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Polterpost – Dauerbrenner Jugendamt

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Montag Abend war es wieder soweit. Mit schaudern verfolge ich einen ORF Thema Bericht über das Wiener Axt-Monster, ein Familienvater der seine 7 jährige Tochter, die eigene Ehe-Frau, die eigenen Eltern und den Schwiegervater auf dem Gewissen hat. Herr St. will keine Anwalt-Tricks und scheut auch nicht vor einem Schuldeingeständnis zurück.

Anschließend versucht sich das Jugendamt der Stadt Wien „MagElf“ in einem Image Filmchen. Das ORF Thema Team sollte eine Sozialarbeiterin den ganzen Tag begleiten. Dem Zuschauer offenbart sich stattdessen die 14 jährige Julia, deren Vater seit 21. Dezember 2007 in Haft ist und über eine Mutter klagt, die sich schon vor längerem nach Irland abseilte. Stattdessen hält es der Teenager bei seiner Oma nicht mehr aus, denn das Mädchen kommt erst früh morgens nach Hause und hält sich auch sonst an keine Regeln und Grenzen. So zumindest transportiert die 14 jährige ihren eigenen Entschluss in eine WG vom Jugendamt zu siedeln. In Anwesenheit ihrer wohl gleichaltrigen Leidensgenossin, den pinkfarbenen IPod in Händen, strahlt die Jugendliche über alle Mundwinkel und Sozialpädagogin Wilma Kößler ergänzt vollmundig „Es ist ja so schrecklich, wenn ein Kind am Abend im Bett liegt und an seine Mama denkt“.

Dann kommt die Mutter des 6 jährigen David zu Wort, den sie mittels Eisenstange gezüchtigt haben soll. Eine mutige Sozialarbeiterin vom Jugendamt hat es allerdings geschafft und die Alleinerzieherin auf den rechten Pfad der Tugend gebracht – dank Family-Coaching. Nun ist sie also eingezogen, die sogenannte Super-Nanny Strategie – noch vor kurzem in einer mehrseitigen APA Aussendung angekündigt.

Von den zahlreich angekündigten Kinderschicksalen zeigt der ORF allerdings merklich wenig. Stattdessen tritt Sozialarbeiterin und Fürsprecherin der Fürsorgearbeit, Herta Staffa, auf den Plan, berichtet von der harten Arbeit im Jugendamt und von Eltern, die man keinesfalls beurteilen könne, weshalb weitere Schüttel Babys nicht ausbleiben werden.

Gefolgt vom echten Fälscher, der noch vor kurzem in Hollywood für einen Oscar sorgte, endet ein Beitrag über ein Amt, das tagtäglich für Schlagzeilen sorgt. Wenn Kinder geschützt werden, dann treten sie also auf, die überarbeiteten Sozialarbeiterinnen vom Amt, so zumindest will man uns durch diesen Image Film glauben machen, stellt sich die praktische Tätigkeit einer Sozialarbeiterin dar. Am 27. Mai 2008 um 14 Uhr hinter dem Wiener Rathaus formieren sie sich zu einer Kundgebung, wollen wir hoffen, dass in dieser Zeit nicht weitere Kinder unter ihren Augen misshandelt werden.

Der Dauerbrenner Jugendamt bleibt also in jedem Fall ein Gesprächsthema ohne Ende. In Kärnten haben nun die Strafermittlungsbehörden ein Auge auf die Jugendwohlfahrt geworfen, nachdem das Medium XLARGE tätig wurde. Wohl ein weiterer Fall behördlicher Versager Praxis, wenn da nicht die Medien wären.

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