FALL YASEMIN: 11-jährige soll nach Obsorgestreit jetzt zur Ruhe kommen

Bayram und Yasemin Kobal | Foto: Köksal Baltaci / tt.comNach dem jahrelang andauernden Hick-Hack im vielzitierten Rosenkrieg um die heute 11-jährige Yasemin Kobal, soll nach Ansicht des Vaters nun endlich Ruhe einkehren. In einem ersten Schritt zog der bodenständige Türke samt Familie in sein Domizil ans Meer. Mutter Franziska Kobal gibt sich gegenüber einer österreichischen Tageszeitung wenig erfreut, bleibt aber realistisch, und will in Hinkunft die Öffentlichkeit meiden.

Der vielzitierte »Fall Yasemin« und seine unerbitterte Medienschlacht, die zuletzt zwei Tageszeitungen aufeinander trieften ließen, geben im vielzitierten Fall Yasemin auch zu bedenken, ob Interferenzen, die einer binationalen Ehe entstammen, in aller Öffentlichkeit diskutiert gehören. Seit Franziska Kobel endgültig das Aus am Familiengericht in Fatih / Istanbul beschieden wurde, ist auch mediale Ruhe eingekehrt.

Wenig Ruhe geben will unterdessen die hinter Franziska Kobal initiierte »Initiative für Yasemin« um Inge Weber (Grüne) aus Alberschwende und Gastwirt German Bader. Jüngst macht Weber in diversen Foren auf sich und das dubiose Komplott ihres Bündnisses aufmerksam. Für den seit 20. Februar 2008 inhaftierten Martin B. – rechtskräftig verurteilt wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs – will sie unentwegt Stimmung machen. So zumindest versprechen es Forenkommentare – wie »Mit Deinen wiederholten Äußerungen zu M.B. wider besseres Wissen machst Du Dich eindeutig strafbar« – die von Inge Weber (56) unter Pseudonym „IngeW“ munter verbreitet werden.

Mehrfach als selbsternannter Jurist aufgetreten, und nicht zuletzt vor dem Landesgericht Steyr wegen Tätigkeiten rechtskräftig verurteilt, die an sich Rechtsanwälten vorbehalten bleiben, ist Martin B. kein Unbekannter. So habe er auch im Auftrag der »Initiative für Yasemin« und Franziska Kobal Anrufe getätigt, und Schreiben verfasst.

Für die 11-jährige Yasemin kein Grund zur Freunde. Die Trennung zu Bruder Dominik schmerzt, wie die Einser-Schülerin in einem letzten Zeitungsinterview bekräftigt. Für Franziska Kobal kein Grund zum Handeln, wie sie selbst gegenüber einer österreichischen Tageszeitung erklärt. Wie auch, könne Sie doch mit ihrem Sohn nicht in die Türkei reisen. Stattdessen gehen die Verunglimpfungen in Österreich unentwegt weiter – nicht nur gegen Bayram Kobal. Mit Behauptungen über Gerichtsverfahren, die es bis heute nicht gibt, oder Anschüttungen gegen ehemalige Initiativenmitarbeiter, versucht das dubiose Netzwerk nach wie vor seine eigene Haut zu retten.

Ob die Inanspruchnahme eines angelernten Malers und Anstreichers als Berater allerdings die richtige Wahl war, konnte bis Redaktionsschluss bei den Initiatoren nicht in Erfahrung gebracht werden.

Rückblende

Am Morgen des 26. November 2004 war die damals 6-jährige Yasemin auf dem Weg zur Schule, als sie von Gerichtspsychologin Ernestine T. und weiteren Behördenmitarbeitern zum Einsteigen in ein KFZ bewogen wurde. Am selben Tag noch brachte sie eine Maschine der AUA mit ihrem Vater Bayram von Wien nach Istanbul. Drei Gutachten, mehrere Gerichtsinstanzen, und ein vorhergehender Obsorgestreit vor dem Bezirksgericht Lienz in Osttirol, waren Grundlage für den endgültigen Gerichtsbeschluss. Schließlich habe Franziska Kobal im Jahr 2002 ihre Tochter und den damals ungeborenen Sohn Dominik entführt, wie das Oberlandesgericht Innsbruck schließlich begründet.

Die ganze Story im Nachrichtenmagazin XlargE

Printausgabe Juni 2009

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