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AUFGEDECKT: Morddrohungen via Internet – Statt Hilfe kam Gerichtsvollzieher im Auftrag des Täters

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Das Internet entwickelt immer wieder neue Schlammschlachten, besonders Tummelplätze wie „Schüler VZ“ sind vor den Verbalattacken nicht gefeit. Einen besonders dreisten Fall virtueller Verfolgungsjagd soll demnach ein arbeitsloser Oberösterreicher mit seinen vermeintlichen Schuldnern getrieben haben. Um die eigene Kassa aufzufetten, nahm der 29-jährige gar Aufträge aus diversen Internetforen an, die anschließend mit russischen Manieren erledigt wurden. Sein Motto „Wir finden unsere Schuldner – immer und überall“.

Einer von ihnen Michael G. (Name von der Redaktion geändert), der einem ehemaligen Geschäftspartner 200,- Euro zu zahlen hätte, allerdings selbst keinen Cent übrig hat. Dennoch, der 35-jährige hat Internet, schreibt in diversen Foren, auch im Forum für Recht und Gericht, wo Beiträge an sich nicht moderiert werden.

Plötzlich tauchen ganze Auszüge des Kreditschutzverbands über G. im Internet auf. Dazu seine Adresse mitsamt der Handynummer, und abschließend die Bemerkung „Herr B. werde ihn abstechen und bis an sein Lebensende verfolgen“. Michael G. kennt den Verfasser, wollte bisweilen auf seine ominösen Emails nicht reagieren, informiert sofort die Polizei.

Lange passiert nichts, plötzlich steht der Gerichtsvollzieher vor G., mit ihm ein Exekutionsantrag des 29-jährigen Oberösterreichers, der offenbar vor Gericht als selbsternannter Anwalt auftritt. Das Jammern und Reklamieren hilft nichts, denn im Exekutionsrecht ist keine Überprüfung eines Exekutionsantrages vorgesehen, weshalb der Gerichtsvollzieher schließlich seinen Auftraggeber, den arbeitslosen 29-jährigen aus Oberösterreich, telefonisch verständigt.

Die Geschichte von Michael G. ist kein Einzelfall. Immer wieder versuchen dubiose Geldeintreiber ihr Glück – in der Hoffnung – via Internet den nötigen Druck aufzubauen, der schließlich zum gewünschten Erfolg – der Zahlung einer horrenden Abfindung – führt.

Für Xlarge Rechtsexperte Michael Kovalsky ein klarer Fall von Nötigung und Erpressung »Wer jemand nur dazu anleitet einen Geldbetrag zu bezahlen, macht sich der Nötigung, wenn nicht gar der Erpressung strafbar« Im konkreten Fall stellt die Staatsanwaltschaft trotz erdrückender Beweislage die Ermittlungen ein. Auf Xlarge Nachfrage habe man den Beschuldigten auch befragt. Der gestand durchaus ein Verfasser besagter Forenbeiträge zu sein, allerdings habe er im Juxe gehandelt.

Weder Forenbetreiber noch Täter waren für ein Xlarge Interview erreichbar. Nun hat Michael G. die Forderung bezahlt und geklagt – auf Schadensersatz. Der 29-jährige sitzt währenddessen wegen anderer Delikte eine mehrjährige Haftstrafe ab. Michael G. scheint so zumindest für die nächsten Jahre vor dem harschen Betrüger geschützt zu sein.

Immer wieder gerät das Internet aus den Fugen, wenn Cyberstalker zuschlagen. Daran erinnert das über zwei Jahre andauernde Martyrium gegen Xlarge Journalist Stephan Pfeifhofer, der nur mit Hilfe einer gerichtlichen Entscheidung seiner Cyberstalkerin, einer beschäftigungslosen Künstlerin, Einhalt gebieten konnte.

Pfeifhofer gegenüber Xlarge »Der gute Rat, man solle auf die Attacken im World Wide Web einfach nicht reagieren, ist gut gemeint, aber nur bedingt anwendbar, wenn Verrückte, wie in meinem Fall, unberechenbar werden, ihren Schreibstil nicht mehr in der Hand haben. Plötzlich listet Google all den Blödsinn, der aus einem dieser kranken Köpfe entspringt. Da war für mich Schluss mit Lustig und die Klage gegen diese Cyberstalkerin perfekt. Wie man heute sieht, mit Erfolg«

Die ganze Story im Nachrichtenmagazin XlargE

Ausgabe Dezember 2008

+ Wie Sie sich vor wüsten Cyberstalkern schützen können!

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