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Das Ende der Ticket-Automaten

In mehreren Ländern, darunter Österreich und Deutschland, sparen die öffentlichen Verkehrsbetriebe radikal Personal ein. Besonders die Staatsbahnen sind es, wie ÖBB und DB. Statt Fahrkartenschaltern werden Automaten hingestellt, an denen man, mehr oder weniger umständlich, Tickets für die Fahrt lösen kann. In kleineren Stationen gibt es keine andere Möglichkeit mehr.

Politikern lässt es keine Ruhe, dass Fahrgäste so ganz unkontrolliert Fahrkarten kaufen und damit umher reisen können. Unter dem Vorwand der Terror-Bekämpfung quellen neue politische Ansätze auf, um alles, wirklich alles, unter Kontrolle zu bringen. Terroristen können darüber nur lachen, Sie wohnen ganz ungeniert in unserer Mitte und nutzen ganz andere Wege für ihre Tätigkeiten.

In Österreich stört es Politiker, dass Menschen mit der Bahn fahren können, ohne dass der Staat weiß, wer wann wohin reist. Deshalb wird angestrebt, dass die Beförderung nur mehr für Fahrgäste möglich ist, die sich ausweisen. Bei Benutzern von Jahres- und ähnlichen Karten ist das schon gegeben. Aber so viele, viel zu viele, kaufen sich noch anonym Tickets und fahren ohne Kontrolle durch die Gegend. Das geht nicht.

Also werden neue Vorschriften ausgearbeitet. Jeder darf nur mehr ein Ticket lösen, wenn er/sie sich ausweist. Wie das in der Praxis gehen soll, ist noch völlig unklar. Österreichische Staatsbürger müssen keinen Ausweis mitführen, viele würden dann abgewiesen werden, zumindest anfangs. Wer das kontrollieren soll, ist auch noch offen. Jede kleinste Station müsste dann wieder besetzt werden, mit jemandem, der den Ausweis prüft (und einträgt).

Ein Fahrkarten-Verkauf an Automaten ist damit selbstverständlich ausgeschlossen. Auch die ohnehin fragwürdige Praxis von Zigarettenautomaten, eine Bankomatkarte einzuschieben, ginge nicht. Eine Bankomatkarte ist kein Ausweis, wird oft weitergegeben, besonders an rauchwillige Kinder. Werden die Räumkommandos schon bereitgestellt, um die dann überflüssigen teuren Ticket-Automaten abzubauen?

Deutsche Politiker verlangen eine noch radikalere Lösung. Ticket-Verkauf und die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel (im Berliner Slang „Öffis“ genannt) sollen nur mehr über eine App möglich sein. Man könne dann ja auch vermeiden, in irgend eine Warteschlange zu geraten. Das bedeutet nichts anderes, als dass jeder Fahrgast eine solche App verwenden muss.

Das geht logischerweise aber nur, wenn jeder Fahrgast ein dafür geeignetes Mobilgerät mitführt und das jeweils auf dem neuesten Stand ist. Persönlich registriert sowieso. Zwar ist man schon an die vielen Süchtigen gewöhnt, die hektisch alle halben Minuten ihr „smartes“ Gerät herausreißen, um nachzusehen, ob endlich wer etwas geschrieben habe. Die dann nicht minder hektisch auf ihr Gerät einklopfen, um jedem zu verkünden: Ich Bin Noch Da! Bei weitem nicht alle Menschen verwenden aber solche Geräte. Kann der Staat Bürgern vorschreiben, ein Mobilgerät verwenden zu müssen?

Der Hauptzweck sogenannter Apps ist es, dem Betreiber jederzeit und überall alle Daten über den User zu übermitteln. Nicht nur, ob er damit ein Ticket kauft, sondern auch, mit wem Verbindung aufgenommen wird, wer die Kontakte sind, was geschrieben wird. Und ganz besonders: Wo sich der User aufhält, was der User gerade treibt, was er shoppt und speist. Bis zum Blutdruck, als Gradmesser der Gefühle, kann (und wird) alles übertragen werden. Deshalb werden Apps auch so intensiv beworben, die Kundendaten sind eine unerschöpfliche Goldgrube.

Peinlich wird es allerdings dann, wenn solche Geräte irgendwo nicht erwünscht sind. Sie plärren ja bei jeder unpassenden Gelegenheit dazwischen. Das Pfeifen von WhatsApp-Nachrichten nervt schon viel mehr, als es nützt, jeder WhatApper will aber zeigen, ich habs auch. Auch Funklöcher sind nichts Außergewöhnliches. Ein Ticket zu lösen, wird deshalb in vielen unterirdischen Stationen zum Geduldspiel werden. Oder zur Verzweiflung treiben.

Auch in Deutschland sind dann Ticket-Automaten überflüssig. Allerdings auch mehr Personal, denn Apps verkehren nicht mit Personen. Terroristen wie Anis Amri, der jahrelang ungestört seinen kriminellen Tätigkeiten nachgehen konnte, können damit nicht im entferntesten aufgehalten oder abgeschreckt werden.

Diese krankhafte Überwachungs-Manie, die Politiker an den Tag legen, kann nur zu einem führen: Zu immer unzufriedeneren Bürgern. Die geplante Einschränkung des öffentlichen Verkehrs – denn nichts anderes als eine Einschränkung ist es – führt jedenfalls dazu, dass wieder mehr Menschen ihre eigenen Fahrzeuge benützen. Zwar ist auch das überwachbar, die Maut per App ist noch nicht vom Tisch, aber nicht so umfangreich wie bei der Vollkontrolle des personifizierten Ticket-Verkaufs.

Wird die nächste Stufe sein, jeden Menschen zu chippen? Um ihn jederzeit kontrollieren und in weiterer Folge auch steuern zu können? Irgendwann wird auch der Trägste und Teilnahmsloseste dagegen aufstehen.

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