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Sichtweisen: Fahr sauber und öffentlich!

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Klimawandel. Es wird heißer. Daran sind nur jene Umweltschädlinge schuld, die nicht ablassen wollen, mit altertümlichen Kraftfahrzeugen zu fahren. So rufen jene, die mit dem Klima-Horror viel Geld verdienen.

Progressive Parteien verlangen, Menschen sollen nur mehr mit (veganen) Schuhen oder Auspuff-losen Fahrrädern unterwegs sein. Für jene, die das nicht können oder wollen, stünden öffentliche Verkehrsmittel bereit, die alle jederzeit überall hin bringen. Um diese Öffentlichen gut zu vermarkten, wurden Verkehrsverbünde ins Leben gerufen. Unkoordiniert, unübersichtlich, aber teuer bringen sie alle an das gewünschte Ziel.

Nicht ganz alle. Außerhalb der Städte sind viele Orte nur schwierig erreichbar. Abends, an Wochenenden oder in Schulferien oft überhaupt nicht. Busse würden ja meist nur von Schulkindern benutzt, so meinen die Veranwortlichen. Alles andere wären Leerfahrten. Wem das nicht passt – auf zum Fahrrad. Jetzt stehen wieder monatelange Schulferien in Österreich bevor. Mit einem weit unter das Minimum eingeschränkten Busangebot. Irgendwo Veranstaltungen besuchen? Nicht daran zu denken. Alles geht nur mit Auto. Eine Verbesserung, etwa der Einsatz kleinerer Busse, ist politisch nicht gewünscht. Das lästige Fußvolk heißt nicht umsonst Fußvolk.

Weil es mit Abenteuer-Bonus noch erlebnisreicher wird, spielt auch die Bahn (ÖBB) mit. Ausreden gibt es immer, denn die Bahn scheint nicht allwettertauglich zu sein. Fast alle Züge, besonders die berühmten Railjets, haben regelmäßig Verspätungen, die den ganzen Fahrplan umwerfen.

Das Ehepaar K. wollte Bekannte besuchen. Das ging nur mit mehrmaligem Umsteigen. Das Ehepaar und die Bekannten wohnen eben nicht an einer Hauptstrecke, ganz gleich wie auch der meiste Teil der sonstigen Bevölkerung. Die Stationen und Zeiten hatte man sich ganz genau aus dem Internet herausgesucht. Vorbei sind ja längst die Zeiten, als man noch ausführliche Fahrpläne bekam.

Der erste Versuch des Besuchs scheiterte. Der Zug blieb auf offener Strecke über fünfzig Minuten stehen; wegen eines technischen Gebrechens, wurde durchgesagt. Alle Anschlüsse weg, es blieb nur mehr die Heimreise.

Am 27. Juni der nächste Versuch. Die Bekannten freuten sich sehr über den Besuch. Bei Kaffee und einer guten Jause tauschte man sich aus. Die Heimfahrt wurde dann schon mit unsicherem Gefühl angetreten, war doch der letzte Zug wieder ganz schön verspätet gewesen. Dann stand das Ehepaar in Stockerau. Und stand. Zuerst wurden einige Züge als verspätet durchgesagt. Die nächsten Ansagen waren schon deutlicher: Zug fällt aus, Zug fällt aus. Der Mann am Schalter meinte hilflos, aber um Freundlichkeit bemüht, an diesem Tage würden wahrscheinlich von und nach Wien keine Züge mehr verkehren. Irgendwie und über Umwege kam man dann doch noch heim.

Der Grund war angeblich eine defekte Weiche im Bahnhof Korneuburg. Das ist oft so. Weichen werden defekt, wenn es zu heiß ist. Oder wenn es zu kalt ist. Dass ein Bahnhof Korneuburg, mit insgesamt acht Gleisen, kein Gleis frei hätte, über das umgeleitet werden könnte, ist auch weder logisch noch verständlich. Auch an einen Ersatzverkehr wurde nicht gedacht – Motto der ÖBB: Mir san mir! Reisen Sie mit uns nach Berlin, Venedig, Zürich, werben die ÖBB. (Aber bitte nicht innerhalb Österreichs.)

Die Busse verkehren zwar auch im selben Verkehrsverbund (VOR). Die Busfahrer werden aber nie verständigt, wenn irgendwo irgendwas ausfällt. Sie spulen deshalb nur ihren Standard-Betrieb ab. Die Bahnlinie war schließlich, zwischen Stockerau und Floridsdorf, mindestens einige Stunden unterbrochen. Keine Durchsage, auch keine sonstige Information in den Medien. Was sind schon Zugverspätungen.

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