Aufgedeckt! So zapfen Geheimdienste Datenknoten an

DE-CIX Frankfurt am Main BND Daten Mynet

Das Deutsche Bundesverwaltungsgericht in Karlsruhe genehmigte 2018 offiziell in einem Urteil das Abgreifen von Daten durch den Geheimdienst BND m Deutschen Internetknoten DE-CIX in Frankreich. Der Knoten transportiert in schwer vorstellbarer Geschwindigkeit gigantische Datenmengen. Einige Glasfaser in Tirol und Südtirol leiten Provider werblich wirksam ausdrücklich über Frankfurt, und die Geheimdienste lesen munter mit, selbst wenn Einrichtungen des Landes, wie beispielsweise die DVT Datenverarbeitung Tirol, oder ganze Tourismusbetriebe ihre Daten fleißig über Frankfurt schicken.

Als in Zeiten von Corona mit einschlägigen Apps und Cluster Erhebungen dank Mobilfunkdaten sämtliche Datenschützer in „Schluckauf“ mündeten, dachte wohl kaum jemand an die Tiroler Datenmengen, die tagtäglich über Frankfurt und damit frei zugänglich in die Geheimdienst Rechner prasseln.

Selbst der deutsche Auslandsgeheimdienst BND verfügt über eigene Glasfaser Stränge am deutschen Internet Knoten in Frankfurt, und ließt eifrig mit – seit 2018 mit Segen des Deutschen Bundesgerichtshofes in Karlsruhe.

Simon Polterer, CEO bei Suffio, sieht solche Entwicklungen äußerst bedenklich. Suffigo stellt europaweit eigene Glasfasernetze, eine dezentralisierte Serverinfrastruktur von über 1000 Rechensysteme und verfügt in ganz Europa über mehr als 300 Knoten. In Frankfurt wollte Polterer nach der Gerichtsentscheidung ausdrücklich nicht andocken „Wir versorgen vornehmlich Medienunternehmen in ganz Europa mit Datenleitungen und Cloud Speicher. Gerade der Quellenschutz in Redaktionen ist heute wichtiger denn je. Provider, die auch noch ausdrücklich mit ihrer Anbindung in Frankfurt werben, lösen bei mir Kopfschütteln aus“.

Als Corona in Ischgl seinen Anfang nahm, lasen die Geheimdienste bereits eifrig mit, wenn beispielsweise Internes beim Tourismusverband Ischgl digital über Datenteilungen floß, oder konnten Einblick in den Email Verkehr zahlreicher Beherbergungsbetriebe in Tirol nehmen. Selbst das Tiroler Bildungsnetzwerk TIBIS erfreut sich an seinem Datenfluss über Frankfurt, wohl kaum im Wissen die Geheimdienste lesen alles mit.

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