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Monthly Archives: April 2008

Amazon-Skandal: Noch mehr Nazi-Produkte entdeckt

Der US-amerikanische Webshop-Betreiber Amazon http://www.amazon.com hat über die „I Love Hitler“-T-Shirts hinaus weitere einschlägige Nazi-Produkte im Angebot. So findet sich beispielsweise das „Hitler Youth Knife“ („Hitlerjugend-Messer“) mit einem Hakenkreuz am Griff und der Aufschrift „Blut und Ehre!“ auf der Klinge um 12,99 Dollar im Sonderangebot. Indes hat Amazon auf die durch pressetext ins Rollen gebrachte Berichterstattung reagiert und erste Konsequenzen bezüglich der angebotenen Kleidungsstücke gezogen. „Wir haben diese Artikel von unserer Seite entfernt“, erklärt Patricia Smith, Sprecherin bei Amazon USA, gegenüber pressetext. T-Shirts mit der Aufschrift „I Love Hitler“ und einem Herz verziert waren bis gestern, Donnerstagabend, sogar in Kindergrößen via Amazon erhältlich (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080424019 ).

„Amazon lässt sich als Plattform für Propaganda missbrauchen“, meint Rainer Gries, Propagandaexperte und Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien http://www.univie.ac.at, im Gespräch mit pressetext. Das Argument, dass es sich bei den meisten der fragwürdigen Produkte um Angebote von Drittanbietern handelt, lässt Gries nicht gelten. „Amazon hat auch in Hinblick auf die eigene Marke die Pflicht, die Produkte auf seinen Seiten zu kontrollieren. Die Betreiber lassen sich hier von Dritten vor einen Karren spannen“, so der Experte. An deren Stelle müsse man sich fragen, warum sie bereit seien, ihren Ruf für solche Artikel aufs Spiel zu setzen. „Amazon hat selbst eine robuste Marke und einen Ruf zu verlieren“, betont Gries.

Neben dem „Hitlerjugendmesser“ stehen bei Amazon USA einige ähnliche Produkte zum Verkauf. Besonders günstig ist der „German Hitler Youth Dagger“ („Deutscher Hitlerjugend-Dolch“) um 9,99 Dollar zu haben. Daneben steht der „1933 SS Offiziers-Dolch“ mit der Aufschrift „Meine Ehre heißt Treue“ bei Amazon online. Weitere Nazi-Waffen werden mit dem „Deutsche-Jugend-Messer“, dem „Zweiten Weltkriegs Deutsche Nazi-Panzerdivisions-Offiziers-Dolch“ und dem „1936 NS-Kraftfahrkorps Deutscher Nazipartei-Dolch mit Scheide“ vertrieben. Abgesehen von der Waffenabteilung befinden sich verharmlosende Spielsachen wie eine „Zweite Weltkrieg Deutsche Erwin Rommel Desert-Fox-Actionfigur“ und Aufkleber mit der Aufschrift „I’ll Forgive Jane Fonda When The Jews Forgive Hitler“ („Ich vergebe Jane Fonda, wenn die Juden Hitler vergeben“) in der Angebotspalette.

„Propaganda ist der wesentliche Faktor, warum solche Produkte bei Amazon verkauft werden. Das Messer an sich stellt zwar kein Mittel der Propaganda dar. Die Aufschrift ‚Blut und Ehre!‘ liefert jedoch die entscheidende Botschaft, womit der Artikel ganz klar zu einem Propaganda-Instrument wird“, weist Gries gegenüber pressetext auf die Gefahr der Nazi-Produkte hin. In Hinblick auf die „I Love Hitler“-T-Shirts würden politische Symbole zu „geschmacklosen modischen Accessoires“ verkommen, so der Propagandaexperte. Wie die Nazi-Artikel überhaupt auf die Amazon-Seiten kommen konnten, ist nicht bekannt. Zu Details über die bisher im Angebot enthaltenen Kleidungsstücke wollte sich die Amazon-USA-Sprecherin auf Anfrage von pressetext nicht äußern. (pte/red)

Neuer Wirbel um Thomas Hornauer und Kanal Telemedial

Bei KiKa habe man bereits zahlreiche besorgte Anrufe entgegengenommen, meint Christiane Rohde vom MDR. Die Rede ist von Thomas Hornauers Kanal Telemedial, der ab 21 Uhr tagtäglich auf der Frequenz des Kinderkanals auf Sendung geht. Zwischenzeitlich sieht sich auch SES Astra als Dienstleister der Satellitenverbreitung mit den fortwährenden Beschwerden konfrontiert. Allerdings könne man keine Frequenzänderung vornehmen, da sämtliche Kapazitäten ausgeschöpft seien.

Nachdem die deutschen Medienwächter bereits einmal dem Ludwigsburger Thomas G. Hornauer die Lizenz entzogen, erteilte die österreichische Regulierungsbehörde KommAustria ihr OK für Hornauers spirituelle Lebensschule. Seither produziert der gelernte Gießer sowohl in Wien als auch in seinem Ludwigsburger Studio sogenanntes Selbstwertfernsehen.

Wie bereits berichtet, können Zuseher einen spirituellen Energieausgleich von mindestens 50 Euro pro Monat berappen. Darüber hinaus steht der Geschäftsführer höchst persönlich Rede und Antwort, wenn Anrufer über Darmprobleme klagen oder sich das Rauchen abgewöhnen wollen. Unterstützung findet der selbsternannte Guru an einem knall orangen Tisch voller Fürsprecher, die schlussendlich jeden Kommentar von Hornauer bejahen.

Für KiKa Sprecherin Christiane Rohde keine leichte Kost. Sie würde sich wünschen, wenn der einstige Porno Produzent von der KiKa Frequenz verschwindet. Nun empfiehlt SES Astra dem MDR, Betreiber von KiKa, einen „optischen Trenner“, um zumindest die Aufmerksamkeitsstufe hinreichend abzusenken.

Wie aufmerksame Xlarge Leser weiter berichten, will Hornauer ab dem Sommer sogar seine eigene Währung namens „Deutsch Mark“ europaweit unters Volk streuen.

Alles in allem heißt es abwarten, das bestätigt auch die KommAustria selbst, die sich augenblicklich mit einem Beschwerdeverfahren gegen Hornauer auseinandersetzt.

Der Ball liegt somit beim umstrittenen Medienmacher, der sich gegenüber zahlreicher Presseanfragen bis dato nicht äußern wollte. Sollte Kanal Telemedial allerdings weiterhin aus Ludwigsburg senden und entgegen den Auflagen der KommAustria nicht nach Wien übersiedeln, könnte vielleicht dennoch der Vorhang für Kanal Telemedial fallen, wie es aus Kreisen der KommAustria heißt.

Ein Branchenkenner meint dazu abschließend gegenüber Xlarge, Hornauer hat bis heute sämtliche Möglichkeiten ausgereizt und befinde sich laufend auf einer Gratwanderung.

Siehe auch: Telemedial Fatal – Die miesen Tricks der Fernsehmacher

Miss Bimbo für junge Mädchen inklusive Brust-OP

Sie sind weiblich, zwischen 9 und 16 Jahre alt und haben eines gemeinsam – Lust auf Miss Bimbo. Die Rede ist von einem neuen Online Game, das sowohl britische als auch französische Pädagogen auf den Plan ruft. Bereits über 1 Million junge Französinnen werden durch Miss Bimbo vor den PC gebannt. Dabei erfahren die Teenager mehr über sensible Themen wie Diät Pillen, Brust-OP und Face-Lifting. Zwischenzeitlich haben die Betreiber auf unzählige Medienberichte reagiert. Umfassend wird eingangs unter www.missbimbo.com auf kritische Stimmen gekontert.

Gesundheitsexperten und Elternverbände warnen, Miss Bimbo würde die Psycho der Heranwachsenden stören, so gäbe es Anlass zur Besorgnis, zumal bereits Kinder ab sechs Jahren unter Bulimie und Magersucht leiden, sowie eine steigende Anzahl an Schönheitsoperationen unter Teenagern zu beobachten wäre.

Während die Betreiber von Miss Bimbo keinen Grund zur Besorgnis sehen, ihr Spiel zur Förderung von Verantwortungsbewusstsein und Entwicklung eines positiven Ernährungsverhaltens interpretieren, laufen entsetzte Eltern gegen Miss Bimbo Sturm. Nicht unbegründet, haben die Verantwortlichen neben French-Kiss Szenerien und Modewahn vorrangig ein wirtschaftliches Ziel. Wer sich in die Welt von Miss Bimbo begibt, muss schon bald per SMS kräftig Bimbo Dollars nachladen, sobald das Startguthaben von 1000 Bimbo Dollar aufgebraucht ist.

Ob eigenes Appartement, schicke Klamotten oder ein netter Abend im Bimbo Club, sogar der Besuch beim Psychologen kostet satte 50 Bimbo Dollar – ein Schnäppchen würde man meinen.

Die haarsträubenden Botschaften in der kreischrosa Comic-Welt sind deutlich positioniert. Die makellos wirkende virtuelle Puppe, ungeniert in der Obhut von Kindern, kann somit schnell zum leeren Geldbeutel führen. Für Experten nichts Neues – schon die liebäugelnden Tamagotchi Tierchen wollten von ihren Besitzern stets geliebt und versorgt werden, im Gegensatz zu Miss Bimbo allerdings ohne saftige Telefonrechnung.

Vielleicht ist Miss Bimbo aber auch nur die Antwort für Erziehende, die ihre Kinder in erster Linie einer Konsumwelt anvertrauen, welche keineswegs auf altersgemäße Entwicklungsstadien eingeht.

TV Publikum hat keine Lust auf Teenager außer Kontrolle

Enttäuschend sind die anhaltend schwachen Quoten der RTL Doku Soap „Teenager außer Kontrolle“. Während zum Sendestart der 2. Staffel passable Zuschauer Zahlen dominieren, fährt das nicht unumstrittene Format in der vergangenen Woche gerade einmal 14,5 Prozent Marktanteil in seiner Zielgruppe der 14 – 49 jährigen ein.

Trotz eskalierender Szenen, Leibesvisitation und vielen Tränen, konnte RTL nicht annähernd die Markte von 20 Prozent erreichen. In Stern-TV ruft Chef-Therapeutin Annegret Fischer-Noble schließlich zum hingucken auf. Gerade die Kritiker sollen das Format bis zu seinem bitteren Ende verfolgen.

Anschaulich die Dramaturgie, Szenen wie im Wilden Westen, laut Noble sei die Natur der beste Therapeut. Schon in Staffel 1 mussten sechs verhaltensauffällige Jugendliche ein Zeltlager errichten, selbst Essen zubereiten und Bekenntnis über ihre Missetaten in Tagebuch Form ablegen. Die Eltern, naturgemäß mit der Erziehung ihrer pubertierenden Sprösslinge überfordert, nehmen im Laufe der Sendung schließlich eisern aber höchst persönlich die Beichte ihrer Kinder ab.

Geht es nach dem Therapiekonzept, müssen die Teenager eingestehen, Reue bekennen und frischen Mutes nach Hause zurückkehren. Stolz präsentiert Stern-TV Moderator Günter Jauch die heute 18 jährige Gina aus Staffel 1 im Studio. Selbstkritisch mustert sich das Mädchen, vor zwei Jahren noch mit stetigen Alkoholkonsum in der Punk Szene aktiv, und meint, sie würde jederzeit ins Camp zurückkehren.

Alkohol, Drogen und Gewalt bestimmen laut RTL das Leben der 14 bis 17 jährigen und wieder jagt ein Bekenntnis das nächste. Gruppenzwang, nervige Eltern, null Bock auf die sozialen Werte unserer Gesellschaft. Für Chef Therapeutin Annegret Fischer-Noble ein lukratives Klientel. Wer sich den Anweisungen der Erzieher widersetzt, spürt jene Härte, die weder Eltern noch Vater Staat bisweilen exekutiert haben. Schließlich wollen die Aktionäre zu Jahresende etwas geboten haben. Um dieses Ziel zu erreichen,  kommt nicht selten der therapeutische Griff zum Einsatz oder man praktiziere nächtliche Beschäftigungstherapie.

Über 100 Einrichtungen bieten in den USA gestressten Eltern sogenannte Wüsten-Therapie. Sie alle haben eines gemeinsam. In Phase eins heißt das Motto „Back to the roots“, für materiell normierte Kinder kein „Kinderschlecken“, wie es der 15-jährige Gerrit in Stafel 1 auf den Punkt bringt. Weder Piercing noch Handy sind erlaubt und so lautet zu Beginn die Devise „Schluss mit Lustig“, weshalb alle Teenager einheitlich eingekleidet werden und sämtlichen Besitz abgeben müssen.

Für Betreuer Chris eine Selbstverständlichkeit, könnten doch Zigaretten, Drogen oder gar Waffen den Weg ins Camp finden. Mitten drin positioniert sich ein Kamerateam, umgarnt von Therapeuten, die jede Auseinandersetzung suchen.

Schlussendlich erreichen die anwesenden Betreuer ihr Ziel für das sie mit ruhiger Stimme tapfer gekämpft haben. Während das Originalformat „Brat Camp“ nach wie vor Quotensieger im englischen Fernsehen ist, muss RTL erneut auf die Super Nanny zurückgreifen. Die Protagonisten selbst verschwinden schließlich wieder von unserer Bildfläche, so dass dem Zuschauer jegliche Nachwehen erspart bleiben.

Kurz um, das TV Publikum hat keine Lust mehr auf „Teenager außer Kontrolle“.

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