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Neues Gutachten im Streit um Yasemin bringt Wende

Seit über drei Jahren beschäftigen sich Justiz, Politik und nicht zuletzt die Öffentlichkeit mit dem Fall der nunmehr neunjährigen Yasemin aus Lienz in Osttirol. Ein neues Gutachten soll jetzt Aufschluss über die weiteren Kontakte zwischen Mutter und Tochter geben.

Yasemin lebt seit drei Jahren in Istanbul bei Ihrem Vater Bayram. Zu ihrem siebten Geburtstag leitete die Mutter Franziska Kobal ein Scheidungsverfahren in der Türkei ein. Seither wird um die gemeinsame Tochter gebuhlt. Mit Unterstützung der „Initiative für Yasemin“ lässt die gelernte Altenpflegerin in Österreich Kritik laut werden. Eine Petition im Parlament, der zahlreiche Unterstützer voraus geeilt waren, hat letztlich zu einer Stellungnahme durch das Auswärtige Amt geführt. Darin heißt es: „Yasemin Kobal wurde vom Amtsleiter des Generalkonsulates Istanbul bereits zweimal in der Wohnung ihres Vaters Bayram Kobal besucht und bei guter physischer und psychischer Verfassung angetroffen. Da nach derzeitigem Stand der Angelegenheit der Vater keine Einwände gegen einen Besuch von Yasemin durch einen Vertreter des Generalkonsulates erhebt, werden diese Besuche in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, wodurch Yasemins Wohlergehen überprüft bzw. sorgsam beobachtet werden kann.“

Während in Westösterreich immer noch Sympathisanten für eine Rückkehr von Yasemin eintreten, ist in Istanbul schon lange der Alltag zurückgekehrt. „Im Jahreszeugnis hat Yasemin alles Einsen“, ist ein Vater sichtlich stolz auf seine Tochter und präsentiert sich am Bosporus der österreichischen Presse. Wenig verschlossen zeigt man sich auch gegenüber einem neuen Gutachten, welches bei der letzten Verhandlung Ende Juni durch die verhandelnde Familienrichterin in Auftrag ging.

Anlass gebend dürfte allerdings mehr der Wunsch von Franziska Kobal (sie selbst blieb der Tagsatzung fern) gewesen sein, ihre Tochter die letzten beiden Augustwochen für sich zu gewinnen. Ein Gespräch mit der zuständigen Gerichtspsychologin nahm die Mutter am 9. Juli 2007 jedoch nicht war und ein zweiter Termin platzte gleichermaßen.

Für den 8. September 2007 ist bereits die 14. Verhandlungsrunde angesagt. Geht es nach den Bestrebungen des Gerichts, wird das Gutachten auch ohne Zutun der Mutter erstellt werden. Die in Österreich verantwortliche Gutachterin Ernestine Trefalt konnte unter dessen am Rechtshilfeweg einvernommen werden. Sie verteidigt noch heute ihre Position und sieht sich keiner Schuld bewusst.

Einer Initiative in Alberschwende, ihr gehört unter anderem Inge Weber und German Bader als Begründer an, versucht nach wie vor Stimmung für Franziska Kobal zu machen und sieht man dort die ausbleibenden Zeugenaussagen und überteuerte türkische Anwälte als den eigentlichen Knackpunkt im Endlosstreit. Tatsächlich aber dürfte das erschöpfende Spendenkonto und die Berichterstattung einer Tiroler Tageszeitung ausschlaggebend für die wesentliche Meinungswende in der Causa gewesen sein.

Bayram Kobals Anwalt Fikret Özgül sieht die Entwicklungen jedenfalls gelassen: „Das Gericht möchte so schnell wie möglich eine Entscheidung treffen und spätestens im Frühjahr 2008, dann ist Yasemin zehn Jahre alt, kann das Mädchen selbst entscheiden bei wem sie in Zukunft leben möchte.“

Yasemins Bruder Dominik lebt seit der Entführung in Lienz und hat keinen Kontakt zu seiner Schwester. Wie die Mutter zu verstehen gibt, sind Telefon- und Briefkontakte ohne jeden Erfolg geprägt.

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