Polterpost: Organisierte Kinderarbeit

Neue Enthüllungen über Kinderarbeit sind schon an der Tagesordnung. Immer sind Kinder betroffen, mit denen die Jugendwohlfahrt die große Zahl ihrer Kinderheime befüllt. Dass diese Ausbeutung schon lange nicht mehr vorkomme, ist ein Märchen, in Grimm’scher Brutalität. Aus diesem Anlass daher ein aktuelleres Beispiel.

Im Mai 2008 öffnete die AMICA Jugendbetreuung GmbH in Klagenfurt-Wölfnitz ein weiteres, von der SPÖ Kärnten um SPÖ Amtsmandatarin Christine Gaschler-Andreasch  finanziertes Kinderheim. Firmenchefin Brigitte Ofner ist gut vernetzt, sucht und erhält über die SPÖ sofort einen „Erstbelag“ mit Kindern. Das bringt ihr pro Kind und Monat bis zu 5000 Euro. Eines der Kinder wird von einer SPÖ-Funktionärin aus der Steiermark geliefert.

Michaela Bannhofer war seit Mai 2009 stv. Landesvorsitzende der steirischen SJ. Sie steht im Verdacht, Kinder gegen Provision zu beschaffen; die Staatsanwaltschaft prüfte aber die Belege bisher nicht.

Im Dezember 2008 wird eine Mutter vom Jugendamt zu einem „Verkaufs- und Reflexionsgespräch“ zu AMICA geladen (Ladung liegt der Redaktion vor). Dort soll der Verkauf des Kindes offiziell fixiert werden. Die Mutter kommt nicht, wird unter Druck gesetzt. Im April 2009 dann soll sie eine Einwilligung unterschreiben, dass das (neunjährige) Kind in einem Reitstall Stallarbeiten verrichten dürfe. Die Mutter lehnt ab, wird vom Jugendamt mit einem fünfmonatigen Kontaktverbot bestraft.

Verkaufs- und Reflexionsgespräch im Jugendamt

Verkaufs- und Reflexionsgespräch im Jugendamt

Die Kinderarbeit läuft real weiter. Nachbarn berichten, ein Kleinbus bringe regelmäßig Heimkinder von AMICA zu einem Bauern, wo sie im Stall arbeiten. Die Sache wird der Behörde gemeldet—doch wer ist die Behörde? Das Jugendamt, das Heiminsassen beschafft, Arbeitsplätze vermittelt und keiner Kontrolle unterliegt. Sicher auch, wie in anderen Bundesländern, an der Kinderarbeit verdient. Kein Wunder, dass Heimkinder so gut wie nie vor der Volljährigkeit entlassen werden, zu viel würde auffliegen.

Die Kärntner Jugendwohlfahrts-Chefin Christine Gaschler-Andreasch, absolut zufällig selbst SPÖ-Mandatarin (Vizebürgermeisterin in Ludmannsdorf), bietet den nötigen Schutz von oben. Gaschler-Andreasch besitzt reiche Erfahrung in diesen Dingen; sie hatte eine Kindergruppe nach Namibia deportiert, andere Kinder an einen Scientology-Verein auf Teneriffa verkauft. Im Jahre 2009 waren laut Gaschler-Andreasch in Kärnten rund 1200 Kinder an Heime und andere Abnehmer vermarktet.

Ausbeutung von Heimkindern durch die Jugendwohlfahrt—ein schwarzes Kapitel, das noch immer der Aufarbeitung harrt.

Autor: Simon Polterer, Chefreporter

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