Oops! It appears that you have disabled your Javascript. In order for you to see this page as it is meant to appear, we ask that you please re-enable your Javascript!

AUFGEDECKT: EU-Wahlwerbung verfehlt ihr Ziel – Bürger so schlau wie zuvor

euwahlWenig Wirkung haben die Kampagnen, die Europas Bürger zur Teilnahme an der Wahl zum Europäischen Parlament am kommenden Sonntag motivieren sollen. Sozialwissenschaftler der Universität Koblenz-Landau http://www.uni-koblenz-landau.de überprüften in einem Experiment, wie Menschen auf die überparteiliche Informationskampagne „Europawahl – deine Entscheidung“ des EU-Parlaments reagieren. Die Mobilisierung der jungen Wählerschaft, die nach der geringen Beteiligung der Unter-30-Jährigen bei der EU-Wahl 2004 notwendig schien, werde die Kampagne nicht erreichen, so die Prognose der Wissenschaftler.

Die Forscher zeigten Probanden den 32-sekündigen Werbespot der Kampagne, befragten sie im Anschluss zu Themen der Europapolitik und verglichen die Ergebnisse mit der Befragung einer Kontrollgruppe, die den Spot nicht gesehen hatte. Beide Gruppen unterschieden weder im politischen Interesse noch in soziodemografischen Merkmalen. Die Absicht, wählen zu gehen, war nach dem Werbespot statistisch gesehen nicht stärker als bei der Kontrollgruppe, selbiges stellte man auch für das grundsätzliche Interesse bei EU-Themen fest. Das gleiche Schicksal teilt auch der bayrische Spot „Europa – was geht“ mit dem Komiker Oliver Pocher in der Hauptrolle, den die Sozialwissenschaftler auf gleiche Weise untersuchten, sowie die Werbesendungen der zur Wahl antretenden Parteien.

Diese Ergebnisse beschreiben für Studienleiter Jürgen Maier eine „durchaus reale Situation.“ Der Kontakt zu den Wahl- und Parteiinformationen erfolge am ehesten in den Nachrichtensendungen am Abend oder bei Werbeblöcken. „Wir wollten erheben, was passiert, wenn hier jemand zufällig auf Informationen stößt, die für bessere Aufmerksamkeit, Mobilisierung oder Stimmengewinnung sorgen wollen“, so der Politologe im pressetext-Interview. Zwar müsse man berücksichtigen, dass sich eine Botschaft erst durch den Mehrfach-Kontakt über verschiedene Medien im Eindruck des Rezipienten verdichte. „Jedoch steht der Einsatz von 18 Mio. Euro im Raum, die für eine überparteiliche Kampagne ausgegeben wurde, deren Botschaft wenig Aussagekraft besitzt.“

Im Konzert der unterschiedlichen Wahlen ist die EU-Wahl für den Politologen ein Spezialfall. In den Medien finde sie kaum die angebrachte Erwähnung und auch die Parteien selbst würden die Wahl äußerst stiefmütterlich behandeln. „In den Wahlwerbungen sind nationale Themen dominant, die man fälschlicherweise der Lösungskompetenz der EU zuschreibt. Außerdem präsentieren die Parteien fast durchgehend Personal aus ihrer zweiten Reihe. Das hinterlässt im Bürger den Eindruck, die Wahl sei nicht so wichtig“, so Maier. Die Hauptaufgabe von Wahlwerbung, den Wähler in seiner Entscheidung zu bestärken, werde durch die Praxis der Wahlsendungen nicht erfüllt. „Man ist hinterher so schlau wie vorher.“ (pte/red)

Download PDF
Impressum | Kontakt | Sitemap

BlitznewsSteirerblattXeleon.TVWhats Up TV