Aufgedeckt! So erobert Zoom-App die ganze Welt

0
Zoom App

Es waren nicht zuletzt die zahllosen Online Video Konferenzen, die nebst der Schulen und sogar der Gerichtsbarkeit mit der Zoom-App abgewickelt wurden, wenngleich Google und andere Anbieter ähnliche Lösungen offerieren. Doch welche Vorteile steckten im Corona Jahr 2020 im Detail, die eine App derart beliebt macht und weltweit verbreiten lässt. Ein tieferer Einblick erklärt das Geheimnis um die Zoom App und weswegen gerade diese App weltweit derart populär wurde.

Keine andere Anwendung hat im Corona-Jahr 2020 so viel Aufmerksamkeit erregt wie die Videokonferenz-App Zoom. Weil sich private und professionelle Kommunikation im Lockdown stark in den digitalen Bereich verlagert hat, ist die Nutzerzahl explodiert. Im zweiten Quartal hat Zoom mit 300 Mio. Downloads sogar kurzzeitig die Social-Media-App TikTok übertroffen. Doch auch die Konkurrenz hat mit Video-Calls große Erfolge gefeiert. So hat Google Meets im gleichen Zeitraum immerhin 50 Mio. Downloads erreicht.

Mit der neuen Popularität von Videokonferenz-Anwendungen sind aber auch viele Cybersecurity-Probleme einhergegangen. Vor allem Zoom hat viele Mängel bei der Sicherheit offenbart. So hatten Teilnehmer von Calls oft mit „Zoom-Bombern“ zu kämpfen, die sich unerlaubt in Meetings einschleichen. Das Unternehmen hat nur schrittweise darauf reagiert, erst im September kam eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Im November haben Moderatoren die Möglichkeit erhalten, Angreifer selbst zu verbannen.

US-Wahl fordert Social-Web-Eingreifen

Auf Social Media war die äußerst kontroverse US-Präsidentschaftswahl das bestimmende Thema. Plattformen standen im Voraus massiv in der Kritik, weil sie oft zu wenig gegen die Verbreitung von Fake News getan haben. So hat eine Studie der University of Oxford festgestellt, dass die Faktenchecker des Social-Web-Giganten Facebook alleine zum Thema Coronavirus 99 von 100 Fehlinformationen übersehen.

Vor der Abstimmung wurden allerdings viele Maßnahmen gesetzt, um Manipulation wie im Jahr 2016 zu verhindern. So hat Facebook schon im Januar Deepfakes verbannt. Facebook-Tochter Instagram hat bei der Wahl kürzliche Hashtags verboten, um eine verfrühte Siegeserklärung zu stoppen. Auch nach dem Sieg von Demokrat Joe Biden hat die Wahl noch Auswirkungen. So plant Twitter die Rückkehr der Account-Verifizierungen, die neue Regeln erhalten, um vertrauenswürdige User hervorzuheben.

TikTok trotz Kontroversen Nummer eins

In den USA und auch in anderen Ländern hat die äußerst populäre chinesische Social-Media-App TikTok hefitge Diskussionen ausgelöst. Aufgrund von Spionage-Vorwürfen hat die Trump-Regierung immer wieder über einen möglichen Bann der Anwendung debattiert. In Indien ist so ein Verbot nach Grenzkonflikten mit der Volksrepublik bereits umgesetzt worden.

Als Reaktion haben die App-Betreiber verschiedene Features eingeführt, um die eigene gesellschaftliche Relevanz zu zeigen, zum Beispiel einen „Learn“-Stream für bildende Inhalte. Trotz der Kontroversen hat TikTok im Gesamtjahr die Spitze der Download-Charts erobert und damit Facebook vom Thron gestoßen.

Viel Gaming und Streaming im Lockdown

Ein massiver Trend im Corona-Jahr 2020 waren Videospiele. Alleine in Deutschland sind die Umsätze im ersten Halbjahr 2020 um 27 Prozent auf etwa 3,7 Mrd. Euro gewachsen. Etwa jede siebte Person spielt mittlerweile, und die Zeit vor dem Bildschirm hat sich deutlich verlängert.

Ein weiterer Trend war Streaming. Anbieter wie Netflix und Disney+ haben große Erfolge gefeiert. Tatsächlich hat der Mediengigant Disney seinen Streaming-Dienst aufgrund von ansonsten einbrechenden Geschäftszahlen zu seinem neuen Herzstück erklärt.

Bildschirmzeit für Kinder deutlich länger

Vor allem was Kinder betrifft, war die längere Bildschirmzeit für viele ein Diskussionsthema. Neben mehreren anderen Bereichen des Lebens hat sich auch die Schule zu einem großen Teil in die digitale Welt verlagert. In den USA haben für drei von vier Kindern die gewöhnlichen Regeln bezüglich Fernsehen und Computer nicht mehr gegolten.

Viele Studien haben sich damit beschäftigt, wie sich das auf Heranwachsende auswirkt. Zumindest gibt eine Studie der University of Colorado Boulder von November Entwarnung: Die Bildschirmzeit in der Jugend habe kaum Konsequenzen für die Mediennutzung im späteren Leben.

(red. Elmar Pfürnkranz/pte)