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Knalleffekt um Therapeutische Gemeinschaften! Niederösterreich räumt erste Erziehungsanstalten

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Danke XlargE! Mit diesen Worten quittieren erste betroffene Eltern das Aufräumen der seit Jahrzehnten anhaltenden Skandalwirtschaft und Missstandsduldung in österreichischen Erziehungsanstalten. Der in Niederösterreich für die Kinder- und Jugendhilfe verantwortliche Landesrat Franz Schnabl (SPÖ) griff nun als erster durch, und bereitete dem längst öffentlich bekannten Desaster ein Ende. Naturgemäß sieht man das Vorgehen bei den Therapeutischen Wohngemeinschaften anders.

Ob SOS Kinderdorf, Pro Juventute, Lebensraum Heidlmair, Amica Jugendbetreuung oder Villa Mia im Burgenland. Österreichweit kassieren privat geführte Unternehmen im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe gut und gerne pro Kind und Monat satte 5.000,- Euro vom Steuerzahler. Hinzu kommen Spenden aus Fundraising und Zuwendungen durch Licht ins Dunkel. Die in den sogenannten Einrichtungen angewandten Methoden unterstehen in der Praxis so gut wie keiner Kontrolle, und schon gar nicht einem expliziten Erziehungsmodell der Pädagogik von heute.

Eigenmächtige Medikation ohne ärztliche Aufsicht, psychische und physische Qualen, das sind nur einige Gründe warum Landesrat Franz Schnabl nach Erhebungen einer eigens einberufenen Sonderkommission nun handeln musste. Am frühen Mittwochmorgen fuhren in Jaidhof, Ebenfurth und Sitzendorf an der Schmida Vertreter der Kinder- und Jugendhilfe, Sozialarbeiter und Psychologen in Begleitung der Polizei vor. Szenen die eigentlich nur jene betroffenen Eltern und Kinder kennen, die oft genug unverschuldet Opfer der traumatisierenden Methoden kinderloser und der SPÖ angehörenden Sozialarbeiterinnen werden, und dann in Nacht- und Nebenaktionen meist der Deportation ein ein anderes Bundesland ausgesetzt sind.

Im Fall der Therapeutischen Gemeinschaften rund um das Ehepaar Sonja und Hermann Radler eine „Gefahr in Verzug“ Maßnahme. Die über 16 Kinder habe man in Einrichtungen des Landes untergebracht, heißt es aus dem Büro von Landesrat Franz Schnabl.

Stephan Pfeifhofer kennt seit über einem Jahrzehnt die Missstandsduldung in Erziehungsanstalten auf Kosten der Steuerzahler

Investigativ Ikone Stephan Pfeifhofer kennt seit über einem Jahrzehnt die Missstandsduldung in Erziehungsanstalten auf Kosten der Steuerzahler

Gegenüber der Niederösterreichischen Nachrichten spricht der Ex-SPÖ Gemeinderat Hermann Radler von herzzerreißenden Szenen und einer Re-Traumatisierung seiner Schützlinge. Enthüllungsjournalist und Jugendwohlfahrt-Experte Stephan Pfeifhofer versteht gegenüber XlargE hingegen die Aufregung nicht icon-angle-double-right Diese Erziehungsanstalten sind nichts anderes als Profit gierige Jongleure, die mit Kindern Kasse machen. Eigentlich Chefarzt pflichtige Medikamente wie Ritalin wird wahllos an die Kinder verabreicht – zwecks Ruhigstellung. Psychische und Physische Gewalt durch Betreuer steht an der Tagesordnung icon-angle-double-left Seit über einem Jahrzehnt recherchiert der gebürtige Tiroler unzählige Fälle wahlloser Kinderverbringung bis nach Spanien.

icon-angle-double-right Wer seine Nase da hineinsteckt, wird schnell zum Feindbild erklärt. Nicht nur die privaten Erziehungsanstalten, die auf Kosten des Steuerzahlers ihre Gewinne optimieren, sind gut vernetzt. Sämtliche Jugendämter, Sozialarbeiterinnen und Landesabteilungen der Kinder- und Jugendhilfe verstehen das Netzwerken und an den Pranger stellen. Schließlich will sich niemand ungestraft in die Karten schauen lassen icon-angle-double-left ergänzt Pfeifhofer mit seinen ganz persönlichen Erfahrungen.

In einer aufsehen erregenden Enthüllungsreportage unter dem Arbeitstitel „Akte Stephan T.“ zeigt der unerschrockene Investigativ-Journalist im XlargE Magazin wiederholt die Schattenseiten der Kinder- und Jugendhilfe, vormals Jugendwohlfahrt, auf – das war schon in den Jahren 2006 bis 2008. Besonders das Schicksal der damals 15-jährigen Sivlia G. geht den Lesern unter die Haut. Die Schülerin unter Aufsicht der Jugendwohlfahrt pendelt zwischen dem für Jugendliche bekannten Treffpunkt am Heiligengeist-Platz in Klagenfurt und dem Babystrich. Am Ende schickt das Jugendamt unter tatkräftigem Mitwirken von SPÖ Amtsmandatarin und für die Kinder- und Jugendhilfe in Kärnten verantwortliche Christine Gaschler die Jugendliche um satte 100.000,- Euro nach Teneriffa – zu einer Wahrsagerin. Eine einzelpädagogische Maßnahme wie es heißt. Zu dieser Zeit recherchiert das investigative Urgestein unter Zuhilfenahme einer anderen Identität als Sozialpädagoge.

Silvia G. wird geschlagen, eingesperrt und landet zwischendurch sogar im spanischen Polizei-Knast. Die sogenannten Pflegeeltern schrecken nicht einmal vor Zwangsarbeit zurück, und verdonnern das Kind zu Putzarbeiten im eigenen Hotel, freilich ohne einen Cent Entlohnung.

Für die Investigativ-Ikone ein Skandal, der nach wie vor seines gleichen sucht. In Klagenfurt geschwängert und geächtet, erfährt das wehrlose Mädchen tausende Kilomenter entfernt die nächsten Qualen außer Kontrolle. Für Christine Gaschler (SPÖ) kein Problem. Die Vor-Ort, für einen deutschen Verein wohlgemerkt, dessen Obmann später rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauch an Unmündigen verurteilt wird, und Hinter Gitter landet, tätige Strippenzieherin informiert gerne über den Fortschritt von Silvia. Eine entsprechende Qualifikation kann die Heimaufsicht von eigenen Gnaden nicht vorweisen, und die österreichische Behörde hat im entfernten Spanien keine rechtliche Handhabe.

icon-angle-double-rightEs wäre mir nie möglich gewesen direkt am Ort des Geschehens dabei zu sein, denn wer hätte schon einen Journalist an Elterngesprächen im Jugendamt zugelassen. Nach meiner Enthüllung folgte naturgemäß das Anpatzen. Allen voran Christine Gaschler, die sogar österreichweit per Email vor mir zu warnen wusste, entwickelte meine Recherche insofern eine Eigendynamik, dass stets wenn ich irgendwo zum Thema auftrat, Sozialarbeiterinnen eifrig im weit gespannten Netzwerk um Hilfe schrien – Pfeifhofer ist da! Dummerweise liegen mir auch alle diese Emails vor. icon-angle-double-left schildert Stephan Pfeifhofer gegenüber XlargE die mannigfaltige Retourkutsche seitens der Behörden und privaten Erziehungsanstalten.

Die Vorwürfe in österreichischen Erziehungsanstalten wiegen laut XlargE Recherche schwer. Von praktizierter Barfuss-Strafe, medizinische Vernachlässigung und physichische wie psychische Gewalt, einseitige Mangelernährung und willkürliche Medikation ohne ärztliche Aufsicht sind nur einige wenige Beispiele, die verdeutlichen, wie in österreichischen Erziehungsanstalten das Kindeswohl massiv leidet.

Im Fall der Therapeutischen Wohngemeinschaften habe das Land Niederösterreich per Bescheid noch am Mittwoch die fraglichen Einrichtungen geschlossen und sämtliche Betreuungsverträge aufgekündigt. Das Ehepaar Sonja und Hermann Radler als Gründer und Betreiber der Therapeutischen Gemeinschaften kündigen ihrerseits nun rechtliche Schritte an, denn rund 50 Mitarbeiter müssen gekündigt werden, und stehe man vor dem finanziellen Ruin.

Unterdessen stellte die Staatsanwaltschaft Eisenstadt das Ermittlungsverfahren gegen zwei Burschen in der Causa Villa Mia ein. Laut dem Gutachten eines Sachverständigen bestehe bei den Verdächtigen eine verzögerte Reife. Der Erziehungsanstalt war vorgeworfen worden man habe trotz Kenntnis von sexuellen Übergriffen unter Heimbewohnern keine Maßnahmen ergriffen. Das Land Burgenland verbrachte daraufhin Ende letzten Jahres Kinder in eigene Einrichtungen und leitete den Entzug der Bewilligung ein.

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