Oops! It appears that you have disabled your Javascript. In order for you to see this page as it is meant to appear, we ask that you please re-enable your Javascript!
XlargE Magazin Abo

Monthly Archives: November 2008

Terror und Realität

Die Welt ist erschüttert über den letzten Terroranschlag in Indien, mit zahlreichen Toten. Terroristen griffen attraktive zivile Ziele an, um zu morden und zu zerstören. Alle sind fassungslos, sofort danach beginnt man dennoch mit der Schadensbegrenzung.

Genauer gesagt, dem Herunterspielen des Terrors. Man bemüht sich intensiv, Terroristen politische Motive zu unterstellen, damit ihre Taten zu rechtfertigen. Denn man will nicht wahrhaben – zu unmenschlich sind diese Vorstellungen – daß Terroristen nur ein Ziel haben: zu töten und zu zerstören. Nichts weiter, nichts anderes, was immer sie medienwirksam verkünden.

Dieses Herunterspielen hat Tradition. Brutale Terrorgruppen der 70er und 80er Jahre wurden in der öffentlichen Meinung zu politischen Parteien umstilisiert, einige ihrer Führer erhielten den Friedensnobelpreis (wie viele auch immer sie mordeten), die EU, USA und andere Staaten sind bemüht, diese Terrorgruppen mit jährlichen Geschenken in Milliardenhöhe bei guter Laune zu halten. Trotzdem Anschläge? Die muß man eben umerklären. Verzweifelt sind noch immer viele bemüht, die Anschläge 2001 in den USA einem Komplott zwischen Israel und dem CIA zuzuschreiben. In Madrid versuchte man 2004, die Anschläge der ETA zu überantworten. Die Anschläge in London 2005 seien nur von ein paar fehlgeleiteten Jugendlichen verübt worden, die müßte man eben vorher besser betreuen. Letztlich wollten nun in Indien nur ein paar Pakistani auf den Krieg im Kaschmir aufmerksam machen, sagt man. Die Liste ließe sich noch lang fortsetzen.

Schönfärbereien solcher Art haben zwei Aspekte gemein. Gebannt harren die Verantwortlichen nach solchen Anschlägen jedes Mal, welche Gruppe sich denn nun dazu bekennen würde. Sind dann meist bitter enttäuscht, wenn es schon wieder eine „neue“ Gruppe ist; sprich, mit einem „neuen“ Namen auftritt. Sonst müßte man ja ermitteln, nur das nicht. Das würde Arbeit in Bereichen bedeuten, die politisch gefährlich wären. Ganz zaghaft wird dann üblicherweise im Hintergrund das Gespenst der al-Kaëda erwähnt: Der böse Bin Laden, der mit seinem engsten Stab in Höhlen Westpakistans hause und über modernste Kommunikationsmittel verfügen muß, soll er doch ein weltweites Netz von Terrorzellen lenken.

Unter diesen beiden Aspekten verbirgt sich das Wesentliche. Ja, das Netz ist vorhanden. Welche Namen auch immer dafür verwendet werden, ist nur Ablenkung, Täuschung. Bin Laden? Nun, seit vielen Jahren hat ihn niemand mehr persönlich und lebend gesehen. Wurde Abu Nidal schon vergessen? Auch nach dessen Ableben traten weiterhin andere Terroristen unter seinem Namen auf. Nein, das islamistische Netzwerk ist real und existiert, nicht in der Person Bin Ladens. Es bedient sich aller Mittel, politischer, gewalttätiger und vor allem medialer, um seine Ziele zu erreichen. Ihm kommt dabei der Irrtum zugute, dem Politiker besonders im Westen unterliegen.

In den Medien, allen voran der ORF, wurden die Anschläge in Indien „muslimischen“ Terroristen zugeschoben. Diese Terroristen haben jedoch mit dem Islam genausoviel zu tun, wie jemand, der in einem vollbesetzten Bus einen Sprengstoffgürtel zündet, oder jemand, der im Namen Allahs zur Gewalt aufruft, oder jemand, der sich in einem Gerichtssaal mit einer Zeltplane verhüllt. Nämlich nichts. Absolut nichts.

Die Terroristen unserer Tage blühen und gedeihen deshalb so ungehindert, da in der Öffentlichkeit gerne „die“ Muslime mit Islamisten gleichgesetzt werden. Man hat Angst, die Religion anzugreifen, weil man nicht wahrhaben will, daß die Ziele der Islamisten nicht das geringste mit Religion zu tun haben. Genau auf dieser Ebene wird diese Verirrung gezielt geschürt. Wann immer auch nur das kleinste Wort gegen Islamisten fällt, melden sich sofort deren Vertreter zu Wort und nennen es empört Übergriffe gegen Muslime, nennen es Rassismus, rufen wegen Störung der Religion zum Widerstand auf. Sie bedienen sich dabei der oben genannten Taktik, nämlich eine Vielzahl von Vereinen und Organisationen als Unterstützer anzuführen. Dabei verschweigend, wer hinter all dieser Herde von Vereinen steckt. Medien und Politiker folgen meist begierig dieser heuchlerischen Empörung und spielen den Islamisten damit voll in die Hände.

Sehen wir uns Österreich an. In unserem Land können sich Terroristen und deren Sympathisanten und Financiers praktisch ungehindert bewegen und ihrer Tätigkeit nachgehen. Sie können sich ungehindert in der Öffentlichkeit treffen, werden dabei oft noch von Politikern unterstützt. Völlig ungehindert können sie „Spenden“ für Terrorgruppen sammeln; erst kürzlich stellte die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung über solche finanzielle Transaktionen ein, man könne nicht genau feststellen, wofür die Mittel wirklich verwendet wurden. Konnte man natürlich nicht, dazu hätte es genauer Ermittlungen bedurft, deren Ergebnisse politisch nicht erwünscht wären.

Österreich hofft durch solches weitreichendes Entgegenkommen, weiterhin dem Terror im eigenen Land entgehen zu können. Zurücklehnen und die Augen schließen, das zeichnet Österreichs Sicherheitspolitik seit Jahrzehnten aus. Wir wollen nicht sehen, was wir nicht sehen wollen. Und nur ja die Muslime nicht aufwecken, sie sollten tun und lassen dürfen, was sie möchten, sonst würde es gefährlich. In gewollter Verkennung des Umstandes, daß auch hier nicht „die“ Muslime gefährlich sind.

Es mag sein, daß Österreich noch einige Zeit dem Terror entgehen kann. Man suche ja eifrig Einwanderer für die Polizei; das Bundesheer öffnet man freizügig militanten Predigern; die bald lückenlose Installierung von Videokameras werde jede Gewalttat im Keim ersticken. Meint man da oben. Besonders bei der Video-Überwachung schläfrig vergessend, daß gerade diese nicht die kleinste Straftat verhindern kann und überdies durch die gezielte Vermummung einer immer größeren Bevölkerungsgruppe wirksam außer Kraft gesetzt wird.

Wäre ein Terroranschlag, wie jene in Madrid, London und Mumbai, auch in Wien möglich? Nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Die Installierung von Bomben in öffentlichen Verkehrsmitteln ist problemlos zu bewerkstelligen, niemand bei uns kümmert sich um eine allein stehende Tasche oder ähnliches. Kopftücher verhindern eine spätere Erkennung. Organisierte Gruppen hätten keinerlei Schwierigkeit, in Hotels wie Imperial, Bristol, Marriott einzudringen und diese zu verwüsten. Die österreichische Polizei hat sich zwar seit dem OPEC-Anschlag geändert. Ein älterer Herr mit dickem Mantel und Pistölchen wäre heute nicht mehr denkbar. Aber sonst?

Die Polizei setzt gern schwer bewaffnete Hundertschaften mit Wasserwerfern bei Sportveranstaltungen ein. Dort ist es einfach, Kinder und Betrunkene einzuschüchtern. Doch eine Übernahme etwa des Hotel Bristol, mediengerecht neben der Staatsoper, durch ein gut bewaffnetes Terrorkommando, da müßte man erhebliche Zweifel haben. Für Einsätze dieser Art ist die Polizei weder ausreichend ausgebildet noch ausgerüstet, ihr fehlt die Einsatzerfahrung. Ein bewaffneter Terrorist ist weder mit einem schreienden Jungvioletten vergleichbar, noch mit einem Bankräuber oder Einbrecher. Das Bundesheer könnte nicht aushelfen, da es nicht mehr einsatzfähig ist und ihm mangels nötiger Mittel ohnedies die Ausrüstung und Ausbildung dazu fehlt. Hatten schon die weniger zimperlichen Inder Probleme, wäre ein solcher Anschlag bei uns ein Fiasko. Darüber hinaus müßte man bei uns damit rechnen, daß selbst bei einem solchen Anschlag einige Islamisten empört einen Polizeieinsatz als Übergriff gegen die Religionsfreiheit verurteilen.

Österreich erließ nun eine „Reisewarnung“ für Indien. Passierte ein solcher Anschlag bei uns, sollten andere Länder Reisewarnungen für Österreich erlassen, wie stellt man sich dann die Auswirkungen auf den Tourismus vor? Wahrscheinlich bisher gar nicht.

Was sollte verbessert werden? Eine schwierige Frage. Die Polizei verlangt laut die Online-Überwachung, unternimmt aber nichts, um die zahlreichen radikalen Vereine und deren enge Kontakte zu Terrorgruppen zu überwachen. Politiker fordern eine lückenlose Überwachung aller Österreicher und lassen gleichzeitig zu, daß Islamisten in der Öffentlichkeit auftreten, für ihre Ziele werben und Spenden für Terroristen sammeln können. Mit Erbitterung verfolgt man dumme Jugendliche, die den Hitlergruß nachäffen, und sieht vornehm weg, wenn sich Vertreter internationaler Terrorgruppen ungehindert versammeln. Bedenklich wirkt es, wenn man Ganzkörperscanner auf Flughäfen fordert und gleichzeitig Personen mit Vollvermummung unkontrolliert einreisen läßt. Man streitet um Quoten an Universitäten und ist sprachlos, wenn radikale Islamisten eigene Veranstaltungsreihen abhalten. Man erregt sich, wenn Kardinal Schönborn über die Pille spricht, sieht aber weg, wenn in zahlreichen kleinen Privat„moscheen“ eifrig gegen den Staat gehetzt wird. Man bestürzt sich, wenn eine Linzer Firma den Adventkranz mit einer fünften Kerze bestücken will, kann sich aber nicht dazu aufraffen, Vermummungen in öffentlichen Gebäuden zu untersagen.

Nein, unter diesen Umständen wird es schwer sein, zur Normalität zurückzufinden. Sicherheitspolitik beginnt damit, daß Politiker aller Farben und die Medien nicht länger vor der Notwendigkeit zurückscheuen, Prioritäten zu setzen und Unterscheidungen zu treffen. Werden sie das schaffen? Islamistische Radikale sind eine Gefahr für Österreich. Sie dürfen nicht mehr länger ungestörte Handlungs- und Bewegungsfreiheit genießen, nicht länger Österreich als ihre Drehscheibe für Europa verwenden. Sie dürfen nicht mehr länger unter dem Deckmantel einer Religion staatsfeindlichen Tätigkeiten nachgehen. Terroranschläge können nirgends ausgeschlossen werden. Doch kann man auf sie vorbereitet sein. Das erfordert Wollen, Geld – und das schonungslose Öffnen der Augen. Die EU unterstützt beispielweise heuer palästinensische Terrorgruppen mit 500 Millionen Euro. Anderswo nennt man es Schutzgeld. Österreich wäre gut beraten, seinen Anteil daran für die Sicherheit des eigenen Landes aufzuwenden und die Tätigkeit radikaler Islamisten in Österreich unter Kontrolle zu bringen.

Die ganze Story im Nachrichtenmagazin XlargE!

Ausgabe Dezember 2008

AUFGEDECKT: Security Löcher in Einzelunternehmen – Wie Betrüger an Ihre Daten kommen

Christian O. (Name von der Redaktion geändert) war erstaunt, als plötzlich ein Fax auf seinem Schreibtisch einlangt. Darin listet ein – wie man heute weiß gewerbsmäßiger Betrüger – die von ihm, bei einem lokalen Internet Provider im Tiroler Oberland betriebene Server Hardware. Was O. nicht wusste, sein Provider Hermann H. war gegenüber einem Betrügerpaar, das österreichweit vorgab Rechtshilfe zu leisten, äußerst gesprächig. Für mehrere Kabel-TV Stationen bietet H., seines Zeichens Lehrer von Beruf, Internetdienste und Speicherplatz für Webseiten an.

Christian O. ist fassungslos, kontaktiert seinen Provider, der allerdings von alle dem nichts wissen wollte. Aufgrund haltloser Anschuldigen, die besagtes Betrügerpaar gegen O. richtet, wird Hermann H. gar als Zeuge dem Gericht genannt. Während die Staatsanwaltschaft Innsbruck zwischenzeitlich sämtliche Ermittlungen erwartungsgemäß einstellen musste, bleibt eine Frage offen: Wie können Provider ohne richterliche Anordnung Daten weitergeben.

Immer wieder kritisieren Kunden lokaler Internetanbieter mangelhaften Datenschutz. Wie Recherchen vom Nachrichtenmagazin Xlarge zeigen, nicht unbegründet. Ein ungesichertes Netzwerk, gesprächige Geschäftsführer, Server Logfiles, die gar von Schülern jederzeit einsehbar sind. Im Gegensatz zu national agierenden Anbietern, stehen lokale Internet Provider trotz gesetzlicher Bestimmungen unter keinerlei Aufsicht. Im Gegenteil, niemand prüft den Aufbewahrungszeitraum von Logfiles und welche Daten an Dritte weitergegeben werden. So auch im Unternehmen von Hermann H., der seinen Kunden nun gar  Telefonanschlüsse offeriert, also weitere Verbindungsdaten sammelt.

Xlarge Rechtsexperte Michael Kovalsky kennt das Problem „Jeder kann sozusagen Internet Provider spielen. Dazu benötigt man lediglich einen Gewerbeschein, der, nachdem es sich um ein freies Gewerbe für alle handelt, ohne spezielle Ausbildung binnen weniger Tage erlangt werden kann“.

Ein zusätzliche Problem ortet Kovalsky in Zusammenhang mit Gesetzwidrigkeiten „Lokale Internet Anbieter eignen sich aufgrund ihrer Undurchschaubarkeit besonders gut als Umschlagplatz für Kinderpornografie oder gewerbliche Betrügereien“.

Die ganze Story im Nachrichtenmagazin XlargE!

Ausgabe Dezember 2008

FALL MARCO WEISS: Sexueller Missbrauch als Geschäft für einen 18-jährigen?

Das Sexueller Missbrauch kein Kavaliersdelikt ist, weiß der 18-jährige Schüler Marco Weiß aus Ueltzen. Er saß über ein halbes Jahr in türkischer Untersuchungshaft, erst vor Weihnachten des vergangenen Jahres kam Marco Weiß frei. Seither ist der 18-jährige Schüler gerade in Deutschlands Boulevard Presse ein Thema, nicht unbegründet, schloss der Schüler im RTL und Axel Springerverlag exklusive Verträge. Nun veröffentlicht Marco Weiß sein erstes Buch – überraschend – auch für seine Anwälte, die nun allesamt ihr Mandat niederlegt haben.

Im Fall des 18-jährigen Schülers Marco Weiß bleibt nichts wie es ist. Nachdem Anwalt Matthias Waldraff dieser Tage sein Mandant nieder gelegt hatte, folgt nun auch der zweite Verteidiger. Beide missbilligenden das mediale Dauererscheinen des 18-jährigen, der nun überraschend sein Buch veröffentlicht, das von der Zeit im Gefängnis und jener Nacht mit der 13-jährigen Britin, dem mutmaßlichen Opfer, handeln soll.

Branchenkenner orten im Verhalten des 18-jährigen, der intensiv von seinem Vater unterstützt wird, pure Geschäftemacherei, die auch am bisherigen Saubermann Image des Ueltzener Schülers zweifeln lassen. So soll etwa ein aktuelles Gutachten für einen sexuellen Missbrauch der 13-jährigen Britin Charlotte sprechen.

Bereits vor einem Jahr traten erste Kritiker auf den Plan, als Marco Weiß im türkischen Gefängnis der Deutschen BILD und RTL für ein Interview zur Verfügung stand. Nun orten Kritiker und nicht zuletzt die Anwälte von Marco Weiß nachteilige Folgen. So habe man dem Schüler von weiteren Medienauftritten abgeraten, bis das Verfahren in Antalya abgeschlossen ist.

Die ganze Story im Nachrichtenmagazin XlargE!

Ausgabe Dezember 2008

+ Wie mutmaßliche Täter für Medien posieren!

BEHÖRDE SKRUPELLOS? Jugendamt Eferding beschafft für SOS Kinderdorf Oberösterreich vier Kinder aus Asylwerber Unterkunft

Eigentlich sollten vier Kinder einer Asylwerber Familie aus Oberösterreich die besinnliche Weihnachtszeit mit ihren Eltern verbringen. Doch dazu kommt es nicht, denn alle vier Kinder hat die Jugendwohlfahrt dieser Tage aus Schule und Kindergarten abgeholt, das jüngste, gerade erst einmal acht Monate alt, der Mutter mit massiven Polizeieinsatz entrissen – in allen vier Fällen spricht das Jugendamt der Bezirkshauptmannschaft Eferding von Gefahr in Verzug.

Auslöser sei laut Bezirkshauptmann Michael Slapnicka die 12-jährige Tochter der tschetschenischen Familie gewesen. Sie habe sich im Vertrauen an eine Lehrerin gewandt und von massiven Misshandlungen zu Hause berichtet. So kam es schließlich Donnerstagmorgen vor der Sporthauptschule Eferding und der Volksschule in Scharten zu einem Großaufgebot des mobilen Einsatzkommandos der Polizei, um die Kinder im Alten zwischen 3 und 12 Jahren in Sicherheit zu bringen. Dabei hätten laut Augenzeugenberichte Dutzende Polizeibeamte die Schulgebäude förmlich eingekesselt.

Wie man seitens der Sicherheitsdirektion Oberösterreich betont, wäre die Abnahme des Säuglings binnen 30 Sekunden erledigt gewesen. Lediglich die Mutter hätte geweint, ansonsten wäre die generalstabsmäßig geplante Aktion reibungslos über die Bühne gegangen. Anfängliche Vermutungen der Vater oder gar Verwandte könnten aus Rache einen gewaltsamen Übergriff planen, hätten sich laut Hermann Feldbacher nicht bestätigt.

Unterdessen will ein Informant gegenüber Xlarge von düsteren Geschäften zwischen Oberösterreichs Soziallandesrat Josef Ackerl und dem SOS Kinderdorf Rechberg in Oberösterreich wissen. So habe man Bestrebungen, die neu geschaffenen Pflegeplätze, 22 an der Zahl, rasch zu besetzen, um weitere Subventionen, auch von der EU, lukrieren zu können. Den Angaben des Informanten zur Folge ist SOS Kinderdorf auf kontinuierliche Auslastung angewiesen.

Bereits mehrfach musste die Jugendwohlfahrt in Oberösterreich und Soziallandesrat Josef Ackerl Kritik einstecken. Zuletzt wies die Volksanwaltschaft in einem Bericht auf unhaltbare Zustände hin, insbesondere im Fall dreier Mädchen, die von ihrer Mutter über Jahre hinweg unter Verschluss gehalten wurde. Erst vor Kurzem kam die Mutter wieder auf freien Fuß.

Konfrontiert mit den Vorwürfen, konnte Eferdings Bezirkshauptmann Michael Slapnicka weder Misshandlungsspuren bei den Kindern bestätigen, noch deren Aufenthalt im SOS Kinderdorf dementieren. Bisweilen habe man noch keinen Antrag bei Gericht gestellt.

Dazu Peter Wienerroither, Jurist in der Abteilung für Jugendwohlfahrt des Landes Oberösterreich, gegenüber der APA über die Situation von „Gefahr in Verzug“ »Die Behörde hat dann – auch gegen den Willen der Eltern – die Möglichkeit, die Kinder sofort „zur Stunde“ aus der Familie herauszunehmen. Die Polizei nehmen wir dann mit, wenn man nicht weiß, wie die Eltern reagieren oder weil die Wohnung versperrt ist. Nicht selten aber auch, weil die Eltern drohen, ‚wenn ihr mir mein Kind wegnehmt, dann bring ich alle um«

Derartige Indizien ortet auch Slapnicka gegenüber Xlarge im konkreten Fall »Es gab Hinweise und Indizien auf einen möglichen Racheakt des Vaters. Deshalb musste die Kindesabnahme unter Polizeieinsatz erfolgen« Für den Direktor der Sporthauptschule Eferding, Franz Primentsdorfer, ein klarer Fall. Aus Rücksicht auf die Sicherheit des Mädchens habe man die Vorgehensweise der Jugendfürsorge selbstverständlich unterstützt. Die verunsicherten Kinder habe man anschließend informiert.

Xlarge Rechtsexperte Michael Kovalsky sieht trotz des notwendigen Tätigwerdens der Jugendwohlfahrt im Fall von Kindesmissbrauch klare Grenzen »Mitunter können Eltern eine Maßnahmenbeschwerde beim Unabhängigen Verwaltungssenat im jeweiligen Bundesland einreichen, wenn Organe der Sicherheitsbehörden vom Jugendamt zugezogen werden«

»Im Fall der tschetschenischen Familie ist nun das Gericht am Zug« meint abschließend Michael Slapnicka gegenüber Xlarge. Ein unabhängiger Richter soll über die Zukunft der vier Kinder entscheiden. Doch nicht immer stellt die Jugendwohlfahrt den nötigen „Gefahr in Verzug“ Antrag bei Gericht, wie Xlarge im Fall einer 11-jährigen Schülerin aus Wolfsberg exklusiv bereits enthüllen konnte.

Für den Kinder- und Jugendpsychologen Dr. Rolph Wegensheit in jedem Fall eine Traumatisierung der betroffenen Kinder »Im konkreten Fall musste die 12-jährige Schülerin schon sechs oder sieben Mal die Schule wechseln. Niemand weiß, ob vergangene Kriegstraumatisierungen vorhanden sind, was genau zu Hause geschehen ist. In jedem Fall hätte die Jugendwohlfahrt zuvor eingehende Erkundigungen einholen müssen. Nun sind die Kinder jedenfalls traumatisiert, werden in den nächsten Monaten nicht einmal mehr ihre Mutter sehen dürfen«

Nach Ansicht des Jugendwohlfahrt Juristen Peter Wienerroither haben Jugendämter aller Bundesländer einzuschreiten, wenn das Kindeswohl gefährdet scheint, egal welche Staatsangehörigkeit ein Kind besitzt. Auf die Frage, ob das auch für Kinder gelte, die sich in Österreich auf Ferienfreizeit befinden, und, wie im Fall jener Mädchen vom deutschen Kinderheim Spatzennest sexuell missbraucht wurden, wollte der Jurist auf Xlarge Anfrage nicht eingehen.

Die ganze Story im Nachrichtenmagazin XlargE!

Ausgabe Dezember 2008

+ das Ganze Informanten Interview!

Impressum | Kontakt | Sitemap

BlitznewsSteirerblattXeleon.TVWhats Up TV