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POLTERPOST: Eine Richterin die kann

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Medienstrafverfahren haben bekanntlich was anrüchiges. In der Regel steht der Boulevard vor Gericht, wenn wieder einmal die Unschuldsvermutung vergessen oder Persönlichkeitsrechte von Angeklagten getreten wurden.

In Innsbruck wehrt sich nun ein Bezirksrichter gegen eine Hausfrau. Das Matsch erinnert an David gegen Goliath – eine Erzählung aus dem alten Testament.  Seit dem 2. Verhandlungstag verhandelt die Richterin im Schwurgerichtssaal am Landesgericht Innsbruck. Die Kulisse also ist perfekt.

So viele Zeugen für ein einziges Internetvideo findet man selten. Aus dem Zuschauerraum ertönen vereinzelt Rufe, der eine oder andere wird vom Schwurgerichtssaal verwiesen. Dr. Kahn meistert ihre Rolle nicht nur als Sitzungspolizei.

Über zwei Stunden muss Wolfgang Besler, der geächtete Gerichtsvorsteher aus Imst, Rede und Antwort stehen. Es geht um Vorwürfe er habe sich Verfehlungen im Richteramt zu schulden kommen lassen. Das Strafgesetzbuch bezeichnet so etwas als Amtsmissbrauch.

Die Kulisse lädt zu mehr ein. Besonderen Nutzen der von Andrea Juen, ihres Zeichens Erstangeklagte, vollmundig genutzt wird. Sie könnte in diesem Duell der David sein, und eine Richterin, die kann, protokolliert dieses mal penibel, und als der Herr Rat im Zeugenstand die Nerven verliert, besonnen.

Am 21. August findet die Aufarbeitung um scharenweise Justiz-Grotesken ihre Fortsetzung. Vielleicht hätte es schon früher einer Richterin bedurft, die kann. Das würde so manchem Bürger die unnötige Öffentlichkeitsarbeit und den betroffenen Richtern stundenlange Befragungen im Zeugenstand ersparen. Und irgendwie hätte die Justiz am Ende und gerade in Wahlkampfzeiten einen besseren Ruf – Stichwort: Sebastian Kurz ÖVP, die seit neun Jahren den Justizminister stellt.

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