Aufgedeckt! Gerichtliches Hick-Hack um Muslimbruderschaft

Am Landesgericht Wiener Neustadt wurde am 13. April ein – für Beobachter absolut unnötiges – Gerichtsverfahren in den Ruhestand versetzt: Beide Parteien erschienen nicht. Farid Hafez, derzeit an der Universität Salzburg, hatte den Professor der Universität Wien Ednan Aslan geklagt. Aslan habe Hafez als Muslimbruder bezeichnet, Hafez wollte Unterlassung und Widerruf. So einfach war das nicht.

Ednan Aslan hatte Hafez laut Faktenlage keineswegs als Muslimbruder bezeichnet. Sondern hatte in einem Interview in der PRESSE nur über einen nicht genannten Aktivisten der Muslimbruderschaft gesprochen, der im Ausland gegen Österreich geschrieben habe. Damit war die Klage eigentlich schon verfehlt und hätte an sich nicht durchkommen können.

Noch schwieriger wäre aber die Feststellung gewesen, ob jemand ein Muslimbruder sei oder nicht. Das ist praktisch nicht möglich, ebenso wenig wie bei einer Mitgliedschaft bei den Freimaurern. Deshalb war es sicherlich vernünftig, das Gerichtsverfahren abzublasen.

Farid Hafez hätte außerdem einen schweren Stand gehabt. Er ist als profilierter Muslimbruder bekannt, eng mit führenden Mitgliedern der Muslimbruderschaft befreundet, schrieb ein Buch als Lobeshymne auf den Extrem-Muslimbruder Anas Schakfeh. Hafez ist eifriger Verfechter der Parole von der Islamophobie, jenes von der Muslimbruderschaft erfundenen Schlagwortes, mit dem alle abgestempelt werden, die Kritik am Islam üben, besonders am politischen Islam, dessen Mutter die Muslimbruderschaft ist. Kurz – niemandem, der nur ein wenig Hintergründe kennt, würde es einfallen, Farid Hafez nicht unter die Muslimbrüder zu reihen.

Besonders auffällig war ein Argument seiner Klage gegen Aslan. Die Muslimbruderschaft sei als islamistisch bekannt, so Hafez. Er stamme aus Ägypten und könne dort kaum mehr einreisen, wenn er als Muslimbruder bekannt wäre. Das ist entlarvend, denn stünde Hafez in keiner Verbindung zur Muslimbruderschaft, wäre auch keine Gefahr für ihn gegeben.

Der Kläger Farid Hafez manövrierte sich auch noch auf gefährliches Eis. Er beantragte als Zeugin dafür, dass er kein Muslimbruder sei, niemanden geringeren als Dudu Kücükgöl. Die bekannte Hardlinerin tritt oft als Sprecherin der MJÖ auf, der Muslimischen Jugend Österreich. Die MJÖ wurde als Teil der FEMYSO gegründet, der europäischen Jugendorganisation der Muslimbruderschaft. Ihr erster Präsident war Ibrahim El-Zayat, der frühere Führer der Muslimbruderschaft in Europa.

Farid Hafez war unter den Gründungsmitgliedern der MJÖ, die immer noch als Mitglied der FEMYSO geführt wird. Die MJÖ schrieb zwar ihre Wikipedia-Seite kräftig um, konnte dadurch aber keine Fakten auslöschen. Wie Dudu Kücükgöl bezeugen hätte können, dass ein Gründungsmitglied der MJÖ kein Muslimbruder sei, wäre nicht nur spannend geworden, sondern hätte ihr mit einiger Wahrscheinlichkeit auch ein Verfahren wegen falscher Zeugenaussage eingetragen.

Dann ist Farid Hafez auch noch Lehrer an der IRPA, der Schulungsstätte der Muslimbruderschaft in Wien-Liesing. Mit interessanten Details: Die Liegenschaft gehört der Privatstiftung Anas Schakfeh, die Stiftung wird von der MJÖ verwaltet, die im selben Haus residiert. Noch dazu wird die IRPA von Amena Shakir geleitet, der Schwester von Ibrahim El-Zayat und fanatischen Anhängerin der Muslimbruderschaft. Viel enger kann die Verbindung von Hafez mit der Muslimbruderschaft kaum sein.

Die Auswirkungen des Verfahrens wären interessant geworden. Nur Ednan Aslan hatte eigentlich nichts mit all dem zu tun.

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