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Monthly Archives: Mai 2009

AUFGEDECKT: Alkoholkonsum bei Journalisten doppelt so hoch wie von Gesundheitsbehörde empfohlen

alkoholMitarbeiter in Medienbetrieben sind nach den einzelnen Berufsgruppen gemessen die stärksten Alkoholkonsumenten. Sie trinken im Durchschnitt umgerechnet mehr als vier Flaschen Wein oder über 19 Halbe-Liter-Gläser Bier pro Woche. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des britischen Gesundheitsministeriums Department of Health http://www.dh.gov.uk. Demnach nehmen Mitarbeiter der Medienbranche mit 44 Einheiten wöchentlich rund die doppelte Menge an alkoholhaltigen Getränken zu sich, die in der entsprechenden Empfehlung des nationalen Gesundheitsdienstes vorgesehen ist. Damit liegen sie unangefochten an der Spitze, was das Trinkausmaß betrifft und übertreffen die zweitgereihte Berufsgruppe, die IT-Angestellten, um ganze zehn Einheiten pro Woche. An dritter und vierter Stelle folgen der Dienstleistungssektor mit 33 bzw. der Finanz-, Versicherungs- und Immobilienbereich mit 29 Alkoholeinheiten pro Woche.

„Dass Angestellte in Medienbetrieben, insbesondere Journalisten, einen stärkeren Bezug zu alkoholhaltigen Getränken haben als andere Berufsgruppen, ist eine Klischeevorstellung, die pauschal so sicher nicht zutrifft“, stellt Hendrik Zörner, Pressesprecher des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) http://www.djv.de, im Gespräch mir pressetext fest. Dem DJV-Sprecher zufolge gebe es bislang keinerlei wissenschaftlich ernstzunehmende Untersuchung über den Alkoholkonsum in Redaktionen. „Das Bild des trinkenden Journalisten ist heute eine veraltete Vorstellung, die dem Alltag in den Medienhäusern nicht gerecht wird“, betont Zörner. Fest stehe allerdings, dass Journalisten aufgrund des ständigen Zeitdrucks einem enormen Stress ausgesetzt seien. „Der typische Journalist hat mit einer sehr hohen Arbeitsbelastung zu kämpfen. Um mit diesem Druck fertig zu werden, ist der Griff zur Flasche sicherlich oft verlockend“, meint Zörner.

Wie Ben Willmott, Senior Public Policy Advisor beim Chartered Institute of Personnel and Development http://www.cipd.co.uk , gegenüber dem Guardian vermutet, sei zu einem gewissen Teil wohl auch die spezifische Bürokultur in Medienbetrieben für den überdurchschnittlichen Alkoholkonsum verantwortlich. „Die aktuelle Untersuchung zeigt, wie Arbeitskollegen unsere Trinkgewohnheiten beeinflussen können. Es scheint, als tritt dieser Effekt in einigen Branchen stärker zu Tage als in anderen“, so die Theorie Willmotts. „Diesen Zusammenhang würde ich eher abstreiten. Redaktionen sind keine instrumentalisierten Kegelvereine. Gruppendynamische Prozesse, wie sie hier angesprochen werden, schließe ich für die große Mehrheit der heutigen Medienbetriebe aus“, entgegnet DJV-Sprecher Zörner.

Laut der britischen Studie sind Medienmitarbeiter nicht nur in puncto Wein- und Bierkonsum an oberster Stelle der einzelnen Berufsgruppen zu finden, sondern auch bei hochprozentigeren Destillaten wie Schnäpsen oder Likören. Als moderateste Trinkergruppe Großbritanniens weist die Untersuchung hingegen Angestellte in den Bereichen Bildung, Transportwesen und Tourismus aus, die im Schnitt rund 24 Einheiten alkoholhaltiger Getränke pro Woche zu sich nimmt. (pte/red)

NEUER MEDIENRAT IN ÖSTERREICH: Journalistenclub initiiert Selbstkontrolle für alle Medienarten

medienratDie österreichische Medienbranche erhält ab sofort ein neues Selbstkontrollorgan. Initiiert vom Österreichischen Journalistenclub (ÖJC) http://www.oejc.at soll der Medienrat http://www.medienrat.at (in Arbeit) als unabhängiger Teil des ÖJC in Zukunft behauptete oder vermutete Missstände im Bereich der journalistischen Tätigkeit untersuchen. Als Maßstab der Kontrolle gelten journalistische Sorgfaltspflicht und Berufsethik. Jeder könne sich an den Österreichischen Medienrat wenden und seine Beschwerden vorbringen, heißt es von den Vertretern des neu gegründeten Medienrates im Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch in Wien.

„Wir sind in der Lage, die österreichische Medienlandschaft selbstständig zu kontrollieren und brauchen dazu keine Verschärfung des Mediengesetzes – wie seitens der Politik geplant. Wir wollen keine staatliche Überwachung und auch keine Verurteilung von Medien oder einzelnen Personen“, erklärt ÖJC-Präsident Fred Turnheim im Zuge der offiziellen Präsentation des neuen Medienrates. Seit dem Jahr 2002 hatte es in Österreich kein unabhängiges Selbstkontrollorgan mehr in der Medienbranche gegeben. Anlass für die Gründung des neuen Medienrates, der sich als Organ über sämtliche Mediengattungen hinweg versteht, sei nicht zuletzt auch eine Ethik-Diskussion rund um den Fritzl-Prozess gewesen, verrät Turnheim.

Als Vorsitzender des Medienrates wurde der Verfassungsrechtler Heinz Mayer, Professor an der Universität Wien, bestellt. Grundsätzlich besteht das Kontrollorgan aus fünf bis maximal zehn Mitgliedern und soll bewusst schlank gehalten werden und schnell handlungsfähig sein. Unter den bestellten Mitgliedern finden sich Vertreter aus den Bereichen Radio, Wissenschaft und Print. Tageszeitungen fehlen jedoch. Im Vorfeld der Medienratgründung hatte der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) bereits Kritik an dem neuen Kontrollorgan geübt. Wie Trunheim betont, seien jedoch noch nicht alle Mitglieder bestellt und der ÖJC auch im Gespräch mit Tageszeitungsvertretern.

Sanktionsmöglichkeiten stehen dem Medienrat nicht zur Verfügung. Vielmehr solle dafür gesorgt werden, dass ein bestimmter Rahmen in der Medienbranche eingehalten werde. „Dabei geht es nicht um juristische Kontrolle, sondern Ethik und journalistische Sorgfaltspflicht. Außerdem soll unsere Tätigkeit möglichst öffentlich sichtbar sein“, erklärt Mayer. Erkenntnisse des Medienrates sollen über die Medien sowie auf Pressekonferenzen veröffentlicht werden. Die Mitglieder des Medienrates sind ehrenamtlich tätig. „Wir sind hier außerdem als Privatpersonen und nicht als Vertreter von Unternehmen oder Organisationen aktiv“, betont Medienratmitglied Silvia Ettl-Huber von der Donau-Universität Krems. Wer beim Medienrat künftig eine Beschwerde einbringt, muss laut den Statuten eine Gebühr von 700 Euro bezahlen – damit soll Missbrauch vorgebeugt werden. In bestimmten Fällen sei es aber auch möglich, diese Gebühr zu erlassen. (pte/red)

AUFGEDECKT: Österreichische Webanalyse (ÖWA) straft oe24 für geschönte Zugriffe saftig ab

oe24Die Österreichische Webanalyse (ÖWA) http://www.oewa.at hat über das Online-Portal der Tageszeitung „Österreich“ oe24.at http://www.oe24.at eine Sistierung für die Dauer von zwei Monaten verhängt. Konkret bedeutet das, dass die ÖWA im Juni und Juli 2009 keine Zugriffsdaten für die Nachrichtenplattform ausweisen wird. Ausschlaggebender Grund für die Strafmaßnahme seien „grobe Verstöße gegen die Richtlinien im Zuge der dritten Abmahnung“, heißt es vom ÖWA-Vorstand. „Wir haben die Online-Plattform von Wolfgang Fellners Zeitung im Vorfeld bereits zweimal per Ermahnung darauf hingewiesen, dass wesentliche Kennzahlen der Zugriffsdaten der Seite falsch ausgewiesen worden sind. So wurde mehrfach versucht, die Zahlen der Unique Clients für Unique User, Besucher, Leser oder Österreicher auszugeben“, erklärt ÖWA-Geschäftsführer Hannes Dünser im Gespräch mit pressetext. In der Öffentlichkeit sei dadurch ein verfälschtes Bild der tatsächlichen Leistungsstärke von oe24.at entstanden.

Ob es sich hier um einen bewussten Missbrauch gehandelt habe, um das Bild des Online-Portals in der Öffentlichkeit aufzubessern, könne die ÖWA nicht beurteilen. „Fest steht aber, dass oe24.at in den vergangenen eineinhalb Jahren dreimal durch Falschangaben bei den Begrifflichkeiten gegen ÖWA-Richtlinien verstoßen hat“, stellt Dünser klar. Wenn die Gesamtzahl der Unique Clients, die angibt, wie viele unterschiedliche Computer ein Internetangebot innerhalb eines bestimmten Zeitraumes genutzt haben, als Einzelbesucher ausgegeben werden, entstehe ein völlig falsches Bild der Leistungsfähigkeit des Portals. „Unique User sind etwas ganz anderes als Unique Clients. Ihre Anzahl gibt an, wie viele Personen in einem bestimmten Zeitraum Kontakt mit einem Werbeträger hatten. Im Gegensatz zu den Clients wird bei dieser Betrachtung jeder Besucher in einem bestimmten Zeitraum nur einmal gezählt“, erläutert Dünser. Eine falsche Verwendung dieser Messgröße sei wettbewerbsverzerrend und müsse daher geahndet werden.

Wie der ÖWA-Geschäftsführer gegenüber pressetext bestätigt, hat oe24.at in der Zwischenzeit bereits Fehler in der eigenen Berichterstattung eingeräumt und sich bei der ÖWA für die Falschangaben entschuldigt. Einem Bericht des „Standard“ ist allerdings zu entnehmen, dass der öe24.at-Geschäftsführer Martin Gaiger nicht gerade glücklich mit der verhängten Sistierungsstrafe zu sein scheint. Seiner Einschätzung nach stünden die Verstöße „in keinem sinnvollen Verhältnis“ zur Reaktion der ÖWA, die dem Online-Portal vom 1. Juni bis 31. Juli 2009 auch im Rahmen der Online-Studie „ÖWA Plus“ keine Reichweitendaten ausweisen werden wird.

Die ÖWA ist ein auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhender Zusammenschluss von Online-Anbietern und Werbeagenturen, der 1998 als Kontrolleinrichtung für Online-Medien ins Leben gerufen worden ist. „Das Ziel liegt darin, den Online-Markt zu fördern und vergleichbare und objektive Daten zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Web-Angeboten zu erheben“, fasst Dünser zusammen. Diese seien für sichere Entscheidungen auf dem Online-Werbemarkt von entscheidendem Interesse. „Die entsprechenden Kennwerte werden von uns bereits seit mittlerweile elf Jahren monatlich erhoben. Seit drei Jahren führen wir zudem auch qualitative Studien der österreichischen Nutzer ab 14 Jahren durch, die Einblick über die Unique User einer Webseite geben“, so Dünser abschließend. (pte/red)

AUFGEDECKT: Mehr als die Hälfte des Internet Datentransfers ist illegal

geldMehr als die Hälfte des gesamten Internet-Datenverkehrs in Großbritannien betrifft illegale Inhalte. Rund sieben Mio. Menschen im Land betreiben Online-Piraterie und kosten der Wirtschaft dadurch Einnahmen in Mrd.-Höhe. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuell präsentierter Bericht des Strategic Advisory Board for Intellectual Property (SABIP) http://www.sabip.org.uk. Demnach nutzen an einem ganz normalen Wochentag im Durchschnitt an die 1,3 Mio. Bürger Filesharing-Dienste im Internet. Über das ganze Jahr gerechnet haben sie dabei Zugriff auf urheberrechtlich geschütztes Material in einem Gesamtwert von 120 Mrd. Pfund (rund 138 Mrd. Euro). „Diese Zahlen zeigen den enormen Einfluss, den illegale Downloads auf die kreativen Branchen und die britische Wirtschaft im Allgemeinen haben“, erklärt David Lammy, Intellectual Property Minister Großbritanniens, gegenüber BBC News.

„Geistiges Eigentum hat hohe kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung. Es schafft Identität und sichert zugleich Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Rund 42.000 Personen sind in der österreichischen Musikbranche beschäftigt, die jährliche Wertschöpfung beträgt etwa zwei Milliarden Euro. Durch Urheberrechtsverletzungen im Internet entsteht für die österreichische Musikbranche ein Schaden von rund zehn Mio. Euro jährlich“, rechnet Thomas Böhm, Sprecher IFPI Austria, gegenüber pressetext vor. Darüber hinaus entsteht aber auch nachhaltiger Schaden. „Die Einnahmen von heute finanzieren die Musik von morgen. Betroffen sind alle, die direkt oder indirekt ihren Lebensunterhalt mit Musik verdienen – von Musikern, Sängern, Komponisten und Autoren über Tonstudios, Managements, Verlage und Labels bis zu Mitarbeitern im Handel, in Presswerken oder in Mobile- und Online-Shops“, fasst Böhm zusammen.

Um die Wirtschaft Großbritanniens vor einem weiteren finanziellen Schaden zu bewahren, will die SABIP in erster Linie die Internet Service Provider (ISPs) des Landes stärker in die Pflicht nehmen. Diese sollen zur Überwachung der Online-Aktivitäten der eigenen Kunden gezwungen werden. Zur Durchsetzung dieser Forderung hatten sich erst kürzlich einige der größten Namen der britischen Unterhaltungsindustrie zusammengetan, um gemeinsam Druck auf ISPs und Politik auszuüben. „Die wachsende Bedrohung durch illegale Filesharing-Dienste im Internet führt dazu, dass Filme nicht fertig produziert werden, DVD-Verkäufe einbrechen und Arbeitsplätze in der Produktion und Distribution vernichtet werden“, fasst John Woodward, Vorsitzender des britischen Film Councils http://www.ukfilmcouncil.org.uk, die Kritik der Kreativwirtschaft gegenüber BBC News zusammen.

Zur Bekämpfung der illegalen Downloads schlägt die Anti-Piraterie-Allianz die Einführung eines „Three-Strike-Modells“ nach Vorbild Frankreichs vor (pressetext berichtete: http://pressetext.at/news/090513018/). Dieses sieht vor, das Nutzer, die dreimal beim illegalen Download erwischt wurden, vom Internetanbieter aus dem Netz verbannt werden. „Um dem Piraterieproblem im digitalen Zeitalter wirkungsvoll zu begegnen, sieht die GVU ein Kooperationsmodell mit ISPs auf technischer Ebene als sinnvolle Ergänzung zum bestehenden rechtlichen Instrumentarium“, erklärt Christine Ehlers, Sprecherin der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) http://www.gvu.de , gegenüber pressetext. Im Unterschied zur Forderung in Großbritannien wolle man die Provider in Deutschland aber nicht dazu anhalten, eigenständig die Netze nach Raubkopien ihrer Kunden zu durchforsten, so Ehlers. (pte/red)

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