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Olympia ’08: Feuer des Wirtschaftsbooms erlischt

Kurz nach dem Ende der Olympischen Spiele in China ziehen Experten eine verhaltene Bilanz. Zwar gab das kommunistische Regime Medienberichten zufolge 43 Mrd. Dollar für die Ausgestaltung der Spiele aus, der Investitionsboom dürfte seinen Höhepunkt mittlerweile jedoch erreicht haben. Vor allem die immens gestiegenen Frachtkosten, der nach wie vor mangelnde Schutz des geistigen Eigentums und Qualitätsmängel lassen den Wettbewerbsvorteil chinesischer Anbieter auf den Weltmärkten mehr und mehr schrumpfen (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080819018). Belastend hinzu kommt, dass die Börsen Chinas seit dem Rekordstand vom Oktober 2007 durchschnittlich 60 Prozent an Wert verloren haben.

„Das Ende des China-Booms wurde schon oft vorhergesagt. Es wird wahrscheinlich ein bis zwei Jahre dauern, bis das Land wieder an Attraktivität gewinnt“, so China-Expertin Ulrike Reisach im Gespräch mit pressetext. Diese Einschätzung wird dadurch gestützt, dass China die realwirtschaftlichen Auswirkungen der langsamer wachsenden Weltwirtschaft zu spüren bekommt. Dass die Sorgen der Chinesen um einen Abschwung nicht unbegründet sind, zeigt sich in den zurückgehenden Exporten. Davon eingetrübt stellt sich auch das Wachstum der Wirtschaft dar. Lagen die Wachstumsraten im vergangenen Jahr noch bei fast zwölf Prozent, wird die Wirtschaft des asiatischen Riesen in diesem Jahr „nur noch“ um zehn Prozent an Fahrt gewinnen. Trotz der Olympia-Euphorie sorgt zudem die peu à peu steigende Inflation für Katerstimmung. Dies schürt Ängste vor kletternden Zinsen als Konjunkturdämpfer.

Obwohl die diesjährigen Olympischen Spiele die teuersten der 112-jährigen Geschichte der olympischen Neuzeit waren, entpuppten sie sich Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs nach als eine Wirtschaftsbremse. Diese Einschätzung wird damit begründet, dass China sowohl dem Bausektor als auch den Bereichen Industrie, Verkehr sowie Bergbau wegen Maßnahmen zur Senkung der Luftverschmutzung für die Dauer der sportlichen Wettbewerbe die rote Karte gezeigt hat. Zudem befürchten die Wirtschaftsexperten, dass die Regierung ihre Investitionen, die sie vor den Spielen kräftig hochgefahren hatte, nun wieder drosselt. Damit wäre der Boom im Bereich des Ausbaus der Infrastruktur durch den Bausektor vorbei, so die Prognose. Wie die ARD berichtet, werden sogar Stimmen laut, die den sogenannten „Guai dan“ befürchten – den Wendepunkt, der eine Verschlechterung der Wirtschaftsentwicklung mit sich bringt.

Trotz des schwierigen Wirtschaftsumfelds sieht China-Expertin Reisach jedoch auch Vorteile, die das Land nutzen kann. „Flexibilität und Anpassungsvermögen an neue Verhältnisse sind ja gerade die chinesischen Stärken. Vietnam alleine ist nicht groß genug und Indien hat im oberen Qualitätsmanagement ebenso steigende Löhne zu verzeichnen“, so Reisach auf Nachfrage von pressetext. Dass China auf seine Stärken bauen kann, sehen auch Analysten der UBS. Zum einen sei der private Konsum durch kräftige Lohnsteigerungen gestärkt worden. Andererseits gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Regierung ihre Investitionen zurückfahren will. Laut einem aktuellen Bericht des Economic Observers wolle die Regierung die Wirtschaft mit einem 37 Mrd. Dollar schweren Konjunkturpaket wieder anheizen. „Ich sehe China eher wie Südkorea am Ende des Billig-Booms, aber auf einem aufsteigenden Hightech-Pfad“, erläutert Reisach abschließend gegenüber pressetext. (pte/red)

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