Ibizagate: Die Rolle der Akteure und ihrer Medien

Dieser Tage fällt das Schlagwort „Machtbesoffen“ allzu oft in Zusammenhang mit (Noch-) Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Bei Durchsicht so mancher Aktionen und Wortmeldungen glaubt man aber vielmehr jeder will jetzt Nutzen aus den Strache Skandal Videos in Ibiza ziehen. Besonders flinke wie Florian Klenk vom Falter touren geradezu von einem mitteilenden Termin zum anderen. Jan Böhmermann macht quer durch den journalistischen Blätterwald mit einem Countdown von sich reden.

Welcher Nutzen ein Skandal mit sich bringen kann, zeigt die aktuelle Affäre um Gudenus und Strache mit ihrer Darbietung in einer vermeindlichen Oligarchen-Villa auf Ibiza. Da wollte man die Kronen Zeitung und nicht zuletzt ganz Österreich an eine wohlhabende Russin verscherbeln, wenngleich es sich „nur“ um einen Lockvogel handelte.

Die Spekulationen über Hintermänner, Urheber und Strippen-Zieher schwappen bereits über. Was viele bei all den Mutmaßungen außer acht lassen die Rolle der jetzt hervorgetretenen Persönlichkeiten die sich selber ein Mitteilungsbedürfnis geben. Medien sind da nicht ganz ausgenommen. Mit kostspieligen Digital-Abos keilen sie um Klientel. Mit hundertfachen Melden über das soziale Netzwerk Twitter legen sie ein Scheit nach dem nächsten nach. Florian Klenk, Chefredakteur beim Falter, zum Beispiel jubelt über 54.000 neue Leser und preist wohlfeil sein „Ibiza Abo“ als Schnäppchen an. Wer jetzt zuschlägt, darf gleich online in der digitalen Ausgabe des Falters schmökern.

ZIB2-Moderator Armin Wolf wiederum füllt seinen Blog mit psychoanalytischen Expertisen um den einstigen Vizekanzler und FP-Chef Heinz-Christian Strache. Gerade Wolfgang Fellner und seine Tageszeitung Österreich schwingen vollmundig die Headline Keule – parallel mit ihrem OE24-TV. Jedem ist das gerade von ihm selbst eingesetzte Mittel gut genug.

So ein politisch geprägtes Erdbeben hat also abseits jeder politischen Ausartung auch sein gutes. Die Mitteilungsbedürftigen melden sich reihenweise zu Wort und wittern ihre Gunst der Stunde – nicht zuletzt Jan Böhmermann.

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