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Polterpost: Jugendhilfe Desaster

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Seit Bestehen der 2. Republik lenkt die Sozialdemokratie in politischer Verantwortung die Geschicke der Kinder- und Jugendhilfe, einst Jugendwohlfahrt genannt. Während der Zeit des NS-Regimes  besser bekannt als Nationalsozialistische Volkswohlfahrt mit mehr oder weniger abartigen Methoden der Fremdpflege, war der Ziehvater Staat von jeher einer nicht enden wollenden Kritik ausgesetzt.

Renitente Mädchen, die ganzjährig barfuß in Baracken, nebenan ein KZ, hausen mussten und somit übelst untergebracht waren. Zeitzeuginnen schildern man durfte in den eisigen Winternächten nicht einmal die bloßen Füße in den Strohsack stecken. Aufseherinnen drangsalierten Tag und Nacht ihre Schützlinge vom sogenannten Jugendschutzlager.

Mit Beginn der 2. Republik zollten die Erziehungsanstalt am Wilhelminenberg und unzählige Anstalten die es ihr gleich taten volle Grausamkeit. Körperliche Züchtigung und psychische Zermürbung bestimmten den Alltag. Unter ihnen die Erzieherin Ute Bock, die im Beisein von ehemaligen SS-Zugehörigen gerne „Blut-Watsch’n“ austeilte, und später als Mutter Theresa der Flüchtlinge in die Geschichte unserer Republik einging.

Tobende Erzieher, psychische Zermürbung und medizinische Vernachlässigung sind heute mehr denn je präsent. Weder gegründete Kommissionen noch Kinder- und Jugendanwälte konnten dem Desaster nicht entgegenwirken. Die Füße eines Mädchens mit Warzen übersät, die beim Schulsport gehörig schmerzen. Therapeutische Gemeinschaften die jenseits von Gut und Böse praktizieren, und niemand stoppt sie.

Endlich greift ein Soziallandesrat, vornehm der Sozialdemokratie, ein und versucht das längst seit Jahrzehnten bekannte Desaster zu dämmen. In Niederösterreich wurde jetzt aufgeräumt und drei Einrichtungen der Therapeutischen Gemeinschaften geschlossen. Millionen Steuergeld ist weg, die betroffenen Kinder auch, und endlich können Eltern aufatmen. Wehmut hingegen in den Reihen der nun zur Kündigung stehenden Mitarbeiter. Mit Transparenten und Unmut unterm Arm will man letztmalig den Lift im Landhaus stürmen, wäre da nicht ein umsichtiger Hauswart und zwei Polizisten. Im zweiten Stock oben erklärt Landesrat Franz Schnabl anwesenden Medienvertretern das Malheur. Man habe Fehler gemacht, versagt, und müsse jetzt Weichen stellen.

Kontrollen werde es nun künftig unangekündigt geben, und auch sonst will man dem Desaster zumindest im eigenen Bundesland mit neuen Sichtweisen begegnen. Ein Wermutstropfen für jene Kinder, die nicht in Niederösterreich fremd untergebracht sind, und lieb und teuer gerne in andere Bundesländer verbracht werden.

Der Silberschreif am Horizont aber, den Landesrat Schnabl nun erkennen lässt, könnte aber auf ein breites aufräumen deuten, und ein Umdenken, ob Millionen Steuergeld in das Desaster Jugendhilfe gepumpt werden muss, oder nicht vielleicht doch Alternativen bestehen, um betroffenen Familien und Kindern in ihrem Herkunftsumfeld effizienter helfen zu können.

Jedenfalls brauchte es erst Jahrzehnte und ein Desaster, bevor die Politik sah, und tat. Auch ein Armutszeugnis für die Sozialdemokratie.

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