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AUFGEDECKT: Österreichische Webanalyse (ÖWA) straft oe24 für geschönte Zugriffe saftig ab

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oe24Die Österreichische Webanalyse (ÖWA) http://www.oewa.at hat über das Online-Portal der Tageszeitung „Österreich“ oe24.at http://www.oe24.at eine Sistierung für die Dauer von zwei Monaten verhängt. Konkret bedeutet das, dass die ÖWA im Juni und Juli 2009 keine Zugriffsdaten für die Nachrichtenplattform ausweisen wird. Ausschlaggebender Grund für die Strafmaßnahme seien „grobe Verstöße gegen die Richtlinien im Zuge der dritten Abmahnung“, heißt es vom ÖWA-Vorstand. „Wir haben die Online-Plattform von Wolfgang Fellners Zeitung im Vorfeld bereits zweimal per Ermahnung darauf hingewiesen, dass wesentliche Kennzahlen der Zugriffsdaten der Seite falsch ausgewiesen worden sind. So wurde mehrfach versucht, die Zahlen der Unique Clients für Unique User, Besucher, Leser oder Österreicher auszugeben“, erklärt ÖWA-Geschäftsführer Hannes Dünser im Gespräch mit pressetext. In der Öffentlichkeit sei dadurch ein verfälschtes Bild der tatsächlichen Leistungsstärke von oe24.at entstanden.

Ob es sich hier um einen bewussten Missbrauch gehandelt habe, um das Bild des Online-Portals in der Öffentlichkeit aufzubessern, könne die ÖWA nicht beurteilen. „Fest steht aber, dass oe24.at in den vergangenen eineinhalb Jahren dreimal durch Falschangaben bei den Begrifflichkeiten gegen ÖWA-Richtlinien verstoßen hat“, stellt Dünser klar. Wenn die Gesamtzahl der Unique Clients, die angibt, wie viele unterschiedliche Computer ein Internetangebot innerhalb eines bestimmten Zeitraumes genutzt haben, als Einzelbesucher ausgegeben werden, entstehe ein völlig falsches Bild der Leistungsfähigkeit des Portals. „Unique User sind etwas ganz anderes als Unique Clients. Ihre Anzahl gibt an, wie viele Personen in einem bestimmten Zeitraum Kontakt mit einem Werbeträger hatten. Im Gegensatz zu den Clients wird bei dieser Betrachtung jeder Besucher in einem bestimmten Zeitraum nur einmal gezählt“, erläutert Dünser. Eine falsche Verwendung dieser Messgröße sei wettbewerbsverzerrend und müsse daher geahndet werden.

Wie der ÖWA-Geschäftsführer gegenüber pressetext bestätigt, hat oe24.at in der Zwischenzeit bereits Fehler in der eigenen Berichterstattung eingeräumt und sich bei der ÖWA für die Falschangaben entschuldigt. Einem Bericht des „Standard“ ist allerdings zu entnehmen, dass der öe24.at-Geschäftsführer Martin Gaiger nicht gerade glücklich mit der verhängten Sistierungsstrafe zu sein scheint. Seiner Einschätzung nach stünden die Verstöße „in keinem sinnvollen Verhältnis“ zur Reaktion der ÖWA, die dem Online-Portal vom 1. Juni bis 31. Juli 2009 auch im Rahmen der Online-Studie „ÖWA Plus“ keine Reichweitendaten ausweisen werden wird.

Die ÖWA ist ein auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhender Zusammenschluss von Online-Anbietern und Werbeagenturen, der 1998 als Kontrolleinrichtung für Online-Medien ins Leben gerufen worden ist. „Das Ziel liegt darin, den Online-Markt zu fördern und vergleichbare und objektive Daten zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Web-Angeboten zu erheben“, fasst Dünser zusammen. Diese seien für sichere Entscheidungen auf dem Online-Werbemarkt von entscheidendem Interesse. „Die entsprechenden Kennwerte werden von uns bereits seit mittlerweile elf Jahren monatlich erhoben. Seit drei Jahren führen wir zudem auch qualitative Studien der österreichischen Nutzer ab 14 Jahren durch, die Einblick über die Unique User einer Webseite geben“, so Dünser abschließend. (pte/red)

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