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Kuriose Proklamation um Claus Gatterer-Preis 2017 für Nora Zoglauer

Nora Zoglauer mit Pöbel Blogger - Fotos: ServusTV/Neuland Film, YouTube, ORF Artikel per Email versenden Artikel per Email versenden

Die mit 5.000 Euro dotierte und in Kooperation mit der Südtiroler Landesregierung und dem Dr. Karl Renner – Publizistikpreis-Kuratorium vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) verliehene Auszeichnung geht 2017 an die ORF Journalistin Nora Zoglauer für ihre „Am Schauplatz“ Reportage „Weder Frau noch Mann“ vom 9. Februar 2017. Mit ihren Einblicken um den sogenannten Tierschützer-Prozess oder das Wesen der Staatsverweigerer regt die ehemalige Solistin der Wiener Volksoper durch ihr redaktionelles Meinungsbild aber deutlich auf.

Für den SPÖ-nahen Journalistenverein ÖJC, um Präsident Fred Turnheim, ist linke Meinungsbildung gern gesehener Balsam auf die Orientierungsseele. Kritiker hingegen, allen voran Martin Balluch vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) ist Nora Zoglauer hinterfragungswürdig, wenn in einer Reportage einseitige Meinungsbilder durch die verantwortliche Redakteurin vorgegeben werden. Zitat aus seiner Stellungnahme  icon-angle-double-right […] Innungsmeister Sladky durfte in der Sendung auch minutenlang darüber fantasieren, dass früher alles schlecht war in der Pelztierhaltung, insbesondere in China und im Ostblock, aber heute gäbe es eine „korrekte“ Pelztierhaltung und damit sei alles erledigt. Keine TierschützerInnen durften in der Sendung diesen Blödsinn richtigstellen. […] Nora Zoglauer in der Sendung zeigte dann eine VGT-Kundgebung mit Videofilmen aus Pelztierfarmen und kommentierte das so: „Solche Bilder werden von Tierschützern gerne in der Öffentlichkeit gezeigt, um auf die Qualen der Pelztiere hinzuweisen. Die Tierschützer sprechen in solchen Fällen gerne von Tier-KZs.“ Statt uns also sachlich die Aussage des Innungsmeisters kommentieren zu lassen, wird seine fachliche „Expertenmeinung“ zwar mit unseren Bildern konterkariert, das allerdings mit einer abfälligen Bemerkung versehen. In Wahrheit redet niemand von uns von „Tier-KZ“, es ist eine Grundsatzentscheidung des VGT schon vor über 10 Jahren, diese Phrase nicht zu benutzen. Den ZuschauerInnen soll also wieder suggeriert werden: diese Leute wollen nur provozieren, sie zeigen grausliche Bilder, die mit der heutigen „korrekten Haltung“ nichts zu tun haben, und sind einfach unheimlich geil drauf, Menschen zu stören und zu schockieren. icon-angle-double-left

Oberste Staatsverweigerin - Staatenbund Präsidentin Monika Unger - Foto: ServusTV / Neuland Film

Oberste Staatsverweigerin – Staatenbund Präsidentin Monika Unger sitzt seit Ende April in U-Haft – Foto: ServusTV / Neuland Film

Jüngst in die Kritik geraten ist Nora Zoglauer mit der Fortsetzung ihrer Reportage über Staatsverweigerer. Unter dem Arbeitstitel „Nachgefragt – Österreich nein Danke“ bot die Magistra der Soziologie, Geschichte und Genderstudies einem Ex-Söldner der berüchtigten Black-Water und bekannten Pöbel-Blogger aus Tirol eine breite Bühne. Offenbar auf Kosten der Zwangsgebührenzahler chauffierte Nora Zoglauer ihren „Kritiker“ der Szene in die Schweiz, um vor laufender Kamera theatralisch pointierte Lachsalven zu konstruieren – offenbar in einer Verwechslung ihrer einstigen Arbeitsstätte mit dem Parkett des wahren Lebens. Der Umstand, dass gegen ihren chauffierten Protagonisten und seine Blogger-Seiten Verfahren eingeleitet wurden, blieben nicht thematisiert. Vielmehr bewarb der ORF und Nora Zoglauer Blog-Seiten in Nahaufnahme, die tatsächlich Gegenstand behördlicher Verfahren zur Folge hatten. Behauptete Morddrohungen gegen den Ex-Söldner stellte man ungeprüft in den Raum. Das passende journalistische Bild für die jüngste Preisträgerin des Prof. Claus Gatterer-Preis 2017?

Anstelle der Ursachenforschung zum Phänomen „Staatsverweigerer“ zeigt Nora Zoglauer Einblicke in das bröselnde Projekt „Freeman“ um Joe Kreissl. Sein Noch-Wohnsitz, ein Schloss, unter dem Hammer und der Masseverwalter ihm dicht auf den Fersen. Der letzte Mitläufer baut im Schlossgarten sein Zelt ab. Das sind die letzten dramaturgisch befüllten Szenen in einer wohlweislich System getreuen „Am Schauplatz“ Reportage, die keine Kritik am gängigen Justiz-Apparat erlaubt, und auch nicht ergründet warum Bürger plötzlich als „Staatsverweigerer“ sympathisieren. Im Sinne der seit langem unter Kritik stehenden ORF Berichterstattung im Rahmen journalistischer Gepflogenheiten am Küniglberg. Offensichtlich in den Fußstapfen von ZIB2 Anchorman Armin Wolf.

Staatsverweigerer mehren seit den Vorkommnissen in Waidhofen an der Ybbs nicht nur das wachsende Potenzial an Sympathisanten und Aktivisten. Vermehrt mussten Organe von Behörden und der Justiz teils groteske Konfrontationen über sich ergehen lassen. Einige Staatsverweigerer ordnen Beobachter und das Bundesamt für Verfassungsschutz auch der rechtsextremen bzw. Neo-Nazi Szene zu. In unterschiedlichen Gruppierungen wie beispielsweise der Freeman oder dem Staatenbund Österreich um Monika Unger, leben sie unterschiedliche Ideologien. Sie vereinnahmt aber der Grundsatz die Republik Österreich sei eine Firma und sie seien Mensch und nicht Person. Gemeinschaftlich lehnen sie die österreichische Rechtsordnung ab. Das führte wiederholt teils zu zu einer strafrechtlichen Kettenreaktion gegen die Protagonisten, wogegen einige mit massiven Drohungen vorgingen. Sowohl Polizisten als auch Gerichtsvollzieher und verschiedene Behördenmitarbeiter, aber auch Bürgermeister, seien in ein unüberprüfbares Schuldenregister in den USA eingetragen und ein selbst kreiertes Inkassobüro in Malta mit dem Vollzug der Forderungen beauftragt worden. Zwischenzeitlich wurde das Strafgesetzbuch um den sogenannten „Staatsverweigerer-Paragraphen“ adaptiert und Ende April in einer österreichweiten Razzia rund zwei Dutzend „Führungskräfte“ festgenommen. Nach wie vor sitzen davon 20 Personen in U-Haft.

Viele Sympathisanten suchten vornehmlich wegen eigener Probleme mit Gerichtsverfahren oder wegen Verwaltungsstrafen Zuflucht in den unterschiedlichen Gruppierungen, zuletzt vornehmlich dem Staatenbund Österreich rund um die (inhaftierte) nicht absetzbare Präsidentin Monika Unger aus Bad Blumau (Steiermark). Viele dürften mit der Rechtsordnung in Österreich nicht mehr zurecht gekommen sein. Monika Unger hielt ihre Anhängerschaft mit vollmundigen Versprechen bei Laune. So brauche man im Fall einer Zwangsräumung keine Furcht haben, da der Gerichtsvollzieher keine Handhabe gegen die Schuldner habe, und auch Richter müssen sich erst mit einem Amtsausweis legitimieren. In ihren Kreisen galt Monika Unger bis zu ihrer Verhaftung sogar als Rechtssachverständige der Alliierten. Zuletzt wollte Monika Unger in dieser Eigenschaft im Schwurgerichtssaal des Landesgericht für Strafsachen Graz sogar selbst verhandeln. Ihre Verhaftung kam dem Vorhaben zuvor.

Mit den Vorwürfen zum Vorgehen von Nora Zoglauer konfrontiert, blieb eine Stellungnahme durch den ORF bislang aus.

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