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Monthly Archives: November 2007

Danke Xlarge! Kann die kleine Lydia bald nach Hause?

Als einst ein mehrseitiger Brief, unterschrieben von den Angehörigen der 1 ½ jährigen Lydia, die Redaktion vom Nachrichtenmagazin Xlarge erreicht, war schnell bewusst, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Im Argusauge der Kritik, die Jugendwohlfahrt und eine unberechtigte Kindesabnahme.

In Windeseile nimmt sich der Enthüllungsjournalist Stephan Pfeifhofer dem Debakel an. Unzählige Telefonate, viele Fragen und eine amtliche Mauer des Schweigens sind die Folge. Besonders hart geht die Großmutter der Enkelin mit den Behörden ins Gericht »So muss es in der Nazizeit zugegangen sein«

Begonnen hatte alles, nachdem sich Gerda Fleischhauer in einer Diskothek mit Lydia im Arm betrunken haben soll. Die Betreiberin will davon nichts mitbekommen haben, das Jugendamt aber schon. Für die Oma Friederike Kraft ein klarer Fall »Das ist eine persönliche Fehde gegen meinen Pflegesohn und dessen Lebensgefährtin«

Für Bezirkshauptmann Klaus Trummer liegt der Grund allen Übels aber in den Beziehungsproblemen zwischen den Kindeseltern und keinesfalls beim Amt. Dort will man sich an die Vorschriften gehalten haben, wenn gleich es nicht einmal eine Spielecke für Besuchskontakte gibt, wie ein Lokalaugenschein mit versteckter Kamera belegt.

Kurz vor der Tauffeier hat schließlich die Fürsorge zugeschlagen und das Mädchen aus der Familie gerissen (siehe Tragödie vor Tauffeier – Plötzlich war unser Kind weg). Jetzt kämpft die gesamte Familie um die einzige Tochter von Gerda Fleischhauer und Daniel Witwar. Ende Oktober wurde deshalb vor dem Bezirksgericht Oberpullendorf erneut verhandelt, während Lydia bei Fremdpflegern aufwachsen muss. Besonders dramatisch, der Kindesvater war einmal selbst ein Pflegekind und wurde von Friederike Kraft großgezogen. »Schon damals habe ich mit dem Jugendamt nur Probleme gehabt« erzählt die St. Aegyderin im Gespräch mit Stephan Pfeifhofer.

Nach erneutem Befinden des Gerichtes und einem Gutachten von Psychologe Holger Eich, es liegt dem Nachrichtenmagazin Xlarge exklusiv vor, könnte Lydia schon bald wieder bei ihren Eltern spielen, wenn sich diese durch eine Paartherapie stabilisiert haben. »Eine Wohnung und einen Job haben die Beiden schon« berichtet die Oma eilig von der Verhandlung am Redaktionstelefon. Schon zu Weihnachten sollen die Augen der kleinen Lydia unter dem Weihnachtsbaum in den Armen von Mama und Papa erstrahlen, und Friederike Kraft gibt sich überglücklich, das ist nicht zuletzt ein Verdienst vom Nachrichtenmagazin Xlarge und seiner großartigen Berichterstattung, vielen Dank!

Am 1. Dezember 2006 wurde Lydia aus den Armen ihrer Mutter gezerrt, wie ein Augenzeuge das Nachrichtenmagazin Xlarge unterrichtet. Jetzt könnte ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk für das junge Paar in Erfüllung gehen, gemeinsam mit Töchterchen und Verwandten, in einem erfüllten Fest der Freude.

Zuletzt war die österreichische Jugendwohlfahrt, insbesondere das Jugendamt in Schwaz/Tirol sowie das Jugendamt in Mödling/Niederösterreich, in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein 17 Monate altes Kleinkind an den Verletzungen durch seinen Stiefvater im Krankenhaus erlag. Nach Angaben der Ärzte waren die Misshandlungen bereits im Sommer diagnostiziert worden. Jetzt will der ORF über Fotoaufnahmen verfügen, die eindeutig belegen, dass bereits im Juni das Kindeswohl des kleinen Luca akut gefährdet war.

Hyperspeed & Kundenfrust: Die Abzockmasche von Tele2

Seit geraumer Zeit wirbt das Telekommunikationsunternehmen »Tele2« mit Hyperspeed und über 100.000 zufriedenen Kunden. Unterstreichen will der alternative Telekom Anbieter seine Grundsätze mit dem prägnanten Slogan »Tele2 – Warum mehr bezahlen«

Diese Frage hat sich auch Erna M.* aus Landeck in Tirol gestellt. Die rüstige Rentnerin surft gerne im Netz und setzt sogar auf mobile Kommunikation. Glaubt man den Studien, stellt die Zielgruppe der Generation 50+ einen besonderen Leckerbissen für die hiesige Telekommunikationsbranche dar.

Die Lust auf das Moderne sollte Erna M. aber bald vergehen. Gleich im Sommer 2005 hat die Landeckerin einen schriftlichen Auftrag für »Tele2 Complete« unterschrieben. »Kurze Zeit später kam ein Herr von der Post, schraubte an meiner Telefonsteckdose und befestigte einen Aufkleber mit einer Nummer drauf. Wenige Tage später hat sich Tele2 bei mir schriftlich gemeldet und mich im Hochleistungsnetz willkommen geheißen» erzählt Frau M. von ihrem Eintritt ins moderne Zeitalter.

»Im Gegensatz zu anderen Internet Service Providern, sie sind für die Verbindung zwischen Endkunden und dem Internet verantwortlich, entbündelt Tele2 Anschlüsse der Telekom Austria. Dh. sie kauft die Leitung vom Wählamt zum Kunden der TA einfach ab. Nun hängt der Kunde direkt im Netzwerk von Tele2« erklärt der Telekommunikationsexperte Ing. Thomas Gurschler die Background Abläufe.

Unterdessen wartet die Rentnerin auf das »All-in-One Modem« von Tele2. Geht es nach den Werbeversprechen des neuen Providers, könnte man gleichzeitig surfen und telefonieren, ohne an die Telekom Austria eine Grundgebühr für Telefonie bezahlen zu müssen. Ein Novum, das sich Frau M. nicht entgehen lassen möchte. »Schließlich dauerte es noch gut zwei Wochen bis ich das Gerät in Händen halten konnte. Mein Enkel hat mit der Installation geholfen und auch die ersten Schritte ins World Wide Web erklärt« erinnert sich die Tirolerin an den Beginn einer nicht enden wollenden Odyssee zurück.

Während Erna M. in Zeiten ihres Telekom Austria Anschlusses eine Geheimnummer besaß, sollte das bei Tele2 plötzlich ein Ding der Unmöglichkeit werden. »Heute sieht ja bekanntlich jeder die Nummer des Anrufers auf seinem Telefon. Das wollte ich nicht und musste ein halbes Jahr darum bitten« kommt bei der Pensionistin erster Frust auf.

Doch damit nicht genug, denn auch die Rechnungslegung ließ erst auf sich warten. »Plötzlich im Jänner habe ich eine Rechnung bekommen, und ich sollte mehrere Hundert Euro bezahlen« schildert Erna M. noch heute mit einem Zittern in der Stimme diese Schrecksekunden. Unrichtige Minutenentgelte für Telefonie, nicht vereinbarte Installations- und Herstellungskosten und erfundene Monatsgebühren, sind nur einige Beispiele, die auf den ersten Blick in dieser Horrorrechnung auffallen.

Zuvor sollte Erna M. aber bereits den zweiten Fehler begannen haben. Nachdem im Dezember noch immer keine Geheimnummer geschaltet war, wollte sie sich bei der Hotline über den Stand der Dinge erkunden »Die Dame nahm erneut meine Daten auf, die sie anschließend schriftlich weiterleiten müsste« Schnell sollte klar werden, dass es der bemühten Telefonistin im Call-Center gar nicht um die Anliegen von Frau Erna M. ging, sondern viel mehr darum, dass Erna M. einen weiteren Vertrag abschließen sollte. »Hierzu bedient sich Tele2 gerne einer Aufnahme des telefonischen Bestellvorgangs, welcher bereits von der Telekom Regulierungsbehörde (RTR) scharf kritisiert werden musste« gibt Gurschler weiterführend zu verstehen.

Nun hatte die Rentnerin auch einen Mobilfunkvertrag abgeschlossen, der mit Euro 9,90 anstatt Euro 19,90 zu Buche schlagen würde. Innerhalb von zwei Wochen sollte Frau M. nun auch kostenlos zwischen Festnetz und Handy telefonieren können. Besonders praktisch, wenn die Landeckerin gerade unterwegs ist, und ein Familienmitglied sie von zu Hause aus erreichen möchte.

»Mitte Januar hatte meine Oma noch immer kein Handy. Also habe ich angerufen und nachgefragt. Der Herr besprach mir, dass meine Oma das Handy bekommen werde, leider gebe es aufgrund zahlreicher Bestellungen, im Moment Lieferengpässe« berichtet Mario O.* von den Geschehnissen mit Tele2.

Der Call-Center Mitarbeiter sollte Recht behalten, denn Ende Jänner 2006 bekam Erna M. tatsächlich ihr neues Handy. »Gerade einmal zwei Wochen später hat es erneut an der Türe geläutet. Plötzlich stand der Postbeamte mit einem weiteren Paket von Tele2 vor mir. Ich habe es halt angenommen, wusste ja nicht was im Paket war« plagen die einfache Frau heute Schuldgefühle.

Das zweite Paket sollte aber keineswegs ein verspäteter Weihnachtsgruß von Tele2 sein. Beim Auspacken stellt Erna M. fest, dass ihr ein weiteres Handy zugesandt wurde. Das gleiche Modell, allerdings laut beiliegenden Papieren mit einer monatlichen Grundgebühr von Euro 19,90. Während das erste Handy korrekt im Tarif mit Euro 9,90 angemeldet war, schien das Übel aller Dinge mit dem zweiten Handy nun wirklich seinen Lauf zu nehmen. Besonders prekär, das zweite Handy wurde von Erna M. nie bestellt.

Der Anruf vom Enkel im Call-Center bei Tele2 sollte rasch Klarheit bringen »Es war mir versichert worden, dass auch dieses zweite Handy im Tarif um Euro 9,90 pro Monat angemeldet sei. Deshalb haben wir uns dafür entschlossen, das zweite Gerät zu behalten. Kurze Zeit später kam die Ernüchterung in Form einer weiteren Rechnung. Darauf waren Anschlussgebühren und rund Euro 20,- pro Monat Grundgebühr aufgelistet«

Ein fataler Vertrauensfehler also, wie sich später herausstellen wird, denn plötzlich trudeln massenhaft Rechnungen und Mahnungen fast zeitgleich bei der Tiroler Rentnerin ein. Sogar das Inkassobüro »IS Inkasso Dienst« machte auf sich aufmerksam, und kündigte gleich einen persönlichen Lokalaugenschein an. Davon hatte die Rentnerin bereits mehr als genug. Schon mehrmals stand ein netter Herr von Tele2 vor der Türe, um wohlfeil die Produkte des Unternehmens anzubieten. Offenbar wusste der Keiler nichts von den bereits abgeschlossenen Verträgen zwischen Tele2 und Frau Erna M. (siehe Foto Links)

Der Enkel gerade auf Geschäftsreise, also eine schier unglaubliche Situation für eine Frau, die ihr Leben lang jede Rechnung pünktlich bezahlt, und bis heute keine Schulden angehäuft hat. Mit ihrer kleinen Rente wollte Erna M. eigentlich nur die kleine Pauschalgebühr für »Tele2 Complete« bezahlen.

»Als mein Enkel zurück kam, hat er viele Male dort angerufen, sich beschwert und auch eine Vielzahl an technischen Problemen mit den Handys bekannt gegeben« kann sich Erna M. erinnern. »Aber nicht genug, wir mussten beide Handys dann sogar zur Reparatur einschicken, weil sie nicht mehr funktioniert haben« ergänzt der Enkel im Gespräch mit Stephan Pfeifhofer vom Nachrichtenmagazin Xlarge.

Frau M. sollte dafür sogar Euro 15,- für eine Reparatur bezahlen, die von Anfang an nie durchgeführt worden war. Für Ing. Thomas Gurschler ein reines Fiasko »Die Geräte unterliegen einer zweijährigen Garantieleistung, und Tele2 beauftragt für die Reparatur noch ein externes Unternehmen«

Erst nachdem sich die Rentnerin erschöpft an den Konsumentenschutz der AK-Tirol wendet, sollte Licht ins Dunkel kommen. So hatte man binnen drei Tagen eine außerordentliche Kündigung gegenüber Erna M. ausgesprochen. Wie es im Tele2 Schreiben heißt, wegen vertragswidrigem Verhalten der Kundin.

Für den AK Konsumentenschützer Mag. Schuster kein Einzelfall »Laufend melden sich geprellte Tele2 Kunden in unserer Abteilung« Nach einem regen Briefwechsel soll Erna M. nochmals Euro 600,- bezahlen, um aus den Verpflichtungen herauszukommen. Für den Konsumentenschützer der einzige Weg, damit weitere Ansprüche abgewendet werden können.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge wollte man sich zur Causa nicht äußern. Man bedauere aber gegenüber Erna M. die Vorkommnisse. Unterdessen meldet sich ein Tele2 Mitarbeiter, der zugibt, dass es gerade im Anfangsstadium des neuen Produktes »Tele2 Complete«, respektive zwischen Sommer 2005 und Sommer 2006 weitestgehend Probleme gegeben hat.

Weitreichende Recherchen haben zudem ergeben, dass gleich drei Unternehmen für den Kundenservice verantwortlich zeichnen. So z.B. wird die Firma Transcom für das Rechnungswesen eingesetzt, während alle Call-Center einem weiteren Unternehmen zugeordnet sind. Ein Insider ortet darin laufend suspekte Pannen, wobei die betroffenen Kunden selbst meist auf der Strecke bleiben.

 

* Namen von der Redaktion geändert!

So jagt SOS Kinderdorf kritische Berichterstatter

Der Enthüllungsjournalist und Buchautor MMag. Stephan M. Pfeifhofer ist hart, beschreibt er sich selbst, ist er so hart wie »Krupp Stahl« und im Gegensatz zu seinen Kollegen ein hartnäckiges Bürschchen.

Besonders angetan hat es ihm das weltumspannende Kinderhilfswerk SOS Kinderdorf. Bereits im Sommer 2003 recherchiert der pfundige Nordtiroler viele Ungereimtheiten. Eine ehemalige SOS Kinderdorf Mutter packt erstmals aus und berichtet von untragbaren Zuständen.

»Unter Hermann Gmeiner hätte es so etwas nicht gegeben« berichtet der Österreich Wallraff von den ersten Erzählungen seiner Informantin.

Selbst durch einen Skandal in der Jugendwohlfahrt betroffen, begann Stephan Pfeifhofer schon 2002 im Desaster Jugendwohlfahrt zu wühlen. »Es ist mir kalt über den Rücken gelaufen, wie mir eine 12 jährige aus Innsbruck erzählt, dass sie im Landeskinderheim Axams wohnt und in Innsbruck jede Woche anschaffen geht«

Für den Vater von drei Kindern Grund genug nicht loszulassen. Die Erhebungen gehen weiter, denn Pfeifhofer platziert sich mit versteckter Kamera in der Maria Theresien-Straße. »Heute ist da keiner mehr, die Politik hat zwischenzeitlich reagiert, auch wenn sie offiziell von jugendlichen Komatrinkern spricht« erzählt der Investigativ Reporter weiter.

Besondere Beachtung bekam schlussendlich 2003 der Fall von fünf Mädchen aus Landeck. Sie hatten sechs Jahre ihrer Kindheit im SOS Kinderdorf Osttirol verbracht, nachdem der Vater wegen sexuellen Missbrauchs bezichtigt wurde. Bis heute konnten diese Vorwürfe einer Ärztin der Innsbrucker Kinderklinik nicht bestätigt werden. Nach schier endlosen Rückführungsversuchen, ordnete eine Lienzer Pflegschaftsrichterin die sofortige Beendigung der Fremdunterbringung an. Begründung »Die Kinder werden seelisch verkümmern, wenn sie weiterhin im SOS Kinderdorf Osttirol verbleiben«

»Als Journalist stellt man sich die Frage, weshalb derartige Vorwürfe nicht eher abgeklärt werden konnten. Sechs Jahren sind meines Erachtens zuviel. Als ich in Osttirol nachgehakt habe, wurde mir berichtet, dass sowohl der Dorfleiter als auch die verantwortliche Kinderdorfmutter für den Verbleib der Mädchen im SOS Kinderdorf waren. Sogar eine Lehrerin der Mädchen hat sich hinter das Kinderhilfswerk gestellt« berichtet der gebürtige Landecker über Willkürmaßnahmen einer selbsternannten Kinderhilfsorganisation.

Das von Pfeifhofer skizzierte Muster findet sich nach wie vor im Freien Träger der Jugendwohlfahrt und somit in allen 10 SOS Kinderdörfern innerhalb von Österreich. In der Rolle des »Diplomsozialarbeiters und Diplomsozialpädagogen Stephan Tiefenbacher« begab sich Stephan Pfeifhofer schließlich 2006 auf eine imposante Spurensuche.

Das SOS Kinderdorf Pinkafeld und Dorfleiterin Doris Wild sollte schließlich Ziel der Enthüllungen werden. Verstoß gegen die Kinderrechte, Diffamierung des Herkunftssystems und Misshandlungen an Kindern, sind nur einige aufklärungsbedürftige Details, die investigativ recherchiert werden konnten.

Während der Druck auf die Organisation stieg, wollte man beim Gmeiner Hilfswerk nicht untätig zusehen. Die installierte Rechtsabteilung rund um Dr. Clemens Klingan, sollte so rasch wie möglich für Ruhe sorgen. Normalerweise werden leibliche Eltern durch Klingan abgemahnt, wenn sie Kritik am SOS Kinderdorf öffentlich, z.B. vor dem Pflegschaftsgericht, aussprechen.

»Sämtliche Weisungen ergehen durch die Dorfleitung. Kinderdorfmütter sind angewiesen wie sie mit leiblichen Eltern der Kinder zu verfahren haben. Diese internen Merkblätter liegen mir lückenlos vor« zeigt Pfeifhofer Machenschaften auf, die an einen John Grisham Bestseller erinnern könnten.

Unterdessen sah sich der Familienvater und Verfechter von Kinderrechten mit einer Anzeige der SOS Kinderdörfer nach § 107a StGB konfrontiert »Im September des vergangenen Jahres haben sie mich wegen Stalkings angezeigt. Angeblich hätte ich der Dorfleiterin von Pinkafeld, Doris Wild, nachgestellt. Diesen Blödsinn haben sogar die Polizeibeamten an der PI Landeck geglaubt. Natürlich musste die Staatsanwaltschaft Innsbruck einen derartigen Schwachsinn, durch Einstellen der Voruntersuchungen, beenden. Bedauerlicherweise gilt das Anti-Stalking-Gesetz nicht für Journalisten, ganz im Gegenteil, es würde die Pressefreiheit massiv beschneiden«

Die einzig Geschädigte weilt unter dessen nicht mehr als Leiterin im SOS Kinderdorf Pinkafeld, wo 2003 ein erst 13 Jahre altes Kind 1 ½ Stunden vom Vorgänger bei versammelter Menge körperlich gezüchtigt worden war.

Ob die gebürtige Steyrerin und Psychologin heimlich von Pinkafeld abgezogen wurde, wollte man bei SOS Kinderdorf Österreich bis heute weder bestätigen noch dementieren.

Für den Enthüllungsjournalisten Stephan Pfeifhofer steht jedenfalls eines fest »Ich werde auch in Zukunft über Skandalwirtschaft und Missstandsduldung im weltumspannenden Kinderhilfswerk SOS Kinderdorf unaufhaltsam berichten«

Herolds private Datensammler im Visier

Mit dem Slogan »Jede Adresse hat ihre Geschichte« werben die Datensammler für vertrauenswürdige Abnehmer. Am Beginn eines Anfragemarathons beschwichtigt Barbara Hackl gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge »Die Daten wurden von uns bei AZ Direct eingekauft. Woher die Daten stammen, wäre bei unserem Partner zu erfragen«

Konkret handelt es sich um die in Kritik geratene »Herold Marketing CD Privat«, für den Datenschützer und Vorsteher der Arge Daten, Hans Zeger, nicht nur ein Stein des Anstoßes. Im Gespräch mit dem Enthüllungsjournalisten Stephan Pfeifhofer berichtet Zeger vom Kampf mit den Daten »Es ist bekannt, dass Adressverlage umfassend Daten weitergeben. Nach wie vor ist die Herold Marketing CD Privat am Markt erhältlich«

Die Kritik von „Arge Daten“ ist nicht unbegründet. Seit 2003 wird die CD-ROM durch Herold vertrieben. Dem vorausgegangen sei laut Barbara Hackl ein umfangreiches Genehmigungsverfahren vor der Datenschutzkommission. Wer sich von der CD-ROM aber löschen lassen möchte, muss ein nicht minder aufwändiges Prozedere vollziehen. Mittels schriftlichen Faxantrags samt Kopie eines amtlichen Lichtbildausweises, wird das Verfahren bei Herold zur Löschung des eigenen Eintrages auf der Marketing CD eingeleitet.

Für den VfGH unerträglich, weshalb die Entscheidung der Datenschutzkommission aufgehoben werden musste. Kern der Argumentation des VfGH ist die Bestimmung des § 1 Abs 3 Z 1 DSG, die im Verfassungsrang steht und den Betroffenen das Recht auf Auskunft garantiert.

Für den Datenschützer Hans Zeger der „Arge Daten“ eine richtungweisende Entscheidung im Sinne aller Betroffener »Bisher konnten sich Betroffene nicht darauf verlassen, ob die Auskunft nun gegeben wird oder nicht. Nun werden die Datensammler zur Auskunft verpflichtet. So kann Jedermann erfahren, welchen Weg meine Daten genommen haben. Damit hat der VfGH nicht zuletzt unserer Datenschutzkommission hinsichtlich ihrer restriktiven Entscheidungspraxis eine Ohrfeige verpasst«

Für Herold stellt aber gerade die Bekanntgabe ihrer Datenkäufer ein datenschutzrechtliches Problem dar, wie Hackl gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge erläutert »Die Datenschutzkommission wird nun eine Interessensabwägung vornehmen müssen, und zwar zwischen den Interessen derjenigen, die Einblick in die Käuferlisten begehren, und den Käufern der Herold Marketing CD Privat, deren (ebenfalls schutzwürdige) Daten damit offen gelegt würden.

Für Zeger eine klare Sache »Ich erwarte mir sehr wohl einen Auftrag der Datenschutzkommission an Herold, demzufolge die Empfänger (Käufer der Daten) bekannt zu geben sind«

Ein weiterer Riese im Datenverkehr ist der Kreditschutzverband von 1870 und IS Inkasso. Letztere Wirtschaftsauskunftei zeichnet für die Bonitätsprüfung im Auftrag der österreichischen Telekom Anbieter verantwortlich. Wer einen Handyvertrag anmelden möchte, muss seine Daten erst einmal der IS Inkasso zur Verfügung stellen. Dies geschieht bei allen Vertragspartnern der Mobil- und Festnetzanbieter mittels Antrag auf Anschlussherstellung samt Lichtbildausweis und Bankomatkarte.

Wie Zeger weiß, werden solche Daten unwiderruflich gespeichert. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge spricht ein Insider gar von Vorratsdatenspeicherung mit einer Laufzeit von über zehn Jahren. Für Zeger untragbare Zustände »Derart lange Nutzungszeiten von Daten widersprechen der Entscheidungsfindung unserer Datenschutzkommission. Daten sollten daher erst ab einem bestimmten Betrag gespeichert werden dürfen. Eine laufende Überprüfung der Daten auf Vollständigkeit ist dabei unerlässlich. In der Regel sollten die Daten nach einem Jahr automatisch gelöscht werden, bei hartnäckigen Schuldnern maximal 3 Jahre nach der Datenaufnahme«

Derzeit betreibt die „Arge Daten“ gegen Wirtschaftsauskunfteien rund 10 Verfahren aufgrund von Datenschutzverletzungen. Jeder kann in die Mühlen der kommerziellen Datenhändler geraten. Wer sich wehrt und droht an die Öffentlichkeit zu gehen, erntet schnell ein anwaltlich gefertigtes Unterlassungsgebot, wie im Fall der Herold Business Data AG geschehen.

Hans Zeger sieht unterdessen dringend Handlungsbedarf »Nach wie vor nutzen die Datenverarbeiter Schlupflöcher in unserem Datenschutzgesetz. Dabei bleiben die Betroffenen meist auf der Strecke. Will ein Datenverarbeiter keine Auskunft über die Herkunft von Daten geben, kommt die lapidare Ausrede, dass man darüber keine Kenntnis habe. Hier ist dringend ein ausreichender Rechtsschutz für die Betroffenen mit geringer Verfahrensdauer notwendig, um Missbrauch rasch in Sanktionen münden zu lassen« Damit richtet Zeger seinen Appell nicht zuletzt in Richtung der Politik, weshalb eine Datenschutz-Reform bereits überfällig erscheint. Während Datenverarbeiter wie die Herold Business Data AG versuchen mit Marketing CD Produkten die Werbung gegenüber Endverbraucher noch besser zu steuern, versteckt Herold selbst sein Produkt vor den Argusaugen einer öffentlichen Diskussion. Ein großer wirtschaftlicher Erfolg dürfte die CD, glaubt man Branchenkennern, aber nie gewesen sein.

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