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Monthly Archives: Januar 2008

ÖVP Geheimpapier – Hier kommen die Erziehungscamps

Ihre Namen und Logos sind markenrechtlich geschützt, die helfende Hand den Kindern gegenüber gepflastert von medialer Berichterstattung. Einer ihrer Fürsprecher heißt Roland Koch, jener hessische CDU Ministerpräsident, der vergangenen Sonntag mit 12 Prozentpunkten dennoch eine Wahlschlappe bei den Landtagswahlen in Hessen auf sich nehmen musste. Von sich reden machte Koch mit Erziehungscamps, eines davon heißt »Durchboxen im Leben« und wird vom einschlägig vorbestraften Ex-Boxer Lothar Kannenberg geführt.

Die Methoden dort sind suspekt und erniedrigend zugleich, weshalb der Heimkinderverband Deutschland jetzt sogar Strafanzeige gegen den Campbetreiber Lothar Kannenberg wegen Körperverletzung, Misshandlung von Schutzbefohlenen und Nötigung erstattet hat.

Schon einmal haben sich ehemalige Partner und Mitarbeiter von Lothar Kannenberg zu Wort gemeldet. Demzufolge müssten die Schützlinge ihre Liegestütze in Schlammpfützen absolvieren oder würden samt Kleidung in einen kalten Fluss gestoßen. Besonderes Aufsehen erregte die Jugendhilfe an ihrem alten Standort. Als unbewohnbar beschrieben die Vermieter das Areal »Gut Kragenhof« nach dem Auszug der Kids. Zerbeultes Mauerwerk, kaputte Duschen und eingetretene Türen, das sind nur einige Punkte der Mängelliste.

Während bei Kannenberg ausschließlich Jungs zwischen 13 und 18 Jahren schwitzen, müssen sich weibliche Teenager im Caritas Mädchenheim Gauting (Bayern) gerade der psychischen Gewalt durch Mitinsassen, Erzieherinnen und Pflegern stellen. Eine ehemalige Bewohnerin packt im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Xlarge über die untragbare Situation aus »Besonders hart ist die ITG5, dort kann es schon vorkommen, dass ein Mädchen gegen ihren Willen mittels Implanon zwangsverhütet wird. Deine eigene Meinung ist überhaupt nicht gefragt und es gibt sogar eine Zelle. Dort werden Mädchen bis zu 8 Stunden, gerade einmal ausgestattet mit einer Matratze, eingesperrt, wenn sie ihre Meinung sagen. Vergangenen November hat es sogar eine Revolte gegeben, nachdem sich einige Mädchen den Machtmissbrauch nicht mehr gefallen lassen wollten. Die Polizei ist dann mit 15 Mann und Tränengas angerückt«

Zwischenzeitlich ermittelt gegen das geschlossene Erziehungsheim in Gauting (Bayern) ein Untersuchungsausschuss, und wie Prof. Dr. Michael Lindenberg vom Aktionsbündnis Geschlossene Unterbringung gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge bestätigt, sind derartige Unterbringungsformen äußerst umstritten »Eine repräsentative Studie über den Erziehungserfolg der betroffenen Kinder gibt es laut Lindenberg nämlich nicht«

ÖVP Generalsekretär Hannes Missethon sieht trotz zahlreicher Befürchtungen aus der Fachwelt und dem Koalitionspartner keinen Grund zur Absage, und wird deshalb im Februar ins Drillcamp von Lothar Kannenberg reisen.

Wie aus einem internen ÖVP Papier, es liegt der Redaktion vom Nachrichtenmagazin Xlarge exklusiv vor, nun hervorgeht, könnten bereits 2009 erste Erziehungscamps und geschlossene Heime in Österreich errichtet werden. Das soll durch eine Novelle des seit über zwei Jahrzehnten bestehenden Jugendwohlfahrtsgesetzes ermöglicht werden. Mögliche Standorte sind bereits in Wien, Kärnten und Tirol gefunden worden.

Unterdessen will die SPÖ mit einer Bildungsoffensive, der Schaffung neuer Lehrplätze und Gewalt Prävention an Schulen punkten. Am Adolf Pichler Platz Gymnasium in Innsbruck gibt es bereits ein solches Präventionsprogramm, wie Direktorin Brigitte Wartburg erläutert »Seit mehreren Jahren verfügen wir an unserer Schule über eine Schulmediation. In diesem Zusammenhang agieren rund 20 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe als Streitschlichter gegenüber ihrer Mitschüler. Dazu haben die betroffenen SchülerInnen eine Ausbildung als SchulmediatorIn absolviert«

Wartburg zeigt sich erfreut über den Erfolg der Schulmediation, die am Adolf Pichler Platz Gymnasium nicht zuletzt für das gute Schulklima verantwortlich ist.

Immer mehr unter Kritik stehen aber auch die Jugendämter, die nicht nur nach Ansicht vieler Betroffener und Fachleuten zu langsam, einseitig und nicht zuletzt willkürlich auftreten. Deshalb engagiert sich die Präsidentin der Konferenz der Nicht Regierungsorganisationen (NGOs) des Europarates, Annelise Oeschger, für Kinder und Eltern, die zum Opfer wurden, wenn das Jugendamt eingeschritten ist. So konnte in Zusammenhang mit dem deutschen Jugendamt Skandalfall »Aeneas Heller« die Bamberger Erklärung, ein Forderungskatalog an die Jugendwohlfahrt, verabschiedet werden.

Die »Bamberger Erklärung« stellte als Ergebnis des Symposiums »Deutsche Jugendämter und die europäische Menschenrechtskonvention«, das im Oktober diesen Jahres in Bamberg stattgefunden hatte, fes: »Im Rahmen des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland, namentlich von Seiten der Jugendämter, kommt es zu Verletzungen der Menschenrechte, insbesondere der Artikel 3, 5, 6, 8, 13 und 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention«

Betroffene Eltern und Spezialisten hatten alarmierende Berichte abgegeben, die die politisch Verantwortlichen zum Handeln aufrufen. So berichtete ein polnischer Vater, sein Sohn, der nach der Scheidung bei seiner deutschen Mutter lebt, dürfe auf Weisung der Behörden nicht mehr Polnisch sprechen. Der Junge, so der Vater, würde sogar geschlagen und kalt abgeduscht, wenn er gegen dieses Verbot verstieße. Aus dem Jungen solle ein »hundertprozentiger Deutscher gemacht« werden.

Für den Kinder- und Jugendpsychologen Dr. Rolph Wegensheit unhaltbare Zustände »Ich freue mich, wenn auch die EU Kommission einsieht, dass unser europäisch und staatlich geführtes Fürsorgewesen der Jugendwohlfahrt absolut veraltet scheint. Abgesehen davon kann man Problemkinder nicht mit kategorischen Zwängen geradebiegen. Ich selbst erfahre in meiner bedeutsamen Arbeit immer wieder, dass ohne Bindungsverhältnis, geprägt durch Vertrauen, rein gar nichts läuft. In den Anstalten mögen sich die Kinder den Regeln unterwerfen, meist aus Angst. Kaum sind sie wieder draußen, kommen die Kinder mit dem gewonnenen Freiraum nicht mehr klar. Deshalb muss an einer Erziehung in Freiheit, gebunden mit Liebe, Zuwendung und Geborgenheit gerade hier und heute gearbeitet werden«

Seifenoper im Sorgerechtsprozess um Yasemin Kobal

Wie die Tageszeitung NEUE FÜR TIROL in ihrer am Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet, wurde der Sorgerechtsprozess rund um die heute 9 jährige Yasemin Kobal erneut vertagt.

Als Grund gibt das Gericht an, dass die Zeugenaussagen aus Österreich noch nicht übersetzt sind. NEUE REDAKTEUR Köksal Baltaci, Vor-Ort in Istanbul, zeigt sich im Gespräch mit Xlarge Chef Reporter Stephan Pfeifhofer fassungslos »Es gleicht einer Seifenoper, denn bis heute war man nicht in der Lage, die wichtigen Zeugenaussagen, die seit Monaten vollständig aus Österreich vorliegen, übersetzen zu lassen«

Unterdessen macht Inge Weber und German Bader, Begründer einer selbsternannten Yasemin Initiative in Vorarlberg, Stimmung gegen die Berichterstattung vom Nachrichtenmagazin Xlarge. So musste sich gar Roland Reichmann, Initiator des Int. Network of Human Rights, mit Anrufen konfrontiert sehen, die eindeutig dazu drängen, dass Artikel unter www.xlarge.at und www.inhr.net gelöscht werden.

Reichmann stellt als Webseitenbetreiber auch dem Nachrichtenmagazin Xlarge seinen Server zur Verfügung. In der Vergangenheit musste deshalb sein Internet Provider mit zahlreichen Emails kämpfen, die eindeutige Drohungen beinhalteten und das Ansehen des Kärntners herabsetzen sollten.

Wie das Nachrichtenmagazin Xlarge exklusiv enthüllen konnte, umgibt die selbsternannte Yasemin Initiative ein Dunstkreis von Personen, die nach dem österreichischen Strafgesetzbuch bereits verurteilt wurden, dem Nachrichtenmagazin Xlarge liegt der jeweilige Strafakt exklusiv vor. Ein Sympathisant sieht sich in diesem Zusammenhang gar als Rechtsvertretung für Inge Weber und German Bader, so dass sich dieser gerne als Bevollmächtigter ausgibt.

Aufgrund der Berichterstattung im Nachrichtenmagazin Xlarge, haben die verantwortlichen Behörden jetzt reagiert und Ermittlungen wegen des Verdachtes der Winkelschreiberei gegen den juridischen Berater von Inge Weber und German Bader eingeleitet.

Weder Inge Weber noch German Bader waren für eine Stellungnahme gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge zu erreichen.

Roland Reichmann hingegen findet klare Worte »Wenn sich Frau Weber geschädigt fühlt, soll sie doch gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die ständigen Belästigungen per Email und Telefon bringen schön langsam das Fass zum Überlaufen«

Für die Denunzierungen auf der Homepage von Inge Weber und German Bader, die sich gegen Xlarge Chef Reporter Stephan Pfeifhofer richten, findet der Enthüllungsjournalist selbst deutliche Worte »Bedauerlicherweise ist gegen mich kein einziges Gerichtsverfahren anhängig. Abgesehen davon weiß ein jeder, weshalb ich als DSP und DSA Tiefenbacher aufgetreten bin. So konnte ich aufdecken, dass es auch im Vorarlberger Kinderdorf (VOKI) und im SOS Kinderdorf sexuellen Missbrauch gibt, eine Tatsache, die von den Betreibern stets geleugnet wurde. Ich habe schlichtweg verdeckt recherchiert, bewusst mit falscher Identität, um eben an die notwendigen, journalistisch bedeutsamen Informationen zu gelangen. Abgesehen davon ist es German Bader bekannt, dass ich bei Whats Up TV als Redakteur und Kameramann tätig war. Jetzt zu behaupten man wisse nicht wieso ich das gemacht habe, zeugt für die bewusst inszenierte Schmutzkübelkampagne von Bader und Weber«

Die am 29. Jänner 2008 anberaumte 15. Verhandlungsrunde wurde auf 25. März 2008 vertagt. Bis dahin sollen nach Angaben des Familiengerichts in Istanbul die Übersetzungen sämtlicher Zeugenaussagen nun endgültig vorliegen.

Experten zeigen sich indes optimistisch, wonach Yasemin ab dem 10. Lebensjahr selbst entscheiden könne, bei wem sie in Zukunft leben möchte. Ihren Geburtstag feiert das Mädchen übrigens am 18. Februar, im glücklichen Kreise ihrer Familie rund um Vater Bayram Kobal.

13 jährige Yvonne Feichtinger seit 2 Wochen vermisst

Die Eltern, Herta Feichtinger und Gerhard Ebner, sind nach dem Verschwinden Ihrer Tochter mit den Nerven am Ende »Da stimmt etwas nicht« – schon das zweite Mal fehlt von der Schülerin jede Spur. Nachdem Yvonne schon einmal abgehauen war, kam sie nach einem kurzen Aufenthalt im Kriseninterventionszentrum wieder nach Hause.

Die besorgen Eltern beschreiben Yvonne als zurückgezogen und schüchtern. Sie habe kaum Freunde, denn ihre Welt ist das Internet. »Wir haben keinen Zugang zu ihren Internetsachen, weil wir ihre Privatsphäre immer respektiert haben, aber jetzt konnten wir einiges öffnen und haben ein paar merkwürdige Gespräche gefunden« erzählt der Vater in Sorge. Die Daten wurden an die Polizei weitergegeben. Die Familie hofft, dass Yvonne sich meldet »Bitte komm nach Hause. Es passiert dir nichts. Wir vermissen dich«

Die 13 Jahre alte Schülerin lebt mit ihren Eltern und vier Geschwistern in einer Gemeindewohnung in Wien-Simmering. Der Platz ist klein, aber gemütlich und sauber. Die Polizei vermutet nun, Yvonne könnte sich bei ihrem Onkel aufhalten, der sei für Samstag vorgeladen, wie die ermittelnden Beamten gegenüber dem Nachrichtenmagazin Xlarge betonen. Wo sich der Onkel derzeit aufhalte, weiß man allerdings nicht.

Besonders schockiert zeigen sich die Eltern über einen mysteriösen Anruf. Bei der Mutter hat sich ein Mann mit folgenden Worten gemeldet »Moment, ich gebe Ihnen jemanden« Daraufhin hört Herta Feichtiger die Stimme ihrer Tochter, bevor das Gespräch abrupt endet »Mama, hilf mir«

Personenbeschreibung:

Yvonne ist 156cm groß und schlank, hat dunkelbraune lange Haare, und trug zuletzt eine braune Weste sowie Blue Jeans. Das Mädchen hat keinerlei oder ähnliches mitgenommen.

Zuletzt konnte Yvonne am 8. Jänner 2008 zwischen 13 Uhr 40 und 14 Uhr vor ihrer Schule in 1110 Wien (Enkpark) gesehen werden.

Hinweise sind an jede Polizeidienststelle oder unter 0664 / 494 89 57 erbeten.

In Österreich werden jährlich rund 200 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. Meist sind es die Spannungen im eigenen Elternhaus, die erste große aber verbotene Liebe, oder Burn Out in der Schule.

Kinderpsychologe Dr. Rolph Wegensheit kennt die guten Tipps für mehr Harmonie in der Pubertät »Bereits mit 11, 12 Jahren geraten besonders die Mädchen in einen unaufhaltsamen Gruppenzwang. Erste sexuelle Erfahrungen mit Jungs, Abnabelung vom Elternhaus und der Schritt zum Erwachsen werden, sind große Herausforderungen von Eltern und ihren Kindern«

Und Wegensheit rät »Grundsätzlich sollten keine Verbote ausgesprochen, sondern erarbeitete Strategien mit dem Nachwuchs Vorrang haben. Sobald die Kinder merken, dass durch Nachfragen Erfolge erzielt werden können, wird das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestärkt«

»Wenn Kinder immer wieder von zu Hause ausreißen, ist dringend professionelle Hilfe erforderlich. Dabei muss aber ohne Druck und Zwang gearbeitet werden. Wichtig erscheint für mich die Ursachenforschung. Meist fühlen sich Kinder in der Adoleszenz (Entwicklung zum Erwachsenen) nicht verstanden« ergänzt der Kinderpsychologe.

Reflexionen über die Jugendwohlfahrt im Tirol Beispiel

Bei Fällen, in denen die Jugendwohlfahrt eingegriffen hat, oder eingreifen hätte sollen, kommt es häufig zu heftigen Reaktionen von allen Seiten. Diese Reaktionen erhalten regelmäßig eine Eigendynamik, wenn sich etwa in kleineren Orten Parteien bilden, die ohne wirkliche Kenntnis der Sache die eine oder die andere Seite aus persönlichen Gründen unterstützen. Im Folgenden wird anhand eines hier publizierten Falles mit ähnlichen Reaktionen die behördliche Tätigkeit beleuchtet, in Gegenüberstellung zu den gesetzlichen Vorschriften. Die Nennung von Namen erscheint nicht erforderlich, dem Verfasser liegen allerdings die Akten vor, so daß die fallbezogenen Angaben jederzeit belegbar sind.

Steigen wir in den aktuellen Zeitabschnitt ein. Was ist passiert?

Ausgangspunkt ist, wie meistens, ein geschiedenes Elternpaar, mit zwei gemeinsamen Kindern, die Mutter behält nach der Scheidung die alleinige Obsorge. Von der Mutter und von Dritten wird wegen des Verhaltens des Kindes mehrfach sexueller Mißbrauch des Vaters an der Tochter vermutet und dem Jugendamt angezeigt. Das Jugendamt prüft die Sache, spricht sich deutlich gegen den Aufenthalt vor allem der Tochter beim Vater und gegen die Übernahme der Obsorge durch den Vater aus und ordnet im Frühjahr 2003 eine psychologische Therapie der Tochter und eine Unterstützung der obsorgeberechtigten Mutter an. Soweit scheint alles in Ordnung zu laufen.

Nun beginnen die Unregelmäßigkeiten. Im Sommer 2003 stellt die Therapeutin fest, als das Kind endlich mehr aus sich herausgeht, es habe tatsächlich sexueller Mißbrauch durch den Vater an dem Kind stattgefunden, und zeigt das dem Jugendamt an. Dieses reagiert sonderbar. Mit Gewalt wird das Mädchen von seiner Mutter weggeholt und muß zwei Wochen allein beim Vater verbringen, der das Kind schon davor mehrmals unerlaubt mit sich nahm. Bis heute schweigen sich die Behörden zu diesem Vorfall aus. Erst nach dieser Zeit wird beim Gericht beantragt – ja, nicht etwa, bis zur rechtlichen Prüfung des sexuellen Mißbrauchs dem Vater den Umgang zu untersagen, wie es in solchen Fällen Standard ist, ob berechtigt oder nicht. Nein, vielmehr wird beantragt und verfügt, das Mädchen und seinen Bruder der Mutter abzunehmen und in einer Einrichtung der Jugendwohlfahrt unterzubringen. Die anderen Kinder verbleiben der Mutter, da diese durchaus imstande ist, ihren elterlichen Pflichten nachzukommen. Die gerichtliche Verfügung wird wenig später auf vorläufig eingeschränkt; mit der Verfügung wurde dem Jugendamt kein Recht eingeräumt oder aufgetragen.

Das Gericht gestattet beiden Eltern, ihre Tochter nur unter Aufsicht zu sehen. Der Mutter wird noch mehrere Monate später per Beschluß bestätigt, sie habe weiterhin die alleinige Obsorge.

Die Eigenartigkeiten setzen jetzt so richtig ein. Die Mutter will ihre Kinder zurück, der Vater will seine Tochter allein für sich haben. Das Jugendamt weiß eine wahrhaft salomonische Lösung: Beide Kinder werden aus der Einrichtung der Jugendwohlfahrt herausgenommen und privat bei einem Freund des Vaters im Ausland untergebracht. Seit dieser Unterbringung vor über vier Jahren kann der Vater beide Kinder jederzeit nach Belieben holen, ohne dazu einer Genehmigung oder Aufsicht zu bedürfen. Das Gericht gibt diese eigenartige Praxis zu, es gäbe dafür auch keine Beschlüsse; das Jugendamt hüllt sich seither in Schweigen und kontrolliert nicht mehr, wie es den Kindern wo ergeht. Die obsorgeberechtigte Mutter wird seither an nahezu allen Kontakten mit ihren Kindern gehindert, ohne Begründung dafür.

Der Unglaublichkeiten ist noch kein Ende. Die Bezirkshauptmannschaft stellt dem ausländischen Unterkunftgeber eine Blanko-Bestätigung aus, mit der ihm aufgrund eines Vertrages alle Rechte an den Kindern übertragen würden, obwohl die Kinder ausdrücklich keine Pflegekinder sind; die Behörde vertritt sogar als Anwalt den ausländischen Unterkunftsgeber in Gerichtsverfahren im Ausland; ob gegen Bezahlung, wird verschwiegen. Für die Unterbringung der Kinder werden hohe Beträge bezahlt und umgekehrt von der Behörde Provision kassiert. Die Jugendamtsleiterin verkündet unerschrocken, die Kinder würden bis zur Volljährigkeit im Ausland bleiben, dann komme eine Einbürgerung in Frage. Die Kinder werden nicht mehr als österreichische Staatsbürger geführt, sondern als EU-Ausländer.

Im Zuge dieser Sache stellt sich heraus, daß allein von Tiroler Jugendämtern hunderte Kinder privat im Ausland untergebracht sind. Die zuständigen Landesbehörden schweigen eisern, um ihre Dienststellen zu decken und vor allem die Geldflüsse zu vertuschen.

Wenn all dem das Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG) und dessen Tiroler Durchführungsgesetz (TJWG) gegenübergestellt wird, kommt erst so richtig die Ungeheuerlichkeit dieser Vorgangsweise auf. Die Anführung einzelner Paragraphen wird zwecks Übersichtlichkeit vermieden, diese können aber in den Gesetzen nachgelesen werden.

Das Jugendamt hätte laut JWG Meldungen sexuellen Mißbrauchs unverzüglich zu überprüfen. Statt dessen wird nach festgestelltem Mißbrauch das Opfer dem Täter zugeführt, die Anzeigen der letzten Jahre, über Vorfälle, die von dem Mädchen angegeben wurden, bleiben völlig unbeachtet. Das Mädchen muß einen ausländischen Arzt aufsuchen, damit die Mutter nichts davon erfahre, eine psychologische Betreuung des psychisch schwer geschädigten Kindes wird vom Tiroler Jugendamt trotz gesetzlichem Auftrag als nicht notwendig erachtet. Die Polizei wird mehrmals mit unrichtigen Auskünften von einem Einschreiten abgehalten.

Eine örtliche Zuständigkeit des betreffenden Jugendamtes ist laut Gesetz und Verfassung nicht gegeben, da die Kinder dort nicht ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und der erziehungsberechtigte Elternteil in einem anderen Bundesland wohnt. Heißt es doch eindeutig im Gesetz: Hilfen der öffentlichen Jugendwohlfahrt sind allen Personen zu gewähren, die ihren Aufenthalt in Tirol haben. Selbst die Vermittlung der Annahme an Kindes Statt in das Ausland ist im Gesetz von der Tätigkeit der Jugendämter ausgenommen. Diese Bestimmungen des TJWG werden genauso ignoriert wie der Umstand, daß eine Bezirkshauptmannschaft keinesfalls eine Privatperson im Ausland vor Gericht vertreten kann.

Hinsichtlich der Zulassung von Einrichtungen der Jugendwohlfahrt, in denen Kinder untergebracht werden dürfen, sind die Gesetze sehr deutlich. Solche Einrichtungen dürfen ohne einen schriftlichen Bewilligungsbescheid des Landes nicht betrieben werden und sind vom Land regelmäßig zu kontrollieren. Für ausländische Stellen scheiden Bewilligung und Kontrolle aus, da eine österreichische Landesbehörde dafür nicht zuständig ist. In der Tat weist die fragliche Unterbringungsstelle keine Bewilligung und keine fachliche Qualifikation auf und wird nicht kontrolliert. Hier wird die Sache schon pfeffriger. Denn der nicht genehmigte Betrieb einer solchen Einrichtung im Inland ist strafbar. Dem beugen die Jugendämter vor, indem sie ausländische Stellen verwenden, die nicht nach österreichischen Gesetzen bestraft werden können.

Vollends haarig wird die Sache, wenn man die Kosten betrachtet. Selbst bei nur 200 Kindern und der Annahme von durchschnittlich nur 4.000 Euro pro Kind und Monat fallen monatlich 800.000 Euro für das Land an (tatsächlich liegt die Anzahl der Kinder um einiges höher). Diese Kosten sind laut TJWG zu 35% von den Gemeinden zu ersetzen. Dieser doch beträchtliche finanzielle Aufwand scheint niemandem aufzufallen, da auch die betreffenden Ausgaben nicht aufscheinen. Für die Unterbringung österreichischer Kinder im Ausland gibt es – von Ausnahmefällen abgesehen – nicht die geringste gesetzliche Grundlage. Umso interessanter wäre es, unter welchem Titel hier monatlich Beträge weit jenseits der Millionengrenze verschoben werden, und wer tatsächlich daran verdient. Dazu kommt noch die Frage, wohin die Familienbeihilfen versickern, die doch auch nur im Inland bezahlt werden dürften.

Wesentlichste gesetzliche Tätigkeit der Jugendwohlfahrtsbehörden ist es, Familien bei der Pflege und Erziehung zu unterstützen. Dabei darf die Jugendwohlfahrt in familiäre Bereiche und Beziehungen nur insoweit eingreifen, als das zum Wohl des Kindes notwendig ist. Kinder jahrelang, hier offenbar beabsichtigt bis zur Volljährigkeit, in einem anderen Land unterzubringen und ihnen jeden Kontakt mit ihrer eigenen Familie und ihren Geschwistern zu verwehren – es ist aus normaler Sicht nicht möglich, dieses Vorgehen auch nur andeutungsweise in die Nähe des Gesetzes zu rücken. Der gesetzliche Auftrag, etwa im TJWG, die grundlegende Bedeutung der Familie für die Entfaltung des Minderjährigen zu beachten, wird genauso wenig berücksichtigt wie der Auftrag, die Zusammenarbeit mit dem Erziehungsberechtigten anzustreben, besonders da in vielen dieser Fälle eben die Kontakte zwischen Kindern und Eltern gewaltsam abgebrochen werden, wie in diesem Falle zur Mutter. Die Frage drängt sich auf, wozu Gesetze geschrieben werden, wenn sie in derart eklatanter Art mißachtet werden können.

Zur Klarstellung muß hier erwähnt werden, daß die Fremdunterbringung von Kindern eigentlich die letzte Möglichkeit und Ausnahme sein sollte, und auch das nur unter gänzlich anderen Voraussetzungen als in diesem Fall. Gerade in Tirol, aber auch anderswo, sind schwerwiegende Fälle bekannt, bei denen Kinder unter teils unmenschlichen Bedingungen bei einem unzureichenden Elternteil belassen wurden, in Extremfällen bis zum Ableben der Kinder. Die völlig unterschiedliche Handhabung einzelner Fälle und das weitgehende Fehlen jeglicher Dienstaufsicht sind ein auffallender Mangel der Jugendwohlfahrt. Tierschutz soll österreichweit vereinheitlicht und streng kontrolliert werden, doch bei Kindern will man wegsehen?

Unter dem Strich bildet sich der Eindruck, daß vielen Familien besser und weitaus kostengünstiger geholfen werden könnte, würden fachlich kompetente und gut ausgebildete Beratungsstellen eingeschaltet, hingegen die kostspielige Kinderverarbeitungsindustrie der Jugendwohlfahrtsbehörden abgeschafft.

Abschließend kann man ergänzen: Die hier betroffene Mutter hat gutes Einvernehmen mit dem Jugendamt ihres Wohnortes und erscheint voll in der Lage, ihre elterlichen Pflichten ihrer jüngsten Tochter gegenüber wahrzunehmen, die ihr verblieben ist. Also kann man es umso weniger verstehen, daß ihre beiden anderen Kinder jahrelang von ihr abgeschottet werden. Es mag sich der Verdacht aufdrängen, daß das betreffende Tiroler Jugendamt seine sture Haltung nur aus der Angst setzt, das eigene Fehlverhalten bei dem vorgefallenen sexuellen Mißbrauch würde auffliegen.

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