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Beleidigte Muslime

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In einer Pressekonferenz am 21. April stellte die Dokumentationsstelle der Muslime ihren Bericht über antimuslimischen Rassismus vor. Muslime ist relativ. Die Dokustelle ist eine Lobby-Abteilung der Initiative Muslimischer Österreicherinnen, eines Vereins der Muslimbruderschaft. Rassismus war ebenfalls relativ. Die Muslime sind keine Rasse.

Die Vorwürfe des Berichts wurden vorgetragen von Elif Öztürk und Ümmü Selime Türe, zwei Damen mit eng verhülltem Kopf, und Hussein Al-Rawi, Neffe des bekannten Gemeinderates. Unter den wenigen Zuhörern saßen auch die Sprecher der Muslimbruderschaft in Österreich, Tarafa und Carla Baghajati.

Rassistische Übergriffe gegen Muslime – der Vortrag war leider schlecht vorbereitet und es fehlte an Fakten. Der Islam sei Teil Österreichs, ist Polemik. Eine Religion kann kein Teil eines Landes sein. Begriffe wie Religionsgemeinde, islamfeindlich und Diskriminierung wurden eingestreut, ohne wirklich zuzutreffen.

Seit Dezember 2014 bis Ende 2015 habe es 156 aufgenommene Fälle von rassistischen Übergriffen gegen Muslime gegeben, wurde geschildert. Das klingt nicht besorgniserregend, bei derzeit mindestens 1,1 Millionen Muslimen in Österreich. Dieser Zahlenvergleich wurde vernachlässigt. Dem gegenüber stehen tausende „rassistische“ Übergriffe von Muslimen gegen Österreicher, im selben Zeitraum. Ganz zu schweigen vom radikalen Antisemitismus, den einige Gruppen verbreiten, die sich selbst muslimisch nennen.

Die herum gereichte Auflistung der Fälle wirkte noch ernüchternder. Drei Übergriffe gegen Moscheen wurden geschildert. Alle drei waren aber keine Moscheen, sondern Vereinslokale. In einem Fall von ATIB, einem Lokal einer türkischen Behörde. In einem anderen Fall ein Vereinslokal der Milli Görüs, in Österreich Islamische Föderation. Die Milli Görüs ist eine extremistische, rassistische und antisemitische politische Partei, aber keine Spur muslimisch. Der dritte Fall war das Vereinslokal Hidaya in der Praterstraße, bei dem eine Scheibe eingeschlagen worden war. Die Hidaya ist Treffpunkt der syrischen Muslimbrüder, der Täter war ein Kurde. Antimuslimisch?

95 Prozent der Opfer antimuslimischer Vorfälle seien Frauen gewesen. Kein einziger dieser Fälle war belegt, nur einer – Kündigung wegen Religionszugehörigkeit – schien glaubwürdig. Eine Schülerin, die als Muslimin zu erkennen gewesen wäre – wie sieht man einer Person die Religion an?

Bei den meisten anderen hatte es sich deutlich nicht um antimuslimische Vorfälle gehandelt, sondern um pro und kontra Kopftuch. Das Kopftuch ist keine islamische Kleidung. Eine Frau, die ihren Kopf einwickelt, provoziert und fordert heraus – in Österreich ist das Kopftuch als Signal gegen Integration unerwünscht. Sogar in Deutschland war von Islamverbänden schon dazu aufgerufen worden, Muslime sollten nicht so sehr auf wehleidig spielen, sondern sich besser in die Gesellschaft einfügen.

Als Ergebnis blieb: Vertreter(innen) des politischen Islam wollen sich als Muslime profilieren und dehnen die gegen sie gerichtete Kritik auf Muslime aus. Das kann nicht funktionieren, weil die Mehrzahl der Muslime, die es wirklich sind, keinen Grund für Übergriffe bieten. Sich auch nicht als Rasse fühlen. Die Verwendung nationalsozialistischer Terminologie war auch eher unglücklich.

Die Dokustelle will sich hauptsächlich mit Vereinen vernetzen, sagte Öztürk, um bessere Daten zu bekommen. Das ist die Schwachstelle. Vereine wie ZARA oder Milli Görüs sind keineswegs repräsentativ für Muslime. Wenn sich jemand rassistisch angegriffen fühlt und sich an die Dokustelle wendet, dann weiß diese Person schon, dass die Dokustelle zur Muslimbruderschaft zu zählen ist. Aktionen, bei denen Übergriffe gegen die Rasse der Muslime gezählt werden, aber alles andere übersehen wird, sind kontraproduktiv und gegen die Integration gerichtet.

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