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Einkommensschere bei jungen Frauen am geringsten

Rechtzeitig zum heutigen internationalen Tag der Frau weisen aktuelle Erhebungen auf die weiterhin ungleiche Stellung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt hin. Vor allem Einkommensunterschiede sind nach wie vor deutlich zu erkennen. Laut EU-Kommission konnten in den vergangenen Jahren keine bedeutenden Fortschritte in den Bereichen Entlohnung, Segregation des Arbeitsmarktes und Anzahl der Frauen in Entscheidungspositionen festgestellt werden. In westeuropäischen Ländern fühlen sich Managerinnen zudem deutlich schlechter auf die Anforderungen der globalen Arbeitswelt vorbereitet als ihre männlichen Kollegen.

Die weiterhin bestehenden Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen sind vor allem auf strukturelle Probleme zurückzuführen, sagt Barbara Stiegler, Leiterin des Arbeitsbereiches Frauen- und Genderpolitik an der Friedrich-Ebert-Stiftung http://www.fes.de. „Einerseits werden Frauen aufgrund potenzieller Unterbrechungszeiten aus personalpolitischer Sicht seltener auf besseren Positionen eingesetzt. Andererseits sind die heutigen Tarifverträge noch immer nicht diskriminierungsfrei“, erklärt Stiegler im pressetext-Gespräch. So würden etwa Soft Skills bei der Entlohnung kaum beachtet. Ein dritter Grund ist in der Bewertung der Ausbildung zu sehen. Eine technische Arbeit würde noch immer besser bewertet und entlohnt werden als eine soziale Arbeit. „Der männliche Blick darauf, was eine Arbeit wert ist, ist in den vergangenen Jahrzehnten in die Tarifverhandlungen eingegangen“, so die Gender-Expertin.

Je nach Datenquelle liegt der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen in Deutschland bei 22 bis 26 Prozent. Laut WSI-FrauenDatenReport von 2005 rangiert Deutschland im EU-Vergleich damit auf dem viertletzten Platz vor Estland, Zypern und der Slowakei. Die Hans-Böckler-Stiftung http://www.boeckler.de zeigt in einer aktuellen Erhebung auf, dass Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern mit dem Alter der weiblichen Beschäftigten steigen. So beträgt das Minus bei Frauen bis 24 Jahren im Schnitt 7,8 Prozent, ab einem Alter von 55 Jahren sind es bereits 26,7 Prozent. Am deutlichsten ist die Einkommensschere in der Buchhaltung, wo Frauen mit 2.535 Euro um 825 Euro weniger verdienen als Männer. Innerhalb Europas liegt das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen laut EU-Kommission seit 2003 bei 15 Prozent. Die berufliche Segregation nimmt in manchen EU-Ländern sogar zu, die Zahl der Frauen in Führungspositionen von Unternehmen stagniert zudem bei 33 Prozent.

Auf Managementebene schätzen Männer und Frauen aber auch persönliche Kompetenzen unterschiedlich ein, zeigt eine Umfrage des Beratungsunternehmens Accenture. Demnach fühlt sich nur ein Drittel der deutschen Managerinnen ausreichend auf die Anforderungen der globalen Berufswelt vorbereitet, bei ihren männlichen Kollegen sind es knapp 50 Prozent. Männer wären demnach eher bereit, zusätzliche Verantwortung und komplexe Aufgaben zu übernehmen. In Frankreich und Großbritannien ist der Anteil jener Frauen, die sich ausreichend auf globale Anforderungen vorbereitet fühlen, noch geringer (jeweils rund ein Viertel), in Schwellenländern wie Indien (68 Prozent), Südafrika (63 Prozent) oder China (61 Prozent) ist er dagegen deutlich höher.

„Dass Managerinnen vor komplexen Aufgaben zurückschrecken mag subjektiv gesehen ab und zu der Fall sein. Viel wichtiger ist jedoch, auf die Signale zu achten, die Frauen in Positionen auf höheren Hierarchieebenen oft entgegengebracht werden“, wirft Stiegler ein. Frauen würde eher als Männern signalisiert, dass sie 150 Prozent Einsatz zeigen müssen. Geschlechtspezifische Konstruktionen wie diese, denen sowohl Männer als auch Frauen im Berufsleben ausgesetzt sind, würden Frauen oft zum stolpern bringen. „Der Mann ist gerade auf höheren Ebenen die Norm, die Frau die Abweichung. Es wird signalisiert, dass allein aufgrund der Männlichkeit ein 150-prozentiger Einsatz kein Problem ist.“ Schaffen es Frauen auf Managerpositionen, würden sie die an sie gesetzten Anforderungen ebenso erfüllen können, wie ihre männlichen Kollegen, wenn vielleicht auch auf unterschiedliche Art, erläutert Stiegler. (pte/red)

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