derart niedrigen Wert kann man durchaus von einer Diskriminierung österreichischer Musik sprechen“, stellt Skrepek im Gespräch mit pressetext fest. Seit nunmehr 15 Jahren bemühe man sich nun bereits, den ORF zu einer Steigerung dieses Anteils zu bewegen. Man sei „höflich und geduldig“ gewesen, doch nun sei es mit der Geduld vorbei. Gemeinsam mit heimischen Musikern und Plattenlabels hat Skrepek deshalb im Rahmen einer gestarteten Initiative die Webseite SOS-musikland.at http://www.sos-musikland.at ins Leben gerufen, die „mehr Musik aus Österreich im Rundfunk“ fordert.

„Den österreichischen Musikern und Plattenfirmen reicht es. Sie verlangen endlich gleiches Recht“, erklärt Skrepek. In allen anderen europäischen Ländern würden die Radiosender im Durchschnitt rund 40 Prozent Musik aus dem eigenen Land spielen. „Österreich ist in dieser Hinsicht nicht nur europaweit Schlusslicht, sondern liegt auch im weltweiten Vergleich ganz weit hinten“, ergänzt Skrepek. Nur Venezuela und Neuseeland würden ihre eigenen Künstler noch weniger berücksichtigen. „Ein ganzer Wirtschaftszweig steht vor den Trümmern einer verfehlten Programmpolitik. Nicht nur die in Österreich lebenden Musikschaffenden, sondern auch das Publikum fordert immer lauter eine Wende“, betont Skrepek.

Um mit dem Missstand aufzuräumen, hat Skrepek gemeinsam mit Partnern aus der heimischen Musikbranche die Webseite SOS-musikland.at gestartet. „Auf unserer Seite rufen wir alle Menschen dazu auf, diese Aktion durch eine Unterstützungserklärung zu fördern“, erläutert Skrepek. Dabei gehe es vor allem auch um die Generierung öffentlicher Aufmerksamkeit. Innerhalb weniger Tage haben laut dem Musikergilde-Präsidenten bereits mehr als 2.500 Personen unterschrieben. „Am 27. Juni beginnen offizielle Verhandlungen mit dem ORF-Management über ein Ende der Diskriminierung. Unsere Erfolgsaussichten waren realistisch betrachtet noch nie so hoch wie jetzt“, meint Skrepek.

Die Verantwortung für den zu niedrigen Anteil an heimischer Musik im Programm der österreichischen Radiosender trage laut Skrepek aber nicht nur der ORF alleine. „Der ORF erfüllt seinen gesetzlichen Kulturauftrag nur in sehr eingeschränktem Maße. Daran sind auch die Politik und die zuständigen Aufsichtsorgane mit Schuld, die diesen Auftrag anscheinend nicht Ernst genug nehmen“, fasst Skrepek zusammen. Als dritten Schuldigen nennt er die Wirtschaft. Diese habe die Entwicklung der Formatradios entscheidend mitgeprägt. „Aufgrund von Marketingüberlegungen kommt es zu einer musikalischen Verarmung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, musste sich auch der ORF diesem Trend beugen“, so Skrepek abschließend. (pte/red)

In wenigen Jahren sind Plattenfirmen überflüssig

Das Internet hat die Musikbranche verändert. Während das weltweite Netzwerk von Seiten der Industrie oft vorwiegend als Bedrohung wahrgenommen wird, beginnen die Künstler selbst zunehmend dessen Potenzial in Bezug auf die Erschließung neuer Vertriebskanäle für sich zu entdecken. Ein Beleg dafür, dass solche alternativen Vertriebsmöglichkeiten auf Künstlerseite zunehmend gefragter werden, sind Online-Portale wie Feiyr.com https://www.feiyr.com. „Wir sehen uns selbst als virtuelle Plattenfirma“, erklärt dessen Geschäftsführer, Armin Wirth, im Gespräch mit pressetext. „Wer sich auf unserer Seite registriert, hat die Möglichkeit, sich auch ohne einem eigenen Plattenvertrag einem weltweiten Publikum zu präsentieren und sein Werk zu vertreiben“, ergänzt Wirth.

„Jeder, der von seiner Musik überzeugt ist, sollte die Möglichkeit haben, diese veröffentlichen und vertreiben zu können“, erläutert Wirth die grundsätzliche Idee hinter Feiyr.com. Seine langjährige Erfahrung innerhalb der Branche habe gezeigt, dass diese Forderung nur in den wenigsten Fällen auch tatsächlich mit Erfolg umsetzbar sei. „Es gibt so viele Künstler in der Musikbranche, die keinen Plattenvertrag haben und sich kein teures Marketing leisten können. Die meisten davon bleiben auf der Strecke“, kritisiert Wirth. Das Internet stelle in diesem Zusammenhang eine viel versprechende Möglichkeit dar, um den finanziellen und organisatorischen Aufwand möglichst gering zu halten. „Viele Musiker, DJs und Produzenten sind an uns mit dem Wunsch herangetreten, dass sie ihre Werke schnell und unkompliziert in digitaler Form vertreiben möchten“, schildert Wirth.

„Wir sind davon überzeugt, dass aufgrund der derzeitigen Entwicklung in wenigen Jahren keine Plattenfirmen mehr nötig sein werden“, meint Wirth. Feiyr.com biete einem Künstler jetzt schon alles, was er zum Aufbau einer eigenen Musikerkarriere brauche. „Nach der kostenlosen Registrierung erfolgt innerhalb von zehn Minuten der Titel-Upload sowie die anschließende Präsentation in den weltweit größten Download-Shops wie iTunes, Musicload oder Napster“, fasst Wirth zusammen. Gegenüber einem herkömmlichen Plattenlabel würden sich zudem auch einige Vorteile ergeben. „Jeder normale Plattenvertrag hat eine Mindestlaufdauer von drei bis fünf Jahren. Wir akzeptieren aufgrund der niedrigen Kosten und Aufwände auch eine tägliche Kündigung“, führt Wirth aus. Auch in punkto Feedback-Kontrolle biete das Online-Portal wesentlich mehr Möglichkeiten. „Bei uns kann ein Künstler in Echtzeit kontrollieren, wie oft seine Produkte betrachtet wurden. Download-Statistiken und Reports sorgen für zusätzliche Transparenz“, stellt Wirth klar.

Dass derartige Vertriebswege nicht nur bei den Künstlern gut ankommen, sondern auch bei den Kunden, bestätigen die bisherigen Verkaufserlöse von Feiyr.com. „Wir haben in den ersten drei Monaten seit unserem Start bereits 1.200 Euro Umsatz eingespielt“, erklärt Wirth. Rund 200 Labels mit 652 Alben sind Wirth zufolge mittlerweile auf dem Portal zu finden. Die Kosten für die Aktivierung eines Accounts betragen 4,90 Euro. Die Weiterleitung des eigenen musikalischen Werks an einen Download-Shop ist ab drei Cent zu haben. „Für eine Weiterleitung an alle 250 Partnerportale verrechnen wir eine Pauschale von rund drei Euro“, so Wirth abschließend. (pte/red)

Michael Jackson vor Karriere-Comeback

Die US-amerikanische Private-Equity-Gruppe Colony Capital http://www.colonyinc.com hat sich ein besonderes Ziel gesetzt: Sie möchte die Karriere des bekannten Popstars Michael Jackson wieder beleben. Dieser hatte in den vergangenen Jahren immer wieder für öffentliches Aufsehen gesorgt, allerdings nicht im positiven Sinn. Bestes Beispiel hierfür war ein Gerichtsverfahren, in dem der so genannte „King of Pop“ wegen dem Vorwurf auf Kindesmissbrauch angeklagt worden war. Ein kalifornisches Gericht hatte den Sänger zwar im Juni 2005 in dieser Hinsicht freigesprochen, sein Image in der Öffentlichkeit blieb aber bis heute weitestgehend zerstört. Nun will Colony Capital, eine Investmentgruppe, die unter anderem das Hilton-Hotel in Las Vegas besitzt und an mehreren Casinos beteiligt ist, das angekratzte Ansehen des einstigen Superstars wieder aufpolieren, ihn auf die Bühne bringen und somit seine musikalische Karriere wieder in Gang setzen.

Dass Colony Capital das gelingen könnte, was schon eine Reihe von Managergrößen aus der Musikbranche, Anwälte und Milliardärfreunde bisher nicht geschafft haben, ist laut Bericht des Wall Street Journals gar nicht so unwahrscheinlich. Als entscheidender Vorteil könnte sich in diesem Zusammenhang der Umstand erweisen, dass die Private-Equity-Gruppe derzeit im Besitz eines sehr guten Druckmittels ist, das Michael Jackson die Entscheidung zur Rückkehr auf die musikalische Bühne erleichtern könnte. Im Mai hatte die Gruppe nämlich eine 23-Mio.-Dollar-Anleihe erworben, die von dem ehemaligen Wohnsitz Jacksons, der Neverland Ranch in Kalifornien, gedeckt wird. Dem mittlerweile auch finanziell angeschlagenen Popsänger wurde daraufhin eine kurze Zeitspanne eingeräumt, in der er sich über seine weiteren Karrierepläne klar werden soll.

Nun drängt Colony Capital Jackson dazu, seinen derzeitigen Wohnsitz in Nevada zu verlassen, um Auftritte in den in Besitz der Gruppe befindlichen Glücksspiel- und Unterhaltungsbetrieben zu absolvieren. Michael Amir, ein Sprecher des Popstars, bestätigt gegenüber dem Wall Street Journal, dass Gespräche zwischen beiden Parteien bereits stattgefunden hätten. „Wir kommen gut voran und versuchen, in Zukunft einige positive Dinge auf die Beine zu stellen“, erklärt Amir. „Wir haben die Anleihe auf die Neverland Ranch erworben und sind derzeit in Verhandlungen mit Mr. Jackson bezüglich einer Refinanzierung, in denen wir auch andere Geschäftsmöglichkeiten zu beiderseitigem Interesse diskutieren“, so Tom Barrack, CEO von Colony Capital.

Seit Beendigung des Gerichtsverfahrens wegen Kindesmissbrauchs gegen Jackson haben bereits mehrere einflussreiche Persönlichkeiten aus der Musikbranche versucht, den Sänger zu einem Comeback zu bewegen. Doch bislang blieben alle diese Anstrengungen erfolglos. So verzichtete Jackson erst im Februar dieses Jahres auf eine bereits geplante Performance im Zuge der US-amerikanischen Grammy-Award-Preisverleihung. Ungefähr zur selben Zeit lehnte er auch ein Angebot ab, in dessen Rahmen er zehn abendliche Auftritte in einem Konzerthaus in London absolvieren sollte. Aus dem Umfeld des einstigen Popstars hieß es dazu nur, dass sich Jackson aufgrund der lang andauernden Qualen vor Gericht noch nicht dazu in der Lage sehe, die Härte eines öffentlichen Auftritts durchzustehen. (pte/red)

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