Minenfeld Jugendwohlfahrt – So vernichtend fällt ausländische Evaluierung der Jugendwohlfahrt Österreich aus

Sie kommen aus schwierigen Verhältnissen, so lautet zumeist der Tenor um Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen dürfen. Die Alternativen der österreichischen Jugendwohlfahrt zeigen immer noch die bevorzugte Tendenz zum Fremdplatzierungsmodell. Während Experten der ambulanten Familienhilfe durchaus Chancen einräumen, reißen Jugendämter vorschnell Kinder aus ihrer gewohnten Bezugsumgebung.

In Deutschland stehen Mitarbeiterinnen der Fürsorge wegen Missbrauch, Misshandlung oder gar Tötung von Fremdpfleglingen vermehrt vor Gericht. In Österreich scheut die Justiz immer noch jede Verantwortung. Eine Erziehungsanstalt die ihrer Verpflichtungen nicht nachkommt, kaschiert im Falle eines Verdachts eilig das eigene Fehlverhalten. Die enge Kooperation mit der sogenannten Fachaufsicht und den Geldgebern – dem Jugendamt, ermöglichen die schier unverständliche Vertuschungspraxis.

Nicht selten zeigen leibliche Eltern und ihre Vertreter Missstände auf. In wenigen Fällen reagieren die Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden. Ein nur selten geahndeter Fall erinnert, nämlich an die desaströsen Zustände in der Pro Juventute Wohngemeinschaft in Bad Mitterndorf (Steiermark). Unter Ausschluss der Öffentlichkeit handelte die Justiz den Fall mehrerer Pfleglinge ab, deren Qualen nicht größer hätten sein können.

Barfuß im Schnee stehen, erbrochenes essen, den Sadismus der Erzieher dulden. Nur ein geringer Anteil der Vorwürfe aus einer Anklageschrift, die tunlichst im Stillen abgehandelt wurde. Als im Feriencamp Caldonazzo von SOS Kinderdorf ein Betreuer gegenüber Kindern handgreiflich wurde, setzte die Justiz keine Hebel in Bewegung. Ähnlich verhielt sich die Staatsanwaltschaft Klagenfurt im Fall einer Erziehungsanstalt der Zeugen Jehovas am Rande von Klagenfurt. Schreiattacken der Betreuerinnen, Essensentzug oder mangelnde medizinische Betreuung bei Warzenbefall und körperlichen Verletzungen, veranlassten keinen Staatsanwalt zum Handeln. Stattdessen entschloss sich die Heimleitung zum Rachefeldzug gegen ihre Kritiker.

Der Evaluierungsbericht anlässlich von sexuellen Missbrauch in mehreren Wohngemeinschaften der Stadt Graz, birgt pikante Details über mangelnde fachliche Qualifikationen innerhalb der Jugendwohlfahrt. In einem 7-Punkte Plan spricht Vincent Richardt von „viasozial München“ Klartext. So verfügen die beteiligten Akteure nicht einmal über die nötige Qualifikation. Die sich zwangsläufig ergebende Gruppendynamik, die in der Vergangenheit für das sadistische Wirken einiger Jugendlicher und den sexuellen Missbrauch vor den Augen der Erzieher verantwortlich war, ist zu entschärfen, wonach auch eine Dienstzeitreform unumgänglich sei. Überhaupt wäre im Kontext der gruppendynamischen Fehlentwicklungen ein Neustart unumgänglich. Die in der Vergangenheit mehrfach etablierten Missstände seinen laut Richardt ausnahmslos in einer Organisationsreform zu beseitigen.

Die in Einrichtungen der Jugendwohlfahrt herrschende Viktimisierung im Rahmen unkontrollierbarer Gruppendynamik, findet im Evaluierungsbericht von Viasozial breiten Raum. Anstelle von fachlich fundierten Ansätzen, präsentierte die österreichische Jugendwohlfahrt in ihren Lobbyisten Verbänden à la Arge Jugendwohlfahrt und Dachverband der österreichischen Jugendwohlfahrtseinrichtungen bislang keinerlei Lösungsansätze. So mausern sich psychische und physische Misshandlungen, sexueller Missbrauch oder gar Todesfälle von fremdplatzierten Kindern, in den Einrichtungen der Jugendwohlfahrt weiterhin durch das System – finanziert durch Steuergelder und Kollekte ahnungsloser Fundraising SpenderInnen.

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