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XLARGE ERFOLG: Strafverfahren gegen Jugendwohlfahrt

Eigentlich sollte das Jugendamt Kinder und Jugendliche schützen, wenn die eigenen Eltern nicht mehr dazu in der Lage sind. Private Helfer wie die SOS Kinderdörfer unterstützen Jugendämter bei dieser sensiblen Aufgabe. In Tirol werden beispielsweise Problemfamilien durch ambulante Fachkräfte von SOS Kinderdorf betreut, während die Wiener Kollegen auf ein internes Professionistennetzwerk aus Psychologen und Sozialpädagogen bauen.

Unabhängige Kontrolle gibt es nicht, die steigende Zahl an Fallgeschichten macht es den unzähligen Sozialarbeiterinnen nicht leichter, das weiß auch ein engagierter Jugendamt Mitarbeiter aus Innsbruck »Während noch vor Jahren die Menschen bevorzugt geschwiegen haben, sehen wir uns heute mit einer Flut von Meldungen konfrontiert. Insbesondere dann, wenn wieder einmal etwas passiert ist – so auch im Fall Luca«

Tagtäglich passiert es, das unangenehme scheitern in den Amtsstuben. Eifrige Sozialarbeiter, arme Kinder und überforderte Eltern. Schließlich trifft man sich am runden Tisch im Büro des Amtsleiters. Versuche zu beschwichtigen bringen nichts, denn die Lage ist nicht selten prekär. Zu spät der Versuch die Familie durch ambulante Hilfen zu stabilisieren. Was bleibt ist die Kindesabnahme und damit der Beginn einer Odyssee durch Heime und Pflegefamilien. Eben noch werden die Eltern als erziehungsunfähig klassifiziert, hätten Probleme mit Drogen und Alkohol. Aber auch Gewalt spielt in der Familie eine große Rolle – zuviel für ein Kind. Aber nicht zuletzt die Jugendämter selbst können den Kindern und Jugendlichen nur minimale Stützen bieten.

Silvia G. ist eines dieser Kinder, das schon mit 7 Jahren eine unendliche Heimkarriere beginnt. Die Mutter will nicht für ihre Tochter sorgen und beschränkt ihr Dasein auf den Lebensgefährten. Das Mädchen hat vier weitere Geschwister, verteilt auf Heime und Pflegefamilien, denn ein gemeinsames Zusammenleben ist laut Behörden denkunmöglich. Kurze Zeit nach Beginn der Fremdunterbringung kommt Silvia in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des LKH Klagenfurt. Von nun an sollte sie dort mehrfach stationär behandelt werden.

Von der Mutter abgegeben, vom Jugendamt abgelegt, fristet die Schülerin ein Dasein zwischen Heimen, Psychiatrie und Straße. Ihr Vater soll sie und ihre Geschwister sexuell missbraucht haben – Silvia will davon aber nichts wissen. Zuviel für die 15 jährige, weshalb im Februar 2006, nachdem das Mädchen über 17 Mal vom Heim Lebensraum Heidlmair in Kremsmünster abhaut um endlich ihren Vater wiederzusehen, schließlich alle Heimunterbringungen scheitern und als letzter Ausweg die Großmutter in Erscheinung tritt. Geprägt von Drogen, Gewalt, Babystrich und Alkohol, treffen zwei Generationen plötzlich aufeinander. Der eine kann nicht mit dem anderen und das Jugendamt ist mit seinem Latein am Ende. Schließlich ist Silvia G. ein komplexer Fall zwischen Kriminalität und Heimkarriere, ohne dass das Mädchen jemals in einer geborgenen Familie aufwachsen durfte.

Silvia ist ein Beispiel von vielen, das aufzeigt, wie Behörden versagen, an ihren Ressourcen erschlappen und somit fatale Entscheidungen treffen. Schließlich soll der renitente Teenager nach Teneriffa – zum Timeout versteht sich. Tatsächlich aber will das Mädchen nun bei ihrem Bruder leben, den Hauptschulabschluss nachmachen und sich um eine Lehrstelle bemühen. Während die vergangenen acht Jahre das Jugendamt nur spärlich um die junge Klientin bemüht war, zeichnen sich beim verantwortlichen Sozialarbeiter Erich Dreves-Pobaschnig nun intuitive Vatergefühle ab. Silvia wird kurzum zu einer Pflegefamilie nach Teneriffa gebracht. Was zu diesem Zeitpunkt niemand weiß, hierfür erwarten den Sozialarbeiter dankende Tantiemen, und die Pflegefamilie sollte sich durch Recherchen von Xlarge kurze Zeit später als Therapiezentrum für Reinkarnation ua. spirituelle Sitten entpuppen.

Mehr und Mehr rückt das Magistrat der Stadt Klagenfurt Abteilung Jugend und Familie ins Visier der Strafvermittlungsbehörden. Durch eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung seitens Xlarge konnte nun ein Strafverfahren gegen das Magistrat Klagenfurt und seine Sozialarbeiterinnen eingeleitet werden. Die Liste der Verfehlungen ist lang. So findet sich unter zahlreich betroffenen Kindern das Schicksal des heute 13 jährigen Michael K. Die Geschichte des Klagenfurter Schülers prägt nicht minder, wie jene, der heute 17 jährigen Silvia. In der Wohngemeinschaft von Lebensraum Heidlmair fühlt sich Michael alles andere als wohl. Während die Erzieherinnen im Büro sitzen, um zu rauchen und Kaffee zu trinken, sind die Kinder vor dem Haus sich selbst überlassen. Dabei stehen Schlägereien an der Tagesordnung, und nicht selten werden Jungen und Mädchen von älteren Heimbewohnern zum Sex gezwungen.

Rituale die bei Lebensraum Heidlmair seit Jahren Bestand haben. Ein Mädchen auf szene1.at fasst schließlich Vertrauen und berichtet einem Xlarge Redakteur über die zahlreichen Erniedrigungen »Wenn du als Mädchen zum Lebensraum Heidlmair nach Kremsmünster kommst, dann fragen schon ein paar Jungs ob du noch Jungfrau bist. Jedenfalls musste ich bereits in der ersten Nacht mit einem der Jungs schlafen. Da hat auch kein Erzieher nachgesehen, die haben einfach ihren Nachtdienst im Büro oder der Küche verbracht. Aber wenn ein Erzieher es auf dich abgesehen hat, dann haben sie dich tagelang ins Zimmer gesperrt. Aufs Klo durfte man erst, wenn die Blase schon richtig weh tat. Da gibt es auch so einen kleinen Raum im Keller, ohne Fenster mit Betonfußboden und einer Matratze. Da sperren sie dich rein, wenn du durchdrehst, weil dich alles anwidert«

Jugendliche die sich bereits länger im Heim von Lebensraum Heidlmair befinden, verabreden sich regelmäßig mit Heimleiter Peter Heidlmair am Landesgericht Klagenfurt, um dort „Neuankömmlinge“ zu begutachten. Nachdem die Heimeinrichtung Lebensraum Heidlmair an sich in Oberösterreich beheimatet ist, zeichnet für die Unterbringung von Kindern aus Kärnten SPÖ Amtsmandatarin Christine Gaschler-Andreasch vom Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung Jugend und Familie, verantwortlich.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegen Christine Gaschler-Andreasch und ihre Mitarbeiter. Unter anderem sollen Kinder vernachlässigt und zahlreiche Amtsposten missbraucht worden sein. Dem Nachrichtenmagazin Xlarge liegt der Strafakt zu 10ST63/08y lückenlos vor. Ebenso ins Visier der Strafermittlungsbehörden geraten, der deutsche Jugendhilfe Verein Weg-EV-DE. Bis 2006 soll der Verein zahlreiche Jugendliche im Auftrag von Christine Gaschler-Andreasch in besagte Therapiestation nach Teneriffa sprichwörtlich deportiert haben.

Bis heute verfügen die Jugendlichen weder über einen Schulabschluss, noch können sie eine Lehrausbildung vorweisen. Die Behörden wären bereits vor Jahren in der Lage gewesen diesen Kindern zu helfen. Im Fall von Silvia G. haben sich zahlreiche Sozialarbeiter über acht Jahre hinweg in ihrer Kompetenz versagt. Wie der Inzest Fall von Amstetten zeigt, agieren Behörden entsprechend ihrer eigenen Veranschaulichung. Schon mehrfach mussten deshalb Kinder sterben, weil vermeintliche Spezialisten die falsche Entscheidung getroffen haben.

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