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Amer Albayati: Kleiner Journalist gegen großen Schwindel

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Der aus dem Irak stammende Journalist Amer Albayati ist eine der wenigen lauten Stimmen, der sonst meist schweigsamen moslemischen Gesellschaft in Österreich. Albayati wehrt sich gegen die Überrepräsentierung einer radikalen islamistischen Minderheit, tritt gegen radikale Vereine auf und kritisiert fundamentalistische, nicht Koran-gerechte Auslegungen des Islam.

Der unangenehme Journalist ist nicht der einzige, den Mord- und sonstige Drohungen aus der islamistischen Ecke treffen. Aber er nimmt es gelassen. In den Medien ist seine Meinung als Islamexperte gefragt. Wenn auch nicht in jenen Medien, die politisch korrekt den Islamisten nach dem Mund reden. Albayatis Simme stört vor allem jene, die mit der Vortäuschung einer Glaubensgemeinschaft gut verdienen. Die aufgescheuchten Islamisten bedienen sich dann gern ihrer Sprachrohre, um Albayati anzugreifen. Und geraten dann rasch noch mehr auf Glatteis.

Eines dieser Sprachrohre, Momčilo Nikolić, der sonst im linken Ausländerblatt Biber schreibt, griff Albayati wieder einmal an. Diesmal in der Wiener Zeitung, die seit Jahren den radikalen Islamismus vorbehaltlos unterstützt.

Amer Albayati hatte die “Islamische Glaubensgemeinschaft” (IGGÖ) kritisiert, die sich selbst als Religionsgemeinschaft erfunden hat und seit 1983 viele Millionen an öffentlichen Geldern für einen Religionsunterricht fundamentalistisch-sunnitischer Richtung durchführt. Viele der Lehrer sind für die Tätigkeit nicht qualifiziert; Hauptsache ist, sie unterrichten im Sinne des politischen Islam. Scharia, Kalifat, Ablehnung des demokratischen Staates, Jihad, Mehrehe sind Bestandteile dieser Indoktrinierung. Die IGGÖ lebt gut davon und die Behörden sehen weg.

Momčilo Nikolić stürzte in seinem Artikel sofort über den üblichen Unsinn. Die IGGiÖ sei seit 1979 eine anerkannte Religionsgemeinschaft in Österreich und für die offizielle Vertretung und Verwaltung der religiösen Belange aller in Österreich lebenden Muslime zuständig, schrieb er. Selbstverständlich falsch; weder 1979 noch früher noch später wurde eine “Islamische Glaubensgemeinschaft” als Religionsgesellschaft anerkannt. Die Akten der Kultusbehörde lassen daran keinen Zweifel.

Fuat Sanac, Mitglied der radikal-islamistischen Milli Görüs und Sprecher der IGGÖ, entlarvte ungewollt die Unwahrheit seines Journalisten. Die IGGÖ habe über 120.000 registrierte Mitglieder, möchte Sanac glauben machen. Alleinvertretung aller Moslems in Österreich – aber nur 120.000 von rund 800.000 als Mitglieder? Es kommt noch besser. Bei der letzten (und ersten) Wahl in der IGGÖ seien 26.790 Moslems wahlberechtigt gewesen, hatte die IGGÖ veröffentlicht. Nur 26.790 von 120.000?

Die Kultusbehörde hatte freundlicherweise vergessen, ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen und die Wahl zu prüfen. Sonst wäre noch Heißeres zum Vorschein gekommen:

  • Es gab keine Wählerverzeichnisse.
  • Moslems waren gar nicht wahlberechtigt, weil die IGGÖ seit 2009 nur mehr ein Dachverband für Vereine ist.
  • Gewählt werden konnten nur Vereinsfunktionäre.

Amer Albayati zeigte immer wieder die zweifelhaften Aktivitäten dieser Pseudo-Glaubensgemeinschaft auf. Zum Beispiel die von der IGGÖ-Leitung organisierten Treffen radikaler Salafisten in Wien. Die Spendensammlungen für die Hamas und die in Syrien kämpfenden Al-Nusra-Jihadisten. Die Vernetzung mit Organisationen, die in anderen Ländern als Terror-nahe oder terroristisch registriert sind.

In seiner Meinung verschweigt Fuat Sanac auch die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes aus 2010, nirgends stünde, dass es nur eine einzige islamische Religionsgesellschaft geben dürfe. Als Folge dieser Entscheidung waren die Aleviten als erste islamische Religionsgesellschaft offiziell anerkannt worden. Seither bemühen sich Schiiten und Sunniten ebenfalls um Anerkennung. Von der IGGÖ ist nirgends die Rede. Statt dessen hätte die Kultusbehörde sofort das Statut der IGGÖ aufheben müssen.

Doch die Kultusbehörde ist ein anderes Kapitel. Hinter vorgehaltener Hand (zur IGGÖ sind offizielle Stellungnahme untersagt) hörte man aus dem Unterrichtsministerium, man fürchte, gegen die IGGÖ vorzugehen. Erstens seien Islamisten tief mit der im Ministerium tonangebenden SPÖ verflochten, zweitens müsste man dann von der IGGÖ die vielen Millionen Euro zurückfordern, die der IGGÖ unberechtigt für den Religionsunterricht zugeflossen waren.

Fuat Sanac schrieb bereits an einer Neufassung des Islamgesetzes mit, das der radikalen IGGÖ dann praktisch durch die Hintertür eine neue Machtfülle bescheren soll. Der Journalist Amer Albayati und andere warnen zu Recht vor dieser Horror-Vision.

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