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Prozessbegleitung auf Kosten der Opfer

Ein sensibles, in den Medien allerdings oft propagandistisch zelebriertes Thema – der Kindesmissbrauch. Immer öfter nutzen Kinderschutzvereine, unter dem Deckmantel armer Kinderseelen, die Gelegenheit zur Selbstdarstellung. Nicht selten werden unschuldig Kindesväter verurteilt und jahrelang weggesperrt.

Jüngst von sich Reden macht das AVS Kärnten und die Schieflinger Psychologin Elisabeth Mandl. In der Krone erzählt die Alleinerzieherin vom schlimmsten Fall aller Zeiten. Unter anderem soll gar die Mutter den Täter geheiratet haben.

Vor rund sechs Jahren wäre es zwischen dem Stiefvater und seiner Stieftochter zum Sexuellen Missbrauch gekommen. Aufgrund zahlreicher Justizpannen musste der Prozess mehrmals wiederholt werden. Im vergangenen Februar konnte schließlich das Landesgericht Klagenfurt ein letztes Urteil sprechen – 20 Monate unbedingte Haft – rechtskräftig.

Bis heute beteuert Roland Reichmann (48) seine Unschuld und das nicht ohne Grund. Intrigen der Verwandtschaft, skandalöse Vorgehensweisen durch die Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg und Freiheitsberaubung am mutmaßlichen Opfer, sind nur einige der prekären Höhepunkte. Mittendrin Multitalent SPÖ Amtsmandatarin und Leiterin der Kärntner Jugendwohlfahrt Christine Gaschler-Andreasch, die sich bis heute gegenüber den Medien ausschweigt, wenn es um die taktische Verschleierung von Ermittlungspannen und gesetzwidriger Vorgehensweisen durch die Abteilung geht.

»Jetzt ermittelt sogar die Volksanwaltschaft wegen Verfahrensverschleppung, illegaler Jugendamt Verfügungen zwecks Kindesabnahme und der behördlichen Auflösung meines Vereins Int. Network of Human Rights (INHR) « sagt Reichmann im Gespräch mit Xlarge.

Kurioses Detail am Rande: Die gerichtlichen Voruntersuchungen gegen den Verein hat die Staatsanwaltschaft Klagenfurt mit 31. März 2008 eingestellt. Angebliche Kinderpornos konnten weder 2002 noch 2006 auf den PCs des Webseitenbetreibers sichergestellt werden.

Während der Verein »AVS Kärnten« nach eigenen Angaben pro Jahr rund 50 Missbrauchsopfer begleitet, lehnt das Opfer Christa V.* (17) vor dem letzten Prozess im Februar 2007 jede Zusammenarbeit mit der AVS-Psychologin Elisabeth Mandl und ihren Mitstreitern ab.

Nicht das erste Mal steht die Psychologin im Zwielicht der Kritik. Schon einmal soll sie einen 8 jährigen Buben mehrfach zur kontradiktorischen Aussage bei Gericht sprichwörtlich gezerrt haben. Ein Umstand, der laut Gesetz denkunmöglich erscheint und wie Psychologen warnen, zu einer starken Viktimisierung führen kann. Während in diesem Fall die Staatsanwaltschaft Klagenfurt keinen Grund zur Anklage sah, türmen sich im Fall Reichmann nach wie vor die Akten.

Dem nicht genug, kündigt Christa und ihre Mutter 2005 die Vollmacht des Privatbeteiligten Vertreters auf. Davon lässt sich die ambitionierte Kinderschützerin allerdings nicht beirren. Durch das zuständige Jugendamt werden eiligst entsprechende Anträge beim Pflegschaftsgericht gestellt, um damit eine sprichwörtliche Zwangsvertretung zu erwirken, die letztens nicht einmal beim Berufungsverfahren gegen Roland Reichmann in Graz anwesend war.

»Seit über sechs Jahren ist unsere Familie zerstört. Jetzt will man uns auch noch die beiden jüngsten Kinder nehmen« klagt die Mutter von Christa an, und verweist damit auf die jüngst einberufene Pflegschaftsverhandlung in Wolfsberg, zu der auch das mutmaßliche Opfer ohne Gerichtsladung erschien, um dem eigenen Ärger über die Behörden Luft zu machen.

Vor zwei Jahren musste das AVS Kärnten sein Budget drastisch kürzen. Grund dafür 50 % Subventionskürzungen vom Bund. Für Roland Reichmann ein klarer Fall »Hier wird Politik auf Kosten der Opfer gemacht«

Immer wieder geraten Kinderschutzvereine in Kritik, wie der Fall eines Familienvaters aus Oberösterreich untermauert. Er soll seine beiden Töchter sexuell missbraucht haben, obwohl die ältere Tochter bereits einmal gegenüber der Gendarmerie bestätigte, dass nichts war. Erst als die Mädchen mit der Mutter ins Linzer Frauenhaus flüchten, kommen die schlimmen Vorwürfe erneut zu Tage. Für das Landesgericht Linz ein klarer Freispruch zugunsten des Vaters, zumal den widersprüchlichen Aussagen der Mädchen keiner Glauben schenken wollte.

Während sich in Deutschland aussagepsychologische Gutachten zwischenzeitlich durch den Bundesgerichtshof in Karlsruhe zur verpflichtenden Norm entwickelt haben, hinkt die österreichische Justiz dem merklich nach. Das bestätigt auch Elisabeth Mandl im Gespräch mit Xlarge »Meines Wissens ist die Aussagenpsychologie in Österreich noch kein Thema«

Als dutzende Kinder in den Wormser Prozessen behaupteten, sie wären von Erziehern, Verwandten und Bekannten sexuell missbraucht worden, wurden deutsche Richter hellhörig. Eine eifrige Mitarbeiterin vom Verein Wildwasser wollte mit sogenannten anatomischen Puppen im Gespräch mit den Kindern klare Indizien für einen Kindesmissbrauch erkannt haben.

Für den Kinder- und Jugendpsychologen Dr. Rolph Wegensheit ein fataler Irrtum »In der Regel werden die Kinder vor der gerichtlichen (kontradiktorischen) Einvernahme vorbereitet. Bereits die Thematisierung mit therapeutischen Puppen, in Deutschland zwischenzeitlich verboten, übt einen derart intensiven Einfluss aus, dass es zu derartigen Fehlurteilen kommen muss. Ein Aussagepsychologe sucht nicht die Wahrheit, sondern stellt fest, wie wirklichkeitsnah die Aussage ist. Dafür gibt es eine genormte Methodik, nach der so genannte Realkennzeichen gesucht werden. So untersucht der Fachmann etwa, ob die erzählte Geschichte auch entsprechend in eine „Hintergrundgeschichte“ eingebettet ist, oder ob sie sich nur auf das Mindeste, nämlich die Anschuldigungen selbst“ beschränkt. Ebenso werden räumliche und zeitliche Einbettung der Geschichte überprüft, Motivation und viele andere Kennzeichen werden genau erhoben. So kommt der Spezialist zu einer „Wahrannahme“ von X-Prozent, was besagt wie „wirklich“ eine Aussage ist. Das ist dann für einen Richter eine profunde Basis, wonach er entscheiden kann«

Max Stella, seinerzeit gerichtlich bestellter Gutachter und Aussagepsychologe in den Wormser Prozessen, kam schließlich zum Ergebnis, dass die Schilderungen der Kinder so gar nie stattfinden haben können. Beispielsweise wurde mit einem Opfer eine Tatortbegehung durchgeführt. Beim betroffenen Mädchen konnten dabei keinerlei Anzeichen von Angst oder Irritation festgestellt werden. Ganz im Gegenteil, das Kind war quick lebendig und zeigte keinerlei Anzeichen sich am Ort des Geschehens etwa unwohl zu fühlen.

Auffallend positioniert zeigt sich allerdings AVS-Psychologin Elisabeth Mandl mit anatomischen Puppen in einem Portrait Bericht der KRONE vom 29. März 2008. Im Gespräch mit Xlarge erklärt Mandl hingegen die korrekte Arbeitsweise des Kinderpsychiaters Prof. Max Friedrich, weshalb ihrer Ansicht nach kein Erfordernis für aussagepsychologische Gutachten in Österreich bestehe »Keinesfalls konnte ich in all den Jahren feststellen, dass Herr Friedrich in den Opfergesprächen Suggestivfragen stellen würde. So etwas wäre natürlich eine Manipulation des Opfers. Sämtliche Fragestellungen basieren daher auf wissenschaftlichen Aspekten«

Auf die Frage wie sich Spätfolgen bei Missbrauchsopfern äußern können, sagt Mandl »Oft zeigen Mädchen ein selbstverletzendes Verhalten wie z.B. das Ritzen. Später können aber auch Probleme mit der eigenen Sexualität auftreten oder die Opfer entwickeln Beziehungsstörungen«

Während Christa keines dieser Faktoren aufweist, ganz im Gegenteil seit fast zwei Jahren in einer festen Beziehung steht, will Roland Reichmann durch eine weitere Wiederaufnahme Klarheit schaffen »Christa hat nun eidesstattlich erklärt, dass sie zur Aussage gezwungen wurde. Hätte sie die kontradiktorische Einvernahme verweigert, wäre ihr die Entlassung aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Klagenfurt versagt geblieben«

Über sieben Wochen musste das Mädchen, damals elf Jahre alt, mit schwer verhaltensauffälligen Mädchen in einem Zimmer verbringen. Dabei blieben sexuelle Übergriffe sowie eine bis heute anhaltende Augenverletzung nicht aus. Die Medizinische Direktion des LKH Klagenfurt schweigt zu den Vorgängen, Xlarge liegen allerdings sämtliche Unterlagen aus der Krankengeschichte des Mädchens vor.

Und die Mutter spart deshalb nicht mit Kritik »Meine Tochter besucht seit drei Jahren die Caritas Schule für Soziale Berufe, nachdem sie aufgrund der Zwangsanhaltung in der Neupsych nicht mehr das Stiftsgymnasium in St. Paul besuchen konnte. Aufgrund neuer Behauptungen in den Medien gab es bereits mehrfach einen Disput mit anderen Schülerinnen, der wiederum zu neuen Spannungen geführt hat«

Gegenüber Xlarge bestätigt Dir. Lassenberger, dessen Frau ebenso als Psychologin beim AVS tätig ist und Christa kennt, die Schreitschlichtungsversuche »Ich habe erst durch Christa von den ganzen Vorgängen erfahren. Der Fall selbst ist mir allerdings nicht bekannt gewesen. Durch eine externe Streitschlichtung konnten wir den Disput unter den Schülerinnen beilegen«

Vor Prozessbeginn im Februar 2007 sollte auf Anregung des Obersten Gerichtshof Klarheit über die damalige Zwangsanhaltung des Mädchens in der Kinderpsychiatrie geschaffen werden. Erneut war Christa zum Prozess geladen, wieder konnte sie nicht frei sprechen, ganz im Gegenteil, die anwesende Staatsanwältin brachte das Opfer mit tätlichen Übergriffen vor den Anwesenden zum Schweigen. Daraus resultierte schließlich ein Prüfverfahren der Volksanwaltschaft, das schließlich in einem Disziplinarverfahren mündete. Seither befindet sich die betroffene Staatsanwältin nicht mehr am Landesgericht Klagenfurt.

Gegenüber Xlarge sagt Christa »Ich wollte meine Aussagen zurückziehen, weil ich sie unter dem Druck gemacht habe, um der ehemaligen Dr. Wurst Abteilung zu entfliehen. Da ich nicht frei sprechen durfte und anscheinend auch keine Rechte habe, machte ich schließlich in der Hauptverhandlung im Februar 2007 von meinem Aussageverweigerungsrecht gebrauch. Außerdem wollte ich zuerst abgeklärt haben, ob es sich bei meinem Krankenhausaufenthalt um eine Freiheitsberaubung handelt. Weiters hat es im Krankenhaus keine Aufklärung über meine Rechte gegeben«

Die junge Kärntnerin ist vom österreichischen Justiz- und Opferschutzsystem sichtlich enttäuscht. Sie spart gegenüber dem AVS Kärnten deshalb nicht mit Kritik »Im Jänner 2007, also vor der letzten Verhandlung gegen meinen Stiefvater, wurde ich wieder von Frau Mandl und einer Anwältin (Anm.d.R.: Mag. Strauß) beglückt, obwohl ich schon 16 Jahre alt war, und wieder wurde ich nicht gefragt was ich davon halte«

Elisabeth Mandl bestätigt im Gespräch mit Xlarge diesen Vorgang, wollte aber zum übrigen Fall keine Stellungnahme abgeben. »Es ist richtig, dass Christa die Prozessbegleitung abgelehnt hat. Selbstverständlich respektiere ich diesen Schritt. Allerdings hat das Jugendamt der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg einen entsprechenden Antrag bei Gericht gestellt und war somit als Kollisionskurator eingesetzt. Erst durch diesen Auftrag hat das AVS die Bevollmächtigung der Anwältin durchgeführt«

Zum Jugendamt und der exerzierenden Sozialarbeiterin sagt Christa abschließend »Ich fühle mich von Frau Feldenczer verfolgt und bedroht« Jetzt will das Mädchen, mit frischem Mut gestärkt, gegen die Verursacher, den AVS-Kärnten und das Jugendamt rechtliche Schritte sowie eine Beschwerde bei der Volksanwaltschaft durch ihren eigens bestellten Rechtsvertreter prüfen lassen.

* Name von der Redaktion geändert

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