Aufdeckt! So weitet Österreichische Post AG dank Bezahlsender Sky Datenhandel aus

Sky Österreichische Post AG Datenhandel

Dieser Tage staunen Kunden des Bezahlsender Sky in Österreich nicht schlecht. In einem Email informiert der in Deutschland ansässige Pay-TV Anbieter über einen Abgleich der Adressdaten mit der Österreichischen Post AG, um künftig hin briefliche Zustellungen an den Kunden sicherstellen zu können.

Die Details des Datenabgleichs kommuniziert Sky nicht. Dem Informationsschreiben fehlen nebst Details über bereits vorrätige Datenbestände bei der Österreichischen Post AG selbst weitere hinreichende Informationen, inwiefern dieser Datenabgleich überhaupt von Erfolg gekrönt sein kann.

Für Datenschutz bewusste Kunden wie Ingrid W. sind derartige Informationen ein rotes Tuch: „Da steht doch tatsächlich Sky besitze für dieses Vorgehen nach der Datenschutzgrundverordnung über ein berechtigtes Interesse“.

Ein kleiner Wermutstropfen birgt der „Widerspruch-Button“. Kunden die mit dem Datenabgleich nicht einverstanden seien, können mit einem Klick widersprechen.

Für den investigativen Datenschutz Rebell und Enthüllungsjournalist Stephan Pfeifhofer verbirgt sich hinter diesem obskuren Vorgehen einmal mehr der Beweis dafür, dass die Österreichische Post AG rigoros von sämtlichen ÖsterreicherInnen Daten sammelt: „Schon länger ist bekannt sämtliche Briefpost wird bei der Post gescannt, dh. man scannt einmal die Vorderseite jedes Kuverts und einmal die Rückseite. Deshalb kann die Österreichische Post AG auch einen solchen Datenabgleich vornehmen, und muss tatsächlich über enorme Datenbestände verfügen“.

Pfeifhofer rät betroffenen Kunden sofort zu einem Auskunftsbegehren nach Artikel 15 DSGVO in Verbindung mit §1 DSG2000 – an die Österreichische Post AG. Diese muss dann binnen vier Wochen sämtlich gespeicherte Daten offenlegen, und auch woher sie stammen und an wen die Österreichische Post AG die Daten weitergibt, bzw. mit welchen Datenanwendungen die höchst-persönlichen Daten verarbeitet werden.

Nicht vor allzu langer Zeit gelangte die Österreichische Post AG schon einmal in die Schlagzeilen, als öffentlich wurde wie ungeniert die Österreichische Post AG selbst Daten über die politische Ausrichtung einzelner Personen verarbeitet, und selektiert an politische Parteien zwecks Wahlwerbung verkauft.

Deshalb rät Stephan Pfeifhofer zumindest auch einen Schadensersatzanspruch für den Verkauf der höchst-persönlichen Daten der Österreichischen Post AG gegenüber geltend zu machen: Es reicht, wenn man beispielsweise einen Schadenersatz von 500 Euro veranschlagt. Umso mehr Geschädigte das tun, umso eher muss die Österreichische Post AG handeln und ihr Vorgehen überdenken. Schließlich hat man ein Recht im Umgang mit seinen höchst-persönlichen Daten.

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