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EXKLUSIV: So dusselig sind Österreichs Kriminalisten

Über drei Jahre hinweg hat Xlarge die Arbeit hiesiger Kriminalisten am Beispiel des Landeskriminalamts Tirol beobachtet. Das Ergebnis stellt den Beamten kein gutes Zeugnis aus, ganz im Gegenteil, gelegte Spuren haben die Polizei gezielt auf falsche Fährten geführt. So darf es nicht verwundern, wenn im Fall Kampusch bis heute viele Fragen offen bleiben.

Personensuche mit Interpol in Kanada, unerklärliche Schriftstücke, schweigsame Verdächtige, das sind die Fakten, mit denen Xlarge das Landeskriminalamt Tirol vor unlösbare Aufgaben stellen konnte. Die Ergebnisse der Testreihe sind erschütternd und simpel zugleich. Anstatt verwertbare Ergebnisse der Staatsanwaltschaft Innsbruck zuzuführen, sinnten ermittelnde Beamte plötzlich Rache.

Rache, die manch Unschuldigen treffen kann, wenn da nicht Kommissar Zufall wäre. Xlarge wollte es genau wissen. Dass Kriminalisten sogar über eine fiktive Familie im Internet stolpern, war allerdings nicht absehbar, ganz im Gegenteil. Um nicht in Vorhalt getäuschter Verbrechen zu enden, sollte anhand weniger Fälle die Arbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht näher beleuchtet werden. Schließlich üben Täter immer wieder Kritik am Unwesen der Strafermittlungsbehörden.

Alles Begann vor etwa fünf Jahren in einem EDV Dienstleistungsunternehmen, dessen Tätigkeit nach über acht Jahren eingestellt werden sollte. Vor Eifer strotzende Mitarbeiter, die ansonsten wenig zum Erfolg ihres Arbeitgebers beitrugen, schlossen kurz um einen Pakt mit der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Im geselligen Beisammensein, Charaktere wie Staatsanwältin Getraud Pfeiffenberger, eine betagte Persönlichkeit, Daten Mogul Herold und jener Mitarbeiterstab, der sich die Liquidation des Arbeitgebers auf die eigene Brust tätowierte.

Eigentlich, so sollte man meinen, passiere alles mit rechten Dingen, wären nicht zahlreiche Vorwürfe gegen Gertraud Pfeiffenberger bekannt, die seit geraumer Zeit ein angestrengtes Ermittlungsverfahren über sich ergehen lassen muss. Die Rollen sind schließlich schnell verteilt:

Die Anklägerin Gertraud Pfeiffenberger

Blond, rassig, unwiderstehlich mit einem Schreibblock der Telekom Austria ausgestattet, betritt das Ebenbild für Geschlechtermigration den Gerichtssaal. Ihr Gegenüber der Angeklagte und sein Anwalt, vor dem Saal in den Startlöchern scharrend, die erlesene Schar an wohlwollenden Angestellten – unter ihnen die Betagte – sie sollte später eine besondere Rolle übernehmen.

Der Daten Mogul

Einst auf Kundenfang, will der Geprellte plötzlich von eilig einberufenen Verkaufsgesprächen nichts mehr wissen, die von guter Provision getriebenen Außendienstmitarbeiter waren nie Gegendstand des Verfahrens, dennoch, vor dem Einzelrichter stand fest: Hier geschah Unrecht, das Büße bedürfe. Der Schaden Euro 16.000,00 für verhallte Verkaufsinserate.

Das betagte Schreibbüro

Die Betagte trat schnell auf den Plan, sollte sie die Unterschlagungsqualitäten des Angeklagten bestätigen. Schließlich, von den eigenen Kräften verlassen, blickt das Opfer im Saale nach rechts, zur Anklage Armada. Der Richter sichtlich ungeduldig abwartend „Haben Sie gesehen, dass der Angeklagte den Gegenstand im Internet wohlfeil anbot?“ Die Betagte selbst war ihrer eigenen Betrügereien nicht erhaben. Das sie dem Angeklagten über Euro 1000,00 schulden könnte, war für das Protokoll keineswegs von Bedeutung.

Die Anklage Armada

Schließlich ergreift der Armada Führer das Wort und präzisiert auf ein Neues seine eigenen Beweismittel. Ihm zur Seite steht die Arbeitsagentur, einst als Vermittler zwischen Angestellten und EDV Dienstleistungsunternehmen verantwortlich.

Zwei Jahre später greift das Landeskriminalamt erstmals in seine Trickkiste, beschlagnahmt sämtliche EDV des einstigen Unternehmers, ohne Erfolg. Schließlich streuen Mitarbeiter der Interpol aus, um seine Fährten nach Kanada zu prüfen, ein Land, das dem Unternehmer ausschließlich von Erzählungen bekannt ist. Dem nicht genug soll der Bösewicht die Entführung mehrerer Kinder beabsichtigt haben, sogar Kinder pornografisches Material sei im Spiel. Der Erfinderreichtum des Landeskriminalamtes entwickelt neue Perspektiven. Nach acht Monaten Kampf geht die beschlagnahmte EDV an den Verdächtigen zurück.

Das Sittenbild des Verdächtigen bestätigen weder gewaltsame Potentiale noch betrügerische Prägungen, weshalb die Gerichte erneut in ihrem Urteil scheitern. Unumstritten bleibt das Handwerkszeug der Strafermittlungsbehörden hinterfragend im Akt, der zwischenzeitlich tausende Seiten füllt, ohne je handfeste Verdachtsmomente gegen den Verdächtigen aufbringen zu können.

Der Fall des EDV Dienstleistungsunternehmen, das bereits vor Jahren vom Eigentümer selbst verkauft wurde, ist Garant für polizeilichen Leichtsinn, eifrige Staatsanwälte und ohnmächtige Richter, die aus Zeitmangel im Stundentakt ihr Urteil fällen müssen. Freispruch, oder nicht, die Tragödie Mensch bleibt auf der Strecke.

Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamts Tirol, war im Übrigen bis heute zu keiner Stellungnahme bereit. Dass seine Mitarbeiter, unter ihnen Matthäus Auer und Karl-Heinz Huber, Beweismittel löschen, nimmt der Beamte stillschweigend hin.

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