AUFGEDECKT: Security Löcher in Einzelunternehmen – Wie Betrüger an Ihre Daten kommen

Christian O. (Name von der Redaktion geändert) war erstaunt, als plötzlich ein Fax auf seinem Schreibtisch einlangt. Darin listet ein – wie man heute weiß gewerbsmäßiger Betrüger – die von ihm, bei einem lokalen Internet Provider im Tiroler Oberland betriebene Server Hardware. Was O. nicht wusste, sein Provider Hermann H. war gegenüber einem Betrügerpaar, das österreichweit vorgab Rechtshilfe zu leisten, äußerst gesprächig. Für mehrere Kabel-TV Stationen bietet H., seines Zeichens Lehrer von Beruf, Internetdienste und Speicherplatz für Webseiten an.

Christian O. ist fassungslos, kontaktiert seinen Provider, der allerdings von alle dem nichts wissen wollte. Aufgrund haltloser Anschuldigen, die besagtes Betrügerpaar gegen O. richtet, wird Hermann H. gar als Zeuge dem Gericht genannt. Während die Staatsanwaltschaft Innsbruck zwischenzeitlich sämtliche Ermittlungen erwartungsgemäß einstellen musste, bleibt eine Frage offen: Wie können Provider ohne richterliche Anordnung Daten weitergeben.

Immer wieder kritisieren Kunden lokaler Internetanbieter mangelhaften Datenschutz. Wie Recherchen vom Nachrichtenmagazin Xlarge zeigen, nicht unbegründet. Ein ungesichertes Netzwerk, gesprächige Geschäftsführer, Server Logfiles, die gar von Schülern jederzeit einsehbar sind. Im Gegensatz zu national agierenden Anbietern, stehen lokale Internet Provider trotz gesetzlicher Bestimmungen unter keinerlei Aufsicht. Im Gegenteil, niemand prüft den Aufbewahrungszeitraum von Logfiles und welche Daten an Dritte weitergegeben werden. So auch im Unternehmen von Hermann H., der seinen Kunden nun gar  Telefonanschlüsse offeriert, also weitere Verbindungsdaten sammelt.

Xlarge Rechtsexperte Michael Kovalsky kennt das Problem „Jeder kann sozusagen Internet Provider spielen. Dazu benötigt man lediglich einen Gewerbeschein, der, nachdem es sich um ein freies Gewerbe für alle handelt, ohne spezielle Ausbildung binnen weniger Tage erlangt werden kann“.

Ein zusätzliche Problem ortet Kovalsky in Zusammenhang mit Gesetzwidrigkeiten „Lokale Internet Anbieter eignen sich aufgrund ihrer Undurchschaubarkeit besonders gut als Umschlagplatz für Kinderpornografie oder gewerbliche Betrügereien“.

Die ganze Story im Nachrichtenmagazin XlargE!

Ausgabe Dezember 2008

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