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Neu-Beginn? Kinder- und Jugendhilfe soll Jugendwohlfahrt ablösen

In den letzten 15 Jahren durchlebte die Jugendwohlfahrt einen rasanten Entwicklungsprozess. Während früher betroffene leibliche Eltern dem Schicksal der Jugendwohlfahrt hilflos gegenüberstanden, erleben Betroffene in Zeiten von Internet und Sozialen Netzwerken mehr Halt und Gemeinschaftsgefühl. Ein neuer Name soll nun auch von Seiten der Behörden für Erneuerung sorgen.Die Oberösterreichische Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) versucht es auf den Punkt zu bringen  icon-angle-double-rightWir wollen zeigen, dass es uns nicht darum geht, Eltern ihre Kinder wegzunehmen, sondern dass wir allein zur Unterstützung der Familien da sindicon-angle-double-left

Die Praxis sah bisweilen mit Ernüchterung anders aus. Oftmals pumpten die Länder pro Kind und Monat bis zu 5.000,- Euro in die Fremdunterbringung, anstelle einer Optimierung der ambulanten Hilfen, kritisieren Insider wie Betroffene. Nicht selten wurden Kinder im Volksschulalter ins Heim gesteckt und erst mit 14 wieder den Eltern überlassen.

Die Jugendwohlfahrt hatte bislang ein massives Imageproblem als Kinderklau-Behörde, denn nur in wenigen Fällen trafen die Standard-Gründe für Kindesabnahmen zu. Tatsächlich genügte der Verlust der Wohnung oder des Arbeitsplatzes, um ein Kind ins Heim zu stecken.

Sofern es in der Vergangenheit zu Rückführungen kam, sahen sich Eltern mit renitenten Kindern konfrontiert, die fernab von Normen und erzieherischen Grundsätzen zuvor ihr Dasein fristen mussten. Selbst die Sozialarbeiter-Verbände sparten am Ende nicht mit Kritik, wenn auch die immer wieder drastischen Forderungen nach mehr Geldmittel im Vordergrund standen.

Die Kinder- und Jugendhilfe in Österreich, so scheint es, will sich vom Image der berüchtigten Jugendwohlfahrt loslösen. Viel Kritik und politisch polemische Akzente waren dem vorausgegangen. So sei nach Ansicht vieler Einrichtungen der freien Jugendwohlfahrt das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz unzureichend, wenn auch dringend erforderliche Grundbestimmungen, wie beispielsweise die Hilfeplanung, nunmehr vom Gesetzgeber mit aufgenommen wurde.

Dennoch orten Kritiker im Versuch der Neuorientierung alte Laster, die so schnell nicht abgelegt werden dürften. Nach wie vor leben über 12.000 Minderjährige in Fremdpflege und die Zahlen steigen mehr, als sie sinken könnten. Die immer neue Schaffung von Heimplätzen lässt auch nicht daran zweifeln, dass die Kinderverarbeitungsindustrie zum elementaren Wirtschaftszweig heranwuchs, und so schnell keiner an diesem Ast sägen will.

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