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AUFGEDECKT: Textil Diskonter KIK spitzelte Schulden seiner Mitarbeiter aus

kikDer Textil-Discounter KiK http://www.kik-textilien.com soll viermal im Jahr die Kreditwürdigkeit der Belegschaft bei der Wirtschaftsauskunftei Creditreform abgefragt haben. Wie die Ostfriesen-Zeitung und der Rhauderfehner General-Anzeiger unter Berufung auf ein internes Schreiben des Unternehmens berichtet, wurden die Informationen dazu verwendet, dass jene Mitarbeiter, die Schulden haben, nicht an der Kasse eingesetzt werden. Obwohl vor allem Arbeitsrechtler und Gewerkschaften die Praxis heftig kritisieren, scheint das Prinzip systematisch vom KiK-Management gegenüber der gesamten Belegschaft unter Generalverdacht betrieben worden.

„KiK ist ein Vorwurf zu machen. Schließlich wurden vor dem Check mit den Mitarbeitern keine Gespräche geführt. Zwar ist nichts dagegen zu sagen, dass KiK immer dort überprüfen will, wo mit Geld gearbeitet wird. Dass man die Angestellten aber nicht aufgefordert hat, die Kreditwürdigkeit selbst offen zu legen, verstößt gegen das Persönlichkeitsrecht“, sagt Martin W. Huff, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Rechtsanwaltskammer Köln http://www.rak-koeln.de, gegenüber pressetext. Die KiK-Personalabteilung fragte im März, Juni, September und Dezember Daten über die Kreditwürdigkeit bei der Creditreform ab. Huffs Verdacht eines Systems bestätigt sich, weil die KiK-Verkaufs- und Bezirksleiter automatisch im Folgemonat eine Auswertung über alle Mitarbeiter erhalten haben, für die ein negativer Eintrag vorlag.

KiK hingegen rechtfertigt die Überprüfungen seiner Angestellten damit, dass die Abfrage von der Tätigkeit der Mitarbeiter abhängt. „Damit wollen wir sicherstellen, dass Arbeitnehmer mit negativen Einträgen nicht in sensiblen Arbeitsbereichen wie für Kassiertätigkeiten eingesetzt werden“, heißt es. Gegen regelmäßigen Anfragen bei der Auskunftei verwehre man sich aber. Diese seien schon längst nicht mehr erfolgt, erklärte eine KiK-Sprecherin. Dies soll aber nicht heißen, dass man keine Informationen mehr über die Mitarbeiter einholt. KiK gelobt insofern Besserung, als dass sich die Anfragen „nicht pauschal über den gesamten Mitarbeiterstamm“, als inzwischen „am berechtigten Interesse und der Tätigkeit des Mitarbeiters orientieren“. Das Vorgehen wird aber trotzdem vom nordrhein-westfälischen Datenschutzbeauftragten geprüft. (pte/red)

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