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Kleine Zeitung auf Datenfang

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Die Kleine Zeitung verlor durch ihr Abstolpern nach links viele Leser, damit auch Geschäft. Um das wettzumachen, wurde versucht, einen üblen Trick aus dem Google-Dschungel zu kopieren.

Personen aller Art, die Kommentare schreiben wollen, müssen sich registrieren. Warum und wozu, weiß keiner. Also bleibt als Grund nur, die Zeitung möchte die Email- und IP-Daten der User haben, um sie geschäftlich zu verwerten. Das blieb nicht alles, ein neuer Trick kam dazu.

Wir recherchierten und fanden den Zusatz: Um einen Beitrag erstellen zu können, schalten Sie sich bitte mit Ihrer Handynummer frei. Wir möchten die Qualität in unseren Foren erhöhen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wir bitten Sie um eine Freischaltung per Handy.
Wir sperren „Nicks“ bei groben Vergehen gegen die Forumskultur – eine Neuanmeldung ist nicht mehr möglich.
Die Nacht-Sperre ist wieder aufgehoben.
Verschwinden „Adolf H. 1“ bis „Adolf H. 15“ von der Bildfläche, weil selbst multiple Persönlichkeiten dieser Art nicht 15 Handys besitzen, ist dort mehr Platz für Ihre wertvollen Meinungen. Wir haben mehr Zeit, uns wichtigen Dingen zu widmen: Erstklassiger Berichterstattung, sehenswerten Videos, Fotostrecken und guten Kommentaren – auch von Ihnen.

Kommentare können also nur mehr gegen Preisgabe der Mobilnummer geschrieben werden. Wer das nicht will, oder wer noch nur einen Festnetzanschluss besitzt, hat Pech. Nirgends in den AGB steht, was mit den Nummern weiter geschieht, an wen sie verkauft werden. Die genaue Anleitung zeigt, dass auch bei den Netzen ausgewählt wird. Eintragbar sind nur „vermarktbare“ Netze.

Um einen Kommentar erstellen zu können, geben Sie bitte hier Ihre Handynummer an (ohne Leer- und Sonderzeichen):
Bitte achten Sie darauf, dass alle Ziffern korrekt sind. Sie bekommen an diese Handynummer per SMS einen Code zugeschickt, mit dem Sie sich für die Kommentarfunktion freischalten können.
Hinweis: Derzeit ist die Freischaltung leider nur für die zur Auswahl stehenden Handynetze möglich. Sollten Sie dazu Fragen haben, senden Sie bitte ein E-Mail an webmaster@kleinezeitung.at.

Dem Missbrauch dieser gemeldeten Nummern ist dann Tür und Tor geöffnet. Saftige Kommentare blieben nicht aus:

Ich bitte die Redaktion höflichst um Entschuldigung, aber… WTF?!?!?!?!?!?!
Was geht euch meine Telefonnummer an, wenn es um ein „freies“ Forum geht? Solche Anmaßungen sind doch wohl die ersten Vorboten der Zensur. Als „unabhängiges Medienunternehmen“ sollte euch freie Meinung und Zensur schon ein Begriff sein. 😉

Der Kleinen Zeitung geht es nur um das Geschäft mit diesen erzwungenen Telefonnummern. Das ist ganz einfach daran zu sehen, dass die Qualität der Postings nicht um einen Millimeter zugenommen hat und auch ärgste Beschimpfungen und antisemitische Äußerungen nicht gelöscht werden. Ob der Trick mit den Handynummern die schlechte Nachred wert war, wird bezweifelt.

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