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Wert eines Lebens: Juridischer Un-Sinn mit dem Kindeswohl

Die österreichische Justiz ist international für ihre hervorragende Kinderfreundlichkeit angesehen und geachtet. Eine zuvorkommende, kindgerechte Gesetzgebung macht es möglich, in selbstlosem Einsatz bemühen sich viele Richter, den mysteriösen Begriff des Kindeswohles immer von neuem zu definieren. Verfahren, in deren Mittelpunkt Kinder stehen, werden mit aufopfernder Eile oft schon nach wenigen Jahren behandelt. Selbstredend stehen Kinder unter dem besonderen Schutz der Gesetze. Wenn auch nicht immer des Gesetzgebers.

Eine aktuelle Gerichtsentscheidung läßt aufhorchen, sie zeigt den beachtlichen Fortschritt der Justiz.

Vor Jahren warf ein Vater sein Kleinkind aus dem Fenster, es hatte ihn beim Fernsehen gestört. Diese Begründung mag dem Gericht damals ausreichend erschienen sein. Vier Monate bedingt genügten als Strafe. Nunmehr wurde eine Mutter, welche ebenfalls ihr Kind aus dem Fenster warf, gar schon zu zehn Monaten verurteilt. Bedingt, versteht sich. Mehr als das doppelte Strafausmaß, welch gewaltige Entwicklung.

Wäre da nicht die berühmte Kleinigkeit. Ein Kind aus dem Fenster zu werfen, wäre Mord oder Totschlag. Immerhin wird „ein anderer“ getötet. Nicht so bei Kindern. Müttern wird per Gesetz der Freibrief eingeräumt, ihr Kind während der Geburt oder auch noch beliebig danach – solange sie noch unter der Einwirkung des Geburtsvorgangs steht; eine beachtlich präzise Einschränkung – umzubringen. Vor der Geburt darf sie es ohnehin straffrei. Denn, richtig geraten, Kinder werden auch hier nicht als „andere“ Menschen betrachtet, sondern eben nur als Kinder, einer Sache gleich. Die nicht einmal den Stellenwert eines Tieres haben, für deren Tötung teilweise wesentlich höhere Strafen ausgesprochen werden.

Unvermeidlich drängt sich dabei die Frage auf, welchen Wert hat ein Menschenleben? Und welchen, in deutlichem Gegensatz dazu, das Leben eines Kindes? Mord an einem Menschen kann bis zu lebenslänglich einbringen, Mord an einem Kind in vielen Fällen höchstens kurze Zeit bedingt. Der Vergleich fällt eindeutig aus.

Fatal paßt hierzu der letzte Umfaller der Justizministerin, keine unbedingte Anzeigepflicht für Mißbrauch und Mißhandlung von Kindern vorzusehen. Bei Kindern nicht nötig, nur Täter sind schützenswert. Ist es doch besser und bequemer, auf das Ableben eines Kindes zu warten, man erspart sich lange Verfahren und entlastet durch bedingte Strafen die Gefängnisse. Österreich hat ein Tierschutzgesetz, doch nach wie vor kein Kinderschutzgesetz.

Nicht von ungefähr sträuben sich österreichische Parlamentarier aller Parteien seit vielen Jahren dagegen, die Kinderrechts-Konvention als Verfassungsgesetz zu beschließen. Im pathologischen Drang, alles zu „gendern“, übersehen sie geflissentlich den mittelalterlichen Zustand jener Gesetzesbereiche, die sich mit Kindern befassen. Menschenrechtsverletzungen werden vollmundig anderswo angeprangert, doch keinesfalls im eigenen Lande. Man könnte ja einige Feministinnen verärgern, die unter dem Recht auf Selbstverwirklichung auch das Recht auf Tötung von Kindern verstehen.

Kinder sollten am besten schon im Pflichtschulalter wählen dürfen, um nur ja Stimmen zu sichern, doch als Menschen mag man sie nicht anerkennen. Wo würde der Ausdruck „Stimmvieh“ besser passen… Die gleichen Parlamentarier aller Parteien sehen geschäftig weg, viele Richter nicht weniger, wenn österreichische Behörden Kinder als Lustobjekte in andere Länder verschachern. Denn: Das wichtigste ist doch die richtige Auslegung der „Wahrung des Kindeswohles“. Wie es den Kindern selbst ergeht, hat dafür keinen Belang.

Österreich nähert sich in seiner kindgerechten Gesetzgebung mit Riesenschritten dem 18. Jahrhundert. Sicherlich wird die Donau noch lange fließen müssen, bevor man Kinder hierzulande gleichberechtigt als Menschen anerkennt.

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