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Fortsetzung im Prozess um Märchen-Gutachter Egon Bachler

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Er konzipierte seitenweise mit Textbausteinsystem Gutachten, die teils wahllos ineinander kopiert und selbst Punktierfehler übertragen wurden. Seit einem Jahr tobt gegen den Drahtzieher hinter TAF (Anm. Therapeutische Ambulante Familienhilfe) und anderer Firmenkonstrukte, die immer noch vom Land Salzburg Aufträge lukrieren, ein minutiöser Prozess wegen falscher Zeugenaussage. Am 26. und 28. April wird das Verfahren am Landesgericht Salzburg fortgesetzt.

Sie sind Richter in weiss und nicht selten das stützende Ohr der Kinder- und Jugendhilfe, vormals Jugendwohlfahrt. Leibliche Eltern stehen den Allmacht-Phantasien der Gerichtsgutachter meist hilflos gegenüber. Akkribisch sollen Gutachten dem Gericht in Entscheidungsprozessen hilfreich sein.

Egon Bachler aus Salzburg kämpft währenddessen gegen seinen eigenen Gutachter im Prozess. Der renommierte Professor Max Steller aus Deutschland zerriss die Expertisen Bachlers in Obsorgeverfahren in der Luft. Für die Verteidiger Matthias Kapferer und Wolfgang Moringer ist der deutsche Sachverständige hingegen befangen.

Immerhin zählt das laufende Strafverfahren über 13 Privatbeteiligte, die ihr Krux mit Gutachten aus der Feder von Egon Bachler hatten, denn im Obsorgeverfahren zählt jeder Funke Objektivität, wie Prozessbeobachter XlargE gegenüber zu berichten wissen. Nicht selten wiegen sich gerade Bezirksverwaltungsbehörden gegen leibliche Eltern in Sicherheit, wenn ihnen das Gutachten zuarbeitet.

Richard Maier, Obmann Verein Kindergefühle

Richard Maier, Obmann Verein Kindergefühle – Foto © XlargE

Im Fall von Egon Bachler spielten Millionenaufträge und unabdingbar die Nimmerlust auf mehr eine gewichtige Rolle. Plötzlich tauchten Passagen aus einem Gutachten in ganz anderen auf, wie Richard Maier vom Salzburger Verein Kindergefühle weiß. Er sammelt seit einem Jahrzehnt Beweismaterial gegen jenen Gutachter, der auch in seinem Fall das „Handwerk“ verstand.

Besonders problematisch scheint den Betroffenen das von Egon Bachler zwischen den Ländern, Behörden und Richtern entfaltete Netzwerk. Letztere beschließen mit Brief und Siegel über die Zukunft von Kindern und ihren Familien. Richterin Gabriele Glatz beraumte zwei Verhandlungstage ein. Bislang ergingen keine Zeugenladungen, wie ein Betroffener gegenüber der Kronenzeitung sagt, obwohl „wir vieles zur Klärung beizutragen hätten“.

Pikanterie am Rande: Das Land Salzburg gilt als Großauftragnehmer des angeklagten Gerichtsgutachters Egon Bachler. Trotz Anscheins der Befangenheit trat die Justiz den Fall bislang nicht an ein anderes Gericht ab. Für Egon Bachler gilt die Unschuldsvermutung.

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