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Tierschutz außer Kontrolle: Schwere Vorwürfe gegen Steirischen Hundeverein

Eigentlich sollte die Rettung herrenloser Straßenhunde aus Bulgarien, Rumänien und Ungarn im Vordergrund stehen. Gerade Welpen und Jugendhunde in Österreich – gegen eine sogenannte Schutzgebühr – vermittelt werden. Seit Jahren tritt ein steirischer Hundeverein zum Missgefallen der Tierschutzombudsschaft und Behörde als Wohltäter für benachteiligte Hunde auf. Ehemalige Mitstreiter erheben nun schwere Vorwürfe gegen den Vereinsvorstand, der unter anderem die Offenlegung von Spenden verweigert. In einem Fall sei es gar zu handfesten Drohungen gekommen. Ein anderer Helfer berichtet von unnachgiebiger Beschattung in Sektenmanier.

Für die Verantwortlichen der Steiermärkischen Landesregierung agieren solche Vereine längst in einer Grauzone, denn den Status eines Tierheims haben sie nicht. Spenden generiert man vorzugsweise verdeckt via Facebook. Eine Behördenmitarbeiterin wünsche sich auf XlargE-Anfrage mehr Kontrollbefugnis, die bislang auf politischer Ebene nicht erteilt wurde. Einschreiten könne man nur bei konkreten Verdachtsmomenten, wenn sich Betroffene beispielsweise an die Tierschutzombudsschaft wenden.

Sandra Ringel ist eine der Aussteigerinnen, die unzählige Stunden in ihrer Freizeit auf dem Bauernhof der Tierschutzorganisation verbrachte. Nicht nur die Unterbringung der dort aufhältigen Hunde ließ sie am echten Tierschutzgedanken zweifeln. Auf Facebook will die Alleinerzieherin ihre Erfahrungen mit anderen Aussteigern teilen. Verzweifelt habe man versucht ihre Aufklärungsarbeit mit Anwälten zu unterbinden. Sandra Ringel schildert eindrucksvoll ihr Erlebtes über verunreinigte Zwinger und fehlende tierärztliche Kontrollen.

Der offene Brief mehrerer Helferinnen bringt die Missstände auf den Punkt: Junghunde mit Giardien seien ohne Informationsweitergabe an sogenannte Pflegestellen übergeben und über die Risiken ungenügend aufgeklärt worden. In einem Spendenshop offerierte Kalender, Adventkränze hätten Käufer die Vorauskasse leisteten, nie erreicht. Mehrere Pflegestellen hätten für Behandlungen beim Tierarzt selbst aufkommen müssen, da vom Vereins-Vorstand Zusagen nicht eingehalten worden wären. Der Bauernhof des Vereins sei mit Tieren überfüllt, die auf einen Platz warten. Dennoch sehe der Verein von weiteren Transporten aus dem ehemaligen Ostblock nicht ab.

Viele ehemalige Mitstreiter klagen einhellig über mangelnde Anerkennung ihrer unendlichen Leistungsbereitschaft. In einem Fall habe die Vereinsobfrau vor Gericht einem ehemaligen Helfer unterstellt er hätte zu sehr Arbeiten an sich gerissen, obwohl er tagtäglich unzählige Arbeitsaufträge direkt von der Obfrau erhielt. Das Gericht quittierte die Aussagen mit Unverständni, wie für ein paar Säcke Trockenfutter pro Monat Helfer täglich Stunden für den Verein aufbringen.

Selbst die Beschattung von Mitstreitern sei an der Tagesordnung, wie ein Helfer gegenüber XlargE zu berichten weiß: »Nach einigen Monaten musste ich vermehrt feststellen, dass ich überwacht werde. Wer nicht täglich für den Verein Zeit hatte, musste sich im internen Forum beim Vorstand ordnungsgemäß abmelden.«

Einige Helfer orten im Vorgehen der Vereinsverantwortlichen ein klares Geschäftsmodell. So soll die Obfrau unter anderem über eine Gewerbeberechtigung als Zoohandlung verfügen und in ihrem Callcenter ehrenamtliche Helfer des Vereins unentgeltlich einspannen. Zu vermittelnde Hunde seien reihenweise in Tieranzeiger inseriert und mit dreistelligen Summen honoriert. Viele, die einen Hund vom Verein bezogen haben, fühlen sich aber im Stich gelassen. Mehrere Halter berichten der Verein sei telefonisch nie erreichbar oder reagiere bei Problemen nicht. In mehreren Fällen habe man trotz Intervention der Tierschutzombudsschaft auf den Impfpass warten müssen.

Andere wiederum berichten von drakonischen Maßnahmen. Wer kritische Fragen auf der Facebook Fanpage des Vereins stellt, wird umgehend gesperrt und sein Beitrag gelöscht. Selbst der ehemalige Pressesprecher des Vereins war nach seinem Austritt massiven Attacken ausgesetzt. So habe die Vereinsführung vor der Verbreitung von Unwahrheiten nicht zurückgeschreckt und Anzeige gegen ihren besonders engagierten Helfer erstattet, die postum von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurde. Zahlungswillige Spender, die plötzlich Zweifel am Gebaren der Tierschützer haben, stehen plötzlich massiven Drohungen und Einschüchterungsversuchen hilflos gegenüber.

Selbst bei der Größe des Vereinsanwesens habe der Vorstand geschwindelt. In Werbeprospekten für einen neuen Zaun sei von einem 6 Hektar großen Areal die Rede, während laut Grundbuchauszug die Fläche nicht einmal 7000m² betragen würde. Den Schlusspunkt habe der Vereinsvorstand mit dem Rausschmiss engagierter Helfer von ihrem Sommerfest gesetzt, obwohl einer davon die Finanzierung der Fest-Plakate organisierte.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, entgegnete der Vereinsobmann lediglich mit wüsten Drohungen der XlargE-Redaktion.

ms

 

 

 

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